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N a c h t r a g . 
D e r W e l t k r i e g .
Schlusswort.
Boeses Werk muss untergehen, Rache folgt der Freveltat,
Denn gerecht in Himmels Hoehen Waltet unseres Gottes Rat. 
Boeses muss mit Boesem enden, An dem frevelnden Geschlecht
Raechet Gott das heil'ge Recht, Waegend mit gerechten Haenden. 
                                                                 -Schiller- 

Die Maske ist gefallen! Das panslavistische Russland hat die Brandfackel an das Haus gelegt und sich auf die Seite der serbischen Koenigsmoerder gestellt. Es hat seine gleichgesinnten Freunde, die racheluesternen Franzosen und die vor Kraemerneid berstenden Englaender vor seinen Wagen gespannt, zu dem von langer Hand vorbereiteten Zweck, das ihnen zu gross und ueberlegen gewordene deutsche Reich, samt Oesterreich-Ungarn, zu zertruemmern. 

Da aber England die Kriegspartei in Russland stark gemacht, hat es in Wahrheit den Krieg, den es verhindern konnte, verschuldet. Schon unter der persoenlichen Leitung Eduar's VII., unseligen Angedenkens, ist zu diesem Endziel die Einkreisung Deutschlands ueber die Koepfe unserer Diplomaten hinweg zustand gebracht worden, nach dem englischen Leitsatz: "right or wrong, my country."   In England haben wir daher unsern gehaessigsten und gehassesten Gegner zu erblicken.

Jetzt wurden selbst die habgierigen Japaner von dem "perfiden Albion" zum Kampf gegen uns aufgerufen, um als wegelagernde Raeuber ueber unsere in ihrem Machtbereich liegenden Kolonien herzufallen. Eine gemischte Gesellschaft: Serben, Russen, Franzosen, Mongolen und unsere englischen Vettern als Piraten und Flibustier. 

Fuenf gegen zwei auf unserer Seite, da uns das verbuendete Italien nun schon zum zweitenmal (1. Marokko) seine Unterstuetzung versagte und -unter Wahrung seiner eigenen Politik- vorerst neutral bleiben will.*) Chi sa - ?

Gewiss ein ungleicher Kampf, aber Deutschland und sein treuer Verbuendeter, Oesterreich- Ungarn, haben ihn stolz und mutig aufgenommen, nachdem unsere ehrlichen Bemuehungen, den unvermeidlich gewordenen Krieg zu begrenzen, durch Heimtuecke und Wortbruch unserer Gegner zu schanden gemacht waren.

Der Draht ist zerrissen und Mars regiert die Stunde, seit der in allen deutschen Gauen mit groesster und einmuetigster Begeisterung begruesste Aufruf unseres Kaiser alle Parteien in dem einzigen Gedanken einigte, das Vaterland gegen dreisten Uebermut zu verteidigen und die Mission zu erfuellen, die ein schweres Schicksal uns auferlegt hat. 

*)Am 28. Dezember 1908 wurde Italien von dem furchtbaren Erdbeben von Messina heimgesucht, wobei nahezu 80,000 Menschen um's Leben kamen. Aus diesem Anlasse sind in Deutschland 11 Millionen Mark und in Oesterreich-Ungarn 5 Millionen Kronen gesammelt worden. Der Koenig von Italien dankte damals in einer offiziellen Rede fuer diese grossartige Hilfeleistung der beiden verbuendeten Voelker und heute -denkt in Italien niemand mehr daran. 

Wir wollen hoffen, dass das Gedaechtnis der Deutschen staerker und nachhaltiger sein wird. 


Der Aufruf lautet: 
An das deutsche Volk!
Seit der Reichsgruendung ist es durch 43 Jahre mein und meiner Vorfahren heisses Bemuehen gewesen, der Welt den Frieden zu erhalten und im Frieden unsere kraftvolle Entwicklung zu foerdern. Aber die Gegner neiden uns den Erfolg unserer Arbeit. Alle offenkundige und heimliche Feindschaft in Ost und West und von jenseits der See haben wir ertragen im Bewusstsein unserer Verantwortung und Kraft. Nun aber will man uns demuetigen. Man verlangt, dass wir mit verschraenkten Armen zusehen, wie unsere Feinde sich zu tueckischen Ueberfaellen ruesten. Man will nicht dulden, dass wir in entschlossener Treue zu unserem Bundesgenossen stehen, der um sein Ansehen als Grossmacht kaempft und mit dessen Erniedrigung auch unsere Macht und Ehre verloren ist. So muss denn das Schwert entscheiden. Mitten im Frieden ueberfaellt uns der Feind. Darum auf zu den Waffen! Jedes Zoegern, jedes Schwanken waere Verrat dem Vaterland gegenueber. Um Sein oder Nichtsein unseres Reiches handelt es sich, das unsere Vaeter sich neu gruendeten, um Sein oder Nichtsein deutscher Macht und deutschen Wesens. Wir werden uns wehren bis zum letzten Hauch von Mann und Ross und wir werden diesen Kampf bestehen auch gegen eine Welt von Feinden. Noch nie war Deutschland ueberwunden, wenn es einig war. Vorwaerts mit Gott, der mit uns sein wird, wie er mit den Vaetern war. 
Berlin, 6. August 1914                       Wilhelm

Und so fuehre uns denn Emmanuel Geibel's alter Schlachtruf zum Sieg:

F l i e g, A d l e r , f l i e g !
 Empor, mein Volk, das Schwert zur Hand!
Und brich hervor in Haufen! 
Vom heil'gen Zorn ums Vaterland 
Mit Feuer lass dich taufen! 
Der Erbfeind beut dir Schmach und Spott, 
Das Mass ist voll, zur Schlacht mit Gott! 
V o r w a e r t s !

Lahr, im August 1914. 

S c h l u s s w o r t .
Durch den anfangs August entbrannten Weltkrieg wurde die Drucklegung dieser Schrift, welche aber seither noch vielfach ergaenzt werden konnte, unterbrochen und kann erst jetzt zu Ende gebracht werden. 

Eine grosse und ernste Zeit ist unterdessen ueber unser Land und Volk dahin gezogen; Tage banger Sorge und Trauer wechselten mit frohen Siegesnachrichten, Opfer an Gut und Blut sind kaum einer Familie erspart geblieben, doch sie wurden dem Vaterlande in Demut gebracht. 

Stark und siegreich sind wir bis jetzt in dem uns aufgezwungenen Kampfe gewesen, Hervorragendes haben unsere geniale Heerfuehrung und unsere todesmutigen Truppen gegen feindliche Uebermacht vollbracht, indem sie diese nicht nur von unsern Fluren fern hielten, - wofuer wir ihnen nicht genug dankbar sein koennen- sondern unsern Gegner in O s t  und  
W e s t   schon die empfindlichsten Niederlagen auf deren Boden bereiteten.

B e l g i e n*), das sich unter dem Schein der Neutralitaet insgeheim gegen uns verschworen hatte, musste erobert werden, weil es sich dem Durchmarsch unserer Armee mit Waffengewalt wiedersetzte, obgleich ihm Besitzstand und Bezahlung aller Kosten von Deutschland gewaehrleistet worden; -es handelte sich fuer uns um ein unabweisbares Gebot der Selbsterhaltung, weil uns sonst die Belgier im Verein mit den Franzosen und Englaendern in den Ruecken gefallen waeren.

Das auf seine maritime Ueberlegenheit stolze  E n g l a n d  bange vor unserer Luft- und Seeflotte, deren Wagemut ihm schon schwere Verluste zugefuegt hat, waehrend die Abrechnung mit seinem Trabanten, dem mongolischen Raeubervolk, einer spaetern Zeit vorbehalten bleibt. Erfreulich ist es, dass sich jetzt die  T u e r k e i,  der russischen und englischen Bedrohung muede, auf unsere Seite in den Kampf gestellt hat.

Die Weltgeschichte ist das Weltgericht: -sie wird einst ueber Entstehung und Fuehrung dieses grausamen Kriegs ihr Urteil faellen, vor dem die masslosen Luegen und Verleumdungen unserer Gegner wie Seifenblasen zerfliessen werden; sie wird die wahren "Barbaren" des 20. Jahrhunderts brandmarken und feststellen,  w e r  das Voelkerrecht mit Fuessen getreten hat.

*) B e l g i e n  hatte es unterlassen, den 1839 mit Preussen abgeschlossenen Neutralitaetsvertrag vom deutschen Reiche anerkennen zu lassen, wie dies die Schweiz getan hat. Derselbe bestand also staatsrechtlich seit 1871 nicht mehr, sonst haette Belgien kein Geheimbuendnis mit Frankreich und England eingehen duerfen, das ihm fuer den Fall unserer Niederlage die deutsche Rheinprovinz versprach. 


Die bisherigen Erfolge unserer verbuendeten Heere und der heilige deutsche Zorn -der furor teutonicus-, welche unser Volk entflammt, sind uns eine Buergschaft fuer den endgueltigen Sieg unserer gerechten Rache. Wir alle, die draussen mit der Waffe in der Faust und die daheim in ausharrender Kraft, muessen und wollen durchhalten bis dieses Ziel erreicht sein wird.

Aber auch dem Sieger wird dieser Vernichtungskrieg Wunden schlagen, die mit starkem Mut ertragen muessen und zu deren Heilung es Jahre bedarf, bis das Sprichwort: 

"Aus der zerissenen Erde spriesst die Saat,
Aus den Graebern wachsen Blumen" 
zur Wahrheit wird.
 

Die alte Lehre K a n t ' s vom ewigen Voelkerfrieden hat wieder einmal Fiasko gemacht.

Die Anhaenger der Friedenspropaganda sagen, "dass der Krieg eine mittelalterliche Einrichtung und der heutigen Zivilisation unwuerdig, dass er das verwerflichste Mittel sei, Streitigkeiten zwischen Nationen zu schlichten," und aehnlich schrieb  C a r m e n S y l v i a (Koenigin von Rumaenien): "Der Krieg zwischen gebildeten Voelkern ist ein Hochverrat an der Zivilisation." 

Demgegenueber war unser groesster Stratege,  M o l t k e , der bekanntlich auch ein gemuetvoller Mensch war, anderer Meinung, indem er vom Krieg sagte, "dass er eines der geheiligsten Gesetze der Welt sei, das die groessten und edelsten Empfindungen, die Ehre, die Uneigennuetzigkeit, die Tugend, den Mut in den Menschen erwecke und verhinderen, dass sie in den erbaermlichsten Materialismus verfallen." Wo liegt nun der Kern der Wahrheit? ... Jedenfalls hat diejenige Nation das Recht auf ihrer Seite, welche den Krieg nicht heraufbeschworen, sondern ihn aus Notwehr, um ihre Existenz und in voelkerrechtlichem Sinne fuehrt. Dieser Fall war fuer die Deutschen 1870 gegeben und ist es diesmal wieder.

Nicht durch leichtfertige Kriege nach englischem Muster, sondern auf dem Wege friedlichen Wettbewerbs wollte und musste Deutschland den seiner Grossmachtstellung gebuehrenden Platz am Weltmarkt erobern; - England wollte dies jedoch verhindern und hat ihm deshalb den Krieg erklaert. 

Ist aber dieser furchtbare Weltbrand nicht auch fuer Alle eine Zuchtrute geworden, ist er vielleicht nicht die einzige Loesung gewesen, dem Uebermut der Voelker Schranken zu setzen, die Menschheit wieder zu einer einfachen und natuerlichen Lebensweise zurueck zu zwingen, die ihr durch Grossmannssucht, Hyperkultur, Modernismus und Irreligiositaet verloren gegangen war?...

Und so moege der Tod unserer gefallenen Helden auch das beklagenswerte "Uebermenschentum" der lebenden Generation mit in's Grab reissen.

Deutschland aber moege siegreich und stark aus dem ihm frevelhaft aufgezwungenen Voelkerkampf hervorgehen, als ein Hort des Friedens auf der weltumfassenden Grundlage der Freiheit der Meere und der offenen Tuer fuer den Handel aller Nationen.

Das walte Gott! 

Lahr, Ende Dezember 1914 ,                   Theodor Hug 

Anmerkung: - Da dieser Nachtrag "Der Weltkrieg" eigentlich nicht in den Rahmen einer Familienchronik gehoert und andere auch besser denn ich darueber zu schreiben vermoegen, war ich schon halb entschlossen, ihn vom Druck auszuscheiden. Andererseits sagte ich mir aber, dass unsere Nachkommen es ihrem Chronisten nicht verdenken werden, wenn er, als ein Zeuge dieser grossen und ernsten Zeit, das Beduerfnis empfand, derselben einen Abschnitt in diesem Familienbuche zu widmen. Moechten sie also das darin Gesagte hinnehmen als die frischen Eindruecke des Miterlebten und Mitempfundenen aus der ersten Zeit des Krieges, dessen Ende zur Stunde, da ich dies schreibe, leider noch nicht abzusehen ist.                Der Obige. 
 

Copyright 1995-2004 Brigitte Gastel Lloyd
 


 
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