|
|
Zwischen Monarchie und Republik
Deutschlands letzte Kronprinzessin Cecilie –
Ausstellung im Potsdamer Marmorpalais vom 9. Mai bis 1. August 2004
17. Februar 2004
Kronprinzessin
Cecilie verkörpert die Zeit der großen politischen
Umbrüche in der
ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihr 50. Todestag im Mai 2004
gibt
Anlass, ihr wechselvolles Leben der Öffentlichkeit vorzustellen.
Als die 18-jähringe Herzogin Cecilie zu Mecklenburg am 6. Juni
1905 den
preußischen Kronprinzen Wilhelm heiratet, befand sich das
deutsche
Kaiserreich auf dem Höhepunkt seiner Macht. Unter dem Jubel
Zehntausender Menschen war die junge Braut in die festlich
geschmückte
Residenzstadt Berlin eingezogen.
Als Sommerresidenz stand dem jungen Paar das Marmorpalais am Heiligen
See in Potsdam zur Verfügung. Für die Wintermonate bezogen
sie das
prächtige Kronprinzenpalais in Berlin Unter den Linden. Durch ihr
unkompliziertes und freundliches Wesen wurde Cecilie bald zu einem der
beliebtesten Mitglieder des Kaiserhauses. Mit der Eheschließung
schien
eine glänzende Zukunft verbunden, doch bereits 13 Jahre
später zerbrach
die Monarchie. Cecilie lehnte es ab mit dem Kaiser und dem Kronprinzen
ins Exil zu gehen. Die couragierte Kronprinzessin blieb mit ihren sechs
Kindern in Deutschland. Sie widmete sich in den 1920er Jahren
verstärkt
der karitativen Arbeit, ganz in der Tradition der 1921 verstorbenen
Kaiserin Auguste Victoria. Ihre Schirmherrschaft für den Bund
Königin
Luise, einer der größten Frauenbünde der Weimarer
Republik, der
rechtsgerichtete Tendenzen aufwies, blieb umstritten. Nach dem Verbot
dieses konservativen Frauenbundes 1934 zog sich die Kronprinzessin ins
Privatleben zurück. Ihre Flucht aus Potsdam 1945 und der Verlust
des
gesamten Besitzes leiteten das letzte Kapitel ihres Lebens ein.
Der Lebensweg der Kronprinzessin wird anhand von etwa 300 Kunstwerken
nachgezeichnet. In acht Räumen des Marmorpalais werden die
Stationen
ihres wechselvollen Lebens anhand von Mobiliar, Gemälden,
Porzellan,
Silber, Briefen und Fotografien dargestellt. Zu den Höhepunkten
der
Ausstellung gehören zwei Tafelaufsätze. Dabei handelt es sich
um den
Hochzeitszug von Adolph Amberg aus Berliner Porzellan und um Teile des
so genannten Kronprinzensilbers – ein Geschenkt der preußischen
Städte
zur Hochzeit des Kronprinzenpaares.
Beeindruckend wird zudem die Präsentation eines
Mäander-Diadems sein.
Die Preziose ist nach einem Entwurf des Kronprinzen bei den
Hofjuwelieren Gebr. Friedländer in Berlin gearbeitet worden. In
einer
Hörstation werden die Tagebucheintragungen der Kronprinzessin aus
den
Jahren 1913/14 akustisch erlebbar werden. Darüber hinaus werden
kurze
Filmsequenzen mit einer Auswahl ihrer öffentlichen Auftritte aus
den
Jahren 1912 bis 1938 zu sehen sein. Zwei Räume beschäftigen
sich mit
der Haltung der kronprinzlichen Familie während den Jahren der
Weimarer
Republik und des "Dritten Reiches". Dazu gehört sowohl die
karitative
Arbeit der Kronprinzessin, speziell ihre Rolle als Schirmherrin des
"Bundes Königin Luise", als auch der Tod des Prinzen Wilhelm im
Jahre
1940 und seine Folgen für die Wehrmachtsangehörigen
ehemaliger
Fürstenhäuser. Die Flucht der Kronprinzessin aus Potsdam und
ihre
Lebensumstände in Bad Kissingen und Stuttgart beschließen
die
Ausstellung.
Zur Ausstellung erscheint ein Aufsatzband.
Quelle: Jörg Kirschstein
Bild: Porträt der Kronprinzessin Cecilie von Philipp A. von
László (1908)
|
|
|