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Nachruf / Zum überraschenden Tod des neunten Fürsten
zu Hohenlohe-Langenburg
Hohenlohe trauert um Fürst Kraft
Nachricht löste bei Verwandten und
Freunden in ganz Europa Bestürzung aus
Nicht nur in Hohenlohe, sondern auch bei
Verwandten und Freunden des weithin verzweigten Adelsgeschlechtes in
ganz Europa löste die Nachricht vom plötzlichen Tod von Kraft
Fürst zu Hohenlohe-Langenburg tiefe Bestürzung und
Betroffenheit aus.
Langenburg.
Das Leben des 9. Fürsten zu Hohenlohe-Langenburg währte nur
68 Jahre: Er starb am Dienstagnachmittag im Haller Diakonie-Krankenhaus
an den Folgen einer schweren Krankheit. Viele Langenburger Bürger,
bei denen Fürst Kraft aufgrund seiner gänzlich
attitüdenfreien und hilfsbereiten Art in hohem Ansehen stand,
konnten den Tod des Fürsten zunächst nicht fassen. Auch im
englischen Königshaus löste die Botschaft Trauer aus: Die
1981 verstorbene Mutter von Fürst Kraft war die Schwester des
Queen-Gatten Prinz Philip.

Schloss Langenburg über dem
Jagsttal Foto: pv
Mit Sitz und Stimme in der evangelischen
Landessynode von Württemberg (1965 bis 1974), im Kreistag (1965
bis 1979), im Vorstand des DRK-Kreisverbandes (1984 bis 2000), im
örtlichen Kirchengemeinderat und im Rotary-Club (ab 1961) setzte
Fürst Kraft die Tradition eines Adelsgeschlechtes fort, das um das
Jahr 1150 in das Licht der Geschichte trat, dem Land zwischen Kocher
und Jagst seinen Namen gab und über Jahrhunderte hinweg an hoher
und höchster Stelle dem Staat, der Kirche oder dem Gemeinwesen
diente - sei es als Stifter der Deutschordenskommende in Bad
Mergentheim, als Kurienkardinal in Rom oder als Reichskanzler im Berlin
des wilhelminischen Zeitalters. Von seinen öffentlichen
Ämtern zog sich der seit 1992 in zweiter Ehe mit Fürstin Irma
verheiratete Kraft (aus der ersten Ehe mit Charlotte, geborene
Prinzessin von Croy, stammen die Kinder Cécile, Philipp und
Xenia) mit zunehmenden Lebensalter zurück.
"Ruhestand" war im Vokabular des Langenburger Fürsten allerdings
ein Fremdwort: Die Verwaltung und (durchaus kostspielige) Unterhaltung
des Schlosses (nach dem verheerenden Brand 1963 stellte der
Wiederaufbau die wohl größte Herausforderung für den
damals gerade mal 28 Jahre alten Hausherren Kraft dar), das 1970
gegründete Automuseum, die Pflege des 2700 Hektar umfassenden
Waldbesitzes rings um Langenburg und Weikersheim und etliche
Ehrenämter in Sachen Oldtimer (zum Beispiel als Präsident der
"Fédération internationales des Véhicules
anciens") füllten reichlich den Terminkalender des Fürsten.
Dem Wunsch des Verstorbenen entsprechend, findet die Beisetzung im
engsten Familienkreis statt. Ein öffentlicher Trauergottesdienst
wird am übernächsten Samstag, 27. März, um 14 Uhr in der
Langenburger Stadtkirche abgehalten. Statt Kränzen und Blumen
wünschte sich der Fürst Spenden für den
Förderverein zur Erhaltung der Stadtkirche Langenburg (Konto
2600587 bei der Sparkasse Hall-Crailsheim, BLZ 622 500 30).
courtesy of "Haller Tagblatt", March
20, 2004
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