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H o n t e r u s :
Aus *Neue Deutsche Biographie*, Band 1, 1952, Seiten 603-604:
Honter(us) (Holler), Johannes (-Cariarii,
-Coronensis), Humanist und Reformator der Siebenbuerger Sachsen, *1498
Kronstadt (Siebenbuergen, +23 Jan 1549 ebenda.
V Georg Gras, Lederer (daher Joerg Lederer gen.); M. Dorothea
Hon(n)es (wohl nicht Anna Neutze); verh. Jun 27, 1535 Anna (?) N.N. (angeblich
Tochter des Johann Neutze aus Flandern); 3 S, 4 T.
Nach Schulbildung in seiner Heimatstadt hielt H. sich von 1515 an etwa
10 Jahre in Wien auf. Hier widmete er sich in Studium und Lehrtaetigkeit
hauptsaechlich der Mathematik und der Naturwissenschaft, den alten Sprachen
und der Geographie und erwarb sich Wissen und Begeisterung fuer den Ausbau
des Schulwesens in Kronstadt. Sein *studium Coronense* beinhaltete neben
Trivium und Quadrivium auch wesentliche Stuecke der theologischen, juristischen
und medizinischen Fakultaeten (siehe H.s. (Compendium iuris civilis ...*,
1544). Die Flucht vor den politischen Verhaeltnissen in seiner Heimat fuehrte
in 1529-33 zu wichtigen Stationen seines Lebens und Wirkens: In Krakau
gab er 1530 seine *Rudimentorum cosmographiae libri duo* (1549), seit 1542:
Rudimenta cosmographica libri IV, von H. ueberarbeitet, mit von ihm angefertigten
Karten) und die lat. Grammatik *De grammatica libri duo* heraus. In Basel
hatte er Verbindung zu Vertretern der vollzogenen Reformation und zu humanistischen
Kreisen. Er druckte hier auch 1532 seine schon in Krakau angefertigte Karte
von Siebenbuergen (erste Karte des Landes). Trotz ihrer Maengel wurde sich
nachgedruckt (Muenster) oder diente als Grundlage fuer Karten von Sambucus,
Ortelius, Reicherstorffer.
1533 wurde er von seiner Heimatstadt ehrenvoll zurueckberufen. Er begruendete
in Kronstadt die erste siebenbuergische Druckerei und gab zunaechst hauptsaechlich
Lehrbuecher fuer seine Schueler heraus. Die spaeter (1543) erscheinende
Schulordnung ist Ausdruck seiner staendigen Bemuehung um Schule und Schulstaat.
Zwei Vorreden zu Augustin-Ausgaben deuten 1539 auf reformatorische Bestrebungen
H.s. In Kronstadt trat die Bewegung 1542 ins entscheidende Stadium. H.s
Schrift *Reformatio ecclesiae Coronensis ac totius Barcensis Provinciae*
(1543) gab ihr Programm und klare Formen. Mit seiner *Apologia reformatiiionis
...* (1543) verteidigten die Abgesandten des Kronstaedter Rats die Reformen
erfolgreich auf dem Weissenburger Landtag. Dadurch ermutigt, sowie durch
die Zustimmung Luthers und anderer Reformatoren, mit denen brieflicher
und persoenlicher Kontakt gehalten wurde, zeigten die Kronstaedter mit
der Wahl H.s zum Stadtpfarrer 1544 ihre Entschlossenheit, am Erworbenen
festzuhalten. Von Kronstadt aus breitete sich die Neuordnung bei allen
Siebenbuerger Sachsen aus: 1547 erschien in H.s Druckerei die *Kirchenordnung
aller Deutschen in Sybembuergen*. Sie wurde 1550 von der Nationsuniversitaet
zum Gesetz erhoben. Schliesslich machte die foermliche Annahme des Augsburger
Bekenntnisses 1572 den luth. Grundcharakter der Honterus'schen Reformation
deutlich.
W Ausgew. Schrr.,, herausgegeben von O. Netoliczka, 1898
(P).
L ADB 13: Quelle zur Geschichte der Stadt Kronstadt in
Siebenbuergen, 7 Baende und Erg.hh., 1866 ff.; L. Bogrow, Cat. Cartographorum,
in: Petyermanns Mitt., Erg.h. 199,1928; K.K. Klein, der Huanist und Reformator
J.H., 1935 (L); K. Reinerth, Die Reform der siebenb.-saechs. Kirche, 1956
(L); H. Dehmel, De Hont in Flandern - J.H., in :Siebenbuerg. Archiv, Archiv
des Vereins fuer Siebenbuergische Landeskunde, 3. Folge, Band 1, 1962;
P. Philippi, Christi documenta sequi ebd.; E. Roth, Die Reformation in
Siebenbuergen, 2 T., ebd., Band 2, 1962, Band 4, 1964 (L); O. Wittstock,
J.H., Der Siebenbuerger Humanist und Reformator, 1970 (P); RGG3; Schottenloher
8900-24, 55215-19. --Hans Gerch Philippi--
Aus *Allgemeine Deutsche Biographie, Band 13 (ca. 1880),
Seiten 78-83
Honter: J o h a n n e s H. oder H o n
t e r u s , wie er mit lateinischer Endung spaeter sich schrieb, dem
Siebenbuergen die Einfuehrung der Buchdruckerkunst, die saechsische Nation
den Neubau der Schule auf Grund der wiedererstandenen classischen Litteratur
dankt und in dem sie zugleich den bedeutendsten Reformator ihrer Kirche
ehrt, ist, der Sohn eines ehrenhaften wohlhabenden Buergerhauses, 1498
in Kronstadt geboren. Um die Jugendjahre des spaeter so beruehmten Mannes
hat die Sage ihren Mythenkranz geschlungen, wohin auch die Angabe gehoert,
dass er in Wittenberg Luther's und Melanchthon's Schueler gewesen, oder
von Reuchlin's Ruf bestimmt in Basel studiert habe. Wahrscheinlich ist
dagegen, dass er nach entsprechender Vorbildung in seiner Vaterstadt 1515
die Universitaet Wien bezogen hat, die damals von siebenbuerger Sachsen
zahlreich besucht, ein Haupttraeger der neuen humanistischen Bildung war
und in dem Kampf, zu welchem seit 1517 von Wittenberg aus das Zeichen gegeben
wurde, lebhaft fuer die grosse Bewegung Partei nahm. Im Jahr 1530 finden
wir H. in Krakau bereits als Meister der freien Kuenste, Vorlesungen besuchend
und im Contubernium der ungarischen Nation lateinische Grammatik lehrend.
Hier erschien sein Werkchen *De grammatica libri duo*,
hier 1530 bei Matthias Scharffenberg, sein Buechlein *Rudimentorum
cosmographiae libri duo*, das er seinen *theuern Siebenbuergern*
widmet und in dessen Vorrede er klagt, dass er ferne vom Vaterland, auf
vielen Irrfahrten hin und her geworfen, unvermoegend sei bei dem Wuethen
so schwerer Zwietracht heimzukehren und mindestens durch dieses Zeichen
den Freunden seinen guten Willen beweisen wolle. Denn nach der Schlacht
von Mohatsch (1526) verheerte der Buergerkrieg seine Heimat und gerade
in jenem Jahr musste seine Vaterstadt nach dreijaehrigem verlustvollem
Kampfe fuer Ferdinand von Oesterreich sich den Verbuendeten Johann Zappolyas,
Tuerken und Walachen, uebergeben. Von Krakaus begab sich H. nach Andeutungen
in den spaeteren Auflagen seiner Rudimenta cosmographica,
deren 1548 und 1549 in Zuerich bei Froschauer drei erschienen, in die Schweiz,
wo - und zwar in Basel - 1532 auch seine, *Ornatissimo senatui
Cibiniensi* gewidmete Karte von Siebenbuergen, ferner 1534 (bei
Heinricus Petrus) eine neue Auflage der bereits in Krakau erschienenen
Kosmographie herauskam. Gerufen von seiner Vaterstadt kehrte er im Sommer
1533 von Basel hierher zurueck; mit sich brachte er einen reichen Buecherschatz,
sowie Werkzeuge und Gehuelfen der Presse. Mit welcher Theilnahme die Heimat
ihn empfing, zeigte Kronstadt und das Burzenland dadurch, dass sie mitten
unter den Sorgen des fortdauernden Krieges 1534 ihm allein eine Neujahrsgabe
darbrachten, *einen schoenen Teppich auf den Tisch* und *eine gesteppte
Bettdecke*, und 1535 bei seiner Verehelichung ihn aufs neue mit einer vergoldeten,
fast zwei Mark schweren Silberkanne ehrten.
Waehrend Honter's Abwesenheit aus dem Vaterlande hatte die von Luther
ausgegangene tiefe Bewegung der Geister auch in Siebenbuergen unter den
Sachsen Wurzel geschlagen. Vieles hatte sich vereinigt um ihr hier die
Seelen zu oeffnen: die vielumfassende Autonomie auf dem Boden des buergerlichen
und kirchlichen Labens, die seit Jahrhunderten einen Theil ihres vertragsmaessigen
deutschen Nationalrechts bildete und ihre freie Eigenentwickelung unter
den anderen Nationen des Landes sicherte, ein durch diese Verfassung gefoerdertes,
in weitreichendem Handelsverkehr geschaerftes Verstaendnis fuer die fortschreitenden
Aufgaben des Lebens, die durch den zahlreichen Besuch der Wiener Hochschule
vermittelte wachsende Theilnahme des geistlichen und weltlichen Standes
an der neuen humanistischen Bildung, mannigfacher Gegensatz zwischen der
geistlichen Gerichtsbarkeit und der buergerlichen Verwaltung, die auch
hier nicht seltenen aergerlichen sittlichen Gebrechen von Geistlichen,
dazu endlich gerade damals wiederholte bischoefliche Angriffe auf Eigenthumsrechte
des saechsischen Clerus und ihre Gemeinden. So hatte die reformatorische
Bewegung, durch Luther's Schriften in Gang gebracht und durch Lehrer die
in ihrem Sinne auftraten beschleunigt, in Hermannstadt das Capitel bereits
zu Klagen vor dem Koenig und dem Erzbischof von Gran veranlasst; aber die
Befehle dieser fruchteten wenig und der Fall des Reiches setzte allen Gewaltmassregeln
gegen die Reformation zunaechst ein entscheidendes Ziel. Nach einem Mahnschreiben
des Graner Erzbischofs vom 15. August 1524 hatten die *gotteslaesterlichen
Irrthuemer* auch in Kronstadt Eingang gefunden, aber zu einem offenen Zusammenstoss,
wie in Hermannstadt, waren die Gegensaete hier nicht gekommen.
In diese Anfaenge eines neuen Lebens tritt nun H. ein, um mit seiner
Wissenschaft und der Presse bald die leitende Kraft desselben zu werden.
Gewiss nicht zufaellig ist, dass mit seiner Heimkehr in Kronstadt eine
fruchtbare Thaetigkeit auf dem Felde der Schule beginnt. Dieseist hier
seit der zweiten Haelfte des 14. Jahrhunderts bezeugt; ihre Rectoren sind
Maenner akademischer Bildung; ihre Schueler besuchen zahlreich die Universitaeten
von Krakau und Wien; mehr als einer derselben hat an der artistischen Facultaet
hier selbst Vorlesungen gehalten. Auch die Landgemeinden rings um Kronstadt
haben seit alter Zeit jede ihre Schule. Doch war das Schulwesen in den
letzten *ungnaedigen Zeiten und durch Nachlaessigkeit der Feinde der Froemmigkeit
schier ganz gefallen*. Jetzt wird neuer Eifer fuer dasselbe erfolgreich
thaetig. In demselben Jahr 1533, da H. heimkehrt, besorgt der *Stadtprediger*
Lucas Plecker Kauf und Herabsendung eines bedeutenden Buecherschatzes in
Deutschland, zu dem der Rath aus staedtischen Mitteln 10 Gulden zur *Mithuelfe*
anweist. Gleichzeitig wurde die Zahl der besoldeten Lehrer vermehrt und
Vorkehrung getroffen, dass ausser ihnen auch andere *geeignete Lectoren*
Religion und die freien Kuenste *in beiden Sprachen* lehrten. Die Vermuthung
ist nicht abzuweisen, dass unter diesen *Lectoren* auch H. gewesen sei;
gewiss ist, dass die neue Schulordnung -constitutio scholae
Coronesis- die mit Zustimmung des Rathes 1543 veroeffentlicht wurde
und auf Grund welcher die neue Anstalt im folgenden Jahre mit 29 Schuelern
der obersten Classe ins Leben trat, von ihm herruehrt. Seine gesamte schriftstellerische
Arbeit, die ganze Thaetigkeit seiner Presse steht ein ganzes Jahrzehnt
lang zunaechst im Dienste des Unterrichts, der Erziehung. Als erstes Werk
erscheint von ihm in Kronstadt 1535 eine neue Auflage seiner lateinischen
Grammatik, der 1539 eine griechische folgt. Dieser schliesst sich in demselben
Jahr ein Buechlein mit den Spruechen des Publius Syrus, dem *Enchiridion
Sexti*, den Denkspruechen der griechischen Weisen an, ebenso die
Catonischen *Disticha moralia*, weiter ein *Lehrbuch
der Dialektik*, wesentlich nach Aristoteles, der Rhetorik nach Cicero und
Quinctilian. Hiezu kamen 1540 des griechischen Moenchs Rilus Vorschriften
zu einem christlichen Leben, -H. fand die Schrift in einer Bibliothek in
der Walachei und gab sie zuerst heraus- 1541 eine Auswahl aus des Erasmus
von Rotterdam griechischen und lateinischen Spruechwoertern (Epitome
adagiiiorum) mit Erlaeuterungen, dann Einzelnes aus Plato's Werken
und Aristoteles *Ueber die Welt* (...), endlich 1542 die so werthvolle
umgearbeitete Ausgabe der *Grundzuege der Weltbeschreibung* -Rudimenta
cosmographiae libri IV- in Hexametern mit 16, fuer jene Zeit ueberraschend
guten Karten, die H. mit eigener Hand in Holz geschnitten. Der Werth des
Buches erhellt wol am besten daraus, dass es bis zum Jahr 1611 in nicht
weniger als 22 Auflagen in Deutschland und in der Schweiz wieder gedruckt
worden ist; die Karten der Zuercher Ausgabe (die nur drei Buecher im Titel
zaehlt und das vierte unter der Ueberschrift: De variarum rerum nomenclaturis
enthaelt) von 1548 sind colorirt.
In dieser gesamten wissenschaftlichen Thaetigkeit Honterus', die seinen
Namen selbst an dem Hofe Johann Zapolyas in Ofen mit Ruhm umgab und ihn
mit den hervorragendsten Maennern des Landes, darunter mit dem Weissenbruger
Propst, dem spaeteren Graner Erzbischof Verantius, in Verbindung brachte,
tritt nirgends ein offener Angriff gegen das roemische Kirchenthum auf
und doch hat er zweifellos schon damals unmittelbar fuer die Reformation
gearbeitet. Das geht aus zwei sehr bedeutenden Schriften desselben aus
dem Jahre 1539 hervor. Die eine ist des Augustinus Verzeichnis der Ketzereien
(Catalogus haereseon), die andere eine Sammlung von
Stellen aus allen Werken des Augustinus (Sententiae ex omnibus
operibus divi Augustini), jene dem Fuenfkirchner Bischof Johann
Esseli, der 1538 in Kronstadt war, diese der jungen Koenigin Isabella gewidmet.
Ist schon die Wahl der Schriften Augustinus' bezeichnend, so noch mehr
der Inhalt der Vorreden in beiden, die fortwaehrend den *Glauben*, das
Wort *Gottes* betonen gegen so *vieler Haeupter ungeheurliche Klugheit
des Fleisches*, welche *aus Ehrsucht und Habsucht Andere ins Verderben
ziehen und die Heilslewhre des Herrn fuer eine Neuerung ausgeben, dafuer
an den erfundenen Satzungen der Menschen* festhalten, waehrend doch *Christus
nicht deshalb in die Welt gekommen ist und uns Alles verkuendigt, was er
gehoert hat vom Vater, dass nach ihm ein anderer Weiserer den Menschen
eine von ihm verschiedene Art des Lebens vorschreibe.* Auch liegen Andeutungen
vor, dass seine Entschiedenheit fuer *die Wahrheit des Evangeliums* 1540
ihn eine Zeit lang selbst von seinem Freunde, dem Kronstaedter Stadtpfarrer
Jeremias Jekel, getrennt hat. Doch findet nirgends geraeuschvoller Kampf,
heftiger Zusammenstoss statt; die Entwicklung vollzieht sich in der Stille;
schon 1541 gilt Kronstadt fuer eine so evangelische Stadt, dass Hermannstadt
hier ueber die Feier des Abendmals anfragt. Im Jahre 1542 wird endlich
das befreiende Wort offen gesprochen, indem H. den Entwurf einer Kirchenverbesserung
fuer Kronstadt und das ganze Burzenland veroeffentlicht (Formula
reformationis ecclesiae Coronensis ac Barcensis totius provinciae).
Das Buechlein fand die Frucht schon reif, die Umwandlung der Volksseele
bereits vollzogen; am Sonntag Rogate desselben Jahres trat der Kronstaedter
Stadtpfarrer in die Ehe; in der Woche Allerheiligen versammelte sich die
Gauvertretung des Burzenlandes, um ueber *die reine Predigt des Evangeliums
und die Kirchenverbesserung* zu berathen. Sie beschlossen die Durchfuehrung
derselben; schon in der vierten Adventwoche begannen die Herren vom Rathe
und Capitel zu diesem Behufe die Kirchenvisitation. Im folgenden Jahr (1543)
gab H. jenen Entwurf, wohl verbessert, als Reformatico ecclesdiae
Coronensis ac totius Barcensis provinciae neu heraus; Melanchthon
hielt das Werk fuer so bedeutend, dass er es in demselben Jahr mit einer
eigenen Vorrede in Wittenberg drucken lies; an dasselbe wies Luther in
seinem Schreiben vom 1. September 1543 den Hermannstaedter Stadtpfarrer
Matthias Ramser, und sah in H. den *Evangelisten des Herrn in Ungarn*.
Die Apologie, die derselbe gegen die vom Hof ausgehenden Angriffe auf das
begonnene Werk schrieb, das dort vom Schatzmeister, dem allgewaltigen *Moench*
Martinuzzi und dem Weissenburger Domcapitel natuerlich unguenstig angesehen
wurde, erleichterte den Kronstaedter Abgeordneten, die Vertheidigung desselben
vor der Koeniging Isabella. Am 22. April 1544 waehlte Kronstadt, nachdem
sein Stadtpfarrer freiwilllig in die Pfarre von Tartlau gegangen, H. zu
dessen Nachfolger. Inzwischen war die Reformation, der in dem langen Krieg
zwischen Ferdinand und Zapolya (1526 bis 1538), sowie in den neuen Wirren
nach dem Tode (1540) dieses keine uebermaechtige Staats- und Fuerstengewalt
hindernd in den Weg treten konnte, auch in den andern Theilen des Sachsenlandes
immer siegreicher geworden; am 17. Mai 1545 sprach die geistliche Synode
in Mediasch aus, dass sie alle Glieder einer Religion und eines Koerpers
seien und setzte das Verhaeltnis fest, nach welchem die einzelnen Capitel
-frueher theils unter dem Graner theils unter dem siebenbuergischen Bischof
-fortan als eine Gesammtheit zu den gemeinsamen Lasten beizutragen haetten.
Die saechsische Nationsuniversitaet -die gewaehlte Volksvertretung- hatte
die Reformation von Anfang her gefoerdert; sie veranlasste die abermalige
Umarbeitung der Kronstaedter Kirchenordnung, um Uneinigkeit und Spaltung
zu verhueten; Honterus gab sie 1547 in lateinischer Sprache: *Reformatio
ecclesiarum Saxonicarum in Transsilvania* und
zugleich deutsch: *Kirchenordnung aller Deutschen in Siebenbuergen* heraus;
die Universitaet erhob sie 1550 zum Reformationsgesetz der saechsischen
Nation, indem sie beschloss, dass alle saechsischen Kirchen nach diesem
verbessert werden und alle Pfarrherren darnach sich halten sollten. Neben
den zahlreichen gleichzeitigen Kirchenordnungen Deutschlands ganz eigenartig
dastehend ist jene Kirchenordnung ein Werk tiefsten sittlich-religioesen
Ernstes, hochbedeutsam auch durch die Umsicht und massvolle Besonnenheit,
die dort mitten in der grossen Bewegung jener Tage die Herrschaft behaelt,
mit dem offen ausgesprochenen Ziel, durch die Macht des gereinigten Glaubens
auch das buergerliche Leben zu reinigen, eine christliche Verbesserung
auch *der weltlichen Sachen* zu bewirken; sie hat den dauernden Rechtsgrund
zum Aufbau der deutschen evangelischen Kirche Siebenbuergens gelegt. Der
Forderung der neuen Kirchenordnung, die mit grosser Entschiedenheit den
Unterricht des Volkes betont, entpsrach es, dass H. 1545 Luther's kleinen
Katechismus herausgab, dem 1547 seine *Agende fuer die Seelsorger und Kirchendiener
in Siebenbuergen* folgte. Die *Disticha novi testamenti*
(1545, die den Inhalt der neutestamentarischen Buecher nach den einzelnen
Capiteln angeben und durch die Anfangsbuchstaben der Verse zugleich die
Zahl des betreffenden Capitels bezeichnen, haben die studirende Jugend
im Auge, ebenso die *Odae cum harmoniis, ex diversis poetis
in usum ludi literarii Coronensis decerptae* (1548). Dasselbe Ziel
verfolgt die Herausgabe von Hesiod's Werken und Tagen (1544), von sechs
Terenzischen Komoedien (1545).
Auch auf dem Feld der Rechtswissenschaft ist Honterus fuer sein Vaterland
erfolgreich thaetig gewesen. Schon 1539 gab er einen Auszug aus den Pandekten
heraus (*Senteniae ex libris pandectarum juris civilis decerptae*);
das Werk war dem Koenig Johann gewidmet, der im November 1538 Kronstadt
besucht hatte; Verantius ruehmt die Aufnahme, die es bei dem Koenig und
seinem Rath in Ofen gefunden; die saechsische Nationsuniversitaet sandte
ihm dafuer eine Ehrengabe von 100 Gulden. Fuenf Jahre spaeter trat an die
Seite desselben das fuer die saechsische Nation noch bedeutsamere: *Compendium
juris civilis in usum civitatum ac sedium Saxonicalium
collectum. Impressum in inclyta Transsilvaniae Corona. MDXLIII*,
mit dem offen ausgesprochenen Zweck, durch ein gemeinsames Gesetzbuch ein
neues festes Band der Einheit um die saechsischen Gaue zu schlingen, die
in den zwei letzten Menschenaltern allmaehlig zu einem politisch-nationalen
Koerper zusammengewachsen und nun durch die Reformation auch jender kirchlichen
Sonderung ledig geworden waren, die sie bis dahin in der Verschiedenheit
der Bisthuemer (des Graner und Weissenburger) getrennt hatte. Das Werk
zog sofort die Aufmerksamkeit der ganzen Nationsuniversitaet, die sich
eben mit der Abfassung eines geschriebenen Rechts beschaeftigte, so sehr
auf sich, dass sie den Urheber desselben aufforderte, es ins Deutsche zu
uebersetzen; gewiss ist, dass er darin die ersten Bausteine der Wissenschaft
-es enthaelt wesentlich roemisches Recht- zusammengetragen, auf deren Grund
gegen das Ende des Jahrhunderts (1583) das *Eigenlandrecht er Sachsen in
Siebenbuergen* (Statuta jurium municipalium Transsilvanorum)
zum Abschluss kam.
Es ist erklaerlich, dass eine so ueberreiche Taetigkeit, ein Leben das
ebensosehr in die Breite als in die Tiefe geht, sich schnell verzehrt.
Honterus starb am 23. Januar 1549. Neben seinen Werken und Thaten hat sein
Zeitgenosse, der schlichte Chronist Hieronymus Ostermeyer, Organist der
Kronstaedter Pfarrkirche, ihm das schoenste Denkmal gesetzt: *er hat die
Lehre des heiligen Evangelii und den rechten Gottesdienst allhier erst
angericht, die Schule reformirt zu Nutz der Jugend, die Druckerei aufgebracht
und um des heiligen Evangelii halben viel erlitten und ausgestanden ...
fromm, demuethig, lehrhaftig, ehrerbietig, Niemand verschmaehend* -so steht
er da in der Geschichte seiner Kirche und seines Volkes, diesem ein Apostel
der neuen Zeit, die sich ihm mit H. erschliesst und der er vorragend vor
allen seinen Volksgenossen jener Tage den Stempel seines Geistes aufgedrueckt
hat fuer viele Geschlechter.
Die erste Biographie in Czwittinger, Specimen Hungariae
litterariae, Francofurti & Lipsiae, 1715; dann mit vollstaendigerer
Angabe seiner Werke in Joh. Seivert's Nachrichten von Siebenbuergischen
Gelehrten, Pressburg 1785; mit einigen Zusaetzen wieder abgedruckt in Jos.
Trausch, Schriftstellerlexikon er Siebenbuergen Deutschen, II. Band, Kronstadt
1870. Auf Grundlage neuer Forschungen Dr. G.D. Teutsch: Ueber Honterus
und Kronstadt zu seiner Zeit, im Archiv des Vereins fuer siebenbuergische
Landeskunde, Band 13 der neuen Folge, wo sich auch eine eingehende Quellenangabe
findet. ----G.D. Teutsch.---
Aus *Deutsches Biographisches Archiv* (Fiches Nr. 20
-70)
Joecher, Christian Gottlieb: Allgemeines
Gelehrten-Lexicon, Band 2, 1750, Seiten 20,21:
Honter (Joh.), ein evangelischer Theologus,
von Cronstadt aus Siebenbuergen, studirte zu Cracau und Basel, fuehrte
in seinem Vaterlande die Reformation ein, und liess daselbst die augspurgische
Confession, nebst den Schriften Lutheri drucken, stifftete auch das noch
florirende Gymnasium academicum und Bibliothec, schaffte die Ohrenbeichte
ab, und hielt das Abendmahl unter beyderley Gestalt, schrieb Euchiridion
cosmographicum; rudimenta colinographiae libris 3 cum tabulis geographicis;
libros 2 de variarum rerum nomenclaturis, wie auch observationum grammaticarum
libros 2, und starb 1549. H.St.Cz.
Dunkel, Joh. Gottlob Wilh.: Historisch-kritische Nachrichten
von verstorbenen Gelehrten und deren Schriften. Band 2, Teil 1, 1755, Seiten
22-29.
Honterus, Johann. Der Fr. Kuenste und Weltweisheit
Magister, und Stadtpfarrer zu Kronstadt. Dieser unvergessliche Gelehrte
fuer Siebenbuergen, ward daselbst im Jahre 1498 geboren. Sein Vater, ein
Lederermeister, hiess Georg Grass; er aber fuehrte an statt dieses vaterlichen,
den Namen Honterus; wie man sagt: zum Andenken seiner Errettung aus einem
Flusse, darinn er verloren gewesen waere, wann er nicht noch eine Hollunderstaude
haette ergreifen koennen. Den Hollunder aber nennen unsere Sachsen: Hontert.
Die Erzaehlung bleibe bey ihrem Wehrte; so viel ist gewiss, dass die schaedliche
Gewohnheit fuer die Genealogien, seinen Namen in Griegische und Lateinische
zu verwandeln; oder ganz unbekannte anzunehmen, oder auich sich nach dem
Geburtsorte oder dem Handwerke zu nennen, unsern Vaetern ebenfalls nicht
ungewoehnlich war. -Doch, es sind noch mehrere Knoten in Honters' Geschichte
aufzuloesen! Zwittinger behauptet: er habe zuerst zu Krakau, dann zu Basel
studiert; Kelp aber +) laeugnet das erstere, und setzet dafuer Wittenberg.
Aus einem gewissen Gesichtspunkte haben beyde recht. Honterus ist auch
Luthers Zuhoerer in Wittenberg gewesen. Dieses erweisen uns die Verse des
Jonas Nikolai, in des Georg Helners E A E T E I O N- Wittenberg, 1580.
Dacicus Honterus tua, clara corona! corona, Cosmographus praestans,
Theologusque bonus.
Saxoniam veniens ad nobilis Albidos urbem, Discuoykys fidus - Luthere
! tuus.
Nur ist die Frage: wo er zuerst gelebt, zu Wittenberg, oder Krakau?
Ich daechte das erstere, und zwar wegen der Nachrichten, die uns Schesaeus
und Flechner, beyde Gelehrte des 16th Jahrhunderts, von unserm Honter mittheilen.
Jener schreibet: Honterus habe sich einige Zeit zu Krakau aufgehalten,
nachgehende aber sey er durch milde Unterstuetzung des Koenigs Siegmund,
nach Basel gereiset. -Der letztere: Honterus sey der Prinzessin Isabella,
nachmaligen Koeniginn von Ungarn, Lehrmeister gewesen; er selbst habe dessen
Elementa
Grammtices prima, zu Krakau gedruckt, die noch in einigen Schulen
gebraeuchlich, gesehen.- Nach Basel reitzte ihn besonders der grosse Ruff
des gelehrten Johann Reuchlins; von dannen kam er 1533, den 22sten Jaener,
+) auf erhaltenen Beruf, nach Kronstadt zurueck, brachte zugleich geschickte
Leute, und alle Beduerfnisse zur Errichtung einer Buchdruckerey mit sich.
Welcher Dienst fuer das Vaterland! auch dieser allein verdiente es, dass
sein Name der dankbaren Nachwelt unvergesslich sey. Nimmermehr wuerden
Kuenste und Wissenschaften sobald ueber Unwissenheit und Irrthum triumpfirt
haben!- Im folgenden Jahre wurde mit dem Drucke verschiedener Buecher der
Anfang gemacht. Die Augsburgische Konfession, und Luthers Schriften waren
die Erstlinge.
Was fuer Dienste Honterus vor seiner Stadtpfarrerswuerde zu Kronstadt
verwaltet, oder vielleicht gar keine oeffentlichen, ist mir bis jetzt noch
unbekannt. Dass er aber des beruehmten Leonhard Stockels, Schulrektors
zu Bartfeld, Nachfolger, und zugleich Superintendent der dasigen fuenf
Koeniglich freyen Staedte gewesen ware, +) lasst sich mit unsern Annalen
nicht vereinigen, ja es ist an sich unmoeglich. - So viel ist gewiss, dass
er von seinen Tagen den nuetzlichsten Gebrauch machte. Die Ausbreitung
der Augsburgischen Konfession war eine seiner Hauptbeschaeftigung, ob gleich
mit vielem Widerspruche, und grossen Gefahren nicht selten verbunden. Johann
Fuchs, Richter zu Kronstadt, Matthias Glatz, oder Calvinus, Pleban in dem
Marktflecken Reps, und der gelehrte Mag. Valentin Wagner, unterstuetzten
ihn dabey mit vielem Muhte, Klugheit und Eifer. Endlich sah sich Honterus
1542, so gluecklich, dass nicht nur Kronstadt, sondern ganz Burzelland
die Augsburgische Konfession oeffentlich annahm, und einfuehrte. In diesem
Jahre heirathete der Stadtpleban, Jeremias Jockel, ein redlicher Mann,
aber ohne die noethige Tuechtigkeit zu einem so wichtigen Amte. Er war
von Birthalmen, und ward als ein armer Schueler, aus Mangel geschickterer
Leute, Diakon, und darauf Stadtpfarrer. Er waehlte daher 1544, das Landleben,
und erhielt die Pfarre zu Tartlau. Unser Honterus ward durch allgemeinen
Beyfall den 21sten April +) zu dessen Nachfolger erklaert. So sehr sich
hiedurch seine Geschaefte haeufften; so blieb doch sein Eifer fuer Religion
und Wissenschaften immer gleich gespannt. Zu ihrem Dienste veranstaltete
er eine Papiermuehle, welche 1547, das erste Papier lieferte. +) Die schoene
Bibliothek zu Kronstadt, welche nicht nur wegen der Menge; sondern auch
wegen der Seltenheit ihrer gelehrten Schaetze aus der zerstoerten Ofner,
und andern Bibliotheken Griechenlandes, beruehmt war, erkennet ihn gleichfalls
fuer ihren Stifter. Allein, klaegliches Schicksal! 1698, den 21sten April
ward sie zum unersetzlichem Verluste, der Raub einer schrecklichen Feuersbrunst,
die Kronstadt verheerte.
Von allen Redlichen geliebt und beklagt, beschloss er seine schoene
Laufbahn den 23sten Jaen. 1549, nachdem er ueber Kopfschmerzen geklaget
hatte. Er hinterliess sieben Kinder. Seine drey Soehne waren: Calixtus,
der 1571, den 26sten Apr. als Pfarrer zu Petersberg starb, Marzellus ward
als Diakon seiner Vaterstadt, in eben dem Jahre, so wie der dritte Kornelius,
zu Tartlau, 1603, den 13ten August ein Opfer der Pestseuche. ++)
Seine Gebeine sollen in der Folgezeit aus ihrem Grabe genommen, und
an einen andern Ort beygesetzt worden seyn. Dieses sagt uns Zwittinger.
Vielleicht waren damals die Beinhaeuser noch gebraeuchlich, wo aber nicht;
so ist seine Nachricht eben so wahr, als wann er seine Leser ueberreden
will: das in Siebenbuergen die Graeber vorzueglicher Personen, an statt
der Grabsteine, mit kostbaren Teppichen bedeckt werden. In Kronstadt ist
der Gebrauch, dass der Sarg bey Leichenbegaengnissen mit einem Teppiche
bedeckt wird, nicht aber das Grab. Fuer diese Teppiche wird gezahlt, und
sie bezahlen sich reichlich, bis sie abgenuetzt werden. Zu Hermanstadt
war es nie gebraeuchlich. Hier werden die Saergedeckel vornehmer Personen
mit seidnem Zeuge ueberzogen, und mit kleinen breitkoepfigen, vormals auch
silbernen Naegeln beschlagen, und damit der Name und das Alter des Verstorbenen
bezeichnet. Kurzes Denkmaal unsres Gedaechtnisses! - Befinden sich halbvermoderte
Gebeine in den Graebern, so werden sie sorgfaeltig gesammelt, und nicht
an einen andern Ort, sondern in eben das naemliche Grab wieder beygelegt.
Die Schriften dieses verdienstvollen Gelehrten verdienen desto sorgfaeltiger
aufgezeichnet zu werden; je seltner sie vorkommen, und immer mehr und mehr
ein Opfer der Vergessenheit werden.
1) De Grammatica, Libri duo. Impressi Cracoviae, per Hieronymum Vietorem.
Anno partus Virginei M.D.XXXII. s. Eigentlich nur fuer die Pohlnische Jugend,
indem die beygefuegten Vokabeln nur eine Pohlnische Uibersetzung haben.
Mit welchem Beyfalle diese Sprachlehre aufgenommen worden, bezeugen die
oeftern Ausgaben derselben; Eben dasselbst: ex Officina Flloriani Ungleri,
Anno Dom. M.D.XXXV. Wieder in der Vietorischen Buchdruckerey: M.D.XXXVIII.
von dem Verfasser auf das Neue uebersehen, und mit denbesten Regeln und
Beyspielen vermehrt. - Per Mathiam Scharffenbergum, ebend. M.D.XXXIX. und
wieder, M.D.XLVIII. in 8. Der Kronstaedter Ausgaben, werde ich hernach
gedenken. Staravolszius in Hecatontade Script. Polon. S. 57, gedenket auch
seiner Observationum Grammaticarum, Libr. II. Wie weit diese Schriften
von einander unverschieden sind, ist mir noch unbekannt.
2) Rudimenta Cosmmographiae, Libri II, Basileae, apud Henr. Petri.
1534. in 4. chartis 5, una cum Dyonisii Afri versione. G... Biblioth. Bl.
426. Das erste Buch enthaelt die Anfangsgruende der Astronomie, das 2te,
der Geographie, nebst einem Verzeichnisse der alten und neuern Namen der
Oerter. Dieses Wekchen ist auch der Margarita Philosophica einverleibt,
und in Hexametern geschrieben.
3) Rudimenta Cosmographica, Libr. IV. distinctae cum annotationibus
Bernardi Formerii, ac tabulis geographicis aeri incisis, per Mich. Mercatorem.
Basileae, 1735. in 4. Diese Ausgabe ward zu Zuerch, 1565, in 8. zu Duisburg,
1595. in 4, und zu Antwerpen 1610, in 8. wieder aufgelegt.
4) Rudimenta Cosmographica. M.D.XLII. Coronae, vier halbe Bogen in
8. mit vierzehn vom Verfasser selbst gestochenen Landchaertchen.
5) Rudimentorum, Cosmographicorum Joan. Honteri, Coronensis, Libr.
III. cum tabellis geographicis elegantissimis. De variarum rerum Nomenclaturis,
Liber I. in s. ohne Meldung des Ortes.
Johann Seivert: Nachrichten von Siebenbuergischen Gelehrten.
1785, Seiten 30-55.
6) Enchiridion Cosmographicum, continens praecippppuorum orbis regionum
Delineationes, elegantissimis tabulis expressas. Tiguri, 1597. in 8. *)
*) So Zwittinger. Beym Gesner lese ich: Euchiridion totius Orbis terrarum
comprehensum, tabulis aliquot elegantissimis, in libello Chartis 2. impresso,
nuper in Corona, urbe Transylvaniae. et Rudimenta Cosmographica versibus
Hexam. - Dieses schreibet Gesner 1345. Diese Kronstaedtische Ausgabe, wohl
die erste, ist mir unbekannt. Einer Zuercher, von 1537, gedencket Benks
in s. Transylv;; von 1602, Georg Draudius, in Biblio. Class. S. 1136, gleichfalls
in 8. Cum nova instructione Spherae & Compendio universalis Chronici,
opera Matthai Quadi, cum notis & cabulis Bernardi Formeri, Coloniae
1600. in 8. Accessit: ejusdem Honteri Liber, de variarum rerum Nomenelaturis,
in Classeae distributus. Tiguri, 1597. in 8.
7) Tabulae II. in Aratum Solensem; cum ejusdem vertione, impressae Basilieae,
1535. - Gensers Bibl. Bl. 426. Bey dem Zwittinger muss also das Jahr 1553,
ein Druckfehler, oder das Merkmaal einer neuen Ausgabe seyn.
8) Compendium Grammatices latinae, Libr. II. Coronae, 1535, in 12.
wieder 1577, in 8. Nach dem Berichte des Kaspar von Pesth, eines Ungers,
der sich wegen der Ungrischen Kriegsunruhen zu Kronstadt aufhielt, hat
Honterus, auch eine Griechische Grammatik herausgegeben.
9) Rudimenta praeceptorum Dialectices, ex Aristotele & aliis collectae.
Coronae, 1539, in 9.
10) Compendium Rhetorices, ex Cicerone & Quinctiliano. Ebendas.
1539. in 8.
11) Sententiae ex libris Pandectarum Juris Civilis excerptae. Ebend.
1539, in 8. mit einer Zuschrift an den Koenig Johann den I. von Ungern.
12) Sententiae ex omnibus operibus divi Augustini decerptae. Ebend.
1539. in 8. mit einer Zueignungsschrift an die Koeniginn Isabelle.
13) Divi Aurelii Augustini, Hipponensis Episcopi, Haereseon Catalogus.
Ebend. in eben dem Jahre, 8.. *)
*) Das Auffallende bey diesem Werkchen ist wohl die Zueignungsschrift.
An wen dann? -- an den Bischof zu Fuenfkirchen, Johann Essecki, Koeniglichen
Raht.
14) Mimi Publlicani, Enchiridion Xisti Pithagorici, Dicta Sapientum
in Graecia. Ebendasselbst. 1539. in 8.
15) Hermogenes. Davon mir weiter nichts bekannt ist; gruendet sich
auch wohl auf einen Misverstand der Worte Kasparsvon Pesth, in der Vorrede
zu den Adagiis --Aristotelem, Her...genem, Ciceronemque & Quinctiillianum,
earum disciplinarum facile principes, sequatus, ea in quibus tota vis praeceptorum
(Dialecticorum & Rhetorum) consistere videbatur, ad usum omnium Studiorotum,
in utraque lingua legendum proposuit. --
16) Epitome Adagiorum graecorum & latinorum, juxta seriem Alphabeti.
Ex Chiliadibus E... Roterodami. Coronae, 1541. in 8. *)
*In der Vorrede des Kaspars von Pesth, werden alle bisher zu Kronstadt
gedruckte Honterische Schriften erzaehlet. Darunter auch folgende zwo sich
befinden:
17) Sententiae Catholicae Nili, Monachi Graeci. - Honterus ueberschickte
sie auch dem Michael Neander, nochmaligen Rektor zu Ilefeld, der sie mit
seiner Uibersetzung, unter der Aufschrift: Nili, Episcopi & Martyris,
Capita, seu Praeceptiones de Vita pie, christiane &, honeste exigenda,
graeco-latine --1559. zu Basel herausgab. Honterus hat diesen Schriftsteller
zuerst durch den Druck bekannt gemacht.
18) Geographia universalis, una cum imaginibus Constellationum. --Teutsch,
im aufgerichtetem Denkmaale -- schreibt hievon: *Diese fuehret zwar erwaehnter
Pesthiensis auch an, ich habe aber keine Nachricht davon einnehmen koennen;
es sey denn, dass er die Cosmographie darunter verstuende. -- Dass der
hochgelehrte Mann geographische Tabellen in Holz geschnitten, ist bekannt,
welche ziemlich gross gewesen, schon 1540. verfertigt worden, und zwar
mit einer kurzen Erklaerung, welche die Anfaenger gelernt.*
19) Formula Reformationis Ecclesiae Coronensis & Barcensis totius
Provinciae, Coronae, 1542. in 8. Das folgende Jahr, erschien eine neue
Auflage unter der Aufschrift: Reformatio Ecclesiae Coronentis, ac totius
Barcensis Provinciae. Zugleich gab sie Merlanchton mit seiner Vorrede zu
Wittenberg in 8. heraus. Wieder, und viel vermehrter liess sie Honterus,
1547, in seiner Buchdruckerey, in 8. mit dem Titel: Reformatio Ecclesiarum
in Transylvania, auflegen. Nach dieser Ausgabe erschien auch in eben dem
Jahre 1547, daselbst eine deutsche Uibersetzung: Kirchenordnung aller Deutschen
Sybenbuergen, gleichfalls in 8. - Vor Zeiten mussten alle Kronstaedtischen
Richter und Stadthanen (Quaestores) bey Uebernehmung ihres Amtes, auf dieses
Buch den Eid abegen.
20) Apologia Reformationis A.D.XLIII. conscriiipta, & in Comitiis
Isabellae Reginae oblata. Sehe ausfuehrlich, aber so viel ich weis, nie
gedruckt. *)
*) Isabelle, berief eine allgemeine Landesversammlung nach Weissenburg,
und es ward dem Kronstaedtischen Rahte und dem Honterus ihrem Reformator,
besonders anbefohlen, persoenlich zu erscheinen. Die Haupttriebfeder dazu
war der beruffene Georg Martinusius. Honterus war auch sogleich bereit,
die Wahrheit seiner Lehre persoenlich vor der Koeniginn und den Landesstaenden
zu vertheidigen. Allein, das Leben dieses Mannes war den Kronstaedtern
viel zu schaetzbar, als es so drohender Gefahr auszusetzen. Sie wollten
ihn nicht hinreisen lassen, und der mahtige Matthias Glatz (Calvinus) erboht
sich selbst, dessen Stelle zu vertreten; er that es auch mit den vollkommensten
Beyfalle seiner Mitbrueder. So reisten denn Johann Fuchs, Richter, nebst
zween Rahtsgeschwornen, der Dechant des Kapitels, Jeremias Jockel, Pfarrer
zu Kronstadt, Nikolaus Stephani, Pfarrer zu Rosenaue, Valentin, zu Helzdorf,
nebst Glatzen, auf den Landtag. Hier ueberreichten sie diese Apologie ihrer
Glaubenslehre der Koeniginn, und vertheidigten ihre Sache so gut, dass
sie den Beyfall verschiedener Personen vom ersten Range, erhielten, und
allen Fallstricken das Waradeiner Bischofs, gluecklich entgiengen. Unter
jenen waren insonderheit, Urban Bathyani, ein Liebling der Koeniginn, und
Michael Tschaki.
21) Philippi Melanchtonis, de Controversiis Stancari, Scripta. Coronae,
1543. in 8.
22) Compendium Juris Civilis, in usum Civitatum ac Sedium Saxonicarum
in Transylvania collectum. Ebend. 1544, in 4. Voran stehet Val. Wagneri,
ad prudentes ac circumspectos Dominos, Magistros Civium, Judices, Juratosque
Senatores Civitatum, ac Sedium Saonicarum, Coloniarum Germanici Imperii
in Transylvania, in Compendium Juris civilis Carmen. Das Werk selbst besteht
aus vier Theilen, und fand allgemeinen Beyfall, ward auch bey verschiedenen
Gerichtsstuehlen gebraucht, bis endlich Markus Frenius? sein Munizipalrecht
der Siebenbuergischen Sachsen bekannt machte.
23) Disticha Novi Testamenti, materiam & ordnem Capitulorum cjusque
Libri, per literas initiales indicantia. Ebend. 1545. in 8.
24) Agenda, fuer die Seelsorger, und Kirchendiener in Siebenbuergen,
Ebend. 1547. in 8. Darinnen wird gehandelt 1) von der oeffentlichen und
haeuslichen Taufe in Nohtfaellen.. 2) Vom Unterrichte und der Troestung
der Kranken. 3) Von der priesterlichen Verbindung verlobter Personen, und
4) von den Fest- und Feyertagen.
25) Odae cum Harmoniis ex diversis Poetis in usum Ludi litterarii Coronensis
deverptae. Eben daselbst 1548. *)
*) Unter andern Schriften hat Honterus auch Melanchtons Grammatik, und
den Xerenz zum Dienste der Schulen neu auflegen lassen. Wahrscheinlich
haben wir ihm auch folgendes zu danken: Approbatio Reformstiioni Ecclesiae
Coronensis, ac totius Barcaensis Previnciae, a Clariss. D. Martino Luthero,
Philippo Melanthone, & Joanne Pomerano. Viteberga Cibinien. Pastori,
fuae Ecclesiae reformationem petenti, transmissa, ex autographo, five originali
descripta. Coronae, in 8. ohne Meldung des Jahres. Es sind drey Antwortschreiben
von Luthern, Melanchton, und Bugenhagen an den Hermanstaedtischen Pleban,
Matthias Ramaschi, im Jahre 1543, ueberschickt.
Seivert, Johann: Nachrichten von Siebenbuergischen Gelehrten..
1785, Seite 35:
+) In Natal. Saxonum Transylv. Cap. I. Par. X.2.
+) Nach der Handschrift eines Eberianischen
Kalenders. Otard aber in seiner Reform. Predigt, schreibt 1533. um Margarethens
Feste. So auch Perispapai, im Rud. Rediv. doch wie gewoehnlich, aus Oltarden.
+) In der Leutschauer Chronik, die der beruehmte Wagner, in Analect.
Scepusii S. & Profani. T. II. bekannt gemacht hat, heisst es S. 15.
*Anno 1533, hat gelebt *Herr Leonardus Stoeckel, von Bartfeld, ein Schueler
Luthern, welcher die 5. freyen Staedte zur Augsburgiscen Confession gebracht..
Ihm ist gefolgt, Johannes Honterus, Transylvanus, der zugleich Superintendent
dieses Trakts gewesen.* Wie waere das moeglich? Stoeckel starb 1563, den
7ten des Brachmonds, und unser Honterus, 1549. Entweder wird also der Annalist
sagen: auf die Reformation des Stoeckels, sey die Honterische erfolgt,
naemlich in Siebenbuergen, oder Burzelland, welches Trakts er zugleich
Superintendent gewesen. Wlches er aber nie gewesen.) Oder aber ist hier
die Rede von einem Sohne des Honterus, deer gleichen Taufnamen gefuehrt
hat. Moeglich ist es, allein die Familiennachrichten, gedenken keines Johann,
unter seinen Soehnen. Vielleicht ist er dessen Sohn aus erster Ehe, von
der ich aber ebenso wenig weis.
+) Fuchs Chronicon Mser. Nach andern aber ward er Stadtpfarrer den
22sten April und starb den 22sten Jaenner.
+) Unsere Chroniken sagen: aus wollenem Tuche. Das Papier aber moechte
ich wohl sehen! vielleicht wird Baumwollene Leinwand gemeynet. Denn das
Papier in den Honterischen zu Kronstadt gedruckten Schriften, ist sehr
schoen.
++) Wann sich Honterus vermaehlt, ist mir noch ungewiss. Nach einer
alten Handschrift im Eberischen Kalender, geschah es, 1535. Ist dieses
richtig, so muss es seine zwote Ehe gewesen seyn. Nach seinen Familien
Nachrichten ward sein aeltester Sohn, Kalirtus, den 22sten ds Brachmonds
1533, gebohren. Ist dieses wahr; so muss Honterus noch ausserhalb seinem
Vaterlande geheurahtet haben.
Seivert, Johann: Nachrichten von Siebenbuergischen Gelehrten.
1785, Seite 36
Honterus Johann (1)
der freien Kuenste und Weltweisheit Magister und Stadtpfarrer zu Kronstadt.
Dieser fuer Siebenbuergen unvergessliche Gelehrte wurde im Jahre 1498 in
Kronstadt geboren. Dieser unvergessliche Gelehrte fuer Siebenbuergen, ward
daselbst im Jahre 1498 geboren. Sein Vater, ein Lederermeister, hiess Georg
Grass; er aber fuehrte an statt dieses vaterlichen, den Namen Honterus;
wie man sagt: zum Andenken seiner Errettung aus einem Flusse, darinn er
verloren gewesen waere, wann er nicht noch eine Hollunderstaude haette
ergreifen koennen. Den Hollunder aber nennen unsere Sachsen: Hontert. Die
Erzaehlung bleibe bey ihrem Wehrte; so viel ist gewiss, dass die schaedliche
Gewohnheit fuer die Genealogien, seinen Namen in Griegische und Lateinische
zu verwandeln; oder ganz unbekannte anzunehmen, oder auich sich nach dem
Geburtsorte oder dem Handwerke zu nennen, unsern Vaetern ebenfalls nicht
ungewoehnlich war. -Doch, es sind noch mehrere Knoten in Honters' Geschichte
aufzuloesen! Zwittinger behauptet: er habe zuerst zu Krakau, dann zu Basel
studiert; Kelp aber +) laeugnet das erstere, und setzet dafuer Wittenberg.
Aus einem gewissen Gesichtspunkte haben beyde recht. Honterus ist auch
Luthers Zuhoerer in Wittenberg gewesen. Dieses erweisen uns die Verse des
Jonas Nikolai, in des Georg Helners E A E T E I O N- Wittenberg, 1580.
Dacicus Honterus tua, clara corona! corona, Cosmographus praestans,
Theologusque bonus.
Saxoniam veniens ad nobilis Albidos urbem, Discuoykys fidus - Luthere
! tuus.
Nur ist die Frage: wo er zuerst gelebt, zu Wittenberg, oder Krakau?
Ich daechte das erstere, und zwar wegen der Nachrichten, die uns Schesaens
und Flechner, beyde Gelehrte des 16th Jahrhunderts, von unserm Honter mittheilen.
Jener schreibet: Honterus habe sich einige Zeit zu Krakau
(1) Ueber Honterus siehe noch: Sch... Elegia in obitum
8, illustrium virorum Honteri, Wagneri et Melembergeri, Claudiop. 1573.
- In obitum Rev. -Cornelii Honteri Past. Prasmar etc. Sohnes des oben Genannten.
Elegisches Gedicht in Handschrift.- Die Reformation im Sachsenland von
Dr. G.D. Teutsch. Dueck's Geschichte des Kronstaedter Gymnasiums. - Meine
Beitraege und Aktenstuecke zur Reform. Geschichte von Kronstadt u.a.m.
2) Oder Goss
3) In Natal. Saxonum Transylv. Cap. I, par. X 2.
aufgehalten, nachgehends aber sey er durch milde Unterstuetzung des Koenigs
Siegmund, nach Basel gereiset. -Der letztere: Honterus sey der Prinzessin
Isabella, nachmaligen Koeniginn von Ungarn, Lehrmeister gewesen; er selbst
habe dessen Elementa Grammtices prima, zu Krakau gedruckt,
die noch in einigen Schulen gebraeuchlich, gesehen.- Nach Basel reitzte
ihn besonders der grosse Ruff des gelehrten Johann Reuchlins (1); von dannen
kam er 1533, den 22sten Janer, +) auf erhaltenen Beruf, nach Kronstadt
zurueck, brachte zugleich geschickte Leute, und alle Beduerfnisse zur Errichtung
einer Buchdruckerey (2)
(1) Obwohl das Abgangsjahr des Hontorus in das Ausland
nicht mit Bestimmtheit angegeben werden kann, so ist es doch hoechst wahrscheinlich,
dass Honterus vor Reuchlins Ableben (+ in Stuttgart 30. Juni ...) sich
von Kronstadt nach Krakau und von da nach Basel begeben hat, da er zur
Zeit dessen Todes schon 24 Jahre alt war, und vor seiner Heimkehr auf Reisen
zu Land und zu Wasser und an den genannten Hochschulen viele Jahre zugebracht
hatte ( laut der eigenen Vorrede zu seiner Geographie unter Nr. 18 seiner
Denkschriften. Auf seine Seereisen deutet das Schiff, in dem von ihm und
seinen Nachkommen gefuehrten Siegel. Soviel ist sicher, dass er noch im
Jahre 1521 den 23. April unter dem Namen *Johannes Goss de Dacia* unter
die Wittenberger akademischen Studierenden (in deren Reihe vom ZJahre 1515
an bis 1520, auch andere Siebenbuerger unter dem Namen Daci und de Pacia
vorkommen) aufgenommen wurde. (Fuerstemann, All... Academiae Vitebergensis
Lipsiae 1811 (S. 103); und das er im Jahre 1532 wieder in Krakau anwesend,
seine Grammatik (unter Nr. 1) herausgab, darauf nach Basel abging und von
da im Jaenner des Jahres 1533 nach Kronstadt zurueckkehrend seine Buchdruckerei,
und als Gehilfen den Magister Theobaldus Griffius, Medicinae Doctorem et
artis typgraphiae Licentiatum dahin mitbrachte, der aber schon am 7. Dezember
1540 in Kronstadt verstarb. (A. Oltard in den Deutschen Fundgruben u. ...
S. 9 und 12. Vergleiche meine Beitraege zur Reform Geschichte von Kronstadt
S. 2 und 17). Bei seiner Rueckkehr fand Honterus seinen Vater nicht mehr
am Leben. Zur ansehnlichen vaeterlichen Erbschaft aber gehoerte ein Haus
in der sogenannten Schwarzgasse, wo er Predigten in Luthers Sinne hielt,
bevor er diess in der Stadtkirche zu thun Gelegenheit erhielt und seine
Buchdruckerei aufrichtete.
(2) Siehe meine Geschichte der Kronstaedter Buchdruckerei
(der aeltesten in Siebenbuergen) im Auszuge in dem Satelliten des Siebenb.
Wochend'alles vom 14. Nov. 1811, S. 366-367 und Kurz Magazin fuer Geschichte
Siebenbuergens II. 340-356. - Honterus Buchdruckerlettern und Papier sind
denjenigen des Buchdruckers Johann Froben in Basel (s. Brockhaus Convers.-Lexicon
Leipzig 1830 II 440) vollkommen gleich, wie sich bei Vergleichung unter
anderem des von Groben 1540 zu Basel in 8-vo. gedruckten Erasmischen Moriae
Enconium mit den Honterusschen Druckschriften ergibt. Die Correktheit hat
Honterus mit Froben gemein, weniger aber Val. Wagner, dessen Druckschriften
mit den groesseren .ellern des eswaehnten Frobenischen Buchs uebereinkommen.
mit sich. Welcher Dienst fuer das Vaterland! auch dieser allein verdiente
es, dass sein Name der dankbaren Nachwelt unvergesslich sey. Nimmermehr
wuerden Kuenste und Wissenschaften sobald ueber Unwissenheit und Irrthum
triumpfirt haben!- Im folgenden Jahre wurde mit dem Drucke verschiedener
Buecher der Anfang gemacht. Die Augsburgische Konfession, und Luthers Schriften
waren die Erstlinge.
Was fuer Dienste Honterus vor seiner Stadtpfarrerswuerde zu Kronstadt
verwaltet, oder vielleicht gar keine oeffentlichen, ist mir bis jetzt noch
unbekannt (1). Dass er aber des beruehmten Leonhard Stockels, Schulrektors
zu Bartfeld, Nachfolger (2), und zugleich Superintendent der dasigen fuenf
Koeniglich freyen Staedte gewesen ware, +) lasst sich mit unsern Annalen
nicht vereinigen, ja es ist an sich unmoeglich. - So viel ist gewiss, dass
er von seinen Tagen den nuetzlichsten Gebrauch machte. Die Ausbreitung
der Augsburgischen Konfession war eine seiner Hauptbeschaeftigung, ob gleich
mit vielem Widerspruche, und grossen Gefahren nicht selten verbunden. Johann
Fuchs, Richter zu Kronstadt, Matthias Glatz, oder Calvinus, Pleban in dem
Marktflecken Reps, und der gelehrte Mag. Valentin Wagner, unterstuetzten
ihn dabey mit vielem Muhte, Klugheit und Eifer. Endlich sah sich Honterus
1542, so gluecklich, dass nicht nur Kronstadt, sondern ganz Burzelland
die Augsburgische Konfession oeffentlich annahm, und einfuehrte. In diesem
Jahre heirathete der Stadtpleban, Jeremias Jockel, ein redlicher Mann
(1) Honterus hat vor seiner Erwaehlung zum Stadtpfarrer
(22. April 1544) kein offentliches Amt in Kronstadt bekleidet, sondern
sich mit Unterricht, den er anfangs im eigenen Hause, und dann in der auf
seinem Betrieb von der Stadtobrigkeit errichteten oeffentlichen Schule
bis zum J. 1511 ueber griechische und lateinische Grammatik und darauf
ueber Theologie, Philosophie, Geographie und Poesie ertheilte besonders
mit seiner Druckerei eschaeftigt. Siehe meine Beitraege u.a. a. O. 2,7.17.
Ueber seine Verdienste um das Schulwesen insbesondere siehe Siebenb. Prov.-Bl.
I. 161 u. Dueck's Gesch. des Kronst. Gymn. S. 17.
(2) die irrige Stelle der Leutschauer Chronik -der einzigen
Quelle dieser Nachricht in Wagners Analect, S... II.15. *Ihm* (nemlich
Leonh. Stoeckel) *ist gefolgt Johannes Honterus Transylvanus der zugleich
Superintendent dieses Trakts gewesen*- wird genuegsam widerlegt durch den
Bericht des Mag. Steph. ..lander, den Verfasser der Leutschauer Chronik
in der Matricula 24. Regalium S. 208, welcher unter die ersten Reformatoren
1. den Leonhard Stoeckel, *der in Bartfeld Rektor gewesen; 2. Johann Honter,
den er daselbst einen Siebenbuerger aus Kronstadt nennt, der Predigen daselbst
und des dortigen Trakts Superintendent gewesen; und 3. den Matthias Devon
zaehlt.* Siehe Kleins Nachrichten von evang. Predigern in Ungarn II. 56-57.
aber ohne die noethige Tuechtigkeit zu einem so wichtigen Amte. Er war
von Birthalmen, und ward als ein armer Schueler, aus Mangel geschickterer
Leute, Diakon, und darauf Stadtpfarrer. Er waehlte daher 1544, das Landleben,
und erhielt die Pfarre zu Tartlau. Unser Honterus ward durch allgemeinen
Beyfall den 21sten April (1) zu dessen Nachfolger erklaert. So sehr sich
hiedurch seine Geschaefte haeufften; so blieb doch sein Eifer fuer Religion
und Wissenschaften immer gleich gespannt. Zu ihrem Dienste veranstaltete
er eine Papiermuehle 2), welche 1547, das erste Papier lieferte. +) Die
schoene Bibliothek zu Kronstadt (3), welche nicht nur wegen der Menge;
sondern auch wegen der Seltenheit ihrer gelehrten Schaetze aus der zerstoerten
Ofner, und andern Bibliotheken Griechenlandes, beruehmt war, erkennet ihn
gleichfalls fuer ihren Stifter. Allein, klaegliches Schicksal! 1698, den
21sten April ward sie zum unersetzlichem Verluste, der Raub einer schrecklichen
Feuersbrunst, die Kronstadt verheerte.
Von allen Redlichen geliebt und beklagt, beschloss er seine schoene
Laufbahn den 23sten Jaen. 1549, nachdem er ueber Kopfschmerzen geklaget
hatte. Er hinterliess sieben Kinder. Seine drey Soehne waren: Kalirius,
der 1571, den 26sten Apr. als Pfarrer zu Petersberg starb, Marzellus ward
als Diakon seiner Vaterstadt, in eben dem Jahre, so wie der dritte Kornelius,
zu Tartlau, 1603, den 13ten August ein Opfer der Pestseuche. (4)
Seine Gebeine sollen in der Folgezeit aus ihrem Grabe genommen, und
an einen andern Ort beygesetzt worden sein (5).
(1) Richtiger 22. April 1544. Ostermeyer in den deutschen
Fundgruben I. 29. Chron. Fuchs. I. 542 u.a.m.
(2) Kurz Magazin I. 146 II. 351. Denkblatt I. 103.
(3) Denkblatt I. 103.
(4) ueber die im Jahre 1824 ausgestorbene maennliche
Nachkommenschaft des Resermalers Honterus s.m. Beitraege zur Kronst. Reformationsgeschichte
S. 6. Seine Gattin Anna, Tochter des Johann Meutze (aus einer standerischen
Familie), welche er, vor seiner Rueckkehr nach Kronstadt, im Ausland geheiratet
hatte, starb nach 35-jaehrigen Wittwenstand in Kronstadt im Jahre 1584.
(5) In Kronstadt bestand der Gebrauch, die Leichen der
Stadtpfarrei in das Grab vor dem Altar der grossen Stadtkirche zu versenken..
Da wurden bei dem Tode des Nachfolgers die Ueberreste des Vorgaengers herausgenommen
und in ein anderes Grab in die ... des Stadtrichtergraebers gelegt. So
geschah es zuletzt bei der Beerdigung des Stadtpfarreres Georg Vreidl.
- Die vermoderten Gebeine des Reformators Honterus wurden bei Gelegenheit,
als das Richtersgrab, in welches der im Jahr 1691 verstorbene Stadtpfarrer
Johann Honterus ... also versetzt worden war, geoffnet wurde, neben dem
schon groessentheils in Verwesung uebergegangenen Sarge des Letzteren in
einem kleinen Behaeltnis gefunden, und dieses zu dem im Juni 1763 dahin
eingesenkten Sarge des am 24. Juni dess. J. verstorbenen Kronstaedter Stadthannen
Georg v. Herrmann hinzugelegt.
Dies sagt uns Czwittinger (1). Vielleicht waren damals die Beinhaeuser
noch gebraeuchlich (2), wo aber nicht; so ist seine Nachricht eben so wahr,
als wann er seine Leser ueberreden will: das in Siebenbuergen die Graeber
vorzueglicher Personen, an statt der Grabsteine, mit kostbaren Teppichen
bedeckt werden. In Kronstadt ist der Gebrauch, dass der Sarg bey Leichenbegaengnissen
mit einem Teppiche bedeckt wird, nicht aber das Grab. Fuer diese Teppiche
wird gezahlt, und sie bezahlen sich reichlich, bis sie abgenuetzt werden
(3). Zu Hermanstadt war es nie gebraeuchlich. Hier werden die Saergedeckel
vornehmer Personen mit seidnem Zeuge ueberzogen, und mit kleinen breitkoepfigen,
vormals auch silbernen Naegeln beschlagen, und damit der Name und das Alter
des Verstorbenen bezeichnet. Kurzes Denkmaal unsres Gedaechtnisses! - Befinden
sich halbvermoderte Gebeine in den Graebern, so werden sie sorgfaeltig
gesammelt, und nicht an einen andern Ort, sondern in eben das naemliche
Grab wieder beigelegt.
Tr.: Zum Zeichen nicht erloschener dankbarer Erinnerung haben die Nachkommen
der Kronstaedter Reformationszeitgenossen, ausser der Abhaltung der Saecularfeier
der Gruendung des Gymnasiums (4):
1. An dem Hause, in welchem Honterus geboren worden, eine Gedaechtnistafel
mit der Inschrift: *An dieser Staette wure Johannes Honterus im Jahre 1498
geboren*, -- im Jahre 1857 aufgerichtet.
2. Einen Verein gestiftet (1858) zur Bildung eines Fondes zu einem
Stipendium, womit immer ein an Geist, Herz und Willen ausgezeichneter Juengling
der am Kronstaedter evang. (Honterus)-Gymnasium seine Studien vollendet
und sich auf einer Hochschule des deutschen Mutterlandes zum Dienste an
der Kirche und Schule, die Honterus gruendete, vorbereiten will, unterstuetzt
werden soll: -- und
(1) Aus Froehlichs Medulla Geographiae pract. 1639, S. 373.
(2) In Kronstadt wurden die an der Kirche angebauten
hoelzernen Beinhaeuser, so lange die Tohten in und um die Kirche herum
begraben werden durften (1781) und zum Theil noch bis zum J. 1806 ihrer
Bestimmung gemaess verwendet, dann zum Besten des Kirchenfonds an Obstverkaeuferinnen
vermiethet, im J. 1859 aber voellig abgeschafft.
(3) Mit Teppichen waren vor Alters die vornehmsten Leichensteine
in der grossen Kronstaetter ... bedeckt, welche bei Beerdigungsfeierlichkeiten
die Stelle des jetzt noch bei letzterem auf die Saerge zu legen ueblichen
Sammts, der den Stadt... ueberlassen ...wird, vertraten.
(4) Siehe deren Beschreibung bei Dueck a.a.O. S. 58,84
und 99 und im Siebenb. Wochenbl. vom J. 1845, Nr. 62 u. 63.
3. Ein Fest gestiftet, welches im Sommer am Schlusse jedes Schuljahres
die maennliche und weibliche Jugend aller evangelischen hoeheren und unteren
Schulen in der freien Natur ohnweit der Stadt in Begleitung ihrer Lehrer
begeht, wobei ausgezeichnete Schueler und Schuelerinen zur Aufmunterung
des Fleisses und der guten Sitten mit Praemien, von der Pietaet jugendfreundlicher
Wohlthaeter gespendet, betheilt werden.
Das Bildnis des Honterus, nach einem alten Holzschnitte lithograppphirt
in der artistischen Anstalt von L. Foerster in Wien 1845 mit der Ueberschrift:
*Vigilate et orate Johannes Hont.* (frueher auch von Neuhauser in Hermannstadt
lithographirt) bildet das Titelkupfer zu Duecks Geschichte des Kronst.
Gymnasiums.
Seiv. - Die Schriften dieses verdienstvollen Gelehrten verdienen
desto sorgfaeltiger aufgezeichnet zu werden, je seltener sie vorkommen
und immer mehr und mehr ein Opfer der Vergangenheit werden.
1. De Grammatica, Libri duo. Impressi Cracoviae, per Hieronymum Vietorem.
Anno partus Virginei M.D.XXXII. 8-vo. Eigentlich nur fuer die Pohlnische
Jugend, indem die beigefuegten Vokabeln nur eine polnische Uebersetzung
haben. Mit welchem Beifalle diese Sprachlehre aufgenommen worden, bezeugen
die oefteren Ausgaben derselben; Ebendaselbst: ex Officina Flloriani Ungleri,
Anno Dom. M.D.XXXV. Wieder in der Vietorischen Buchdruckerey: M.D.XXXVIII.
von dem Verfasser auf das Neue uebersehen, und mit den besten Regeln und
Beispielen vermehrt. - Per Mathiam Scharffenbergum, ebend. M.D.XXXIX. und
wieder, M.D.XLVIII. in 8-vo. Der Kronstaedter Ausgaben werde ich hernach
gedenken.
Tr... - Die Ausgabe vom Jahre 1549 hat folgenden Titel: Joannis Honteri
Coronensis de Grammatica Libri duo. Quorum prior est do octo partibus Orationis,
posterior de Sintaxi, figuris et oratione carminum. Nune demum diligenter
ab autore recogniti, et supra omness, quae hactenus in publicum prodierunt,
editiones optimis regulis et exemplis locupletati. Adjecta est voculabis
expositio polonica. Cracoriae Hieronimus Scharffenbergus 1549*. Kl. 8-vo.
88 S. Von S. 87-88 befinden sich Leges scholasticae jambicis trimetris
conscriptae. Am Ende des Buches steht: Cracoviae impressum in Officina
Hieronimy Scharffenbergi die 29. mensis Augusti Anno a Christo nato 1549.
Simon Stravolski in *Scriptorum Polonicorum Ecatontas Venetiis 1617,
S. 57 und 98, -sowie Felix Benkowski in seiner Geschichte der polnischen
Literatur Hystoria literatury polskies. Warszowa 1814 I. 203 erwaehnten
Honterus, und Ersterer auch seiner Observationum grammaticarum Libr. II.
Dagegen Czvittinger in Hungaria literata S. 182. Observat grammat. Libr.
XXX.
2. Rudimenta Cosmographica Libri II. Basileae apud Henricum Petri 153
in 4-to. Chartis 5 una cum Diiionisii Afri versione (1). Gesner Biblioth.
Bl. 426. Dieses Werkchen ist auch der Margarita philosophica einverleibt
und in Hexametern geschrieben. (Siehe auch weiter unten Nr. 18).
3. Rudimenta Cosmographica Libris IV, distincta cum annotationibus
Bernardi Fromorii ac Tabulis geographicis aeri incisis per Mich. Mercatorem.
Basiliae 1535 in 4-to. Diese Ausgabe war zu Zuerch 1565 in 8-vo. 64 S.
zu Duisburg 1595 in 4-to, zu Antwerpen 1610 in 8-vo, wieder aufgelegt.
Darueber urtheilte Johann Pomeranus (2): *In hoc parvo oopusculo comprehensus
est totus Plinius et totus Aristoteles.
4. Rudimenta cosmographica cum vocabolus verum. MDXLI Coronae. Kl.
8-vo. 84 S. und wieder Rudimenta cosmographica MDXLII. ... 8-vo; 56 S.
und dazu die Landkaertchen 28 S. Darauf folgt S. 29. Impressum in Inclyta
Transylvaniae Corona, und darauf das Kronstaedter Stadtwappen: die Krone
mit der Wurzel (3).
(1) Ueber Dionysii Aphri Buch: De totius orbis situ. Basiliae
1534. 4-to. Siehe Joechers Gelehrten-Lexikon II. 139. Funkes Real-Lexikon
II. 177 und Catal. Biblioth. Sam. C. Teleki III. 418.
(2) D. i. Johann Bugenhagen, von seinem Vaterlande Pomeranus
genannt. Siehe Joecher I. 1470.
(3) Siehe Siebenberuger Provinzblaetter I. 193 u. - Ueber
die von Honterus selbst verfertigten Holzschnite zu den Landkaertchen s.
ebendas. S. 165 besonders aber Froehlichs Prognosticon astrologo-physicum
vom Jahre 1634 bei Weszpremi Biogr. Medicorum Hung. Cent. II. P. II. pag.
310 (810?). Abenderselbe Weszpremi Cent. II P. I. pag. 169 erzaehlt weiter,
dass Honterus nach seiner Heimkehr in der Vaterstadt sich den Namen *Varro
et Evangelista Dacicus* erworben habe. - Luther selbst nannte ihn: *Evangelista
Hongariae*, siehe Dueck a.a.O. Zugaben S. 30.
Eine neue Ausgabe ist 1564 in Zuerch erschienen. Ebendaselbst auch unter
dem Titel: *Rudimenta cosmographica rhytmice* im Jahre 1564.
5. Rudimentorum cosmographicorum Joan. Honteri Coronensis Libri III.
cum Tabellis geographicis elegantissimis. - De variarum rerum Nomenclaturis
Liber I. in 8-vo. Ohne Meldung des Ortes. 1590. 84 S.
Graf Josef Kemeny sagt in Kurz Magazin fuer Geschichte u. Siebenbuergens
I. 391-392. *Diese cosmographica machte zu seiner Zeit in der literarischen
Welt eine foermliche Epoche. Denn Gilbertus Cognatus sagt in seiner Descriptia
Burgundiae p. 9 folgendes: Honterus *Cosmographocorum Rudimentorum auctor
dignus, quem dies allquo noctos studiiosorum manus atterat*, - und David
Chytracus in seiner Chronologia pag. 13: *Itaque nullus sit studiiosus,
qui ... Honteri Tabellas non habeat et quotidio inspiciat.* Es ist daher
nicht zu wundern, wenn von der ersten Erscheinungszeit dieser Cosmographie
bis zum Jahre 1600 sich wenigstens 20 verschiedenartige Auflagen derselben
aufzaehlen lassen, - die allerletzte scheint mir die vom Jahr 1600 zu sein
(1), welche zu Koeln erschien (siehe Catalogus Bibliothecae Ebnerianae
Vol. II. Norimb. 1713 S. 186, Nr. 3039). Be,erlemswerth ist ferner der
Umstand, dass Honter nicht nur unser erster Buchdrucker, sondern auch unser
erster Holzstecher war. Wenn man das seiner Cosmographi beigefuegte Bildnis
Circuli Sphaeraecum V. Zonis in einem entgegengehaltenen Spiegel zurueckscheinen
laesst, und es im Spiegel selbst betrachtet, so wird man gar bald am untern
Rande des Bildes die Jahreszahl 1530 (2) entdecken; ein Zeichen, dass Honter
dieses Bild schon 11530 schnitzte, und dass vielleicht schon 1530 (wahrscheinlich
zu Krakau) seine Cosmographie zum erstenmal im Druck erschienen sei.
(1) Neuer ist die in der Kronstaedter Gymn. Bibliothek
befindliche Zuercher Ausgabe vom J. 1602, sowie diejenige in der Hanauer
Ausgabe des Albert Molnarischen Lexikons vom J. 1611, S. 313-334.
(2) Diese verkehrte Jahreszahl fehlt in der Kronstaedter
Ausgabe vom J. 1542. Dagegen finde ich dieselbe allerdings in meiner Zuercher
Ausgaber vom J. 1558 am untern Rande des beigefuegten ersten Holzschnittes.
Sonderbar ist indessen auch der Umstand, dass John. Heinr. Alstedius
(1) in seinem Thesaurus Chronologiae Herbornae 1628, S. 274 gerade auf
dasselbe Jahr folgendes angibt: 1530 Coronensis schola in Transylvania
inclaruit (hier ist noch von keiner Begruendung, sondern nur von einer
Verherrlichung die Rede) per Johannem Honterum Theologum et Mathematicum.
Eine aeltere Ausgabe unter dem Titel: J. Honteri de Cosmographiae rudimentis
onmium fore rerum nomenclatura Libri IV. Basiliae 1561 9-vo, befindet sich
in der Bibliothek des Hermannstaedter evang. Gymnasiums, nicht minder ebenda
auch die obenangefuehrten Ausgaben vom J. MDXC. 60 S. und 13 Blaetter Charten
von Holzschnitten, auf deren zweitem unten gedruckt steht: Tiguri MDXLVI.
(unfehlbar das Jahr der ersten Ausgabe). Bei dem Druckjahre dieser AUsgabe
vom J. 1590 sind von unbekannter Hand die Jahre anderer Ausgaben, nemlich:
*1546-1558(2) -1561-1581 und 1585 cum Proclo, Arato et Dion. Afro (3) angemerkt.
Eine Ausgabe vom J. 1578 8-vo. erwaehnt der Catal. Biblioth. Sam. C. Teleki
II. 332 ohne Angabe des Druckortes. - Endlich sind mir noch vorgekommen:
Eine Ausgabe Basilieao 1562 8-vo cum figuris et mappis geographicis; und
andere Tiguri 1570 8-vo, dann eine ohne Druckort v. J. 1573 8-vo. und desgleichen
v. J. 1583 8-vo. (4).
Die Jahreszahl 1520, welche die in Prav's Index Libb. Bibl. Bud. I.
517, ohne das 4. Buch de variarum rerum nomenclaturis, angezeigte Ausgabe
haben soll, ist offenbar unrichtig.
(1) Siebenb. Quartalschrift V. 219.
(2) In dieser Ausgabe *Tiguri apud Froschorarum(?) 8-vo.
60 S. und die Landkarten auf 14 Blaettern*, - steht ebenfalls auf der 4.
und 5. Seite der Landkarten: *Tiguri MDXLVI.*
(3) Siehe unten Nr. 18.
(4) Cornides Biblioth. hung. p. 251 - und Catalog. Bibl.
Szecheny I(?) p. 499.
Das letzte Buch de variarum rerum nomenclaturis ist auch den aelteren
Ausgaben des Basilis Faber'schen Thesaurus, sowie Albert Molnar's Lexikon
latino-graeco-hungaricum Seite 313 -326 (letzterem wieder in der Hanauer
Ausgabe vom J. 1611 S. 313-334) beigefuegt.
6. Enchiridion Cosmographicum, continoous praecipuarum orbis tegionum
Delineationes, elegantissimis tabulis expressas, Tiguri 1697 in 8-vo.
So Czwittinger: Bei Gesner lese ich: Enchiridion tutius Orbis terrarum
comprehensum, tabulis aliquot elegantissimis, in llibello Chartis 2. impresso,
nupor in Corona, urbo Transylvaniae. Et Rudimenta Cosmographica verisbus
Hexam. -- Dieses schreibt Gesner 1545. Diese Kronstaedtische Ausgabe,,,
wohl die erste, ist mir unbekannt. Einer Zuercher von 1537, gedenket Benkoe
in seiner Transylv. von 1602. Georg Draudius in Biblioth. class. S. 1136(1)
gleichfalls in 8-vo. - Cum nova instructiono Sphaerae et compondio universalis
Chronici, opera Matthei Quadi cum notis et Tabulis Bernardi Formeri, Coloniae
1600 8-vo. Accessit ejusdem Honteri Liber de variarum rerum nomenclaturis
in Classes distributus. Tiguri 1597 8-vo.
7. Tabulae II. in Aratum Solensem (2) cum ejusdem versioone, impressao
Basiliae 1565. -- Gener's Bibl. Bl. 426 - Bei Czwittinger muss also das
Jahr 1553 ein Druckfehler oder das Merkmal einer neuen Ausgabe sein..
8. Compendium Grammaticos latinae Libri II. Coronae 1535, 12-mo, 12
Boegen 2. A. Ebendaselbst 1567, 8-vo 94 S. -- 3. A. Ebend. 1577 8-vo. 94
S.
9. und 10. Rudimenta praeceptorum Dialectices ex Aristotele et aliis
collecta (19 S.) - und: Compendium Rhetorices ex Cicerone et Quintiliano
(38 S.) Coronae 1539. 8-vo. zus. 58 S.
(1) Sie fuehrt den Titel: *Enchiridion Cosmographiae,
continous praecicipuarum orbis Regionum delineationes elegantissimis Tabulis
expressas, solidisque declarationibus illustratas Carmine heroico Libris
III. Auctore Johanne Hontero Coronense. Accessit ejusdem Liber de variarum
rerum nomenclaturis in Classes tributus. Christus pacificator noster. Esa
II. Tiguri apud Joh. Wolpphium. Anno MDCII 8-vo. 54 S. mit den Landkaertchen
auf 14 Blaettern... (In der Kronstaedter Gymmn. Bibliiothek).
(2) Joecher I. 496. Catal Bibl. Sam. C. Teleki I. 32.
11. Senteniae ex Libris Pandectarum juris civillia decerpine. Coronae
1539. 8-vo. 101 S. mit einer Zuschrift an den Koenig Johann I. von Ungarn.
In Bezug auf dieses Werk schriebt der Siebenbuergische Probst und nachmalige
Graner Erzbischof Anton Verantius im Maerz 1510 aus Weissenburg an unsern
Honterus (Katona Hist. crit. Regum Hung. XX. 1336) - *binas litteras .....,
Buda ad *to datas - quarum ultimis scripseram, quam et Regi et toti consilio
grata probataque extiterit tua in jure civili epitome; aderam quidem, quum
et allari, et distributi fuere libelli*. Mit Unrecht beizhet Katona a.a.O.
S. 873 diese auf Honters Compendium Juris civilis etc., welches erst vier
Jahre spaeter im Druck erschien - s. Seivert S. 180.
So ruehmlich fuer Honterus die Worte sind, welche nach dessen Tode
im Jahr 1549 ebenderselbe Verantius an Bal. Wagner in Kronstadt schreibt,
wo er Honterus *optimum et praeclarum virum omniumque homi... lacrimis
deplorandum folicissimae memoriae Joannem Hontherum - und virum inamicitia
singularem et officiorum plenum, summaque diligentia votis mois satisfacientem*
nennt ebenso ehrend sind dieselben fuer Verantius selbst, wenn man erwaegt,
wie Verantius aus Liebe fuer die Wissenschaften, ueber persoenliche Ruecksichten
gegen die Reformatoren Honterus und Wagner, diesen Gelehrten seine Achtung
zu zollen kein Bedenken trug!
12. Senteniae ex omnibus operibus divi Augustini decerptae Coronae 1539
8-vo. 103 S. mit einer Zueigungsschrift an die Koeniging Isabella.
13. Civi Aurelii Augustini Hippononsis Episcopi (1) Hierescon Catalogus.
Coronae 1539, 8-vo. 61 S.
Das Auffallendste bei diesem Werkchen ist wohl die Zueignungsschrift.
An wen denn? ... an den Bischof zu Fuenfkirchen Johann Essecki, koen. Rath.
14. Mimi Publiani Enchiridion Christi Pythagorici (2). Dicta Sapientum
ex Graecis. Coronae 1539 8-vo. (und zwar Mimi Publiani juxta literarum
ordinem 11 S. am Ende steht: Publii Mimographi finis.* Darauf folgt: Enchiridion
Christi Phytagorici Rufino interprete 26 S. und Dicta Sapientum ex Graecis
(i.e. Periandri, Biantis, Cleobuli, Chilonis, Solonis et Thaletis) 5 S.
15. Hermogenes (1). Davon mir weiter nichts bekannt ist; gruendet sich
auch wohl auf einen Missverstand der Worte Kaspars von Pest, in den Adagiis
- Aristotelem, Hermogenem, Ciceronemque et Quinctilianum, earum disciplinarum
facile principes, sequutus, ea in quibus tota vis praeceptorum (Dialecticorum
et Rhetorum) consistere videbatur, ad usum omnium Studiosorum, in utraque
lingua legendum proposuit.
16. Epitome Adagiorum graecorum et latinorum juxta seriem Alphabeti
Ex Chiliadibu Erasmi Roterodami. Coronae 1541. 8-vo. 112 S (2).
In der Vorrede Kaspars von Pest werden alle bisher in Kronstadt gedruckten
Honterus'schen Schriften erzaehlt, darunter auch folgende zwei sich befinden:
17. Sentiniae cathol. Nili (3) Monachi graeci. Coronae 1540 8-vo. 35
S. Honterus ueberschickte sie auch dem Michael Reander (4) nachmaliger
Rektor zu Ilefeld, der sie mit seiner Uebersetzung, unter der Aufschrift:
NiliEpiscopi et Martyris, Capita, seu Praeceptiones de Vita pie, christiane
et honeste exigenda, graeco-latine --1559 in Fol. zu Basel herausgab. Honterus
hat diesen Schriftsteller zuerst durch den Druck bekannt gemacht. Der Titel
des Buch lautet:
(Es ist mir leider nicht moeglich diesen Absatz wiederzugeben, da die
Buchstaben *griechisch* zu sein scheinen - B.G.L.)
(1) Joecher II. 1647. Cat 8 (S?) C. Teleki I. 53.
(2) Eine aeltere Ausgabe fuehrt den Titel: *Epitome Adagiorum
Erasmi Roterodami ad commodiorem Studiosorum usum per Hadrianum Barlandum
conscripta a. 1540 s. 1. 324 S. nebst Register 42 S. 8-vo.
(3) Joecher III. 841 und 953.
(4) In der Vorrede zu Nili Episcopi et Martyris Capita
- a M. Neandro. (Joecher III. 810) Soraviense conversa et exposita. Basiliae
1569 fol. berichtet der Herausg. Reander: Meum Auctorem (Nilum) reperiit
aliquando in Bibliotheca quadam vetustissima apud Barbaros plane homines
in Valachia Joan. Honterus Coronensis, vir doctissimus et de literis in
patria sua Transylvania optime meritus, linguarum et totius antiquitatis
studiosis-simus, dum ejus regionis et vicinae Moldaviae Bibliothecas excussit;
plura autem procul dubio reperturus et cum studiosis communicaturus fuerat,
si cum virum, quemadmodum etiam Wagnerum, utrumque doctissimum et linguarum
cognitione eximium, et Transylvaniae suae lumina clarissima fata minus
ae... terrae et publicae etiam utilitati non invidissent - Eum auctorem
(Nilum) - cum amici ex Transylvania ad nos misissent, ut publici cum usus
faceremus. ex graeco in latinum convertimus.
18. Geographia universalis, una cum imaginibus Constellationum. -- Teutsch,
im aufgerichteten Denkmale - schreibt hievon: *Diese fuehret zwar erwaehnter
Pesthiensis auch an, ich habe aber keine Nachricht davon einnehmen koennen;
es sei denn, dass er die Cosmographie darunter verstuende. - Dass der hochgelehrte
Mann geographische Tabellen in Holz geschnitten, ist bekannt, welche ziemlich
gross gewesen, schon 1540 verfertigt worden, und zwar mit einer kurzen
Erklaerung, welche die Anfaenger gelernt.
Tr. Wann und wo die erste Ausgabe der Honterus'schen Geographie waehrend
dem Leben des Verfassers im Druck erschienen sei? habe ich nicht ermitteln
koennen. Nach des Verfassers Tod wurde sie gedruckt in dem Sammelwerke:
Procli (1) de Sphaera Liber I. Cleomedis de mundo, sive circularis inspetionis
meteororum Libri II. Arati Solensis Phaenomena sive apparentia Dionysii
Afri Descriptio orbis habitabilis Omnia graece et latine ita conjuncta,
ut conferri ab utriusque linguae studiosis possint. Adjectis doctorum virorum
annotationnnibus. Una cum Jo. Honteri Coronensis de Cosmographiae rudimentis
duplici editione, ligata scillicet et soluta. Cum gratia et privilegio
Caes. Majestatis. Basiliae per Henricum Petri.
(1) Ueber Proclus Lycius siehe Joecher III. 1784 und Catal.
Bibl. Sam. C. Teleki I. 74.
Jedoch ist die Zuneigung des Herausgebers Marcus Hepperus (1) an die
Soehne des Verlegers Heinrich Petri auf 9 Seiten datirt zu Basel 1: Maerz
1561 und wird darin ausdruecklich gesagt, dass zwischen der aelteren und
neuern AUsgabe vom J. 1561 auch die (im Titel angefuehrten) zwei Honterus'schen
Werckchen in Versen und in Prosa hinzugekommen seien, deren Werth Hopperus
beschreibt. Die zweite AUsgabe dieser Sammlung kam ebenfalls zu Basel im
Jahre 1585 in 8-vo. heraus, beide auf 986 Seiten. Die beiden Honterus'schen
Werckchen sind Seite 845 bis 986 (litt. MM. bis FF. der Boegenbezeichnung)
enthalten unter den eigenen Titeln:
a) Joannis Honteri Coronensis de Cosmographiae rudimentis
et omnium propo rerum nomenclatura Libri III. cum Tabelis geographica praecipuis.
Adjectis ejusdem Autoris tam Astronimiae quam Geographiae principiis.
Coelorum partes, stellas cum flatibus, amnes
Regnaque cum populis, parve Libelle tenes. Bezeichnet
mit den Seitenzahlen 845-892. Darauf folgten die Charten in Holzschnitten
von S. 893-940. Diese Charten sind voelig verschieden von jenen in den
anderen Honterus'schen Cosmographien, die vier Buecher Verse hingegen von
S. 845-892 ebendieselben.
b) Joannis Honteri Coronensis Rudimentorum Cosmographiae Libri II. Quorum
prior Astronomiae, poesterior Geographiae principa brovissimo complectitur.
In quibus habetur diversorum locorum nova nomenclatura, veteribus nominibus
juncta. 8-vo. Bezeichnet mit den Seitenzahlen 941-986. Auf der letzten
Seite (986) steht: Basiliae por Henricum Petri Anno Domini MDLCI. Chartarum
series .... bis CC. Honterus Vorrede von S. 943-944 ist folgende: *Joannis
Honteri Coronensis Rudimentorum Cosmographiae ad Transylvanos Liber primus.
Postquam procul a patria multis ultro citroque jactati sumus erroribus,
perchari Transylvani, nec officium, quod amicis debemus: hactonus ex voto
praestare potuimus, operae pretium facturi videamur, si, quos, in tantis
discordiarum furoribus adire nequeivimus, saltem nostris scriptis aliquando
inviseremus;
(1) Joecher II. 1703.
non tam ut hanc peregrintationis molestiam falleremus, quam ut nostram
erga vos voluntatem hac ratione testaremur. En igitur mittimus vobis Cosmographicae
artis rudimentum, ex probatissimis autoribus utcunque congestum, breve
quidem et perexiguum, sed generallissima quaeque ac scitu dignissima in
se complectens. In quo tametsi nova vetustis, graece latinis et nonnunquam
Barbaris admiscuimus, vainime tamen haec omnia perplexe involvimus. Itaque
si vos adhibitis Tabulis ac notatis rebus ubique locorum gestis diligenter
in bis (quantulacunque sint) versati fueritis, non diffidimus, quominus
caetera ex iis consecuta, quae nos brevitatis causa silentio pressimus,,
olim vestro marte pervestigaturi sitis. Quae vero demonstrationibus ac
viva voce magis indigero videbuntur, fido Praeceptori committismus; nos
enim praeter compendiariam introductionem, nihil supervacannoum noviciis
tyronibus obtrudendum censuimus, eam si diligenti ratione (ut speramus)
consecuti fueritis, neque vos studii vostri, neque nos industriae posthac
unuquam poenitebit.*
19. Formula Reformationis Ecclesiae Coronensis et Barcensis totius Provinciae,
Coronae 1542 in 8-vo 32 S. Das folgende Jahr erschien eine ac totius Barcensis
Provinciae 32 S. Zugleich gab sie Melanchthon mit seiner Vorrede zu Wittenberg
in 8-vo heraus. Wieder und viel vermehrter liess sie Honterus 1547 in sener
Buchdruckerei im 8-vo. mit dem Titel: Reformatio Ecclesiarum Saxonicarum
in Transylvanie auflegen.56 S. Nach dieser Ausgabe erschien auch in eben
dem Jahr 1547, daselbst eine deutsche Uebersetzung: Kirchenordnung aller
Deutschen in Siebenbuergen, gleichfalls in 8-vo. 88 S. -- Vor Zeiten mussten
alle Kronstaedter Richter und Stadthannen (Quaestores) bei Uebernehmung
ihres Amtes auf dieses Buch den Eid ablegen. Die Ausgabe vom Jahre 1543
ist wieder gedruckt worden:
a) In Dueck's Geshcichte des Kronstaedt. Gymnasiums. Zugabe S. 1-22.
b) In meinen Beitraegen und Aktenstuecken zur Reformationsgeschichte
von Kronstadt, S. 25-41 und zwar in diesen letzteren mit Hinzufuegung der
Melanchthon'schen Vorrede S. 41-43.
Die Wittenbergische Ausgabe hat den Titel: Reformatio Ecclesiae Coronensis
ac totius Barcensis Provinciae. Cum Praefatiione Phil. Melanthon. Wittenbergae
An. MDXLIII. 8-vo. 36 S. (1). Einen sehr genauen, in Typen und Seitenzahlen
uebereinstimmenden Nachdruck veranstalteten zu Ehren des k.k. Hofrathes
Joseph Andr. Zimmermann im J. 1865: Conrad Schmidt, D. G.D. Teutsch, Jos.
Gull, Mich. Binder, Fr. von Schuler-Libloy? und Eugen Trauschenfels, mit
dem Zusatze auf der Rueckseite des Titelblattes: Novam primam plane reddens
Etio. Vindobonae die XIX. Mart. MDCCCLXV., - und auf der letzten Seite
des Umschlags: Vondobonae samtibus propriis descripserunt typis Jacob et
Holzhausen.
(1) Siehe Unschuldige Nachrichten von alten und neuen
theol. Sachen auf das Jahr 1707. Leipzig 1709, S. 892-893.
Die lateinische Ausgabe vom Jahr 1547 wurde abgedruckt a) in Hornyansky's
Protestantischen Jahrbuechern fuer Oesterreich 4. Jahrg. Pest 1857, S.
244-263 und b) in Dr. G.D. Teutsch's Urkundenbuch der evang. Landeskirche
A.C. in Siebenbuergen S. 6-36. - In den Erstern werden 2 und in dem Letzteren
nebst diesen zweien noch vier hierauf bezuegliche Beschluesse der saechsischen
Nationsuniversitaet von den Jahren 1544,1545,1546 und 1550 sammt Landesgesetzen
vom J. 1544-1680 und Fuerstenbriefen vom J. 1539-1693 in Religionssachen,
mitgetheilt (2).
Eine alte deutsche Uebersetzung der Ausgabe vom J. 1543 (in welcher
der letzte Absatz *de libertate christiana* abgeht), welche Honterus, ohne
Zweifel in Folge von dessen Ersuchen, nach der Weisung Luthers an Ramaschi
(im Ungr. Mag. IV. 206) nach Hermannstadt mittheilte, befindet sich unter
der Bezeichnung C.P. 1300 im saechsischen Nationalarchiv (S. Schafers Gesch.
des Hermannstaedter Kapitels S. 13). Das ebendas. S. 15 von Schafer erwaehnte
Honterus'sche Antwortschreiben an den Hermannstaedter Buergermeister Martin
Weiss vom Freitag nach Mathiae 1547 ist vollstaendig abgedruckt in meinen
Beitraegen und Aktenstuecken zur Reformationsgeschichte von Kronstadt S.
59-61.
Die deutsche Ausgabe der *Kirchenordnung aller Deutschen in Siebenbuergen*
wurde wieder gedruckt a) in Hornyansky's Protest. Jahrbuechern 4. Jahrg.
1857, S. 580-608 mit einem Vorworte von Sam. Schiel, und h) in Dr. G. Teutsch's
Urkundenbuch der evangelischen Landeskirche A.B.S. 36-71 mit Hinzufuegung
6 hieher gehoeriger Beschluesse des saechs. Nationsuniversitaet von den
Jahren 1552,1554,1555,2557,2572, sowie des 1. und 6. Tit. des zweiten Buchs
und des 7. Tit. des vierten Buchs des saechs. Statutar-Gesetzbuch vom Jahre
1583.
(1) Vergleiche die sogenannten Dionysianischen Artikel
vom J. 1572 in Hauer's Hist. ecel S. 293 p. 9 und Dr. G.D. Teutsch's Urkundenbuch
der evang. Landeskirche I S. 292, p. V. und S. 207-209 wie auch Dueck's
Gesch. des Kronst. Gymn. Zugabe S. 48-50.
Nach der Erklaerung des Bistritzer Kapitels in seiner an den Bischof
Paul Bornemmisza im November des J. 1554 gerichteten Rechtfertigungsschrift
wurde die Honterus'sche Reformatio ecclesiarum etc. im J. 1547 zufolge
eigenem Beschlss der siebenbuergischen Landesstaende durch den Druck veroeffentlicht
(siehe Archiv des Vereins fuer siebenbuerg. Landeskunde R. F. I. 385).
In der Folge stellte die saechs. Nationsuniversitaet am 26. Jan. 1708 das
Verlangen an die saechs. Synode, dieses Buch mit einigen (vermeintlich
zeitgemaessen) Aenderungen wieder auflegen zu lassen; wozu sich die Synode
im Februar 1708 auch bereit erklaerte, wenn an dem Buch keine Verstuemmelung
vorgenommen wuerde. Hiernach forderte die Synode die Universitaet im Jahre
1712 auch selbst zur Veranstaltung einer neuen Auflage, jedoch ohne Erfolgt,
auf.
20. Apologia Reformationis a. Mag. Joh. Hontero conscripta anno domini
MDXLIII. Coronae, ad Comitia generalia data. (Seivert hat anstatt den letzten
4 Worten: *et in Comitiis Isabellae Reginae oblata*, mit der Bemerkung:
*Sehr ausfuehrlich, aber, soviel ich weiss, nicht gedruckt*.)
Tr. Gedruckt in meinen Beitraegen und Aktenstuecken zur Reformations
Geschichte von Kronstadt S. 43 - 59.
Seivert = Isabella berief eine allgemeine Landesversammlung nach Weissenburg,
und es ward dem Kronstaedtischen Rahte und dem Honterus ihrem Reformator,
besonders anbefohlen, persoenlich zu erscheinen. Die Haupttriebfeder dazu
war der berufene Georg Martinusius. Honterus war auch sogleich bereit,
die Wahrheit seiner Lehre persoenlich vor der Koeniginn und den Landesstaenden
zu vertheidigen. Allein, das Leben dieses Mannes war den Kronstaedtern
viel zu schaetzbar, als es so drohender Gefahr auszusetzen. Sie wollten
ihn nicht hinreisen lassen, und der muhtige Matthias Glatz (Calvinus) erbot
sich selbst, dessen Stelle zu vertreten; er that es auch mit den vollkommensten
Beifalle seiner Mitbrueder. So reisten denn Johann Fuchs, Richter, nebst
zwei Rechsgeschwornen, der Dechant des Kapitels, Jeremias Jockel, Pfarrer
zu Kronstadt, Nikolaus Stephani, Pfarrer zu Rosenaue, Valentin, zu Helzdorf,
nebst Glatzen, auf den Landtag. Hier ueberreichten sie diese Apologie ihrer
Glaubenslehre der Koeniginn, und vertheidigten ihre Sache so gut, dass
sie den Beifall verschiedener Personen vom ersten Range, erhielten, und
allen Fallstricken das Waradeiner Bischofs, gluecklich entgingen. Unter
jenen waren insonderheit, Urban Bathyani, ein Liebling der Koenigin, und
Michael Tschaki.
21. Phil. Melanchtonis de Controversiis Stancari Scripta. Coronae 1543...
8-vo. 38 S. (1)
22. Compendium Juris Civilis, in usum Civitatum ac Sedium Saxonicarum
in Transylvania collectum. Ebend. 1544 in 8-vo 208 S. Voran steht Valenthi
Wagneri, ad prudentes ac circumspectos Dominos, Magistros Civium, Judices,
Juratosque Senatores Civitatum, ac Sedium Saxonicarum, Colonarium Germanici
Imperii in Transylvania, in Compendium Juris civilis Carmen. Das Werk selbst
besteht aus 4 Theilen und fand allgemeinen Beifall, ward auch bei verschiedenen
Gerichtsstuehlen gebraucht, bis endlich Markus Fronius sein Munizipalrecht
der siebenbuergischen Sachsen bekannt machte.
Tr. Sowie einst Reuchlin fuer Eberhard I., Fuersten der Wuerttemberger,
gegen Ende des 15. Jahrhunderts ein Handbuch des buergerlichen Rechtes,
wernach der Fuerst, wenn er zu Gericht sass, seine Urtheile abfasste, schreiben
musste (s. Keysers Reformationsalmanach 3. jahrgang Erfurt 1821 8-vo. S.
LXXV.), und auch Joh. Calvin zu einem aehnlichen Werke den Auftrag zu Genf
erhielt, zeuge den Genfer Staatsprotokollen, wo man unterm 21. November
1541 liest: *U fut charge avec trois Conseillers de compiler les edicts
pour goouvernor les peuples* (Keyser Ref. Alman. 3. Jahrg. S. XLIII.) -
ebenso befriedigte Honterus durch sein Compondium Juris den Wunsch der
Obrigkeiten aller saechs. Kreise und Colonien seines Vaterlandes und an
diese richtete auch M. Bal. Wagner sein diesem Compendium vorgesetzten
Gedicht (2) im welchem er zu ihnen sagt:
(1) Offenbar ist hier weder das Jahr richtig, da Melanthons
Schriften ueber diesen Gegenstand erst im J. 1553 verfasst wurden*), Stancarus
aber 1543 erst 22 Jahre alt, nur 1553 zu Bartfeldt sein Colloquium hatte,
woher er sich nach Klausenburg begeben musste, - noch aber kann unter diesen
Umstaenden der im J. 1549 verstorbene Honterus Herausgeber dieser Melanthonischen
Schriften sein. Siehe den Art. Bal. Wagner.
(2) Eine gute deutsche Uebersetzung dieses Gedichtes steht
in Hein. Schmidts Siebenbuerger Quartalschrift 1860 S. 39-40.
* Die Responsio ist von Melanthon datirt in die feste
Joannis Baptistae in arce Dessaensi Anno MDLIII*. Das in der Kronstaedter
Schulbibliothek befindliche Exemplar hat ausdruecklich auf dem Titelblatt
den Zusatz: *Scripts an. 1553 impressa anno 1554. Coronae.*
*Mox vobis virmis Legum compagibus urbes,
Ut munirentur secula cura fuit.
Formamque optastis Juris civilis habere,
Quae foret a nostra non aliiona fide.
Scilicet ut possent septem communibus arces
Legibus atque una religione frui.*
Der 21. Titel des IV Buchs dieses Compendii: Do Privilegiis municipalibus
ist nicht gedruckt worden. Jedoch findet man diesen Titel in der Handschrift
eines Kronstaedters der Thuroczischen Chronologia Regni Hungariae, welche
in der bischoeflichen Bibliothek zu Karlsburg lit. Z. 4 III. Nr. 11 befindlich
ist, angehaengt (1). Im Ja. 1545 am Samstag vor dem Andreastag beschloss
die saechsische Universitaet, den Honterus zur Uebersetzung seines Compendiums
in die deutsche Sprache zu vermoegen. Eder Advers. 494 und Transilvania
II.. 101. Im Jahre 1550 wurde das Buch von der Universitaet geprueft und
beschlossen, den Kardinal Martinusius im naechsten Landtag zu ersuchen,
die Processe der Sachsen hiernach zu richten und sie bei diesen Gesetzen
zu schuetzen. Eder ebend. 496.
(1) Darnach und nach einer andern gleichzeitigen Handschrift
lautet der am Schlusse des Index titulorum des Compendiums etc. angefuehrte
jedoch abgaengige 21. oder letzte Titel des 4. Buchs:
De privilegis Muncipalibus.
Municipies proprie appellantur maneris participes recepti
in civitate ut munera nobiscum facerent. Sed nune abusive Minicipies dicimus
suae cujusque Civitatis sives. Honor municipalis est administratio Reipublicae
cum dignitatis gradu sive cum sumtu sine erogatione contingens.
Municipies intelliguntur scire, quod scirant hi quibus
summa Reipublicae edmissa est. Si in municipio Magistratum aut Sacerdotium
aliquis petivit per Senatus consultum in centum aureis cum infamia ppuniakur.
Qua lege damnatus si ulium commiserit, in integriun restituitor, non tamen
p...nniam recipit.
Simile privilegium Fisco nulla Civitas habet in honis
Debitoris nisi nominatim id a Principe datum sit. Sola domus possessio,
quae in aliena Civitate comparatur, domicilium non facit. Qui ex viro est
ortus, cam propriam intelligitur habere. Cui Reipublicae vicus ille respondet.
Mulier quamdiu nupta est, incola ejusdem civitatis videtur, enjus maritus
ejus est. Imperatores rescripserunt, non minus eos, qui compulsi Magistratu
fungunturcavere debors, quam qui sponto officium aguoverunt. Magistratus
Reiplicae non dolum solummode, sed et latam negligentiam hoc ampliius et
diligentiam dent.
Qui perforaverit muros, vel inde aliquid abstulerit,
peculatus actiioone tenetur. Muros autem et portas cicitatis ideo sanctos
dicimus, quia poena capitis constituta est in eos, qui aliquid in muros
deliquerint.
Quod ad certam speciem Civilitatis reliquitur in alios
usos convertere non licet.
Legatam municipie pecuniam in aliam rem. quam defunctus
volluit, converters cibra principis auctoritatem non licet.
Lege Julia de Annona statnitur adversus cum. qui contra
Annenam fecerit, societatemque cojerit, quo annona rarior fuerit. Non est
jus ordini cujusque civitatis pretium grani, quod invelitur, statuere.
23. Disticha Novi testamenti, materiam et ordinem Capitulorum enjusque
Libri, per literas initiales indicantia. Coronae 1545 in 8-vo. 24 S.
24. Agenda, fuer die Seelsorger und Kirchendiener in Siebenbuergen.
Ebend. 1547 in 8-vo. 55 S. Darinnen wird gehandelt: 1. von der oeffentlichen
und Nothtaufe S. 3-23. 2. Wie man die kranken Leut berichten und troesten
soll S. 25-40. 3. Braeutigam und Braut zu trennen und segnen S. 41-52.
4. Von den sondern Feiertagen, so man im Jahre halten soll. S. 53-55.
25. Odae cum Harmoniis ex diversis Poctis in usum Ludi literarii Coronensis
decerptae. Ebend. 1548. 80 S.
26. Libellus graecae Gramaticae Philippi Melanchtonis adjectis Tabulis
flexiionum quarnudam. Coronae ohne Angabe des Jahres in zwei Oktavbaendchen.
27. P. Terentii Aphri Comediae sex cum argumentis Philippi Melanchtonis.
Coronae ohne Jahreszahl (c. 1545). 1 Alphab. und 8 Boegen. Wieder: P. Terentii
Aphri Comediae sex. Post omnes omnium oditiones summa vigilantia recognitae
Acceserung succincta scholia et argumenta in singulas Scenas. Coronae 1557.
Cum gratia et Privilegio ad octenium kl. 8-vo LXXII. 460 S.
28. Approbatio Reformationis Ecclesiae Coronensis ac totius Barcensis
Provinciae a Clariss. D. Martino Luthero, Philippo Melanthome et Joanne
Pomerano Viteberga Cibiniensi Pastori, suae Ecclesiae reformationem petenti
transmissa, ex-autographo sive originali descripts. Coronae ohne Jahreszahl
8-vo. 8 S. Es sind 3 Antwortschreiben ...
Josef Trautsch: Schriftsteller-Lexikon der Siebenbuerger Deutschen,
Band 4, 1902, Seiten 66-70.
37. Reformatio Ecclesiarum Saxonicarum in Transylvania. Coronae. M.D.XLVII.
8 o. A-G = 28 nicht paginierte Blaetter. Schlussvignette (Kronstaedter
Wappen)*)
38. Kirchenordnung aller Deutschen in Sybenbuergen. M.D.XLVII. 8 o.
A-L = 44 nicht paginierte Blaetter. Colophon: Gedruck zu Cron in Sybembuergen.
M.D.XLVII. Schlussvignette (Kronstaedter Wappen).
39. Agenda fuer die Seelsorger und Kirchen dieser in Sybembuergen.
Titelvignette: Krone auf dem Baumstumpf. M.D.XLVII. 8 o. a-g = 7 liegen
= 28 nicht paginierte Blaetter. Colophon: Getruckt zu Kron in Sybembuergen
M.D.XLVII.
40. Der kleine Catechismus. FUer die Pfarherr und Hausvaeter. Mart.
Luther. 8 o A-F = 6 Bogen = 24 nicht paginierte Blaetter. Colophon: Gedruckt
zu Cron in Sybembuergen M.D. XLVIII. Schlussvignette (Kronstaedter Wappen).
M.D.LV.
41. *Odae cum Harmoniis ex diversis Poetis in usum Ludi literarii Coronensis
decorptae Coronae 1548 8 o. 80 Seiten. M.D. LXII. 8o A-F = 6 Bogen = 24
nicht paginierte Blaetter. Notenanhang: 4 Bogen.
42. Rudimentorum Cosmographicorum loan. Honteri Coronensis libri III.
cum tabellis Geographicis elegantissimis De uariarum rerum nomenclauris
per classes, liber I Tiguri Apud Froschouerum. Anno M.D.XL.VIII. 8 o. A-D
= 30 nicht paginierte Blaetter. Dahinter die Landkarten: a-d = 14 nicht
paginierte Blaetter.
Auf der Tafel: Universalis Cosmographica, am unteren Rande: Tiguri
M.D.XLVI.
Anno M.D. XLIX. 8 o. A-D, = 30 nicht paginierte Blaetter.
Dahinter die Landkarten: a-d, = 14 nicht paginierte Blaetter. Auf der Tafel:
Typus Cosmographicus Universalis, am unteren Rande: Tiguri Anno M.D.XXXIII.
Anno M.D, LII. 8 o. A-D, = 30 nicht paginirte Blaetter.
Dahinter die Landkarten: a-d, = 14 nicht paginierte Blaetter. Auf der Tafel:
Universalis Cosmographia, am unteren Rande: Tiguri M.D.XLVI. M.D. LVIII.
Tigurii Apud Froschouerum luniorem. M.D. LXIIII. 8 o.
A-D, = 30 nicht paginierte Blaetter, Tabellae Geographicas: a-d, = 14 nicht
paginierte Blaetter. Tiguri Apud Froschoouerum. Anno. M.D.LXV 8 o. A-D,
= 30 nicht paginierte Blaetter. Dahinter die Landkarten: a-d, = 14 nicht
paginierte Blaetter. Auf der Tafel: Universalis Cosmographia am unteren
Rande: Tiguri MDLXVI.
Antverpiae. Apud Joannem Richardum. Cum privilegio. 8
o. A-C = 24 nicht paginierte Blaetter. Colophon: Impress. Ant... Au. M.D.LV.
die Landkarten: a-d, = 14 nicht paginirte Blaetter. M.D.LX.
(Zurich?) M.D. LXX. Auf der Tafel: Universalis Cosmographia,
am untern Rande: Tiguri M.D. XL. VI. 8 o. A-D, = 30 nicht paginierte Blaetter.
Tabellae Geogr.: a-d, = 14 nicht paginierte Blaetter. MDLXXIII. M.D.LXXVIII.
*Ueber Varianten im Texte der vorhandenen Exemplare vgl.
O. Netolliczka in der Einleitung zu seiner Ausgabe von Honters AUsgewaehlten
Schriften p. XIX s.
(Zurich?) Liber I.M.D. LXXXI. 8 o. A-D, = 30 nicht paginirte
Blaetter. Die Landkarten: a-d, = 14 Blaetter.
M.D. LXXXIII 8 o. A-D = 4 Boegen = 33 unpaginierte Blaetter.
Dahinter die Landkarten: a-d, = 14 Blaetter. Auf ...: TIGURI M.D.XL.VI.
M.D..XC. 8 0. A-D = 30 nicht paginierte Blaetter. Dahinter die Landkarten:
a-d, = 14 nicht paginierte Blaetter. Auf der Tafel: Universalis Cosmographia,
am unteren Rande: Tiguri M.D. XLVI.
Antuerpiae. Apud Joanneru Richardum in Sole surso. Cum
Pr...legio. 8 o. A-D = 31 nnicht paginierte Blaetter. Dahinter die Landkarten
a-d, = 14 nicht paginierte Blaetter. (16. Jahrhundert)
43. Rudimentorum Cosmographicorum Joan. Honteri Coronensin Libri IIII.
Cum Tabellis Geographica elegantissimis (Titelvignette) Antuerpiae, Apud
loannem Richardum Cum Priuilegio. 12 o. A-D = 31 nicht paginierte Blaetter.
Colophon: Antuerp. typiae AE D. An. 1552.
44. De Cosmographiae rudimentis & omnium prope rerum nomenclatura,
Libri IIII Una CUm Tabellis Geographicis praucippuis. Adiectis EIusdem
Autoris tam Astronomiae, quam Geographiae princippiis.
Joannis Honteri Coronensis Rudismentorum Cosmographiae Libri duo. Quorum
prior Astronomiae, posterior Geographiae pricipia, breuissime complectitur
In quibus habetur diuersorum locorum nona nomencaltura (!) ...ribus nominibus
iiuncta.... 8 o. Colophon: Basilae, Per Henricum Petri, Anno Domini M.D.LXI.
Nicht selbstaendig erschienen, sonder als Beilage zu Proch De Sphaera Liber
I. S. 845-940 und S. 941-985. M.D.L. XXXXV.*) S. 597-692 und 693-787(?).
45. Tabulae II. in Aratum Solensem, cum eiusdem versione, impressae
Basiliae 1565.
46. Rudimentorum Cosmographicorum Joannis Honteri Coronensis, Libri
IIII. Carmine Heroico conscripti Quibus nunc primum accessere Instructiones
De Sphaera Munch non p... (!) & ad iuniiiorum captum satis accommodate.
Universalis item Chronici Compendium nou..:ab initio sciilicet Mundi, in
praesentem usque annum: ita ut & .... & ... epitomen praestare
libellus possit --Opera Matthiae Quadi Chalcographi. Coloniae Agrippunae,
Sumptibus Wilhelmi Lutzenkirchij Anno M.DC. 8 o. A-O = 14 Boegen = 220
paginierte Seiten. Vorne: Titelblatt, Widmung und Verse. 8 nicht paginierte
Blaetter.
47. Rudimentorum Cosmographicorum Joan. Honteri Coronensis, libri IIII.
cum elegantissimus tabellis Geographicis recens sculptis & editis.
In hac editione, quantum praestitum sit, cognos... benevolus Lector, cum
ex singularum tabellarum dispositione, tum ex brevi & accurato omnium
nominum in his tabellis contentorum Indice. Cum gratia & Privilegio.
Pragae, Typis Schumanianis Anno M.D.XCV. 8 o.. A-C, = 3 Boegen = 48 paginierte
Blaetter. Vorne: TItelblatt, Widmung und Index, 14 nicht paginierte Blaetter.
Dazu die Karten: a-d, = Seite 61-74.
*)nomencultura: nomenclatura.
48. *Rudimenta Cosmographica Libri IV. 4 0. Duisburg 1595.
49. *Enchiridion totius orbis terrarum. Coronae s.a. (16. Jahrhundert).
50. Enchiridion Cosmographiae: Continens Praeciiippuarum Orbis Regiionum
Delinoationes, elegantissimis tabulis expressas, solidisque declarationibus
illustratas, Carmine Heroico, libris tribus: Auctore Johanne Hontero Coronense.
Accessit Eiusdem liber de variarum rerum Nomenclaturis, in classes tributes
Tiguri Apud Johan. Wolphium: Anno ... III C (=1597).. 8 o. A-D, = 27 nicht
paginierte Blaetter. Dahinter 14 Blaetter Landkarten (a-d).
Anno ....... CII (=1602) usw. Auf der Tafel Universalis
Cosmographia: Tivori M.D. XCVI.
51. *Libellus Graecae Grammaticae Philippi Melanchtonis, adjectis Tabellis
flexionum quarandam. Coronae s.a. 8 o. (16. Jahrhundert).
52. Rudimenta Cosmographica libris IV. distincta. Antwerpen 1610.
53. Johannis Honteri Coronensis Transulvani Poema de variarum rerum
Nomenclaturis, per clases distinctum = Buch IV der Kronstadter Ausgabe
der Rudimenta cosmographica von 1542*).
Beigedruckt zu: Lexicon Latino-Graeco-Ungar... Auctore
Alberto Molnar Szenciensi. Hanoviae Typis Thomae Villeriani 1611 (S. 313
ff).
54. Briefe:
1. a.) An Andreas Melczer. Grosswardein 1533 (Lateinisch).
b) An Anton Verantius, Kronstadt 1542 (Lateinisch).
c) An Martin Weyss. Kronstadt 1547 (Deutsch).
2. * Approbatio Reformationis Ecclesiae Coronensis ac totius Barcensis
Provinciae a Clariss. D. MARTINO LUTHERO, PHILIPPO MELANTHONE et JOANNE
POMERANO Viteberga Cibiniensi Pastori, suae Ecclesiae reformationem petenti
transmissa, ex autographo sive originali descripta. Coronae. s.a. 8 o.
8 Blaetter.
Dav. Czwittinger, Specimen Hungariae literaae. Francofurti et Lipsiae 1711,
178 ff
Joh. Seivert, Nachrichten von siebenbuergischen Gelehrten und ihren
Schriften, Preszburg, 1785, 170 ff
Jos. Dueck, Geschichte des Kronstaedter Gymnasiums, Kronstadt 1845
(Jos. Trausch), Beitraege und Aktenstuecke zur Reformationsgeschichte
von Kronstadt. Ebenda, 1865.
*) Vgl. Gross, Katalog der von der Kronstaedter Gymnasialbibliothek
... ausgestellten Druckwerke aus dem Reformationszeitalter. Kronstadt 1883,
S. 36.
(Jos. Trausch), Schriftsteller-Lexikon II. Kronstadt 1870, 197 ff
G.D. Teutsch, Geschichte der Siebenbuerger Sachsen 2. Aufl. Leipzig
1874. I, 321 ff.. 9. Aufl. (=F. Teutsch, Geschichte der Siebenbuerger Sachsen
I, Herrmannstadt 1899, 220 ff.
Derselbe, Ueber Honterus und Kronstadt zu seiner Zeit. Im Arch. Lide,
XIII, 93 ff
Derselbe, Honter: Allgem. d. Biogr. XIII, 78 ff
Derselbe, Honter: Herzogs Realenencyclopedie fuer protestantische Theologie
und Kirche. 3. Aufl., VIII, 333 ff (F. Teutsch)
Derselbe, Die Reformation im siebenbuergischen Sachsenlande. 6 Aufl.
Hermannstadt, 1886
X. Fabrittus: Erdelynek Honter Janus ....VII, 7. Budapest 1878
F. Teutsch, Drei saechsische Geographen des 16. Jahrhunderts. Arch.
s. Lide, XV, 586 ff
Derselbe, Aus der Zeit des saechsischen Humanismus Arch. s. Lide, XVI,
227 ff
H. Herberth. Die Reformation in Hermannstadt und dem Hermannstaedter
Kapitel. Hermannstadt 1883, 51 ff
F. Teutsch, Honterus als Geograph: Ausland 1884, Nr. 1
F. Mueller, Gottesdienst in einer evangelisch saechsischen Kirche in
Siebenbuergen im Jahre 1555, Zeitschrift fuer praktische Theologie 1881,
150 ff,, 259 ff
F. Teutsch, Die siebenbuergisch-saechsischen Schulordnungen. Berlin
1888. I. p. VIII 88
Th. Wolff, Johannes Honterus, der Apostel Ungarns Kronstadt, 1894.
J. Hoechsmann,, Johannes Honter, der Reformator Siebenbuergens und
des saechsischen Volkes Wien, 1896.
Sz....yei, M.J., IV, 1896, 1053 ff.
A.E. Nordenkiold, P.... an essay on the early history of charts and
sailing directions. Translated from the swedish original by Francis A.
Bather. Stockholm 1897.
Retoliczka, Johannes Honter. Ein Gedenkbuechlein zur Feier seiner Geburt.
Kronstadt 2. Aufl. 1898
W. Morres, Johannes Honterus. Kronstadt, 1898
A. Schullerus, Unsere Volkskirche Hermannstadt, 1898, 5 ff
G.A. Schuller, Johannes Honterus: Kalender des Siebenbuergischen Volksfreundes.
Hermannstadt, 1898, 49 ff
J. Capesius, Honter und die saechsische Schule. Schul- und Kirchenbote,
1898, 233 ff.
F. Obert, Honterus in der Schweiz, Ebenda 222 ff
Aus der Zeit der Reformation. Kronstadt 1898, 381 ff.: E. Laffel, J.
Honterus.G. Guenther, J. Honter der Geograph Siebenbuergens: Mitteilungen
der kais. koen. gegraph. Gesellschaft. 1898, 643 ff
W. Koehler, Ueber den Einfluss der deutschen Reformation auf das Reformationswerk
des Johannes Honter, insbesondere auf seine Gottesdienstordnung: Theologische
Studiun und Kritiken. 1900, 563 ff
Kleinere Mitteilungen bez. Bota enthaelt das ..orr s. Lide, I, 85;
II, 36, 103; III, 8, 82; IV, 137; VI, 61; VII,1, 56, 105; VIII, 26, 62;
X, 71; XI, 56, 129; XII, 73; XVI, 1; XVIII, 17,84; XXI, 101, XXIII, 141.
Ueber Briefe, die von Honter erhalten sind oder ihn betreffen, s. auch
Monumenta Hungariae historica IX, 12,71,73,173,288,329; XXXII, 308. Arch.
s. Lide, X, 233 ff; XI, 445 ff; XII, 113,138,142. |