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Franz zu Putbus starb am Montag in Meerbusch



Meerbusch/Putbus Franz zu Putbus, der umstrittene Verfechter von
Gerechtigkeit und Fortschritt auf seiner Heimatinsel, ist tot. Er verstarb 76-jährig am Montagmorgen nach einem langen Kampf gegen ein Krebsleiden in Meerbusch bei Düsseldorf. Damit endet ein Leben, das von zahlreichen gesellschaftlichen Umbrüchen und Niederlagen gekennzeichnet war, die nicht spurlos an dem Erben des einstigen riesigen Putbusser Besitzes vorbeigingen.

Auf dem kleinen Gut Krimvitz wurde er im Mai 1927 als Sohn des
Rittmeisters Malte Ludolph von Veltheim geboren und wuchs zusammen mit
seinen sechs Geschwistern unbeschwert in Putbus auf. Sein Vater, der 1934 die Nachfolge der verstorbenen Putbusser Fürstin Asta als nächster
berechtigter Erbe antrat, übernahm als Sohn der Gräfin Viktoria von
Veltheim, geborene von Putbus, die Herrschaft über den Putbusser Besitz. Um „das ehrwürdige Geschlecht dem Namen nach nicht aussterben zu lassen“
verlieh ihm der Reichsminister des Innern den Namen „Putbus“, den die
Familie seitdem tragen darf.

Für Franz zu Putbus, dessen Vater wegen der Nähe zu am Hitlerattentat
beteiligten Offizieren 1945 im Konzentrationslager Sachsenhausen ermordet wurde, begann mit Kriegsende ein endloser Kampf um die Zukunft seiner Familie und die Ehrenrettung seines Vaters. Nach dem Krieg war alles anders. Das Schloss hatte man verwüstet. Die russischen Truppen bedienten sich an Kulturschätzen seiner Vorfahren. Mit seiner Mutter gelang schließlich die Flucht ins westliche Deutschland.

Franz zu Putbus absolvierte eine kaufmännische Ausbildung und betätigte sich auf nationalen und internationalen Geschäftsfeldern. Zusammen mit seiner Frau konnte er sich über zwei Kinder und in den letzten Jahren über die gemeinsamen Enkelkinder freuen.

Trotzdem konnte Franz zu Putbus seine Heimat nie vergessen und suchte in den 80er-Jahren regelmäßig Kontakt zu seinem Heimatort. Mit der Wende kam Franz zu Putbus öfter auf die Insel und sorgte in vielen Kreisen für Neider. Aus seiner Idee „Gebt mir 600 oder 700 Hektar Land und lasst uns über ein paar Immobilien reden“ entwickelte sich ein jahrelanger, an den Nerven aller Beteiligten zehrender Kampf um das gesamte Erbe des ehemaligen Fürstenhauses. Falsche Freunde und Berater machten nicht allein Franz zu Putbus, einem gutgläubigen und kompromissbereiten Mann, das Leben schwer und die Geldbörse leichter.

Das Verwaltungsgericht in Greifswald lehnte seine Restitutionsansprüche ab. Trotzdem gab er seine Bemühungen nicht auf. Stets kümmerte er sich um den Fortschritt des Nachwende-Putbus, das durch die Gerichtsverfahren in seiner Entwicklung um Jahre zurückgeworfen war. Das ehemalige Pädagogium am Circus sollte wieder eine Bildungseinrichtung höheren Ranges werden. Außerdem mühte er sich um die Wiederbelebung des Badehauses in der Goor und den Aufbau eines Putbus-Museums.

Mit Franz zu Putbus verliert Rügen einen ehrlichen und kämpferischen
Menschen, der auch eine große Gruppe von Widersachern hinterlässt, die sich nicht in seine Lage nach 1945 oder 1989 versetzen konnten oder wollten.




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