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Sigmaringen

Ein "getreuer Sachverwalter eines alten Hausguts"

Redakteur Kurt Loescher



An einem großen Empfang mit möglichst vielen Gästen, Prominenz und Adel ist ihm nicht gelegen. Und so wird Friedrich Wilhelm, Fürst von Hohenzollern, am kommenden Dienstag auf dem Schloss Sigmaringen seinen 80. Geburtstag im Kreise seiner Familie, Freunde und Mitarbeiter feiern..

Die Feierlichkeiten werden mit einem Gottesdienst in der Hedinger Kirche eröffnet. Dazu gehört für den Jubilar auch ein Besuch der Grabstätte seiner Ehefrau, Fürstin Margarita, deren Tod im Jahr 1996 eine große Lücke in seinem Leben hinterlassen hat. Im Ahnensaal des Hohenzollern-Schlosses in Sigmaringen lädt der Hausherr anschließend zu einem Empfang mit Kaltem Buffet ein.

Friedrich Wilhelm, Fürst von Hohenzollern, wurde auf Schloss Umkirch bei Freiburg im Breisgau geboren. Er ist ältester Sohn von Friedrich Fürst von Hohenzollern und Prinzessin Margarete von Sachsen, einer Tochter des letzten sächsischen Königs. Jugend und Schulzeit verbrachte Erbprinz Friedrich Wilhelm hauptsächlich in Umkirch und Freiburg, wo er Volksschule und
Gymnasium besuchte.

Bei Ausbruch des Krieges war er 15 Jahre alt. Am Ende des Zweiten Weltkrieges erlebte Friedrich Wilehlm die zwangsweise Ausquartierung der fürstlichen Familie durch die Gestapo und die Internierung auf Schloss Wilflingen. Damals wurde Schloss Sigmaringen kurzzeitig Sitz der französischen Vichy-Regierung unter Marschall Pétain. Nach dem Abitur studierte der Prinz Volkswirtschaft in Freiburg und legte 1948 sein Examen ab. Er war damit der erste zukünftige Fürst mit einem abgeschlossenen Hochschulstudium.

1950 wurde er schon Generalbevollmächtigter des Hauses Hohenzollern und war dann auch unternehmerisch tätig. 1951 heiratete Erbprinz Friedrich Wilhelm Prinzessin Margarita zu Leiningen. Aus der Ehe gingen drei Söhne hervor. Inzwischen erfreut sich der Geburtstagsjubilar und älteste Hohenzollern-Fürst an sieben Enkelkindern.

Die 60iger Jahre waren wohl die aktivsten und erlebnisreichsten Jahre des Jubilars. Nach dem Tod seines Vaters Fürst Friedrich im Jahr 1965 wurde Friedrich Wilhelm Chef des Fürstlichen Hauses Hohenzollern. Und als in den 70iger Jahren während einer Stahlkrise die Hüttenwerke Laucherthal kurz vor dem Konkurs standen, war es für den Fürsten keine Frage, dieses Werk durch den Verkauf von Familienbesitz zu retten. Heute beschäftigen die Fürstlich Hohenzollernsche Werke Laucherthal mehr als 2400 Mitarbeiter in ihren 14 Standorten, davon allein acht in Deutschland.

Auch über die hohenzollerischen Lande hinaus hat das Wirken von Friedrich Wilhelm Fürst von Hohenzollern tiefe Spuren hinterlassen. Er war viele Jahre als Industrieller tätig gewesen. An der Erschließung des Bayerischen Waldes (Arber) für den Fremdenverkehr hat er wesentlichen Anteil. Und durch den Aufbau des "Zollern-Flugdienstes" hat er mitgeholfen, die Verkehrsinfrastruktur in der Region zu verbessern. Auf Grund seines starken Engagements für soziale Belange, Wirtschaft und Fremdenverkehr erhielt der passionierte Hobby-Fotograf, der früher Ausgleich und Entspannung bei der Jagd, der Fliegerei und dem Skisport fand, das Bundesverdienstkreuz erster Klasse und mehrere Ehrenbürgerschaften.

Auf Schloss Sigmaringen sieht man den Fürsten nur noch selten, wohnt er doch lieber zurückgezogen in seinem Landhaus im Wildpark "Josefslust". Der Wahlspruch des Hauses Hohenzollern "Nihil sine Deo" (Nichts ohne Gott) hat tiefgründige und maßgebliche Bedeutung im Leben des Fürsten Friedrich Wilhelm. Er versteht sich als "getreuer Sachverwalter eines alten Hausguts", das nach modernen Gesichtspunkten bewirtschaftet sein will oder als Wahrer
von guter Tradition in Verbindung mit zeitgemäß praktischem Denken. Sigmaringen.

Ein "getreuer Sachverwalter eines alten Hausguts"

Von unserem Redakteur Kurt Loescher

An einem großen Empfang mit möglichst vielen Gästen, Prominenz und Adel ist ihm nicht gelegen. Und so wird Friedrich Wilhelm, Fürst von Hohenzollern, am kommenden Dienstag auf dem Schloss Sigmaringen seinen 80. Geburtstag im Kreise seiner Familie, Freunde und Mitarbeiter feiern.

Die Feierlichkeiten werden mit einem Gottesdienst in der Hedinger Kirche eröffnet. Dazu gehört für den Jubilar auch ein Besuch der Grabstätte seiner Ehefrau, Fürstin Margarita, deren Tod im Jahr 1996 eine große Lücke in seinem Leben hinterlassen hat. Im Ahnensaal des Hohenzollern-Schlosses in Sigmaringen lädt der Hausherr anschließend zu einem Empfang mit Kaltem Buffet ein.

Friedrich Wilhelm, Fürst von Hohenzollern, wurde auf Schloss Umkirch bei Freiburg im Breisgau geboren. Er ist ältester Sohn von Friedrich Fürst von Hohenzollern und Prinzessin Margarete von Sachsen, einer Tochter des letzten sächsischen Königs. Jugend und Schulzeit verbrachte Erbprinz Friedrich Wilhelm hauptsächlich in Umkirch und Freiburg, wo er Volksschule und
Gymnasium besuchte.

Bei Ausbruch des Krieges war er 15 Jahre alt. Am Ende des Zweiten Weltkrieges erlebte Friedrich Wilehlm die zwangsweise Ausquartierung der fürstlichen Familie durch die Gestapo und die Internierung auf Schloss Wilflingen. Damals wurde Schloss Sigmaringen kurzzeitig Sitz der französischen Vichy-Regierung unter Marschall Pétain. Nach dem Abitur studierte der Prinz Volkswirtschaft in Freiburg und legte 1948 sein Examen ab. Er war damit der erste zukünftige Fürst mit einem abgeschlossenen Hochschulstudium.


1950 wurde er schon Generalbevollmächtigter des Hauses Hohenzollern und war dann auch unternehmerisch tätig. 1951 heiratete Erbprinz Friedrich Wilhelm Prinzessin Margarita zu Leiningen. Aus der Ehe gingen drei Söhne hervor. Inzwischen erfreut sich der Geburtstagsjubilar und älteste Hohenzollern-Fürst an sieben Enkelkindern.

Die 60iger Jahre waren wohl die aktivsten und erlebnisreichsten Jahre des Jubilars. Nach dem Tod seines Vaters Fürst Friedrich im Jahr 1965 wurde Friedrich Wilhelm Chef des Fürstlichen Hauses Hohenzollern. Und als in den 70iger Jahren während einer Stahlkrise die Hüttenwerke Laucherthal kurz vor dem Konkurs standen, war es für den Fürsten keine Frage, dieses Werk durch den Verkauf von Familienbesitz zu retten. Heute beschäftigen die Fürstlich Hohenzollernsche Werke Laucherthal mehr als 2400 Mitarbeiter in ihren 14 Standorten, davon allein acht in Deutschland.

Auch über die hohenzollerischen Lande hinaus hat das Wirken von Friedrich Wilhelm Fürst von Hohenzollern tiefe Spuren hinterlassen. Er war viele Jahre als Industrieller tätig gewesen. An der Erschließung des Bayerischen Waldes (Arber) für den Fremdenverkehr hat er wesentlichen Anteil. Und durch den Aufbau des "Zollern-Flugdienstes" hat er mitgeholfen, die Verkehrsinfrastruktur in der Region zu verbessern. Auf Grund seines starken Engagements für soziale Belange, Wirtschaft und Fremdenverkehr erhielt der passionierte Hobby-Fotograf, der früher Ausgleich und Entspannung bei der Jagd, der Fliegerei und dem Skisport fand, das Bundesverdienstkreuz erster Klasse und mehrere Ehrenbürgerschaften.

Auf Schloss Sigmaringen sieht man den Fürsten nur noch selten, wohnt er doch lieber zurückgezogen in seinem Landhaus im Wildpark "Josefslust". Der Wahlspruch des Hauses Hohenzollern "Nihil sine Deo" (Nichts ohne Gott) hat tiefgründige und maßgebliche Bedeutung im Leben des Fürsten Friedrich Wilhelm. Er versteht sich als "getreuer Sachverwalter eines alten Hausguts", das nach modernen Gesichtspunkten bewirtschaftet sein will oder als Wahrer
von guter Tradition in Verbindung mit zeitgemäß praktischem Denken.



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