Schlossherrin mit sozialem Engagement: Am
Sonntag starb im Schloss Moos Maria Theresia Gräfin von und zu
Arco-Zinneberg
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| Gräfin Maria Theresia
von und zu Arco-Zinneberg bei einem ihrer Pfingstempfänge auf
Schloss Moos. (Foto: D. Winter) |
Moos.
Zu ihrem 80. Geburtstag am 23. März 2002 blickte Maria Theresia
Gräfin
von und zu Arco- Zinneberg in einem Gespräch mit dem Plattlinger
Anzeiger auf ein bewegtes Leben zurück, am vergangenen Sonntag
gegen 17
Uhr verstarb sie im Alter von 81 Jahren nach längerer Krankheit an
ihrem Wohnsitz im Schloss in Moos. Viele durften die Gräfin vor
allem
bei ihren alljährlich zum Mooser Pfingstfest gegebenen
Empfängen im
Schloss Moos persönlich kennen lernen. Für viele ist
Gräfin Maria
Theresia ein Begriff als große Förderin regionaler
Verbände und
Vereinigungen. Beispielgebend war ihr soziales und caritatives
Engagement in der Unterstützung für Hilfsorganisationen und
für in Not
geratene Menschen. In den weit verzweigten Grälichen Betrieben von
Arco-Zinneberg, die ihr stets am Herzen lagen, haben viele Menschen
einen Arbeitsplatz.
Gräfin Maria Theresia wurde am 23. März
1922 als zweites Kind von Graf Georg von Preysing-Lichtenegg-Moos und
Ihrer Königlichen Hoheit Prinzessin Gundelinde von Bayern, der
jüngsten
Tochter des letzten bayerischen Königs, Ludwig III., geboren. Als
Graf
Kaspar von Preysing-Lichtenegg-Moos im Alter von 20 Jahren an Angina
verstarb, wurde Gräfin Maria Theresia die Erbin von Schloss Moos.
Statt
eines normalen Schulbesuchs wurde ihr Privatunterricht zuteil - auch
deswegen, weil ihre Mutter sie nicht dem sich abzeichnenden Einfluss
des Nationalsozialismus aussetzen wollte. 1933 wurde sie zu Verwandten
nach Ungarn geschickt, wurde auch dort unterrichtet und kehrte einige
Monate später wieder zurück nach Deutschland, wo sich die
Veränderungen
durch den Nationalsozialismus bereits deutlich abzeichneten. Sie
besuchte anschließend noch Schulen in England, erhielt
Privatunterricht
und absolvierte nach der Mittleren Reife ein so genanntes Landjahr beim
Grafen Deym in Arnstorf. Die damit verbundene Arbeit hatte ihr nichts
ausgemacht. Feldarbeit, Ställe säubern und Kühe melken
war in jedem
Fall besser als Reichsdienst für die Nationalsozialisten zu
leisten.
1940
heiratete sie Ludwig Graf von und zu Arco-Zinneberg, der 1942 in
Russland fiel. Aus dieser Ehe ging der älteste Sohn Maximilian
hervor.
1943 schloss Gräfin Maria Theresia die Ehe mit Ulrich Philipp Graf
von
und zu Arco-Zinneberg, dem Bruder ihres ersten Mannes. Dieser
Verbindung entstammt ihr Sohn Riprand, der Erbe von Schloss Moos.
Die
große Freude der Gräfin waren bis zuletzt ihre acht Enkel-
und drei
Urenkelkinder. Graf Riprand, der mit seiner Ehefrau Dr. Maria Beatrice
Erzherzogin von Habsburg in Amerika lebt, hat sechs Töchter. Der
ältere
Sohn, Graf Maximilian, der mit Katharina Freiin von
Donnersmark-Gräfin
Henkel verheiratet ist, hat einen Sohn und eine Tochter. Diese wiederum
hat drei Kinder.
Im Oktober 1999 wurde Gräfin Maria Theresia von
Bundespräsident Johannes Rau mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande
ausgezeichnet.
Noch bis zum Donnerstag, 18. September, findet
täglich um 17 Uhr ein Rosenkranz in der Schlosskapelle statt. Die
Trauerfeierlichkeiten beginnen mit einem heiligen Requiem in der
Theatinerkirche München am Freitag, 19. September, um 11 Uhr.
Anschließend findet die Beisetzung um 15 Uhr in der Familiengruft
der
Wallfahrtsbasilika "Unserer Lieben Frau" in Tuntenhausen bei Bad
Aibling statt. Heilige Seelenmessen werden am 22. September um 16 Uhr
in der Pfarrkirche von Moos und am 23. September um 16 Uhr in der
Pfarrkirche von St. Martin im Innkreis gelesen.
Sowohl die
Gemeinde Moos als auch die Gräflich Arco-Zinneberg'schen Betriebe
setzen am Freitag ab Moos Busse zur Beisetzung der Gräfin in
Tuntenhausen ein.
Redaktion: Plattlinger Anzeiger am 15. September 2003
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