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war das achte Kind Johann Konrads (I) (S.136) und der fünfte Sohn in
der Reihe der neuen Stammväter, die von Johann Konrad ausgingen. Er war
geboren in Rechentshofen am 27.2.1673 und ist am 28.6.1728 in Stuttgart
gestorben. Am 18.11.1702 war er Amtskeller des Herzogs von Württemberg
in Leonberg, dann 1705 Vogt in Backnang und 1711 Vogt und Amtmann in Kirchheim
u. Teck. Seine erste Frau, mit der er sich am 23.4. 1703 in Vaihingen/E.
vermählt hat, ist die Tochter Christine (geb. ebda. am 13.2.1682) des Stiftsverwalters
Tobias Heinrich Korn in Stuttgart; dieser war 1674-1694 herrenalbischer
Pfleger zu Vaihingen und gleichzeitig (1672) Maulbronner geistlicher Verwalter,
1694 Stiftsverwalter, gest. am 6.4.1695. Christine ist am 9.4 1714 gestorben.
In zweiter Ehe vermählte er sich in Kirchheim u. Teck am 21.4.1716 mit
Johanna Jakobina Essich, geb. 5.2.1695, gest. 1730, Tochter des Universitäts-Sekretars
Johann Jakob Essich in Tübingen und der Marie Elisabethe geb. Kuhhorst.
Dieser war 1691 Oberrats-Sekretär, 1698Geh. Sekretär und ist am 24.3.1724
gestorben. Johanna ging eine zweite Ehe ein mit dem Expeditions-Rat und
Kirchenkastenpfleger Elias Gottfried Knebel in Stuttgart. Sie ist im Jahr
1730 gestorben.
Aus der zweiten Ehe stammen die Kinder:
l. oTobias Konrad, geb. 13.6.1704, s.9.
12;
2. Magdalena Catharina, geb. 12.10.1711; sie vermählte sich am 29.10.1737
in Tübingen mit dem Langenburgschen
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Hofrat Christian Weiß, Sohn des Andreas Adam Weiß in Waldenburg,
geb. 10.2.1706, gest. 20.11.1777. Magdalena ist am 15.12.1770 in König
(Odenwald) gestorben.
geboren in Leonberg am 13.6.1704, studierte Rechtswissenschaft in Tübingen.
Seine Dissertationsschrift ,,Pato potestas", Stuttgart 1775, befindet
sich in der öffentlichen Bibliothek in Stuttgart. Er war erst Rechtskonsulent
der Ritterschaft des Kochergaus, erhielt 1758 die Berufung in den Oberrat
als Gelehrter Rat (Das Kollegium der Geheimenräthe war in Württbg. im 17.
und 18. Jahrhundert die hoechste Regierungsbehörde, eine Art Ministerrat.
Nach ihm bestand als beratende Behörde der Oberrath, zusammengesetzt teils
aus edlen Raethen (vom begüterten Adel), teils aus gelehrten Räthen (Rechtsgelehrten).
Ein Kanzler vertrat den Herzog als obersten Träger der Regierungsgewalt,
je doch nicht immer. Georgii, württ. Denerbuch S. 67 und 27 unter gelehrten
und adeligen Geheimen Räthen.) und stieg zu hohen Würden auf. 1766 wurde
er zum Wirklichen Geheimrat ernannt. Er war Sekretär des sogenannten Großen
Ordens, Universitätsvisitator und württberg. Gesandter bei der Schwäbischen
Kreisversammlung. Er ist am 14.5.1779 gestorben.
Er war dreimal verheiratet: I. Kirchheim, Sonntag Exaudi 17.5.1729
mit Christine Friederike, Tochter des Bürgermeisters, Spitalvogts und ritterschaftlichen
Konsulenten Friedrich Balthasar vonRhau (Rau, Rhaw) in Eßlingen, geb.ebda.
7.8.1711, gest. 1.4.1748. II. Stuttgart am 18.5.1751 mit Luise Magdalene
Zink, Tochter des Regierungsrats Johann Zink in Stuttgart und der MagdaleneElisabeth
Steck ebda., geb. ebda. 14.11.1712, gest. 11.16.1760.3. am 20.6.1769 in
Stuttgart mit Marie Friederike Ernestine geb. Storr, Witwe des Hauptmanns
Johann Peter Camerer,Tochter des Stiftspredigers und geistlichen Dichters,
Konsist. Rat Joh. Chr. Storr.
Die Kinder aus erster Ehe sind:
1.x. o Johann Friederich (II), geb. 13 (30.?) 5.1730, s.10.14;
2. Christine Friederike, geb. Dinkelsbühl 31.1.1734, verh. in Stuttgart
am 14.11.1752 mit Johann Daniel Seeger, geb. 30.1.1725, fürstl. Oettingen.-Spielbergischen
Konsistorialrat zu Wallerstein, gest. Stuttgart 3. l. 1809; sie hinter
ließen 3 Söhne;
3. Conrad Amadeus, getauft 4.8.1739 in Eßlingen, früh gestorben;
4. Elisabeth Hedwig, geb.... vermählt am 7.4.1761 als zweite Frau mit
Jakob Friedrich von Stockmayer (geb. 20.10.1731), herzogl. württbg. Hofgerichts-Advokat,
dann markgrafl. bad. Geheimrat und Gesandter (Minister-Resident) in Wien,
gest. 22.10.1788. Sie ist im Jahr 1762 gestorben;
aus zweiter Ehe:
5. Dorothea Sophie, geb. 28.9.1752 in Stuttgart, ledig gest ebda. 9.9.1783;
6. Regine Luise, geb. l. 4.1754 in Stuttgart, vermählte sich ebda.
15.5.1770 mit Joh. Gottfried Griesinger, Regierungsrat, 1767 Titular-Rat,
1769 Geh. Sekretär in Stuttgart, geb. in Ruit am 22.4.1738, gest. 4.8.1804.
Sie hatten 7 Töchter;
7. Tobias Konrad, getauft Esslimgen 12.9.1737, ist früh gest.
geboren am 13.5.1730 in Esslingen, war herzoglich württbg. Regierungsrat
und Geheimsekretär im Geheimen Rats-Collegium, sowie Sekretär beim schwäbischen
Kreis-Collegium. Er war Besitzer des l. Familienpokais, der aufgrund eines
Regierungsdekrets im Jahre 1796 ausgeliefert werden mußte. Johann Friedrich
stiftete im Jahre 1802 einen neuen Pokal, der nach ihm
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in den Besitz von Albrecht Konrad Friedrich überging. Er
starb am 20.2.1802 in Stuttgart.
Er verheiratete sich zweimal: I. in Ulm am 20.9.1756 mit Friederike
Magdalene Hartmann, geb. 20.6.1734, gest. 30.10. 1759, Tochter des hochfürstl.
Konstanzschen Hofkammerrats Fr. Joseph Hartmann in Ulm, und II. am 11.9.1760
in Stuttgart mit Caroline Henriette Auguste von Mylius, geb. 15.3.1745.
gest. l. 2.1823, Tochter des Freiherrn Ernst Heinrich von Mylius, herzogl.
württbg. Geh. Legationsrat und Kreis-Direktorial-Gesandtet bei den schwäbischen
Kreiskonventen in Ulm, (geb.Leipzig 14.10.1716, gest. 20.1.1781) und der
Benedikta Elisabeth Böhm.
Die Kinder sind aus erster Ehe:
l. o Albrecht Konrad Friedrich, geb. am 19.9.I757, s. 11.16;
aus zweiter Ehe:
2. Heinrich Konrad Friedrich, geb. 5.10.1761, gest.11. 7.1763;
3. o August Friedrich, geb. 14.9.1763 in Stuttgart, Stammvater des Stuttgarter
Zweiges, s.11.17, S.301;
4. Elisabeth Friederike, geb. 31 10.1765 in Stuttgart, heiratete ebda.
am 26.4.1784 den Klosterhofmeister Immanuel Härtlin in Steinheim/Murr,
geb. 24.2.1758, gest. 10.4.1792;
5. Auguste Friederike, geb. 8.4.1767, gest. 11.9.1783;
6. Heinrich Friedrich, geb. 2.8.1768, gest. am 11.9.1768;
7. Caroline Friedrike, geb. Stuttgart am 16. 1.1772, gest. am 14.5.I783;
8. Henriette Friederike. geb. Stuttgart 6.8.1774, vermählte sich am
30.11.1797 ebda. mit dem Oberleutnant und späteren Kaufmann Carl Christian
Friedr. Weckherlin in Stuttgart, geb. 2.6.1772, gest. 4.7.1832. Sie hatten
5 Kinder;
9. o Carl Friedrich (II). geb. 8.9.1779, s.11.17a;
10. Auguste Friederike, geb. am 8.4.1782, ledig gestorben in Stuttgart
am 5.9.1840.
Mit diesen Geschwistern spaltet sich der Stamm neuerdings in zwei Teile,
einen Stuttgarter und einen Karlsruher Zweig. Dem damaligen auch im hoechsten
Adel üblichen Brauch entsprechend, hatten sich viele Angehörige dem geistlichen
Stande gewidmet. Wir treffen sie von nun an (zweite Haelfte des18. Jahrhunderts)
in allen amtlichen Stellen. In der Namensgebung der Kinder macht sich die
Sitte breit, die Vornamen regierender Fürsten und großer Männer zu übernehmen,
vgl. Ulrich, Christoph, Friedrich, Carl, Martin (Luther). Johann Friedrich
und auch seine Nachkommen geben ihren sämtlichen Kindern den Beinamen Friedrich
und Friederike, wohl in Verehrung Friedrichs des Großen, obwohl Württemberg
und sein Regent (Herzog Karl) sich damals an den Kriegen gegen Preußen
beteiligte.
D e r K a r l s r u h e r Z w e i g
Albrecht Konrad Friedrich Renz (geb. Stuttgart 19.9.1757) erhielt eine
sehr sorgfältige Erziehung. Er studierte in Augsburg und Göttingen und
wurde hier Dr. utr. jun. 1781 wurde er beim schwäbischen Kreisdirektorium
in Ulm angestellt. Dort starb bald hernach sein Großvater mütterlicherseits,
der herzog!. württembg. Hoframmerrat und Kreiseinnehmer Friedrich Joseph
Hartmann, der ihm ein sehr bedeutendes Vermögen hinter ließ mit der Bedingung,
Namen und Wappen der Familie Hartmann, welche am Aussterben war, weiterzuf
ühren. Er schrieb sich deshalb von nun an Renz-Hartmann und führte das
Hartmannsche Wappen - 2 rote gekreuzte Pfeile auf silbernem Schild- neben
seinem eigenen. Er verließ nun den Zivildienst und trat 1783 in die Chevaliergarde
zu Pferde, welche Herzog Karl von Württemberg gebildet hatte und die nur
aus Edelleuten bestand. Hier wurde er Rittmeister. Diese Garde war keine
stehende Truppe, sondern ihre Angehörigen wohnten im Lande zerstreut und
wurden nur bei feierlichen Gelegenheiten einberufen. Nach 11 Jahren
nahm er den Abschied als Major a la suite. Albrecht erkaufte sich einen
Grundbesitz auf bayrischem Gebiet an der Straße nach Memmingen.
Dieses Landgut wurde im Krieg 1796 von den Franzosen völlig zerstört und
mußte mit großem Verlust wieder veräußert werden.
Die Renzsche Familie hatte bisher von dem Adelsrecht keinen Gebrauch
gemacht, Albrecht beschloß, dieses Prädikat zu reklamieren und wandte sich
daher an den Kaiserlichen Hof in Wien. Seinem Ansinnen wurde entsprochen
und er erhielt von Kaiser Joseph II. auf Grund des im Original vorgelegten
Wappenbriefes vom Jahre 1513 nun ein neues förmliches Adelsdiplom vom 4.10.
1783. In diesem Diplom ist der Name *Renz*, nicht *Rentz*" geschrieben,
da dieser schon seit langer Zeit, wenigstens in Süddeutschland, üblich
geworden war.
Nach Wiederausbruch des Krieges 1799 verließ er Ulm, begab sich nach
Bayreuth, damals preußisch und neutrales Gebiet. 1811 zog er nach Karlsruhe,
wo sein Sohn Heinrich in Garnison stand. Dort lebte er als Privatmann,
wurde jedoch vom Großherzog Ludwig von Baden im Jahre 1818 nach dessen
Thronbesteigung zum Großherzoglichen Kammerherrn ernannt.
Er war auch im Besitz des Familienpokals gemäß einer Bescheinigung
vom 29.8.1831, die sein Nachfolger und Bruder Karl Friedrich ihm ausgestellt
hatte.
Er hatte sich schon mit 22 Jahren am 26.10.1779 in Ulm mit Sibylla
Jakobina, der Tochter des Rentiers und Bankiers Georg Jakob von Köpf aus
Augsburg vermählt (geb. 8.5.1759). Er starb in Karlsruhe am 1.7.1831. Seine
Frau zog hierauf zu ihrer ältesten Tochter nach Ulm, wo sie am 18. 4.1832
starb. Er ist der Stammvater des badischen (Karlsruher) Zweiges der Linie.
Seine Kinder sind:
1. Magdalene Regine Friederike, geb am 22.8.1780 in Ulm, verheiratet
seit 1799 mit Carl Friedrich von Neubronner (geb. 11.2.1775), einem Patrizier,
der an den Feldzügen 1793/94 gegen die Franzosen als Oberleutnant teilgenommen
hatte. Er lebte danach als Rentner in Ulm, starb am 9.6.1857, seine Frau
schon 1832. Die 2 Kinder sind bald nach der Geburt gestorben;
2. Magdalene Jakobine Albertine, geb. am 10.9.1781 in Ulm. Verheiratet
am 13.4. 18oi mit dem Leuttnant Carl Christoph von Watter, geb. 13.1.1775
in Zizeneff (Pommern). Er trat in wurttembg. Dienste, wo er die napoleonischen
Feldzüge mitmachte und Oberst wurde. Er starb 7.8.1838 in Heilbronn, seine
Frau am 12.3.1857 in Ludwigsburg. Sie hinterließen 4 Kinder:
a) Sophie, geb. 1802, gest. ledig 1820;
b) Wilhelmine, geb. 1803, vermählt mit Freiherr Joseph von Stockhorn,
Regierungsrat in Rastatt, gest. ebda. 1840;
c) Carl, geb. 1805, war Artilleriehauptmann, gest. 1849 in Ulm und
d) Heinrich, geb.1806, gest. 1874 in Cannstatt als Oberst leutnant
a. D.;
3. Auguste Caroline Friederike, geb. am 8.10.1782 in Ulm, gest. am 28.10.1805
in Bayreuth;
4. o Gustav Heinrich Friedrich, geb. am 4.4.1789, s.12.
17.
geboren am 4.4.1789 in Ulm, trat in Militärdienste des Kurfürsten von
Baden und machte die Feldzüge 1805-1809 und 1814/15 im badischen Heer gegen
Osterreich, Preußen und Frankreich
Seiten 294,295
mit und rückte zum Hauptmann vor. Ab 1811 lebte sein Vater
bei ihm in Karlsruhe. Am 18.2.1859 trat er mit dem Charakter als Generalmajor
in den Ruhestand und starb als Besitzer vieler Orden und Ehrenzeichen am
23.4. 1860 in Karlsruhe durch Selbsttod. Er war auch im Besitze
des Familienpokals laut Urkunde vom 7.5. 1860 von seinem Nachfolger Christoph
Wilhelm.
Er verheiratete sich zweimal: I. am 29.7. 1813 mit Luise Amalie von
Stockhorn, Tochter des bad. Generalmajors Freiherrn Jos. Stockhorn, geb.
15.7.1795, gest. 11.11.1819; II. am 21.5.1822 mit Nanette, Tochter des
Gastwirts Konrad Siegle in Karlsruhe, geb. l. 10. 1806, gest. 15.11. 1868.
Seine Nachkommen sind
aus erster Ehe:
l. o Heinrich Ludwig, geb. 5.9.1814, s.13.20;
2. Luise Amalie Josephine Albertine, geb. 16. l. 1816 in Karlsruhe,
gest. 7.8.1818;
3. Joseph Albrecht Ludwig, geb. am 21.4.1817 in Karlsruhe, trat
in badischen Militärdienst und starb schon am 29. 1 1842 an Nervenfieber
in Mannheim;
4. Carl Friedrich Joseph Ferdinand, geb. am 2.8. 1818. Wurde15.11.1835
badischer Offizier, war 1843-49 beim Bau der Festung Rastatt tätig, war
Teilnehmer des Feldzuges 1866 gegen Preußen, wurde 1867 Oberst und Kommandeur
des 3. bad. Inf. Regiments in Rastatt, das er 1870 nach Frankreich führte.
Er ist nach zahlreichen Gefechten beim Hauptangriff bei Nuits südlich Dijon
am 18.12.1870 gefallen (beerdigt in Mannheim). Er hatte sich am 5.7. 1855
in Mannheim mit Anna Michaele Catherine, Tochter des Hofrats Dr. Jos. Seitz
in Mannheim (geb. 13.2.1834) verheiratet, sie ist 1922 ohne Kinder gestorben;
5. oLndwig Carl Joseph Albrecht, geb. am 6.11.1819, 8.13.2!;
aus zweiter Ehe:
6. Benedikt Friedrich Konrad Gustav, geb. 8.8.1823 in Karlsruhe.
Er trat in den badischen Militärdienst. Beim Brand des Karlsruher Hoftheaters
am 28.2.1847 zog er sich bei den iHilfeleistungen eine Lungenentzündung
zu, an deren Folgen er am 6.5.1848 starb;
7. Friedrich Carl Konrad, geb. am 22. l.1825, trat ebenfalls
in denMilitaerdienst (30.11.1844 Lieutnant)), nahm aber 1846 seinen Abschied
und zog nach Nordamerika, nahm dort am Feldzug gegen Mexiko teil und starb
am 5.2.1848 in Veracruz am gelben Fieber;
8. Carl Friedrich Rudolph, geb. 29.7.1827 in Karlsruhe, gest.
am 11.8.1827;
9. Theodor Friedrich Ludwig, geb. am 5.10.1828 in Karlsruhe, gest.
am 23.10.1928.
geb. am 5.9.1814 in Karlsruhe, war am 16.5.1828 als Kadett im Großherzogl.
bad. Militärdienst; 12. 10.1830 Leutnant im l. Inf.Regiment Großherzog
in Karlsruhe. Juni 1832 als Batl. Adj. Teilnehmer an der Expedition und
Besetzung der Schweizer Grenze (25. April bis November 1833). Am 1.4.1835
als Lehrer für Mathematik und verschiedene Militaerwissenschaften an der
Kriegsschule. Am 28.8.1840 in den Generalstab kommandiert, als dessen Mitglied
Teilnehmer an den Expeditionen gegen die Freischaren 1848 und an dem Feldzug
des Reichstruppen-Corps unter General von Bruker gegen den Aufstand in
Baden 1849. Am 18. 6.1852 Chef des Generalstabs. Mit dieser Stelle war
damals auch die Leitung des topographischen Büros, die Direktion der Militärbildungsanstalten
und die Inspektion der technischen Truppen verbunden. Im Herbst 1852 in
Begleitung des Großherzogs
Seiten 296,297
Besuch am königl. Hof in Dresden, Wien und der großen Kavalleriemanöver
bei Pest in Ungarn. Am 23.10.1852 Major, 30. l. 1855 Oberstleutnant. Im
März, nach der Zuruhesetzung seines Vaters, Kommandeur des Gendarmeriecorps
unter Beförderung zum Oberst. Er führte dieses Komando 10 Jahre lang, bis
ihn körperliche Leiden zwangen, in den Ruhestand zu treten. Er wurde am
25. 2. 1869 mit der Erlaubnis zum Tragen der Uniform aktiver Generale pensioniert.
Er verheiratete sich zweimal: l. am 5.9.1842 mit Hermine Luise Fuesslin,
geb. am 5. 2. 1818 in Karlsruhe, gest. 24.5.1846, Tochter des Oberbürgermeisten
Carl Fuesslin ebda., und II. am 8.9.1849 mit Caroline Luise Wilhelmine
Schilling von Cannstatt, geb. 6.9.1822 zu Hohenwettersbach, gest. 1911,
Tochter des Freiherrn Wilh. Heinr. Schilling von Cannstatt, großherzogl.
Kammerherr und Grundherr zu Hohenwettersbach.
Auszeichnungen: 1. Ritterkreuz des Zaehringer Löwen am 2.11.1849 für
sein Verhalten in den Feldzügen der deutschen Bundestruppen gegen den badischen
Aufstand. Er erhielt am 20.9.1856 die Auszeichnung des Eichenlaubes, am
7.8.62 das Kommandeurkreuz desselben Ordens;2. Die Gedächtnismedaille
für Bekämpfung des Aufstandes 1849; 3. Das Dienstauszeichnungskreuz für
25 jährige Dienstzeit am 12.10.1853; 4. Königl. preuß. Roter Adlerorden
III. Klasse für Dienstleistung bei dem Prinzen Wilhelm von Preußen am 19.10.1856;
5. Kommandeurkreuz des Württbg. Friedrichsordens; 6. Desgl. des Großherz.
Hess. Wilheimsordens, 27.5. 1858.. Das Offizierskreuz der französischen
Ehrenlegion für Dienstleistung bei dem Kaiser Napoleon während dessen Anwesenheit
auf dem Fürstenkongreß in Baden, 18. 7. 1860; 8. Das Eichenlaub zum Kommandeur
kreuz des Zähringer Löwenordens nebst dem Dienstauszeichnungskreuz l. Klasse
für 4ojährige Dienstzeit am 21.10.1871. Am 21.10.1871 wurde er als
Generalmajor a. D. in den preuß.Armeeverband aufgenommen. Er ist gestorben
am 28.6.1879.
Er hatte sich viel mit Familienforschung abgegeben und die Ergebnisse,
die *Genealogie und Geschichte der Familie Renz oder Rentz aus Schwaben*,
kurz vor seinem Tode herausgegeben. Seine Nachkommen sind aus zweiter Ehe:
l. o Heinrich Wilhelm Ludwig, geb. am 1.7.1850, s. 14.23;
2. Henriette Auguste Nanette Luise, geb. am 20.6.1855 in Karlsruhe,
blieb ledig und ist 1928 gestorben.
geboren am 6.11.1819 in Karlsruhe, trat ebenfalls in den bad. Militärdienst
und war am 29.8.1838 zum Leutnant befördert; war 1849 im badischen Oberland
zur Bekämpfung der Unruhen, 1866 im Feldzug gegen Dänemark als Oberstleutnant
und Kommandeur der Feldhospitäler. Wegen eines Augenleidens trat er am
29.12. 1866 als Oberst in den Ruhestand. Er ist am 22. 2.1885 in Freiburg
i. Br. gestorben.Am 19.11.1850 vermählte er sich mit Luise Barbara Caritas,
Tochter des badischen Majors Freiherr Adalbert von Adelsheim, geb. 13.9.1825
in Worms, gest. 16.11. 188o in Freiburg i. Br.
Seine Kinder sind:
l. Anna Luise Johanna, geb. am 15.8. 1851 in Konstanz,
verheiratete sich am 29.12. 1886 mit dem preuß. Hauptmann Ferdinand Stieh,>
geb. Berlin 1.3.1848, gest. Ilmenau bei Achern 1.9.1892;
2. Emma Leopoldine Nanette, geb. am 4.4.1858 in Konstanz, gest.
am 5.9. 1880 in Freiburg i. Br.
geboren am 1.7. 1850 in Karlsruhe, besuchte die polytechnische Hochschule
in Karlsruhe, trat als Freiwilliger in den Militärdienst
Seiten 298,299
(23.7. 1870 Sec. Leutnant) ind nahm an zahlreichen Kämpfen
des Krieges 1870/71 teil. Besuchte 1876 die Kriegsakademie, war bei verschiedenen
Artillerie-Regimentern, zum Schluß am 24.3.1890 beim l. badischen F. A.
14 in Karlsruhe. Im Jahr 1880/81 war er Ordonnanzoffizier beim Erbgroßherzog
von Baden. Seine Stellung als Batteriechef beim 2. Garde-Feld-Art.- Regt.
(1882) und beim l. Garde-Feld-Art.-Regt. mußte er mit Rücksicht auf den
Gesundheitszustand seiner Frau aufgeben und wurde daher auf seine Bitte
von Berlin nach Minden zum 2. westf. Feld-Art.-Regt. Nr.22 versetzt. Er
ist am 30.1.1908 gestorben. Er war Inhaber des Kommandeur-Kreuzes des Zähringer
Löwen.
Er verheiratete sich am 16.10.1881 in Karlsruhe mit Utta FreiinMarschall
von Biberstein, Tochter des verstorbenen Großherz. badischen Kammerherrn
Karl Marschall von Biberstein und der Elisabeth, geb. Westphal.
Seine Nachkommen sind:
l. Heinrich Karl, geb. 1.9.1887 in Minden, s.15.27;
2. Werner Ludwig August Oskar, geb. 6. 1.1890 in Minden, s.15.28;
3. Otto, geb. am 3.11.1891, s.15.
29.
geb. Minden/Westf. 1.9.1887. Nach abgeschlossener Schul ausbildung in
Darmstadt und Freiburg i. Brsg., wo er 1906 die Reifeprüfung ablegte, trat
er im selben Jahr im Großh. Leib-Grenadier-Regt. 109 in Karlsruhe als Fahnenjunker
ein; 1907 Leutnant, wurde 1911 zum Inf. Regt. 172 nach Neu-Breisach versetzt
und zog mit diesem Regiment 1914 ins Feld. Im September 1914 verwundet,
kam er nach seiner Genesung zum Alpenkorps und machte die Kämpfe in den
Karpathen und Serbien mit. 1918 schied er aus dem Heeresdienst aus und
war kaufmaennisch tätig bei den Neussler Oelwerken und später bei Rheinmetall.
Nach seiner Reaktivierung im Jahre 1938 war er beim Wehrbezirks-Kommando
Köln, 1940 Kommandeur des Bez.- Amts Malmedy, 1943 desselben in Gelsenkirchen.
Ein schweres Herzleiden zwang ihn nach längerer Iazarettbehandlung im März
1945 zum Abschied aus dem Heeresdienst als Oberstleutnant. Er starb in
Markdorf am Bodensee, wo er bei den Schwiegereltern seines Bruders Werner
Aufnahme gefunden hatte, am 6.11.1945.
Im Jahre 1927 hatte er sich vermählt mit Jutta Schiffer, Tochter des
verstorbenen Herm. Schiffer. Die Ehe blieb kinderlos.
geb. in Minden am 6. l. 1890, erhielt seine Schulausbildung in Darmstadt
und Freiburg i. Br., die er 1909 mit der Reifeprüfung abschloß. Er widmete
sich darauf - als erster in der Familie - dem medizinischen Studium an
den Universitäten Freiburg, München, Berlin und Kiel. Im August 1914 rückte
er als Militärarzt ins Feld, wo er hauptsächlich im truppenärztlichen,
während 1 1/2 Jahren auch im Lazarettdienst tätig war und, nachdem er am
1.4.1915 seine Approbation als Arzt erworben hatte, zum Oberarzt aufrückte.
Nach 1918 erweiterte er sein Fachwissen in Heidelberg in der Iazarettabteilung
für Dermatologie, legte seine Doktorarbeit über Polineuritis ab und war
1920 in der Diakonissenanstalt in Freiburg, 1921/22 in der Landeshebammenanstalt
in Karlsruhe. Hier ließ er sich am 1.7.1922 als praktisscher Arzt nieder.
Im zweiten Weltkrieg fand er Verwendung als Lazarettarzt in Riesenburg
Wpr., Straßburg Wpr. und Schwetz Wpr., zuletzt in Güstrow. Seit Kriegsende
ist er wieder in Karlsruhe als prakt. Arzt tätig. Er hatte sich im Jahre
1935 vermählt mit Hermine Schürer, geb. Markdorf am Bodensee 14.10.1907,
Seiten 300,301
Tochter des Arztes Dr. Schürer ebda. Aus der Ehe stammt
ein Sohn:
Albrecht, geb. Karlsruhe 11.1.1937.
geb. Stettin 3.11.1891, schloß seine Schulausbildung, die er in Darmstadt
und Freiburg erhielt, 1911 mit dem Abiturientenexamen ab und trat anschließend
im Arrt.-Regt. Großherzog (I. bad.) Nr.14 als Fahnenjunker ein. Nach Besuch
der Kriegsschule in Danzig wurde er im November 1912 zum Leutnant befördert
und zog mit diesem Regiment im August 1914 ins Feld; er machte hier die
Kämpfe in den Vogesen, Saarburg, Verdun und an der Marne mit. Im September
1916 wurde er zur Art.-Prüf.-Kommission nach Berlin berufen, wo er bis
1924 verblieb. Hierauf war er bis 1929 beim 5. Art.-Regt. in Fulda, ab
1926 als Hauptmann und Batteriechef. Von 1929 bis 1934 war er bei der Insp.
für Waffen und Gerät, 1934-1936 Abt.-Kr. der l. Abt. Flakreg. 22 in Döberitz
b. Berlin; 1936-38 im Heereswaffenamt (Prüfwesen) als Abt.-Chef für Ballistik
und Munition. Ab 1938 war er wieder bei der Luftwaffe im Truppendienst
tätig (Hamburg, Iserlohn) und zuletzt bis zum Kriegsausbruch als Kommandeur
des Flakregiments 33 in Halle/S. Als Generalmajor führte er zum Kriegsbeginn
die Flakgruppe Halle-Leuna. Von November 1939 bis März 1941 war er Kommandeur
des Luftverteidigungskommandos Düsseldorf, anschl. der 9. Flakdivision,
die in Belgien, Nordfrankreich und an der Kanalküste eingesetzt war, bis
sie im Januar 1942 nach dem Osten - Poltawa und Charkow - verlegt wurde.
Ab Juni 1942 war er wieder in Berlin als Chef der Flakentwicklung. Februar
1943 zurn General der Flakartillierie befördert, war er ab November 1944
Kommand. General des V. Flak-Korps, das in den Kämpfen bei Budapest und
Wien eingesetzt war. Bei Kriegsende war er mitwirkend bei der Auflösung
der Luftwaffe um Rosenheim und kehrte im Juni 1947 aus amerikanischer Gefangenschaft
zurück.
Er ist seither im kaufmännischen Beruf in Karlsruhe tätig.
Wilhelm hatte sich am 10.4.1920 mit Auguste Feodora (Dutta) Koehler
in Greifenhagen vermählt, geb. Hanau 8.10.1894, Tochter des Landrats Gust.
Koehler in Greifenhagen (Pomm).
Der Sohn
geb 11. 6.1921 in Berlin, erhielt seine Schulausbildung in Fulda und
Berlin und trat nach abgeleistetem Arbeitsdienst als Fahnenjunker im Herbst
1939 beim Art.-Regt. 2 in Stettin ein. In Frankreich wurde er verwundet
und kam dann mit dem Regiment in den Ostfeldzug, wurde im Februar 1941
Leutnant und mit dem EK II ausgezeichnet und erlitt am 11.7.1941 bei Bogushewskaja
den Heldentod.
D e r S t u t t g a r t e r Z w e i g
geboren in Stuttgart am 14.9.1763 (S.290), Stammvater des Stuttgarter
Zweiges, studierte Jura an der herzogl. Karls-Akademie, wurde am 7. 5.1785
Kanzlei-Advokat, am 22.9.1785 Regierungsratssekretär, am 21.5.1787 Hauptmann
und Auditor der herzogl. Leibgarde, am 13.8.1792 Oberamtmann, Keller und
geistlicher Verwalter in Freudenstadt, wo er bei der Invasion der Franzosen
1796 schwere Zeiten mitmachte. 1807 wurde er nach Radolfzell (damals württembergisch)
versetzt und hatte dort durch Tiroler Insurgenten Schweres zu erdulden.
Auf Grund von Denunziationen über seine angebliche französische Seiten302,303
Gesinnung wurde er vom König Friedrich am 11.7.1809 ohne
Urteilspruch seines Amtes entsetzt und erhielt erst 1816 durch eine von
König Wilhelm eingesetzte Kommission seine Rechte wieder anerkannt. Er
lebte in dieser Zeit in Sulz a. N. und zog 1819 nach Stuttgart, wo er am
5.4.1820 starb.
Er hatte sich am 17.9.1792 in Stuttgart mit Rosine Elisabeth Schumacher,
geb. ebda. 2.9.1768, gest. ebda. 12.12.1842, Toch ter des Kammerrats Christoph
Schumacher in Stuttgart, vermählt. Seine Nachkommen sind:
l. o Adolf Friedrich, geb. Freudenstadt 26.8.1794, s12.
18;
2. Auguste Rosine, geb. und gest. 22.11.1795 in Stuttgart;
3. Rosine Adelheid, geb. 19.3.1799 in Freudenstadt, gest. am15.4. (nach
Faber August) 1835 in Stuttgart;
4. o Christoph Wilhelm (Napoleon), geb. 31.8.1802 in Freudenstadt,
s. 12.19;
5. o Carl Friedrich (III), geb. 6. 12 1803 in Freudenstadt, s.12.
20.
geb. am 8.9.1779, war nach Vollendung seines juristischen Studiums kgl.
württbg. Regierungsrat und Geheimrats-Kanzlei Direktor. Er wurde als Ritter
des Württbg. Kronenordens mit dem Personaladel ausgezeichnet. Von seinem
Bruder Albrecht Konrad übernahm er nach dessen Tode den Farnilienpokal.
Er selbst ist unverehelicht am 17.9.1844 im Alter von 65 Jahren gestorben.
geb. am 26.8.1794 (nach Faber ,793) in Freudenstadt, war erst Steuerkommissar
für den Jagstkreis, dann Kassierer des Katharinenstifts und des Wohltätigkeitsvereins
in Stuttgart. Er starb ebda. am 23. 10. 1847. Am 17. 11.1829 hatte er sich
vermaehlt mit Luise Charlotte Wilhelmine Reichmann, geb. Stuttgart 16.3.1811,
Tochter des Joh. Phil. Reichmann und der Katharina Barbara Schneider von
Stuttgart; sie ist ebda. am 192 6.1874 gestorben.
Ihre Kinder sind:
l. Emilie Auguste, geb. 25.11.1833 in Stuttgart, hatte sich am 17.11.1855
mit dem Oberjustizrat Carl Ferdinand Huber von Esslingen, geb. ebda. 26.7.1823,
gest. ebda. 24.1.1883, verheiratet; er war später Obertribunalrat und zuletzt
Oberlandesgerichtsrat, in welcher Eigenschaft er geadelt wurde. Aus der
Ehe stammen 2 Söhne und 1 Tochter;
2. Charlotte Rosine, geb. ebda. 21.5.1835; sie lebte lange inOdessa
und starb am 12.8.1898 in Neustadt a. d. Linde im Frauenstift;
3. Adolf, geb. ebda. 14.9.1840, studierte Jura in Tübingen, war 1864
Justizreferendar in Esslingen, 1868 Assessor in Ulm,1878 Kreisrichter in
Ravensburg, 1881 Landgerichtsrat in Schwäb. Hall, 1885 Handelskammerdirector
und 1895 Landgerichtsdirektor in Rottweil. Er war Inhaber des Friedrichsorden
l. Klasse, vermählte sich in Stuttgart am 18. 11.1889 mit Julie Emma Haußmann,
Tochter des Oberstaatsanwalts Paul von Haußmann. und hinterließ einen Sohn
Paul Adolf; geb. Schwäb. Hall am 21.6.1894:
4. Anna Eugenie, geb. 22.3.1842 ebda., sie vermählte sich am7.5.
1861 mit Ferdinand Gottl. Aug. Huber, geb. 16. 2.1827, Direktor der Exportgesellschaft
in Stuttgart. Aus der Ehe stammen 5 Söhne und 2 Töchter; einer derselben
(Paul Huber) lebte als Kunstmaler in München und ist 1925 gestorben.
Seiten 304,305
geb. am 31.8. 1802 in Freudenstadt, studierte Jura und war 1831 Referendar
in Eßlingen, dann in Stuttgart. Er lebte später hier als Privatmann, wo
er sich sehr viel mit Familienforschung beschäftigte und sich um die Chronik
der Familie sehr verdient gemacht hat. Als Familiensenior war er 186o in
Besitz des Familienpokals von Heinrich (III), Bescheinigung vom 7.5. 1860.
Ebenso besaß er die älteste beglaubigte Abschrift des Wappenbriefes vom
Jahre 1778. Er ist am 16. 7.1879 in Stuttgart kurz nach Vollendung der
*Genealogie'* gestorben.
Seine Frau, mit der er sich am 17.6.1844 vermählt hat, war Wilhelmine
Florentine Strölin, Tochter des im Februar 1856 verstorbenen Staatskassen-Buchhalters
Immanuel Strölin in Stutt gart und der am 2.5.1865 verstorbenen Florentine
Vischer aus Calw. Sie ist am 23.10.1884 in Stuttgart gestorben.
Er hatte 4 Kinder:
l. Hermann Alfred August Friedrich Konrad, geb. am 9.5.
1845 in Stuttgart. Nach abgelegtem Forststudium war er Forstreferendar
in Zwiefalten, Urach u. a., 1871 in Leonberg, 1877 Revierförster in Steinheim
bei Heidenheim, dann Oberförster in Tettnang. Dort starb er als Forstmeister
am 26.11. 1911. Am 8.9.1873 vermähite er sich in Leonberg mit Helene von
Wünster, geb. 12.8. 185o in Bunzlau, Tochter des Seidenfabrikbesitzers
Adolf von Wünster in Andelfingen bei Riedlingen; sie lebte dort nach dem
Tode ihres Gatten. Eine Tochter Hedwig Gertrud, geb. 27.1.1881, ist 1903
mit Fritz Frentzel verheiratet, Ingenieur, Direktor der Elektrizitätswerke
in Bergamo, geb. Dessau 17.3.1869;
2. Rosa Elisabeth und Leonie Amande,
geb. am 11.12.1846 in Stuttgart, 16. 12.1884 gestorben;
3. Anna Constanze Germania, geb. am 25.3.1849 in Stuttgart, hat sich
am 15.5.1873 mit dem Dichter und Prof. Dr. Eduard Paulus, Konservator der
württbg. und vaterländischen Kunst- und Altertumsdenkmale, verheiratet,
ebda. geb. 16. 10.1837; sie ist ebda am 7.12. 1904 gestorben;
4. Leonice Alice Lucie, geb. am l. 2. 1855 in Stuttgart, vermählte sich
am 12.10.1882 mit Karl Hopifer, gest. 19.10. 7896 in Bologna, Fabrikant
in Mailand. Eine Tochter Margarethe aus dieser Ehe ist mit Dr. Eugen Reinert,
Direktor der staatlichen Gießerei in Ludwigstal bei Tuttlingen, verheiratet.
geboren am 6. 12.1803 in Freudenstadt. Nach seinem Studium in Tübingen,
wo er 1826 die Doktorwürde erhielt, in München, Leipzig, Berlin, Wien und
Paris, ließ er sich 1828 als praktischer Arzt in Stuttgart nieder. Dort
ist er am 3.3.1877 gestorben.
Am 6.5. 1828 hatte er sich mit Maria Glaser aus Stuttgart verheiratet,
geb. ebda. 12.4.1807, gest. ebda. 4.3. 1881.
Seine Kinder sind:
l. Mane Sophie, geboren in Stuttgart am 13.11.1829, vermaehlte
sich am 2.4.1848 mit Dr. med. Julius Eugen Schloßberger, Prof. der Chemie
in Tübingen, geb. 31.5. 1819, gest. 9.7. 1860. Die Witwe zog hernach
nach Stuttgart. Sie hatte 4 Kinder:
a) Julius, geb. 1853, gest. 1861,
b) Mane Luise, geb. 16. 9. 1852, verh. mit Dr. med. Jul. Preuß in Hannover,
C) Hans Eugen, geb. 7.10.1855, der Arzt wurde,
d) Lilly, geb. 8.1 1859, verheiratet mit dem Justiz- und Kriegsgerichtsrat
Stark in Ulm;
Seiten 306,307
2. o Carl August Georg Christoph, geb. am 20.11. 1839, studierte
wie sein Vater Medizin in Tübingen, Würzburg, München, Berlin, Prag, Leipzig
und Wien, ließ sich als Arzt in Dischingen, dann in Langenargen nieder.
1865 war er Regimentsarzt im 3. württbg. Infanterieregiment in Ludwigsbnrg
und nahm an den Feldzügen 1866 gegen Preußen, 1870 gegen Frankreich bei
dem Olga-Grenadier-Regiment teil. Nach Wiederaufnahme seiner praktischen
Arzttätigkeit ist er 1884 an einem unheilbaren Nervenleiden gestorben.
Er hatte sich in Stuttgart am 13.6.1865 mit Henriette Bühler verheiratet,
geb. ebda. 30.1.1845, Tochter des Ludw. Gottl. Bühler. Kaufmann in Stuttgart,
und der Marie Pauline Braun; sie ist ebda. gestorben am 27.1.1882.
Die Kinder sind:
l. Anna Charlotte Marie, geb. Ludwigsburg 13.9. 1866; sie ließ sich
in Riederau am Ammersee nieder, wo sie eine beachtliche Malerin war; vorher
lebte sie in Paris;
2. Henriette Olga, geb. ebda. 19.4.1868;
3. Carl Otto Konrad, geb. Stuttgart 31.5.1869, gest. ebda.1871;
4. August Georg, geb. ebda. 9.9.1872, studierte Medizin und ließ sich
als praktischer Arzt in Stuttgart nieder. Er vermählte sich in Köln am
25.4.1905 mit Berta Theresa Vierlinger, geb. München 6.1.1874, Tochter
des Privatiers Joh. Gabriel Vierlinger und der Theresa Finsterwalder, beide
ebda. Er ist einem Luftangriff in Stuttgart zum Opfer gefallen und hinterließ
eine Tochter Irmgard Brünhilde, geb. ebda. 7.6.1906;
5. Hugo Wolfgang, geb. ebda. 18. 3.1876, gest. 24.4. 1880;
6. Kurt Ulrich, geb. ebda. 30.10. 1880, war Professor am Agrikultur-Ministerium
in Guatemala;
7. Hildegard Marie Pauline, geb. 8.1.1882.
Aus der zweiten Ehe, die er nach dem Tod seiner ersten Frau am 26.9.1882
mit Dorothea Eugenie Kröning ein gegangen ist, geb. Essen-Ruhr 13.9.1856,
Tochter des Ferdinand Kroening, Postmeister aus Pommern, und der Adelheid
von Untzer aus Bochum, stammt ein Sohn:
8. Hans Karl, geb. 22.8.1883.
Weiteres ist über diese Nachkommen nicht bekannt.
Wenn ich damit unsere Familiengeschichte beschließe, so will das keineswegs
sagen, daß sie auch zu Ende ist. Das wäre schon deshalb nicht möglich,
weil wir selbst noch mit vielen Gliedern mitten drin stehen und unsere
Bausteine zur Formung der Geschichte liefern; erst wenn sich einmal das
Auge des letzten Namensträgers geschlossen haben wird, laßt sich auch das
Schlußwort zu unserer Geschichte finden. - Aber auch so, und das wird dem
aufmerksamen Leser nicht entgangen sein - gibt es da und dort noch
Lücken und vielleicht auch Unstimmigkeiten: Wir haben die große und weitverzweigte
Wiesensteiger Linie zusammengefaßt und dargestellt; wir haben auch, soweit
unsere heutige Forschung reicht, diese unsere Linie zum alten Ulmer Haus
in Beziehung gebracht. - Es gibt aber noch sehr viele Namensträger, allein
in unserer engeren Heimat, die ich in der vorliegenden Abhandlung noch
beiseite lassen mußte, weil ihre Zugehörigkeit zu unserer Sippe noch nicht
geklärt werden konnte. Manche Familien, die ihrerseits auf mehrere Generationen
zurückblicken, bleiben im 18. Jahrhundert hängen, manche, die darüber hinwegkommen,
verlieren sich im Dunkel der Zeit während und nach dem Dreißigjährigen
Kriege. Und die vielen, welche die heimatliche Scholle verlassen und sich
hier und dort und noch weiter draußen eine neue Heimat gesucht und auch
gefunden haben, auch sie tauchen unter und verschwinden aus unserem Gesichtskreis;
sie gelten als verzogen oder ausgewandert. Und oft ist es ein blinder Zufall,
der den Anschluß der am neuen Platz auftauchenden und sich breit machenden
Familie an den alten Stamm wieder finden läßt. Das sollte uns ermuntern,
in solchen Fällen nicht müde zu werden, sondern ihnen unsere ganze Aufmerksamkeit
zu widmen.
Aber auch in den dargestellten Familien mögen da und dort dürftige
Schilderung oder lückenhafte Angaben zu rügen sein. Das liegt aber nicht
am Unvermögen oder Nichtwollen, vielmehr daran, daß das mir zur Verfügung
stehende Material zu einer breiteren und erschöpfenderen Gestaltung nicht
gereicht hat. Viele wertvolle Unterlagen sind mir auch in der Folge des
hinter uns liegenden Krieges verloren gegangen.
So bitte ich um Nachsicht, wenn ich, wollte ich nicht in Phantasterei
geraten, nur einzelne Lebensdaten bringen konnte. Ich bin aber jederzeit
für alle Anregungen und Ergänzungen recht dankbar, auch für etwaige Richtigstellungen
bei Irrtümern oder Fehlern, die unterlaufen sein sollten, obwohl ich solche
mit großem Fleisse zu verhindern suchte.
Heute soll. nun das Buch einem weiteren Kreise zugänglich gemacht werden
und soll aus der engen Atmosphäre meiner Klause hinausgehen. Ich finde
darin eine besondere Ehrung für unsern Wiesensteiger Stammvater
Ludwig,der vor nunmehr 500 Jahren das Licht der Welt erblickte,
so daß nun ein halbes Jahr tausend, und wenn man die Ulmer Zeit dazu rechnet,
800 Jahre Renzenfamilie auf uns blicken! Der Zweck des Buches ist
aber voll erreicht, wenn der eine oder der andere unter den Lesern zu einer
beschaulichen Musestunde sich zurückzieht und Rückschau hält, nicht um
zurückzublicken und stehen zu bleiben, sondern um damit neue Kraft zu schöpfen
für die Zukunft, um das Feuer am eigenen Herd anglimmen zu lassen und in
dieser Rueckschau zu erkennen, wie und warum alles so geworden ist und
werden mußte; er wird dann auch hieraus den richtigen Weg vorwärts für
sich und seine Nachkommen erkennen können
Den Ahnen zum Gedächtnis,
den Enkeln zum Vermächtnis!
Abgeschlossen Dezember 1947
Schwäb. Hall, Weihnachten 1948
Ernst Renz
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