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(Text aus der NDB)
Jakob Andreä, 1528-1590

Immatrikulierte 1 Jun, 1541 in Tübingen *Jacobus Faber Waiblingensis*, 1543 Stip. 1543 Bacc., 1545 Mag., 1546 Diakonus an der Spitalkirche in Stuttgart, 1549 Katechist in Tübingen, 1550 Pastor and 1552 Superintendent in Göppingen, 04/19/1553 Dr .theol., 1553 Generalsuperintendent in Adelberg, 1562 Propst, Professor der Theologie und Kanzler der Universität Tübingen, 1576 Mitverfasser der Konkordienformel, Bildnis in der Sakristei der Stiftskirche in Tübingen. Lit.: ADB, NDB, Evang. Gemeindeblatt, SWDB11.XX..., etc. Hermelink 117/18: Immatrikulierte Tübingen 1 Jun 1541 *Jacobus Faber Waiblingensins*, Stip. 1 Jun, 1541. Bacc. Feb. 1543, Mag. 30 Jul, 1545, Dr.theol. 19 Apr, 1553. Jacob Andreä, auch Schmiedjakob, Schmiedlein, Faber Fabricius, Vulcanus genannt). 

Nach dem Studium in Tübingen, das Andreä 1545 durch die Erlangung der Magisterwürde abschloss, ging er 1546 als Diakonus nach Stuttgart und 1548 nach Tübingen. Hier promovierte er 1553 zum Dr. theol., wurde im gleichen Jahr Stadtpfarrer und Superintendent und später Generalsuperintendent in Göppingen. Er kämpfte fuer die Durchführug der Reformation, die er schliesslich durch organisatorische Massnahmen erreichen konnte. Zum Probst, Professor der Theologie und Kanzler der Universiät Tübingen 1561 ernannt, dehnte Andreä seine Wirksamkeit ueber fast das gesamte evangelische Deutschland aus. Durch massgebliche Beteiligung an der Abfassung von Kirchenordnungen und -verfassungen wurde er zum (oft anonym gebliebenen) Mitgestalter zahlreicher evang. Landeskirchen. 

Die Anregungen Herzog Christophs von Württemberg aufnehmend, gelang es Andreä, den in sich gespaltenen Protestantismus zu einen. Nach dem Scheitern der politisch bestimmten Unionsbestrebungen der Fürsten zwischen 1550 und 1560 konnte Andreä die Verbindung der lutherischen Landeskirchen auf der Grundlage der Lehreinheit herstellen. Die nach verschiedenen Vorarbeiten von Andreä zusammen mit den braunschweig. und säschsischem Theologen (M. Chemnitz und M. Selnecker) 1577 im Kloster Bergen vor Magdeburg redigierte, jedoch erst 1580 veroeffentlichte *Konkordienformel* bedeutete fuer die Entwicklung des Protestantismus einen Markstein. Sie konnte die Gegensätze innerhalb des Luthertums auf einer mittleren Linie ausgleichen. Zugleich leitete sie den Uebergang in das Zeitalter der luth. Orthodoxie ein. In den meisten evangelischen Gebieten wurde sie kirchlich anerkannt. Sie musste jedoch mit der erreichten Lehreinheit des Lutherthums das Ziel einer Einheit des Protestantismus ueberhaupt aufgeben. Andreä hatte aber weitergehende Pläne fuer eine Einigung der nichtkatholischen Kirchen, wie seine 1573 mit der morgenländischen Kirche aufgenommene Verbindung zeigte, die jedoch ohne geschichtliche Wirkungen blieb. 

WERKE: 

Hundert und siben Schlussreden v.d. Majestaet d. Menschen Christi u. Seiner wahrhafftigen, wesentlichen Gegenwärtigkeit, Tübingen, 1564; Ber. v.d.Ubiquitaet ..., ebenda 1589. LITERATUR: ADB I; J.V. Andreä, Fama Andreana reflorescens ..., Strassburg 1630; M. Fittbogen, J.A., der Verfasser der Konkordienformel, Sein Leben und seine theologische Bedeutung, 1881; J. Schall, Tübingen und Konstantinopel, in: B11. f. württembergische Kirchengeschichte, 7, 1892, Seiten 33-75; O. Fricke, Die Christologie des Joh. Brenz, 1927, Seite 243ff.; O. Ritschl, Dogmengeschichte des Protestantismus, IV, 1927; Die Bekenntnisschriften der evangelisch- lutherischen Kirche, 1930, S. XXXII-XL VI; PRE; RGG; LThK; Enc. Catt. I, 1949. PORTRAIT: Oelgemaelde (Universität Tübingen); danach 2 Holzschnitte (Univ.Bibl. Tübingen); Kupf. von unbekanntem Künstler (Dresden, Staatl. Kupferstich-Kabinett); mehrere Kupferstiche aus dem 17. und 18. Jahrhundert (Wittenberg, Lutherhalle). (Peter Meinhold, in: NDB I, S. 277)
 

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