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Kuenftige Chefin der Insel Mainau wird 30

March 12, 2004 - Pforzheimer Zeitung

Comtesse Bettina Bernadotte will spätestens 2006 Chefin der Blumeninsel Mainau im Bodensee werden. „Innerhalb der nächsten drei Jahre“ werde sie die Geschäftsführung der Mainau GmbH von ihrer Mutter, Gräfin Sonja Bernadotte, übernehmen, kündigte die Tourismus-Betriebswirtin zu ihrem 30. Geburtstag am heutigen Freitag an. Mit der Vollendung ihres dritten Lebensjahrzehnts wird ihr nach dem Gesetz des Adelshauses der Titel einer Gräfin verliehen.

Begeistert von ihrer Arbeit

Auf ihre Aufgabe als künftige Chefin von 200 ständigen Mitarbeitern bereitet sich die älteste Tochter des Mainau-Grafen seit Anfang 2002 vor. Als Assistentin der Geschäftsführung ist sie vor allem für die Bereiche Kostenkontrolle und Kooperation mit Partnerfirmen zuständig. Über ihre Arbeit auf der Blumeninsel äußert sie sich geradezu begeistert. „Ich bin so glücklich und zufrieden, mein Beruf macht mir so viel Spaß“, sagt sie. Besonders die Vielseitigkeit der Aufgaben in Park, Gärten, Gastronomie oder Marketing reize sie. „Von der Mainau geht eine besondere Faszination aus“, meint die künftige Herrin über die 45 Hektar große Insel.

„Lebe mein eigenes Leben“

Auch mit ihrer Rolle als prominentes Mitglied einer Adelsfamilie, das künftig noch mehr im Blickpunkt stehen wird, kommt sie gut zurecht. „Wir sind damit aufgewachsen“, sagt sie über sich und ihre vier jüngeren Geschwister, die im Mainau-Schloss unter den Augen von zahllosen Touristen Kindheit und Jugend erlebten.

Trotz ihres großen Engagements für das Natur- und Blumenparadies, das jährlich 1,3 Millionen Besucher anzieht, sagt sie: „Ich möchte nicht in der Arbeit untergehen.“ Deshalb schaffe sie sich konsequent Freiräume fürs Privatleben und Hobbys wie Geigespielen oder Malen. Um nicht allzu sehr vom Beruf vereinnahmt zu werden, wohnt sie nicht mit den Eltern auf der Insel, sondern im nahen Konstanz. „Ich halte bewusst Abstand und lebe mein eigenes Leben“, erklärt sie.

Die Gründung einer eigenen Familie ist für sie zur Zeit „noch kein Thema“. Ihrer jüngsten Schwester, Gräfin Diana, die als erste der Mainau-Kinder geheiratet hat und seit kurzem Mutter einer Tochter ist, will sie so schnell nicht nacheifern, sondern sich vorerst mit der Rolle der Patentante begnügen. Klare Vorstellungen hat die Adelige von der Zukunft der Mainau, die niemals ein Freizeit- oder Vergnügungspark werden soll. „In der grünen Kompetenz sind wir stark“, sagt sie. In Anknüpfung an die Grundideen ihres Vaters Graf Lennart Bernadotte (94), der Regeln für das Miteinander von Natur, Mensch und Technik schon vor 40 Jahren in der „Grünen Charta der Mainau“ niederlegte, setzt sie auf das, was sich bewährt hat: auf Bäume und Blumen, Gartenkultur und Gartenkunst. Allerdings will sie für die Besucher mehr Informationsmöglichkeiten über Garten, Natur, Umwelt und gesunde Ernährung schaffen.



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