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Seite 209

        Qa 13.8 o Jakob R e n z

war geboren am 10.5.1819, wurde Rotgerber und ging am 21.1.1845 die Ehe ein mit Anna Rosina Seeh, geb. am 4.1.1821 in Neuhausen ob Eck, ihre Eltern waren Johann Adam Seeh, Bierbrauer und Wirt ,,Zur Rose" in Neuhausen ob Eck und die Anna Regina geb. Storz. Er starb am 1.3.1890.
Die Kinder aus der Ehe sind:

l. Maria Regina, geb. am 21.1.1846, gest. am 6.2.1846;
2. Anna Rosina, geb. am 16.3.1847, gest. am 13.10.1849;
3. o Adam Johannes, Gerber, geb. am 21.12. 1848, gest. am13.2.1890, s.14.8:
4. Anna Regina, geb. am 20.3.1851, verheiratete sich 1873 mit dem Kaufmann Carl Albert Locherer in Freiburg i. Brsg., später in Lörrach in Baden;
5. Rosina Magdalena (Rösle), geb. 22.3.1853, heiratete am 21.6.1875 den Alexander Heinrich Rieker (15 5.1841 bis 28.5.1905), der die Schuhfabrik Rieker & Seiz, später Rieker & Co., gründete und zu großem Aufschwung brachte; sie starb am 8.7.1901;
6. Anna Maria, geb. am 4.2.1857, sie verheiratete sich am 24.6. 1880 mit Gustav Adolf Hartenbach, der eine Schuhfabrik betrieb und sich ebenfalls sehr emporarbeitete;
7. Pauline, geb. am 1.2.1862, gest. am 10. 2.1862.

        Qa 14.8 o Adam Johannes R e n z

geboren am 21.12.1848, wurde wie sein Vater Rotgerber, vermählte sich am 8.7.1878 mit Marie Ehninger, geb. am 6.3.1857 in Kirchheirn u. Teck, einer Tochter des Bierbrauers Karl Friedrich Ehninger in Kirclheim und der Gottliebin geb. Muff.
Seiten 210,211
(In zweiter Ehe war sie mit Joh. Friedr. Wieland, Rotgerber, verheiratet.) Adam Renz starb am 13.2.1890.
Die Kinder sind:

l. Max Theodor, geb. am 15.5.1879, gest. am 22.6.1879;
2. o Paul Friedrich, geb. am 12.3. 1880, s.15.4;
3. o Theodor, geb. am 7.2.1882, verheiratete sich in Aalen mit Berta Karoline Bauknecht, er wohnt in Aalen und hat einen Sohn Theodor;
4. Frieda, geb. am 18. l.1885, gest. 16. 9.1927, war zuerst bei ihrer Tante, der Rosina Rieker, als Stütze und verheiratete sich am 5.91912 mit dem Reg.-Rat Dr. Ernst Schmid in Stuttgart, gest. ebda. 5.2.1936. Aus der Ehe stammen die Kinder:

    l. Ernst Schmid, geb. Stuttgan 19.5. 1913, Dr. ren pol., gefallen vor Moskau, 18.12.1940;
    2. Gretel Schmid, geb. 26.5.1917 Stuttgart, verh. 23.3.1940 mit Dr. Ing. hab. Hans Wahl; aus der Ehe stammen 1 Sohn und 2 Töchter;
    3. Else Schrnid, geb. 12.6.1919 Stuttgart, verh. 3.5.1948 mit Dr. med. Eberhard Schäfer;
    4. Heinz Schmid, geb. 8.7.1927 in Stuttgart, gefallen am 2.5.1945 bei Dornbirn.

        Qa 15.4 0 Paul Friedrich R e n z

geb. am 12.3.1880 in Tuttlingen, erlernte erst das Gerberhandwerk und machte sich dann selbstandig; er betreibt in Rodenkirchen bei Köln eine Fabrik technischer Leder. Seine Ehefrau, Berta Eckard, mit der er sich am 5.6.1909 vermählte, stammt ans Thüringen und ist am 5.6.1883 in Döllstadt/Thür. geboren. Der Ehe entsprossen 2 Kinder:

    l. Paul Ernst, geb. 16.1.1912 in Köln, Kaufmann und Chemiker;
    2. Karl Hugo, geb. 18.5.1921 in Weiß bei Köln.

b) D i e F a m i l i e d e s C h r i s t i a n H e i n r i c h R e n z (I)

        Qb 13.9 o Christian Heinrich R e n z (I)

geb. am 17.5.1820 in Tuttlingen. Nach erfolgreichem Schulbesuch auf der Lateinschule in Tuttlingen, in der er als fleißiger und strebsarner Schüler an der Seite des späteren Dichters Max Schneckenburger saß, erlernte er im elterlichen Geschäft die Rotgerberei. Seine in den Jahren 1837 bis 1839 liegenden Lehr- und Wanderjahre führten ihn in die Schweiz, nach Österreich und nach Mittel- und Norddeutschland. Bei dieser Gelegenheit konnte er an der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Leipzig nach Dresden teilnehmen. Mitte der 40er Jahre gründete er eine eigene Gerberei in der Stuttgarter Straße (spätere Färberei Renz in Tuttlingen). Seine Gerbereierzeugnisse wurden hauptsächlich in der Schweiz auf den Markt gebracht, mit der ja in der damaligen Zeit schon ein recht reger Handel blühte. So wurden alljährlich die Märkte hauptsächlich im nahen Schaffhausen und in Zürich besucht. Zu Fuß, meistens in größerer Gesellschaft oder in Begleitung des Warenfuhrwerks, der ,,Schauber", wurde die Reise schon vorMitternacht angetreten und ging über den Witthoh durch das Hegau. Sie waren nicht immer ungefährlich, denn sowohl die Waren wie auch die große Geldkatze übten auf Wegelagerer und Diebsgesindel eine große Anziehungskraft aus. (.S. auch sein Bruder Johannes VII, S. 220.) Als strebsarner, aufrechter und willensstarker Mann mit strengen Lebensgrundsätzen betätigte er sich auch im öffentlichen Leben und war Mitglied des Bürgerausschusses.
Als er seinen beiden Söhnen Sigmund und Christian, die sich der Färberei zugewendet hatten, in seinem Hause eine Färberei eingerichtet hatte, gab er das eigene Geschäft auf und arbeitete von da ab bei seinem Bruder Johannes in der Weimarstrasse.
Seiten 212,213
Seit 1890 lebte er ganz im Ruhestand, nachdem sowohl sein Gehör wie auch sein Augenlicht langsam anfingen, den Dienst zu versagen.
Am 16. 6.1846 verheiratete er sich mit Maria Barbara Hilzinger, einer am 14.12.1819 geb. Tochter der Anna Marie Hilzinger (Tochter des Strickers Georg Hilzinger). Sie starb am 25.1.1871, nachdem sie ihm 2 Kinder geschenkt hatte. In zweiter Ehe verheiratete er sich mit Anna Margarete Hauser, Tochter des Tuchmachers Phil. Jakob Hauser und der Elisabethe Martin, geb. am 1.3.1830 und am 10.1.1913 gestorben. Christian Heinrich starb im Alter von 89 Jahren am 23.2.1909.
Seine Kinder (aus l. Ehe) sind:

l. Sigmund Jakob, Gerber und Färber, geb. 12.4.1847, gest. 12.4.1905, s.14.9;
2.o Georg Adam (IV), Hutmacher, geb. 12.9. 1848, gest.29.3.1920, s.14. 10;
3. Christian Heinrich (III), geb. 19.4. 1850, wurde ebenfalls Färber, verheiratete sich am 22.4.1879 mit Emma Dold, geb. 30.12.1853, Tochter des Jonathan Dold, Schuhmacher in Haltingen bei Basel, und der Marie Reg., geb. Hilzinger, und zog dann nach Künzelsau. Die Ehe blieb kinderlos.
4. Johannes, geb. 14.2.1852, gest. 30.3.1858;
5. Anna Mane, geb. 13.11.1853. gest. 1927. Heiratete am 25.2.1879 den Christian Storz, Strumpfweber. Der Ehe entsprossen die Kinder Christian, Oberstudiendirektor, und Anna (1880) verh. Herb;
6. Johann Georg (VI). geb. 3.7.1856, Instrumentenmacher,s.14.11;
7. Johann Jakob, geb. 14.1.1858, gest. 24.1.1858;
8. Karl Friedrich, geb. 1.5.1859, war Schuhmacher und ist im Jahre 1884 nach den Vereinigten. Staaten ausgewandert; eine Tochter Elsie ist mit einem Schmid verheiratet;
9. Maria Regine, geb. 24.10.1860, verheiratete sich am 23.9.1882 mit Karl Ketteler, mit dem sie ebenfalls 1884 nach denVereinigten Staaten zog. Ein Sohn aus dieser Ehe, Charles, ist nach Hinterlassung einer Tochter Helene Ketteler 1941 gestorben. Regine Ketteler starb 1939 in Amerika;
10. Wilhelm, geb. 25.1.1863, gest. 28.2.1863;
11. Rosine, geb. 4.4.1864, vermählte sich am 10.2.1885 mit dem Instrumentenmacher Adolf Merkle in Tuttlingen. Die Kinder aus dieser Ehe: Adolf, Anna verh. Montigel und Emil hatten an Nachkommen ihrerseits Heinz M., Stadtpfarrer in Ulm, und Hanna, bzw. Adolf M. bzw. Ruth Merkle.

        Qb 14.9 o Siginund Jakob R e n z

geboren am 12.4.1847, war Färber und betrieb in der Stuttgarter Straße in der früheren Gerberei seines Vaters eine eigene Färberei. Er verheiratete sich am 9.6.1874 mit der Marie Regine Schwegler, geb. 29.4.1847 (Mutter Sophie Barbara geb. Hilzinger), gest. am 3.3.1925. Sigmund selbst starb am 12.9.1905.
Kinder aus dieser Ehe sind:

l. Heinrich Christian (IV), geb. 30.6.1875, gest. 17.12.1940, wurde Färber und übernahm das väterliche Geschäft. Er verheiratete sich am 16.1.1906 mit Rosine Luise Dold, geb. 27.5.1883, gest. am 19.4.1918, Tochter des Christ. Friedr. Dold, Bäckermeister, und der Rosine Cath. Renz (16.8.1860-29.3.1920). s.S.192; in zweiter Ehe heiratete er 20/21.8.1919 Emma Kath. Dold, geb. 6.12.1890, Tochter des Bäckermeisters Karl Friedr. Dold und der Christine Kath. geb. Grieb. Er hinterließ eine Tochter Luise, geb. 8.12.1920, die sich am 2.8.1947 mit dem Kaufmann Alfred Adrian verheiratete, Sohn des Schuhmachers Karl Adrian
Seiten 214,215
und der Frieda geb. Stehle. Er übernahm nach dem Tode Heinrichs die Färberei;
2. Sophie Barbara, geb. am 7.8.1876, gest. am 2.12. 1876;
3. Emma, geb. am 22. 2. 1880, verheiratete sich am 27.2.1908 mit Friedrich Juhus Sichler. Sie starb am 25.2.1925;
4. Maria Rosa, geb. 20.8.1884; vermählte sich am 26.4.1910 mit dem Instrumentenmacher Ernst Heinrich Montigel;
5. Emihe Pauline, geb. am 7.9. 1888, vermählte sich am 29.4.1913 mit dem Instrumentenmacher Georg Renz, Sohn des Joh. Georg Renz (VI) (Vetter), geb. am 1.9.1885, (S.216).

        Qb 14.10 o Georg Adam (IV) R e n z

geb. 12.9.1848 in Tuttlingen als Sohn des Christian Heinrich Renz, erlernte in seiner Heimatstadt das Hutrnacherhandwerk und hielt sich während seiner Lehr- und Wanderjahre in Schlesien, Breslau und anderen Städten auf. Nach seiner Rückkehr trat er wieder bei seinem Lehrmeister, dem Hutmacher Wilhelm Christoph Huber, ein, mit dessen jüngster Tochter, Maria Susanne, geb. 8.12.1845 (Mutter: Barbara geb. Hosch), er sich im Jahr 1874 vermählte und dessen Geschäft er auch später ganz übernahm. Die von ihm hergestellten Filzhüte wurden sowohl im Ladengeschäft, wie auch auf Messen und Märkten umgesetzt. Mit der schnellen Aufwärtsentwicklung unserer Hutindustrie und der fabrikmäßigen Herstellung kam aber die Hutherstellung langsam zum Erliegen, und er mußte sich auf die Hutreparatur und die Herstellung von Filzartikeln wie Filzplatten, Filzschuhen usw. beschränken. Das Hutgeschäft (in der Bahnhofstraße) betrieb er bis zu seinem Tode. Nach 42jähriger glücklicher Ehe starb seine Frau an einem Magenleiden am 25.10.1916, während er selbst im Alter von 78 Jahren nach kurzer Krankheit am 29.3.1926 an den Folgen eines Schlaganfalls starb.
Er hinterließ einen Sohn:

Georg Adam (V), geb. am18.5.1881, s. 15.5.

        Qb 14.11 0 Johann Georg Renz (VI)

geb. Tuttlingen 3.7.1856, erlernte das Messerschmiedhandwerk, erweiterte seinen Gesichtskreis auf seiner Wanderschaft hauptsächlich in bayrischen Orten und ging nach seiner Rückkehr im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklung auf die Instrumentenfabrikation über, die er in seiner eigenen Werkstätte für die Firma Jetter & Scherer (jetzt AG. für Feinmechanik) betrieb. Seine Militärzeit diente er in Ulm als Grenadier ab.
Verheiratet war er in erster Ehe mit Anna Magd. Sichler, Tochter des Glasermeisten Friedrich Sichler, geb. 24.11.1857, gest. an einer Lungenentzündung am 7. 3. 1888; in zweiter Ehe heiratete er deren Schwester, Rosine Sichler, geb. 12. 12. 1863, gest. 12.11.1921. Er starb an einer Herz- und Leberkrankheit am 9.12.1931 in Tuttlingen.Seine Nachkommen sind, aus erster Ehe:

l. Georg Friedrich (V), geb. 1.9.1885, s.15.6; aus zweiter Ehe:
2. Emma, geb. Tuttlingen 20.5.1891, verheiratete sich mit Adolf Handte, Mühlenbautechniker;
3. Heinrich Christian V, geb. 12.7.1892, s.15. 7

        Qb 15.5 o Georg Adam R e n z (V)

geboren Tuttlingen 18. 5. 1881, erlernte nach seiner Schulausbildung den Kaufmannsberuf und ging bei der Firma Georg Teufel & Sohn, Hutmanufaktur, in die Lehre, nach deren
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Beendigung er bei Jetter & Scherer, jetzt AG. für Feinmechanik, eintrat, bei der er sein 25- und sein 40 jähriges Dienstjubiläum begehen konnte. Seine Militärzeit leistete er in Stuttgart bei den Olgagrenadieren. Im Weltkrieg 1914/18 wurde er als Funker bei einer Divisionsfunkabteilung eingesetzt und war in Frankreich bei den Kämpfen um Verdun beteiligt. Im Dezember 1918 kehrte er mit dem EK. II. Kl. ausgezeichnet in die Heimat zurück. Er hatte sich im Jahr 1910 vermählt mit Sofie Braun, Tochter des Jakob Braun, Maurermeister in Tuttlingen. Aus der Ehe gingen drei Söhne hervor:

l. Georg Wilhelm, geb. Tuttlingen 7.7.1911, s.16.4;
2. Reinhold Oskar, geb. ebda. 2.8.1912, s.16.5;
3. Otto Alfred, geb. ebda. 20.3.1915, s.16.6.

        Qb 15.6 o Georg Friedrich R e n z (V)

geboren am 1.9.1885, gest. am 3.7.1945; er erlernte den Beruf des Instrumentenmachers und vermählte sich am 29.4.1913 mit Emihe Pauline Renz (geb. 7.9. 1888), der Tochter des Färbers Sigmund Renz und der Marie geb. Schwegler (S.214).
Ihre Kinder sind:

l. Georg Hermann, geb. 24.5.1914; s.16.7;
2. Alfred Julius, geb. 11.2.1920; s.16.8;
3. Werner Sigmund, geb. 4.1.1930; s.16.9.

        Qb 16.4 o Georg Wilhelm R e n z

geboren am 7.7.1911 in Tuttlingen, besuchte dort die Oberrealschule bis zum Abschluß der Reifeprüfung und anschließend das Lehrerseminar in Nagold, wo er beide Volksschullehrerpruefungen mit Erfolg ablegte. Er erweiterte seine Kenntnisse durch den Besuch der Universität Frankfurt, wo er sich in Volkswirtschaft und Pädagogik ausbildete, um anschließend seine Tätigkeit als Handelslehrer aufzunehmen. Jm Mai 1940 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und geriet nach vierjährigem Kriegseinsatz in amerikanische Gefangenschaft, aus der er im Mai 1946 entlassen wurde. Er ist seither an der höheren Handelsschule in Heilbronn beschäftigt.
Am18.7.1940 vermählte er sich mit Hella Keim, geb. am 18. 4.1979 in Stuttgart als Tochter des Erich Keim (15.1.1885) und der Anna, geb. Steinfeld (20.7.1889 in Augustfehn, Oldenburg), beide in Stuttgart-Cannstatt.
Kinder sind:

l. Dieter, geb. am 22.4.1941 in Stuttgart-Bad Cannstatt;
2. Reinhold, geb. am 12.3.1943 in Stuttgart-Bad Cannstatt.

        Qb 16.5 Reinhold Oskar R e n z

geb. 2.8.1912, erhielt seine kaufmännische Lehrzeit bei der Hutmanufaktur G. Teufel & Sohn, hernach in der AG. für Feinmechanik. Zum Kriegsdienst eingezogen, nahm er an den Feldzügen in Serbien, Frankreich, Rußland teil; die letzteren führten ihn nach Stalino, Rostow und in den Kaukasus. Anschließend geriet er in die schweren Rückzugskämpfe am Kuban, Kertsch und Krim. Im August 1944 geriet er schließlich in Rumänien in Gefangenschaft, aus der er bis jetzt noch nicht zurückgekehrt ist.

        Qb 16.6 Ono Alfred R e n z

geb. 20.3.1915, erlernte den kaufmännischen Beruf in der AG. für Feinmechanik, genügte seiner Arbeitsdienstpflicht im Reichsarbeitsdienst 1936 und in den Jahren 1936-1938 der Wehrdienstpflicht in einer Nachrichtenabteilung in Eßlingen.
Seiten 218, 219
Der Krieg ließ ihn an den Kämpfen in Luxemburg, Frankreich (Rouen) und Rußland in den Jahren 1940/41 teilnehmen; er war dort in Stalino, Rostow und im Kaukasus eingesetzt und kam in den Rückzugskämpfen nach Rumänien, wo er 1944 In Gefangenschaft geriet. Seitdem gilt er als vermißt.

        Qb 15.7 Heinrich Christian R e n z (V)

geb. Tuttlingen 12.7.1892, erlernte zuerst im elterlichen Geschäft das Instrumentenmacherhandwerk und bildete sich dann in der AG. für Feinmechanik als Elektrotechniker aus. Durch einen Betriebsunfall war er gezwungen, seinen Beruf aufzugeben und bildete sich demzufolge als Techniker für die Instrumenten- fabrikation aus; er ist seitdem als Zeichner und Konstrukteur in der AG. für Feinmechanik tätig. Seine erste Ehe mit Paula Irion von Talheim wurde geschieden; am 24.7.1930 ging er eine zweite Ehe ein mit Wilhelmine Schnell. Beide Ehen sind kinderlos geblieben.

        Qb 16.7 o Georg Hermann R e n z

geb. 24.5.1914, trat, nachdem er die Oberrealsschule bis zur Einjährigen-Reife hinter sich hatte, in das Verwaltungsfach über, um sich im Notariatsfach auszubilden. 1936 wurde er zum Wehrdienst eingezogen; anschließend machte er bei Ausbruch des Krieges die Feldzüge im Sudetenland, in Frankreich und in Rußland mit. Er wurde Offizier und war zuletzt Hauptmann und Bataillonskommandeur und wurde zweimal schwer verwundet. 1944 geriet er in verwundetem Zustand in russische Gefangenschaft, aus der er bis jetzt noch nicht zurückgekehrt ist.
Seine Frau, Johanna geb. Frommel, geb. 1.6.1915, Tochter des Dr. Fr. Frommel, Studienrat in Stuttgart, mit der er sich am 2.9.1936 vermählte, gebar ihm zwei Kinder:

l. Ursula, geb. 1938;
2. Sibylle, geb. ,943.

        Qb 16.8 Alfred Julius R e n z

geb. 11.2.1920, schloß seine Schulbildung mit der Einjährigen Reifeprüfung ab und erlernte wie sein älterer Bruder das Verwaltungs-(Notariats)fach. Ab 1940 oblag er dem Wehrdienst und nahm an dem Feldzug gegen Rußland teil. Er ist dort am 23.9.1941 gefallen.
Sein jüngerer Bruder

        Qb 16.9 Werner Sigmund

geb. 3.1.1930, ist nach abgeschlossener Realschulbildung ebenfalls in das Verwaltungsfach eingetreten und als Notariatskandidat tätig.

          c) D e r H a u p t s t a m m d e s J o h a n n e s R e n z (VII) und seine Zweige

R 13.10 o Johannes R e n z (VII)

der vierte der lebenden Söhne des Georg Adam Renz (S.206), war geb. am 10.9.1827. Er erlernte das väterliche Handwerk der Rotgerberei und übernahm auch das Geschäft, das er unter dem Namen ,Johannes Renz" weiterführte und das heute noch besteht.
Diese Betriebe waren zur damaligen Zeit noch kleine Unternehmen, die sich in Farnilienbesitz befanden und vom Vater auf den Sohn übergingen. Das Zeitalter der Dampfmaschine oder gar des Elektromotors drang nur langsam und viel später hier ein. Der Inhaber selbst stand mit einigen Gesellen von früh bis
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spät abends an seinem Arbeitsplatz und feilte, schabte, klopfe,. ob es sich um die Werkstatt eines Messerschmieds, eines Instrumentenmachers oder eines Gerbers oder eines Schuhmachers handelte. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte mit dem allgemeinen Wirtschaftsaufschwung die Entwicklung zur masschinellen neuen Betriebsweise, zum Fabrikbetrieb ein, der je nach Unternehmungsgeist,, Glück und Ausdauer des einzelnen zu achtbarer Größe heranwuchs und dessen Interesse und Einfluß weit über die Landesgrenzen hinausgingen (AG. für Feinmechanik, Schuh fabriken Rieker, Dillrnann, Henke, Trommer& Renz usw.). Sowohl der Einkauf der Rohware wie auch der Absatz der Erzeugnisse oblagen der alleinigen Sorge des Inhabers. Ein- und Verkaufsorganisationen bestanden ja damals noch nicht.
Johannes besuchte unter anderem fast regelmäßig noch den Markt in Schaffhausen und Zürich, da die Schweiz immer ein lohnender Abnehmer in Leder- und Schuhwaren war. Nur ging die Reise damals noch nicht mit der Eisenbahn in 2 bis 3 Stunden, sondern es wurde alles zu Fuß erledigt, günstigen Falles mit dem Fuhrknecht. Schon um Mitternacht begann die Wanderung der Marktbesucher über den Witthoh, die der größeren Sicherheit halber meist in größerer Gesellschaft angetreten wurde.
Johannes war ebenfalls, wie sein Vater, längere Zeit Stadtrat in Tuttlingen. Mit seinem 70. Lebensjahr setzte er sich zur Ruhe und übergab sein Geschäft den beiden Söhnen Friedrich und Gustav, die es unter der alten Firma weiterführten.

Er verheiratete sich am 20.11.1855 mit Anna Maria Storz, geb. am 3.8.1833 in Tuttlingen, einer Tochter des Tuchmachers und Spinnmeisters Christian Storz im Donaufeld (2.5.1796 bis 17.5. 1882) und der Susanne Katherine geb. Martin (13.5.18o4 bis 20.7.1884). Er starb im Alter von 75 Jahren am 24.5.1903; seine Frau folgte ihm 16 Jahre später am 9.6.1919. Sie war bis an ihr Lebensende sowohl geistig wie auch körperlich rüstig.
Sie hinterließen an Kindern:

l. Rosine Elisabeth, geb. am 8.8.1856, (Rösle), gest .atn 4.8.1928, verheiratet am 12.4.1877 mit Joh. Georg Weinheimer (S.238);
2. Wilheim, geb. 4.9.1857, gest. 27.4.1864;
3. Sophie, geb. am 10.1.1859, gest. 10.4.1888, verheiratet am 10.1.1882 mit Adolf Müller z. Gärtle (S.239):
4. o Kan August (III), Rotgerber, geb. 5.3.1860, s.14.12;
5. o Karl Friedrich (VI), Rotgerber, geb. 14.4.1861, s. 14.13;
6. Marie Luise, geb. am 9.10.1863, gest. am 24.10.1889 auf Hohentwiel, verh. 15.9.1885 mit Karl Friedr. Pfitzer(S. 241);
7. Emilie, geb. am 20.11.1864, verheiratet am 4.10. 1888 mit Adolf Mueller z. Gärtle (S.239);
8. o Gustav, geb. am 4.4. 1868, s.14.14;
9. o Ernst Gottlob, geb. am 13. 11.1869, s.14.15;
10. o Hermann (I), geb. at 6.8.1873, s.14.16;
11. Pauline, geb. am 25. 9.1871, gest. am 21.11.1925, verheiratet mit Philipp Friedrich Held, Inhaber der grossen Stadtmühle; ihre Kinder sind:

l. Emilie, geb. 30.11.1901, Säuglings- und Kinderpflegerin;
2. Fritz, geb. 22.4.1903, Dipl. Ing.,
3. Hugo, geb. 15.10.1904, Inhaber der großen Stadtmuehle, verh. mit Martha Hildebrandt, geb. 28.419088,
4. Else, geb. 28.2.1909, mit Herrn. Utzler (3 Kinder),
5. Gertrud, geb. 28 2.1910, verheiratete Scheurich (3 Kinder);

12. Eugenie, geboren 1879, gestorben 1882.

        R 14.12 o Karl August Renz (III>

war geb. am 5.3. 186o, getauft am 17.31860, Taufpaten waren Christian Pfitzer, Conrad Renz, Sophie Storz; er erlernte das
Seiten 222,223
väterliche Handwerk, machte sich aber selbständig und gründete im August 1886 eine eigene Rotgerberei unter der Firma August Renz, die er in zäher und unermüdlicher Arbeit zu ansehnlichen Stand und gutem Ruf brachte. Im Jahre 1911 konnte er seinen Betrieb wesentlich erweitern durch den Erwerb der benachbarten Lederfabrik von Karl Martin Söhne. Seine Erzeugnisse, insbesondere hochwertige Rind- und Kalbleder, sind in ganz Deutschland als Spitzenfabrikate bekannt. Er vermählte sich am 9.8.1887 mit Marie Katherine Held, geb. am 14. 4.1866, getauft am 29.4.1866, (Taufpaten waren Joh. Dold, Messerschmied, Joh. Conrad Manz, Strumpfweber, Maria Urs. Manz), einer Tochter des Bäckereibesitzers Johannes Held und der Regine Held, geb. Manz. Sie starb am 4.3.1940, betrauert von 9 der von 12 geborenen noch lebenden Kindern, die sie großgezogen hatte. August war bis in sein hohes Alter im Geschäft tätig, das er wenige Jahre vor seinem Tode seinen Söhnen übergeben hatte. Er starb am 10.2.1941.
Die Kinder sind:

l. Karl August (IV), geb. am 1.5. i888, s.S.226;
2. Gustav, geb. am 21.5.1889, gest. 31.7.1889;
3. Ernst Richard, geb. am 29.11.1890, s.15.8;
4. Bertha Made, geb. am 18. 1.1893, S.228;
5. Johanna, geb. am 16. 8.1894, S. 228;
6. Marie Luise, geb. ebda. am 25.3.1896. Sie widmete sich zuerst dem elterlichen Haushalt und vervollkommnete ihre Ausbildung in Frankfurt a. M. An den Folgen einer dort sich zugezogenen und nicht ausgeheilten Grippe starb sie im blühenden Alter von 25 Jahren am 26.4.1921 in Tutt lingen;
7. o Emil, geb. ebda. am 2.11.1897, s.15.9;
8. o Hermann (II), geb. ebda. am 1.5.1899, s.15.10;
9. Eugen Friedrich, geb. ebda. am 21.6.1900, gest. ebda. am 16. 8.1900;
10. o FriedrichWilhelm (V), geb. ebda. am 14.1.1902, s.15. 11;
11. o Erwin Adolf, geb. ebda. am 9.9.1904, s.15.12;
12. Frieda Margarethe, geb. ebda. am 6.8. 1908. Sie blieb ledig und im elterlichen Haushalt tätig, wo sie die hochbetagten Eltern bis an ihr Ende pflegte.

        R 14.13 o Karl Friedrich R e n z (VI)

war geb. am 14.4. 1861, ging bei seinem Vater in die Lehre und übernahm später mit seinem Bruder Gustav zusammen das väterliche Geschäft, die Ledergerberei Johs. Renz. Nach dessen Ausscheiden führte er das Geschäft allein weiter. Er verheiratete sich am 6.10. 1891 mit Sofie Luise Henke, geb. am 20.12.1871, Tochter des Schuhfabrikbesitzers Heinrich Henke in Tuttlingen (3.5.1830 - 23.1.1908) und der Katherine geb. Hilzinger (6.8. 1828 - 3.11.1895). Er ist derzeitiger Seniorchef der Familie und rüstig bis in sein hohes Alter und übergab sein Geschäft seinem ältesten Sohn Hermann. GestorbenTuttlingen 8. 12.1948.
Der Ehe entsprossen 8 Kinder:

l. Sofie, geb. am 12.11.1895, gest. am 7.9.1919. War schwach sinnig;
2. Amalie, geb. am 22.3.1897, verheiratet am 3.2.1923 mit dem Rotgerber Ludwig Kaufmann in Tuttlingen, geb. am15.2.1897;
3. o Hermann (III), geb. am 23.6.1899, Rotgerber, s. 15.13;
4. o Alfred, geb. am 15.11.1900, Instrumentenmacher, s. 15.14;
5. o Eugen, geb. am 19.4.1902, Kaufmann in Oslo, s.15.15;
6. o Edwin, geb. am 30.12.1904, Kaufmann, s.15. 16;
7. Helene, geb am 4.9.1906, lebt ledig bei den Eltern;
8. o Walther, geb. am 11.8.1909, Kaufmann, s.15. 17.

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