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Seite 287

          4. D i e s c h w ä b i s c h - b a d i s c h e L i n i e d e s G ü n t h e r A l b r e c h t

        M 8.7 o Günther Albrecht R e n z (I)

war das achte Kind Johann Konrads (I) (S.136) und der fünfte Sohn in der Reihe der neuen Stammväter, die von Johann Konrad ausgingen. Er war geboren in Rechentshofen am 27.2.1673 und ist am 28.6.1728 in Stuttgart gestorben. Am 18.11.1702 war er Amtskeller des Herzogs von Württemberg in Leonberg, dann 1705 Vogt in Backnang und 1711 Vogt und Amtmann in Kirchheim u. Teck. Seine erste Frau, mit der er sich am 23.4. 1703 in Vaihingen/E. vermählt hat, ist die Tochter Christine (geb. ebda. am 13.2.1682) des Stiftsverwalters Tobias Heinrich Korn in Stuttgart; dieser war 1674-1694 herrenalbischer Pfleger zu Vaihingen und gleichzeitig (1672) Maulbronner geistlicher Verwalter, 1694 Stiftsverwalter, gest. am 6.4.1695. Christine ist am 9.4 1714 gestorben. In zweiter Ehe vermählte er sich in Kirchheim u. Teck am 21.4.1716 mit Johanna Jakobina Essich, geb. 5.2.1695, gest. 1730, Tochter des Universitäts-Sekretars Johann Jakob Essich in Tübingen und der Marie Elisabethe geb. Kuhhorst. Dieser war 1691 Oberrats-Sekretär, 1698Geh. Sekretär und ist am 24.3.1724 gestorben. Johanna ging eine zweite Ehe ein mit dem Expeditions-Rat und Kirchenkastenpfleger Elias Gottfried Knebel in Stuttgart. Sie ist im Jahr 1730 gestorben.
Aus der zweiten Ehe stammen die Kinder:

l. oTobias Konrad, geb. 13.6.1704, s.9. 12;
2. Magdalena Catharina, geb. 12.10.1711; sie vermählte sich am 29.10.1737 in Tübingen mit dem Langenburgschen
Seiten 288,289
Hofrat Christian Weiß, Sohn des Andreas Adam Weiß in Waldenburg, geb. 10.2.1706, gest. 20.11.1777. Magdalena ist am 15.12.1770 in König (Odenwald) gestorben.

        M 9.12 Tobias Konrad R e n z

geboren in Leonberg am 13.6.1704, studierte Rechtswissenschaft in Tübingen. Seine Dissertationsschrift ,,Pato potestas", Stuttgart 1775, befindet sich in der öffentlichen Bibliothek in Stuttgart. Er war erst Rechtskonsulent der Ritterschaft des Kochergaus, erhielt 1758 die Berufung in den Oberrat als Gelehrter Rat (Das Kollegium der Geheimenräthe war in Württbg. im 17. und 18. Jahrhundert die hoechste Regierungsbehörde, eine Art Ministerrat. Nach ihm bestand als beratende Behörde der Oberrath, zusammengesetzt teils aus edlen Raethen (vom begüterten Adel), teils aus gelehrten Räthen (Rechtsgelehrten). Ein Kanzler vertrat den Herzog als obersten Träger der Regierungsgewalt, je doch nicht immer. Georgii, württ. Denerbuch S. 67 und 27 unter gelehrten und adeligen Geheimen Räthen.) und stieg zu hohen Würden auf. 1766 wurde er zum Wirklichen Geheimrat ernannt. Er war Sekretär des sogenannten Großen Ordens, Universitätsvisitator und württberg. Gesandter bei der Schwäbischen Kreisversammlung. Er ist am 14.5.1779 gestorben.
Er war dreimal verheiratet: I. Kirchheim, Sonntag Exaudi 17.5.1729 mit Christine Friederike, Tochter des Bürgermeisters, Spitalvogts und ritterschaftlichen Konsulenten Friedrich Balthasar vonRhau (Rau, Rhaw) in Eßlingen, geb.ebda. 7.8.1711, gest. 1.4.1748. II. Stuttgart am 18.5.1751 mit Luise Magdalene Zink, Tochter des Regierungsrats Johann Zink in Stuttgart und der MagdaleneElisabeth Steck ebda., geb. ebda. 14.11.1712, gest. 11.16.1760.3. am 20.6.1769 in Stuttgart mit Marie Friederike Ernestine geb. Storr, Witwe des Hauptmanns Johann Peter Camerer,Tochter des Stiftspredigers und geistlichen Dichters, Konsist. Rat Joh. Chr. Storr.

Die Kinder aus erster Ehe sind:

1.x. o Johann Friederich (II), geb. 13 (30.?) 5.1730, s.10.14;
2. Christine Friederike, geb. Dinkelsbühl 31.1.1734, verh. in Stuttgart am 14.11.1752 mit Johann Daniel Seeger, geb. 30.1.1725, fürstl. Oettingen.-Spielbergischen Konsistorialrat zu Wallerstein, gest. Stuttgart 3. l. 1809; sie hinter ließen 3 Söhne;
3. Conrad Amadeus, getauft 4.8.1739 in Eßlingen, früh gestorben;
4. Elisabeth Hedwig, geb.... vermählt am 7.4.1761 als zweite Frau mit Jakob Friedrich von Stockmayer (geb. 20.10.1731), herzogl. württbg. Hofgerichts-Advokat, dann markgrafl. bad. Geheimrat und Gesandter (Minister-Resident) in Wien, gest. 22.10.1788. Sie ist im Jahr 1762 gestorben;

aus zweiter Ehe:

5. Dorothea Sophie, geb. 28.9.1752 in Stuttgart, ledig gest ebda. 9.9.1783;
6. Regine Luise, geb. l. 4.1754 in Stuttgart, vermählte sich ebda. 15.5.1770 mit Joh. Gottfried Griesinger, Regierungsrat, 1767 Titular-Rat, 1769 Geh. Sekretär in Stuttgart, geb. in Ruit am 22.4.1738, gest. 4.8.1804. Sie hatten 7 Töchter;
7. Tobias Konrad, getauft Esslimgen 12.9.1737, ist früh gest.

        M 10.14 o Jöhann Friedrich R e n z (II)

geboren am 13.5.1730 in Esslingen, war herzoglich württbg. Regierungsrat und Geheimsekretär im Geheimen Rats-Collegium, sowie Sekretär beim schwäbischen Kreis-Collegium. Er war Besitzer des l. Familienpokais, der aufgrund eines Regierungsdekrets im Jahre 1796 ausgeliefert werden mußte. Johann Friedrich stiftete im Jahre 1802 einen neuen Pokal, der nach ihm
Seiten 290,291
in den Besitz von Albrecht Konrad Friedrich überging. Er starb am 20.2.1802 in Stuttgart.
Er verheiratete sich zweimal: I. in Ulm am 20.9.1756 mit Friederike Magdalene Hartmann, geb. 20.6.1734, gest. 30.10. 1759, Tochter des hochfürstl. Konstanzschen Hofkammerrats Fr. Joseph Hartmann in Ulm, und II. am 11.9.1760 in Stuttgart mit Caroline Henriette Auguste von Mylius, geb. 15.3.1745. gest. l. 2.1823, Tochter des Freiherrn Ernst Heinrich von Mylius, herzogl. württbg. Geh. Legationsrat und Kreis-Direktorial-Gesandtet bei den schwäbischen Kreiskonventen in Ulm, (geb.Leipzig 14.10.1716, gest. 20.1.1781) und der Benedikta Elisabeth Böhm.

Die Kinder sind aus erster Ehe:

l. o Albrecht Konrad Friedrich, geb. am 19.9.I757, s. 11.16;

aus zweiter Ehe:

2. Heinrich Konrad Friedrich, geb. 5.10.1761, gest.11. 7.1763;

3. o August Friedrich, geb. 14.9.1763 in Stuttgart, Stammvater des Stuttgarter Zweiges, s.11.17, S.301;
4. Elisabeth Friederike, geb. 31 10.1765 in Stuttgart, heiratete ebda. am 26.4.1784 den Klosterhofmeister Immanuel Härtlin in Steinheim/Murr, geb. 24.2.1758, gest. 10.4.1792;
5. Auguste Friederike, geb. 8.4.1767, gest. 11.9.1783;
6. Heinrich Friedrich, geb. 2.8.1768, gest. am 11.9.1768;
7. Caroline Friedrike, geb. Stuttgart am 16. 1.1772, gest. am 14.5.I783;
8. Henriette Friederike. geb. Stuttgart 6.8.1774, vermählte sich am 30.11.1797 ebda. mit dem Oberleutnant und späteren Kaufmann Carl Christian Friedr. Weckherlin in Stuttgart, geb. 2.6.1772, gest. 4.7.1832. Sie hatten 5 Kinder;
9. o Carl Friedrich (II). geb. 8.9.1779, s.11.17a;
10. Auguste Friederike, geb. am 8.4.1782, ledig gestorben in Stuttgart am 5.9.1840.

Mit diesen Geschwistern spaltet sich der Stamm neuerdings in zwei Teile, einen Stuttgarter und einen Karlsruher Zweig. Dem damaligen auch im hoechsten Adel üblichen Brauch entsprechend, hatten sich viele Angehörige dem geistlichen Stande gewidmet. Wir treffen sie von nun an (zweite Haelfte des18. Jahrhunderts) in allen amtlichen Stellen. In der Namensgebung der Kinder macht sich die Sitte breit, die Vornamen regierender Fürsten und großer Männer zu übernehmen, vgl. Ulrich, Christoph, Friedrich, Carl, Martin (Luther). Johann Friedrich und auch seine Nachkommen geben ihren sämtlichen Kindern den Beinamen Friedrich und Friederike, wohl in Verehrung Friedrichs des Großen, obwohl Württemberg und sein Regent (Herzog Karl) sich damals an den Kriegen gegen Preußen beteiligte.

D e r K a r l s r u h e r Z w e i g


          M 11. 16 o Albrecht Konrad Friedrich von R e n z

Albrecht Konrad Friedrich Renz (geb. Stuttgart 19.9.1757) erhielt eine sehr sorgfältige Erziehung. Er studierte in Augsburg und Göttingen und wurde hier Dr. utr. jun. 1781 wurde er beim schwäbischen Kreisdirektorium in Ulm angestellt. Dort starb bald hernach sein Großvater mütterlicherseits, der herzog!. württembg. Hoframmerrat und Kreiseinnehmer Friedrich Joseph Hartmann, der ihm ein sehr bedeutendes Vermögen hinter ließ mit der Bedingung, Namen und Wappen der Familie Hartmann, welche am Aussterben war, weiterzuf ühren. Er schrieb sich deshalb von nun an Renz-Hartmann und führte das Hartmannsche Wappen - 2 rote gekreuzte Pfeile auf silbernem Schild- neben seinem eigenen. Er verließ nun den Zivildienst und trat 1783 in die Chevaliergarde zu Pferde, welche Herzog Karl von Württemberg gebildet hatte und die nur aus Edelleuten bestand. Hier wurde er Rittmeister. Diese Garde war keine stehende Truppe, sondern ihre Angehörigen wohnten im Lande zerstreut und wurden nur bei feierlichen Gelegenheiten einberufen. Nach 11 Jahren nahm er den Abschied als Major a la suite. Albrecht erkaufte sich einen Grundbesitz auf bayrischem Gebiet an der Straße nach Memmingen. Dieses Landgut wurde im Krieg 1796 von den Franzosen völlig zerstört und mußte mit großem Verlust wieder veräußert werden.
Die Renzsche Familie hatte bisher von dem Adelsrecht keinen Gebrauch gemacht, Albrecht beschloß, dieses Prädikat zu reklamieren und wandte sich daher an den Kaiserlichen Hof in Wien. Seinem Ansinnen wurde entsprochen und er erhielt von Kaiser Joseph II. auf Grund des im Original vorgelegten Wappenbriefes vom Jahre 1513 nun ein neues förmliches Adelsdiplom vom 4.10. 1783. In diesem Diplom ist der Name *Renz*, nicht *Rentz*" geschrieben, da dieser schon seit langer Zeit, wenigstens in Süddeutschland, üblich geworden war.
Nach Wiederausbruch des Krieges 1799 verließ er Ulm, begab sich nach Bayreuth, damals preußisch und neutrales Gebiet. 1811 zog er nach Karlsruhe, wo sein Sohn Heinrich in Garnison stand. Dort lebte er als Privatmann, wurde jedoch vom Großherzog Ludwig von Baden im Jahre 1818 nach dessen Thronbesteigung zum Großherzoglichen Kammerherrn ernannt.
Er war auch im Besitz des Familienpokals gemäß einer Bescheinigung vom 29.8.1831, die sein Nachfolger und Bruder Karl Friedrich ihm ausgestellt hatte.
Er hatte sich schon mit 22 Jahren am 26.10.1779 in Ulm mit Sibylla Jakobina, der Tochter des Rentiers und Bankiers Georg Jakob von Köpf aus Augsburg vermählt (geb. 8.5.1759). Er starb in Karlsruhe am 1.7.1831. Seine Frau zog hierauf zu ihrer ältesten Tochter nach Ulm, wo sie am 18. 4.1832 starb. Er ist der Stammvater des badischen (Karlsruher) Zweiges der Linie.

Seine Kinder sind:

1. Magdalene Regine Friederike, geb am 22.8.1780 in Ulm, verheiratet seit 1799 mit Carl Friedrich von Neubronner (geb. 11.2.1775), einem Patrizier, der an den Feldzügen 1793/94 gegen die Franzosen als Oberleutnant teilgenommen hatte. Er lebte danach als Rentner in Ulm, starb am 9.6.1857, seine Frau schon 1832. Die 2 Kinder sind bald nach der Geburt gestorben;
2. Magdalene Jakobine Albertine, geb. am 10.9.1781 in Ulm. Verheiratet am 13.4. 18oi mit dem Leuttnant Carl Christoph von Watter, geb. 13.1.1775 in Zizeneff (Pommern). Er trat in wurttembg. Dienste, wo er die napoleonischen Feldzüge mitmachte und Oberst wurde. Er starb 7.8.1838 in Heilbronn, seine Frau am 12.3.1857 in Ludwigsburg. Sie hinterließen 4 Kinder:

    a) Sophie, geb. 1802, gest. ledig 1820;
    b) Wilhelmine, geb. 1803, vermählt mit Freiherr Joseph von Stockhorn, Regierungsrat in Rastatt, gest. ebda. 1840;
    c) Carl, geb. 1805, war Artilleriehauptmann, gest. 1849 in Ulm und
    d) Heinrich, geb.1806, gest. 1874 in Cannstatt als Oberst leutnant a. D.;

3. Auguste Caroline Friederike, geb. am 8.10.1782 in Ulm, gest. am 28.10.1805 in Bayreuth;
4. o Gustav Heinrich Friedrich, geb. am 4.4.1789, s.12. 17.

        M 12.17 o Gustav Heinrich Friedrich von R e n z

geboren am 4.4.1789 in Ulm, trat in Militärdienste des Kurfürsten von Baden und machte die Feldzüge 1805-1809 und 1814/15 im badischen Heer gegen Osterreich, Preußen und Frankreich
Seiten 294,295
mit und rückte zum Hauptmann vor. Ab 1811 lebte sein Vater bei ihm in Karlsruhe. Am 18.2.1859 trat er mit dem Charakter als Generalmajor in den Ruhestand und starb als Besitzer vieler Orden und Ehrenzeichen am 23.4. 1860 in Karlsruhe durch Selbsttod. Er war auch im Besitze des Familienpokals laut Urkunde vom 7.5. 1860 von seinem Nachfolger Christoph Wilhelm.
Er verheiratete sich zweimal: I. am 29.7. 1813 mit Luise Amalie von Stockhorn, Tochter des bad. Generalmajors Freiherrn Jos. Stockhorn, geb. 15.7.1795, gest. 11.11.1819; II. am 21.5.1822 mit Nanette, Tochter des Gastwirts Konrad Siegle in Karlsruhe, geb. l. 10. 1806, gest. 15.11. 1868. Seine Nachkommen sind


aus erster Ehe:

l. o Heinrich Ludwig, geb. 5.9.1814, s.13.20;
2. Luise Amalie Josephine Albertine, geb. 16. l. 1816 in Karlsruhe, gest. 7.8.1818;
3. Joseph Albrecht Ludwig, geb. am 21.4.1817 in Karlsruhe, trat in badischen Militärdienst und starb schon am 29. 1 1842 an Nervenfieber in Mannheim;
4. Carl Friedrich Joseph Ferdinand, geb. am 2.8. 1818. Wurde15.11.1835 badischer Offizier, war 1843-49 beim Bau der Festung Rastatt tätig, war Teilnehmer des Feldzuges 1866 gegen Preußen, wurde 1867 Oberst und Kommandeur des 3. bad. Inf. Regiments in Rastatt, das er 1870 nach Frankreich führte. Er ist nach zahlreichen Gefechten beim Hauptangriff bei Nuits südlich Dijon am 18.12.1870 gefallen (beerdigt in Mannheim). Er hatte sich am 5.7. 1855 in Mannheim mit Anna Michaele Catherine, Tochter des Hofrats Dr. Jos. Seitz in Mannheim (geb. 13.2.1834) verheiratet, sie ist 1922 ohne Kinder gestorben;
5. oLndwig Carl Joseph Albrecht, geb. am 6.11.1819, 8.13.2!;

aus zweiter Ehe:

6. Benedikt Friedrich Konrad Gustav, geb. 8.8.1823 in Karlsruhe. Er trat in den badischen Militärdienst. Beim Brand des Karlsruher Hoftheaters am 28.2.1847 zog er sich bei den iHilfeleistungen eine Lungenentzündung zu, an deren Folgen er am 6.5.1848 starb;
7. Friedrich Carl Konrad, geb. am 22. l.1825, trat ebenfalls in denMilitaerdienst (30.11.1844 Lieutnant)), nahm aber 1846 seinen Abschied und zog nach Nordamerika, nahm dort am Feldzug gegen Mexiko teil und starb am 5.2.1848 in Veracruz am gelben Fieber;
8. Carl Friedrich Rudolph, geb. 29.7.1827 in Karlsruhe, gest. am 11.8.1827;
9. Theodor Friedrich Ludwig, geb. am 5.10.1828 in Karlsruhe, gest. am 23.10.1928.

        M 13.20 o Heinrich Ludwig R e n z

geb. am 5.9.1814 in Karlsruhe, war am 16.5.1828 als Kadett im Großherzogl. bad. Militärdienst; 12. 10.1830 Leutnant im l. Inf.Regiment Großherzog in Karlsruhe. Juni 1832 als Batl. Adj. Teilnehmer an der Expedition und Besetzung der Schweizer Grenze (25. April bis November 1833). Am 1.4.1835 als Lehrer für Mathematik und verschiedene Militaerwissenschaften an der Kriegsschule. Am 28.8.1840 in den Generalstab kommandiert, als dessen Mitglied Teilnehmer an den Expeditionen gegen die Freischaren 1848 und an dem Feldzug des Reichstruppen-Corps unter General von Bruker gegen den Aufstand in Baden 1849. Am 18. 6.1852 Chef des Generalstabs. Mit dieser Stelle war damals auch die Leitung des topographischen Büros, die Direktion der Militärbildungsanstalten und die Inspektion der technischen Truppen verbunden. Im Herbst 1852 in Begleitung des Großherzogs
Seiten 296,297
Besuch am königl. Hof in Dresden, Wien und der großen Kavalleriemanöver bei Pest in Ungarn. Am 23.10.1852 Major, 30. l. 1855 Oberstleutnant. Im März, nach der Zuruhesetzung seines Vaters, Kommandeur des Gendarmeriecorps unter Beförderung zum Oberst. Er führte dieses Komando 10 Jahre lang, bis ihn körperliche Leiden zwangen, in den Ruhestand zu treten. Er wurde am 25. 2. 1869 mit der Erlaubnis zum Tragen der Uniform aktiver Generale pensioniert.
Er verheiratete sich zweimal: l. am 5.9.1842 mit Hermine Luise Fuesslin, geb. am 5. 2. 1818 in Karlsruhe, gest. 24.5.1846, Tochter des Oberbürgermeisten Carl Fuesslin ebda., und II. am 8.9.1849 mit Caroline Luise Wilhelmine Schilling von Cannstatt, geb. 6.9.1822 zu Hohenwettersbach, gest. 1911, Tochter des Freiherrn Wilh. Heinr. Schilling von Cannstatt, großherzogl. Kammerherr und Grundherr zu Hohenwettersbach.
Auszeichnungen: 1. Ritterkreuz des Zaehringer Löwen am 2.11.1849 für sein Verhalten in den Feldzügen der deutschen Bundestruppen gegen den badischen Aufstand. Er erhielt am 20.9.1856 die Auszeichnung des Eichenlaubes, am 7.8.62 das Kommandeurkreuz desselben Ordens;2. Die Gedächtnismedaille für Bekämpfung des Aufstandes 1849; 3. Das Dienstauszeichnungskreuz für 25 jährige Dienstzeit am 12.10.1853; 4. Königl. preuß. Roter Adlerorden III. Klasse für Dienstleistung bei dem Prinzen Wilhelm von Preußen am 19.10.1856; 5. Kommandeurkreuz des Württbg. Friedrichsordens; 6. Desgl. des Großherz. Hess. Wilheimsordens, 27.5. 1858.. Das Offizierskreuz der französischen Ehrenlegion für Dienstleistung bei dem Kaiser Napoleon während dessen Anwesenheit auf dem Fürstenkongreß in Baden, 18. 7. 1860; 8. Das Eichenlaub zum Kommandeur kreuz des Zähringer Löwenordens nebst dem Dienstauszeichnungskreuz l. Klasse für 4ojährige Dienstzeit am 21.10.1871. Am 21.10.1871 wurde er als Generalmajor a. D. in den preuß.Armeeverband aufgenommen. Er ist gestorben am 28.6.1879.

Er hatte sich viel mit Familienforschung abgegeben und die Ergebnisse, die *Genealogie und Geschichte der Familie Renz oder Rentz aus Schwaben*, kurz vor seinem Tode herausgegeben. Seine Nachkommen sind aus zweiter Ehe:

l. o Heinrich Wilhelm Ludwig, geb. am 1.7.1850, s. 14.23;
2. Henriette Auguste Nanette Luise, geb. am 20.6.1855 in Karlsruhe, blieb ledig und ist 1928 gestorben.

        M 13.21 Ludwig Carl Joseph Albrecht von R e n z

geboren am 6.11.1819 in Karlsruhe, trat ebenfalls in den bad. Militärdienst und war am 29.8.1838 zum Leutnant befördert; war 1849 im badischen Oberland zur Bekämpfung der Unruhen, 1866 im Feldzug gegen Dänemark als Oberstleutnant und Kommandeur der Feldhospitäler. Wegen eines Augenleidens trat er am 29.12. 1866 als Oberst in den Ruhestand. Er ist am 22. 2.1885 in Freiburg i. Br. gestorben.Am 19.11.1850 vermählte er sich mit Luise Barbara Caritas, Tochter des badischen Majors Freiherr Adalbert von Adelsheim, geb. 13.9.1825 in Worms, gest. 16.11. 188o in Freiburg i. Br.

Seine Kinder sind:

l. Anna Luise Johanna, geb. am 15.8. 1851 in Konstanz, verheiratete sich am 29.12. 1886 mit dem preuß. Hauptmann Ferdinand Stieh,> geb. Berlin 1.3.1848, gest. Ilmenau bei Achern 1.9.1892;
2. Emma Leopoldine Nanette, geb. am 4.4.1858 in Konstanz, gest. am 5.9. 1880 in Freiburg i. Br.

        M 14.23 o Heinrich Wilhelm Ludwig von R e n z

geboren am 1.7. 1850 in Karlsruhe, besuchte die polytechnische Hochschule in Karlsruhe, trat als Freiwilliger in den Militärdienst
Seiten 298,299
(23.7. 1870 Sec. Leutnant) ind nahm an zahlreichen Kämpfen des Krieges 1870/71 teil. Besuchte 1876 die Kriegsakademie, war bei verschiedenen Artillerie-Regimentern, zum Schluß am 24.3.1890 beim l. badischen F. A. 14 in Karlsruhe. Im Jahr 1880/81 war er Ordonnanzoffizier beim Erbgroßherzog von Baden. Seine Stellung als Batteriechef beim 2. Garde-Feld-Art.- Regt. (1882) und beim l. Garde-Feld-Art.-Regt. mußte er mit Rücksicht auf den Gesundheitszustand seiner Frau aufgeben und wurde daher auf seine Bitte von Berlin nach Minden zum 2. westf. Feld-Art.-Regt. Nr.22 versetzt. Er ist am 30.1.1908 gestorben. Er war Inhaber des Kommandeur-Kreuzes des Zähringer Löwen.
Er verheiratete sich am 16.10.1881 in Karlsruhe mit Utta FreiinMarschall von Biberstein, Tochter des verstorbenen Großherz. badischen Kammerherrn Karl Marschall von Biberstein und der Elisabeth, geb. Westphal.
Seine Nachkommen sind:

l. Heinrich Karl, geb. 1.9.1887 in Minden, s.15.27;
2. Werner Ludwig August Oskar, geb. 6. 1.1890 in Minden, s.15.28;
3. Otto, geb. am 3.11.1891, s.15. 29.

        M 15.27 Heinrich Karl von R e n z

geb. Minden/Westf. 1.9.1887. Nach abgeschlossener Schul ausbildung in Darmstadt und Freiburg i. Brsg., wo er 1906 die Reifeprüfung ablegte, trat er im selben Jahr im Großh. Leib-Grenadier-Regt. 109 in Karlsruhe als Fahnenjunker ein; 1907 Leutnant, wurde 1911 zum Inf. Regt. 172 nach Neu-Breisach versetzt und zog mit diesem Regiment 1914 ins Feld. Im September 1914 verwundet, kam er nach seiner Genesung zum Alpenkorps und machte die Kämpfe in den Karpathen und Serbien mit. 1918 schied er aus dem Heeresdienst aus und war kaufmaennisch tätig bei den Neussler Oelwerken und später bei Rheinmetall. Nach seiner Reaktivierung im Jahre 1938 war er beim Wehrbezirks-Kommando Köln, 1940 Kommandeur des Bez.- Amts Malmedy, 1943 desselben in Gelsenkirchen. Ein schweres Herzleiden zwang ihn nach längerer Iazarettbehandlung im März 1945 zum Abschied aus dem Heeresdienst als Oberstleutnant. Er starb in Markdorf am Bodensee, wo er bei den Schwiegereltern seines Bruders Werner Aufnahme gefunden hatte, am 6.11.1945.
Im Jahre 1927 hatte er sich vermählt mit Jutta Schiffer, Tochter des verstorbenen Herm. Schiffer. Die Ehe blieb kinderlos.

        M 15.28 0 Werner Ludwig August Oskar von R e n z

geb. in Minden am 6. l. 1890, erhielt seine Schulausbildung in Darmstadt und Freiburg i. Br., die er 1909 mit der Reifeprüfung abschloß. Er widmete sich darauf - als erster in der Familie - dem medizinischen Studium an den Universitäten Freiburg, München, Berlin und Kiel. Im August 1914 rückte er als Militärarzt ins Feld, wo er hauptsächlich im truppenärztlichen, während 1 1/2 Jahren auch im Lazarettdienst tätig war und, nachdem er am 1.4.1915 seine Approbation als Arzt erworben hatte, zum Oberarzt aufrückte. Nach 1918 erweiterte er sein Fachwissen in Heidelberg in der Iazarettabteilung für Dermatologie, legte seine Doktorarbeit über Polineuritis ab und war 1920 in der Diakonissenanstalt in Freiburg, 1921/22 in der Landeshebammenanstalt in Karlsruhe. Hier ließ er sich am 1.7.1922 als praktisscher Arzt nieder. Im zweiten Weltkrieg fand er Verwendung als Lazarettarzt in Riesenburg Wpr., Straßburg Wpr. und Schwetz Wpr., zuletzt in Güstrow. Seit Kriegsende ist er wieder in Karlsruhe als prakt. Arzt tätig. Er hatte sich im Jahre 1935 vermählt mit Hermine Schürer, geb. Markdorf am Bodensee 14.10.1907,
Seiten 300,301
Tochter des Arztes Dr. Schürer ebda. Aus der Ehe stammt ein Sohn:

Albrecht, geb. Karlsruhe 11.1.1937.

        M 15.29 o Otto Wilhelm von R e n z

geb. Stettin 3.11.1891, schloß seine Schulausbildung, die er in Darmstadt und Freiburg erhielt, 1911 mit dem Abiturientenexamen ab und trat anschließend im Arrt.-Regt. Großherzog (I. bad.) Nr.14 als Fahnenjunker ein. Nach Besuch der Kriegsschule in Danzig wurde er im November 1912 zum Leutnant befördert und zog mit diesem Regiment im August 1914 ins Feld; er machte hier die Kämpfe in den Vogesen, Saarburg, Verdun und an der Marne mit. Im September 1916 wurde er zur Art.-Prüf.-Kommission nach Berlin berufen, wo er bis 1924 verblieb. Hierauf war er bis 1929 beim 5. Art.-Regt. in Fulda, ab 1926 als Hauptmann und Batteriechef. Von 1929 bis 1934 war er bei der Insp. für Waffen und Gerät, 1934-1936 Abt.-Kr. der l. Abt. Flakreg. 22 in Döberitz b. Berlin; 1936-38 im Heereswaffenamt (Prüfwesen) als Abt.-Chef für Ballistik und Munition. Ab 1938 war er wieder bei der Luftwaffe im Truppendienst tätig (Hamburg, Iserlohn) und zuletzt bis zum Kriegsausbruch als Kommandeur des Flakregiments 33 in Halle/S. Als Generalmajor führte er zum Kriegsbeginn die Flakgruppe Halle-Leuna. Von November 1939 bis März 1941 war er Kommandeur des Luftverteidigungskommandos Düsseldorf, anschl. der 9. Flakdivision, die in Belgien, Nordfrankreich und an der Kanalküste eingesetzt war, bis sie im Januar 1942 nach dem Osten - Poltawa und Charkow - verlegt wurde. Ab Juni 1942 war er wieder in Berlin als Chef der Flakentwicklung. Februar 1943 zurn General der Flakartillierie befördert, war er ab November 1944 Kommand. General des V. Flak-Korps, das in den Kämpfen bei Budapest und Wien eingesetzt war. Bei Kriegsende war er mitwirkend bei der Auflösung der Luftwaffe um Rosenheim und kehrte im Juni 1947 aus amerikanischer Gefangenschaft zurück.
Er ist seither im kaufmännischen Beruf in Karlsruhe tätig.
Wilhelm hatte sich am 10.4.1920 mit Auguste Feodora (Dutta) Koehler in Greifenhagen vermählt, geb. Hanau 8.10.1894, Tochter des Landrats Gust. Koehler in Greifenhagen (Pomm).
Der Sohn

        Alexander (Alex)

geb 11. 6.1921 in Berlin, erhielt seine Schulausbildung in Fulda und Berlin und trat nach abgeleistetem Arbeitsdienst als Fahnenjunker im Herbst 1939 beim Art.-Regt. 2 in Stettin ein. In Frankreich wurde er verwundet und kam dann mit dem Regiment in den Ostfeldzug, wurde im Februar 1941 Leutnant und mit dem EK II ausgezeichnet und erlitt am 11.7.1941 bei Bogushewskaja den Heldentod.

D e r S t u t t g a r t e r Z w e i g

        M 11.17 o August Friedrich R e n z

geboren in Stuttgart am 14.9.1763 (S.290), Stammvater des Stuttgarter Zweiges, studierte Jura an der herzogl. Karls-Akademie, wurde am 7. 5.1785 Kanzlei-Advokat, am 22.9.1785 Regierungsratssekretär, am 21.5.1787 Hauptmann und Auditor der herzogl. Leibgarde, am 13.8.1792 Oberamtmann, Keller und geistlicher Verwalter in Freudenstadt, wo er bei der Invasion der Franzosen 1796 schwere Zeiten mitmachte. 1807 wurde er nach Radolfzell (damals württembergisch) versetzt und hatte dort durch Tiroler Insurgenten Schweres zu erdulden. Auf Grund von Denunziationen über seine angebliche französische Seiten302,303
Gesinnung wurde er vom König Friedrich am 11.7.1809 ohne Urteilspruch seines Amtes entsetzt und erhielt erst 1816 durch eine von König Wilhelm eingesetzte Kommission seine Rechte wieder anerkannt. Er lebte in dieser Zeit in Sulz a. N. und zog 1819 nach Stuttgart, wo er am 5.4.1820 starb.
Er hatte sich am 17.9.1792 in Stuttgart mit Rosine Elisabeth Schumacher, geb. ebda. 2.9.1768, gest. ebda. 12.12.1842, Toch ter des Kammerrats Christoph Schumacher in Stuttgart, vermählt. Seine Nachkommen sind:

l. o Adolf Friedrich, geb. Freudenstadt 26.8.1794, s12. 18;
2. Auguste Rosine, geb. und gest. 22.11.1795 in Stuttgart;
3. Rosine Adelheid, geb. 19.3.1799 in Freudenstadt, gest. am15.4. (nach Faber August) 1835 in Stuttgart;
4. o Christoph Wilhelm (Napoleon), geb. 31.8.1802 in Freudenstadt, s. 12.19;
5. o Carl Friedrich (III), geb. 6. 12 1803 in Freudenstadt, s.12. 20.

        M 11. 17a Carl Friedrich R e n z (II)

geb. am 8.9.1779, war nach Vollendung seines juristischen Studiums kgl. württbg. Regierungsrat und Geheimrats-Kanzlei Direktor. Er wurde als Ritter des Württbg. Kronenordens mit dem Personaladel ausgezeichnet. Von seinem Bruder Albrecht Konrad übernahm er nach dessen Tode den Farnilienpokal. Er selbst ist unverehelicht am 17.9.1844 im Alter von 65 Jahren gestorben.

        M 12. 18 o Adolf Friedrich R e n z

geb. am 26.8.1794 (nach Faber ,793) in Freudenstadt, war erst Steuerkommissar für den Jagstkreis, dann Kassierer des Katharinenstifts und des Wohltätigkeitsvereins in Stuttgart. Er starb ebda. am 23. 10. 1847. Am 17. 11.1829 hatte er sich vermaehlt mit Luise Charlotte Wilhelmine Reichmann, geb. Stuttgart 16.3.1811, Tochter des Joh. Phil. Reichmann und der Katharina Barbara Schneider von Stuttgart; sie ist ebda. am 192 6.1874 gestorben.
Ihre Kinder sind:

l. Emilie Auguste, geb. 25.11.1833 in Stuttgart, hatte sich am 17.11.1855 mit dem Oberjustizrat Carl Ferdinand Huber von Esslingen, geb. ebda. 26.7.1823, gest. ebda. 24.1.1883, verheiratet; er war später Obertribunalrat und zuletzt Oberlandesgerichtsrat, in welcher Eigenschaft er geadelt wurde. Aus der Ehe stammen 2 Söhne und 1 Tochter;
2. Charlotte Rosine, geb. ebda. 21.5.1835; sie lebte lange inOdessa und starb am 12.8.1898 in Neustadt a. d. Linde im Frauenstift;
3. Adolf, geb. ebda. 14.9.1840, studierte Jura in Tübingen, war 1864 Justizreferendar in Esslingen, 1868 Assessor in Ulm,1878 Kreisrichter in Ravensburg, 1881 Landgerichtsrat in Schwäb. Hall, 1885 Handelskammerdirector und 1895 Landgerichtsdirektor in Rottweil. Er war Inhaber des Friedrichsorden l. Klasse, vermählte sich in Stuttgart am 18. 11.1889 mit Julie Emma Haußmann, Tochter des Oberstaatsanwalts Paul von Haußmann. und hinterließ einen Sohn Paul Adolf; geb. Schwäb. Hall am 21.6.1894:
4. Anna Eugenie, geb. 22.3.1842 ebda., sie vermählte sich am7.5. 1861 mit Ferdinand Gottl. Aug. Huber, geb. 16. 2.1827, Direktor der Exportgesellschaft in Stuttgart. Aus der Ehe stammen 5 Söhne und 2 Töchter; einer derselben (Paul Huber) lebte als Kunstmaler in München und ist 1925 gestorben.
Seiten 304,305

        M 12.19 o Wilhelm Christoph (Napoleon) R e n z

geb. am 31.8. 1802 in Freudenstadt, studierte Jura und war 1831 Referendar in Eßlingen, dann in Stuttgart. Er lebte später hier als Privatmann, wo er sich sehr viel mit Familienforschung beschäftigte und sich um die Chronik der Familie sehr verdient gemacht hat. Als Familiensenior war er 186o in Besitz des Familienpokals von Heinrich (III), Bescheinigung vom 7.5. 1860. Ebenso besaß er die älteste beglaubigte Abschrift des Wappenbriefes vom Jahre 1778. Er ist am 16. 7.1879 in Stuttgart kurz nach Vollendung der *Genealogie'* gestorben.
Seine Frau, mit der er sich am 17.6.1844 vermählt hat, war Wilhelmine Florentine Strölin, Tochter des im Februar 1856 verstorbenen Staatskassen-Buchhalters Immanuel Strölin in Stutt gart und der am 2.5.1865 verstorbenen Florentine Vischer aus Calw. Sie ist am 23.10.1884 in Stuttgart gestorben.
Er hatte 4 Kinder:

l. Hermann Alfred August Friedrich Konrad, geb. am 9.5. 1845 in Stuttgart. Nach abgelegtem Forststudium war er Forstreferendar in Zwiefalten, Urach u. a., 1871 in Leonberg, 1877 Revierförster in Steinheim bei Heidenheim, dann Oberförster in Tettnang. Dort starb er als Forstmeister am 26.11. 1911. Am 8.9.1873 vermähite er sich in Leonberg mit Helene von Wünster, geb. 12.8. 185o in Bunzlau, Tochter des Seidenfabrikbesitzers Adolf von Wünster in Andelfingen bei Riedlingen; sie lebte dort nach dem Tode ihres Gatten. Eine Tochter Hedwig Gertrud, geb. 27.1.1881, ist 1903 mit Fritz Frentzel verheiratet, Ingenieur, Direktor der Elektrizitätswerke in Bergamo, geb. Dessau 17.3.1869;

2. Rosa Elisabeth und Leonie Amande, geb. am 11.12.1846 in Stuttgart, 16. 12.1884 gestorben;

3. Anna Constanze Germania, geb. am 25.3.1849 in Stuttgart, hat sich am 15.5.1873 mit dem Dichter und Prof. Dr. Eduard Paulus, Konservator der württbg. und vaterländischen Kunst- und Altertumsdenkmale, verheiratet, ebda. geb. 16. 10.1837; sie ist ebda am 7.12. 1904 gestorben;

4. Leonice Alice Lucie, geb. am l. 2. 1855 in Stuttgart, vermählte sich am 12.10.1882 mit Karl Hopifer, gest. 19.10. 7896 in Bologna, Fabrikant in Mailand. Eine Tochter Margarethe aus dieser Ehe ist mit Dr. Eugen Reinert, Direktor der staatlichen Gießerei in Ludwigstal bei Tuttlingen, verheiratet.

        M 12.20 o Carl Friedrich R e n z (III)

geboren am 6. 12.1803 in Freudenstadt. Nach seinem Studium in Tübingen, wo er 1826 die Doktorwürde erhielt, in München, Leipzig, Berlin, Wien und Paris, ließ er sich 1828 als praktischer Arzt in Stuttgart nieder. Dort ist er am 3.3.1877 gestorben.
Am 6.5. 1828 hatte er sich mit Maria Glaser aus Stuttgart verheiratet, geb. ebda. 12.4.1807, gest. ebda. 4.3. 1881.
Seine Kinder sind:

l. Mane Sophie, geboren in Stuttgart am 13.11.1829, vermaehlte sich am 2.4.1848 mit Dr. med. Julius Eugen Schloßberger, Prof. der Chemie in Tübingen, geb. 31.5. 1819, gest. 9.7. 1860. Die Witwe zog hernach nach Stuttgart. Sie hatte 4 Kinder:

    a) Julius, geb. 1853, gest. 1861,
    b) Mane Luise, geb. 16. 9. 1852, verh. mit Dr. med. Jul. Preuß in Hannover,
    C) Hans Eugen, geb. 7.10.1855, der Arzt wurde,
    d) Lilly, geb. 8.1 1859, verheiratet mit dem Justiz- und Kriegsgerichtsrat Stark in Ulm;

Seiten 306,307

2. o Carl August Georg Christoph, geb. am 20.11. 1839, studierte wie sein Vater Medizin in Tübingen, Würzburg, München, Berlin, Prag, Leipzig und Wien, ließ sich als Arzt in Dischingen, dann in Langenargen nieder. 1865 war er Regimentsarzt im 3. württbg. Infanterieregiment in Ludwigsbnrg und nahm an den Feldzügen 1866 gegen Preußen, 1870 gegen Frankreich bei dem Olga-Grenadier-Regiment teil. Nach Wiederaufnahme seiner praktischen Arzttätigkeit ist er 1884 an einem unheilbaren Nervenleiden gestorben.
Er hatte sich in Stuttgart am 13.6.1865 mit Henriette Bühler verheiratet, geb. ebda. 30.1.1845, Tochter des Ludw. Gottl. Bühler. Kaufmann in Stuttgart, und der Marie Pauline Braun; sie ist ebda. gestorben am 27.1.1882.
Die Kinder sind:

l. Anna Charlotte Marie, geb. Ludwigsburg 13.9. 1866; sie ließ sich in Riederau am Ammersee nieder, wo sie eine beachtliche Malerin war; vorher lebte sie in Paris;
2. Henriette Olga, geb. ebda. 19.4.1868;
3. Carl Otto Konrad, geb. Stuttgart 31.5.1869, gest. ebda.1871;
4. August Georg, geb. ebda. 9.9.1872, studierte Medizin und ließ sich als praktischer Arzt in Stuttgart nieder. Er vermählte sich in Köln am 25.4.1905 mit Berta Theresa Vierlinger, geb. München 6.1.1874, Tochter des Privatiers Joh. Gabriel Vierlinger und der Theresa Finsterwalder, beide ebda. Er ist einem Luftangriff in Stuttgart zum Opfer gefallen und hinterließ eine Tochter Irmgard Brünhilde, geb. ebda. 7.6.1906;
5. Hugo Wolfgang, geb. ebda. 18. 3.1876, gest. 24.4. 1880;
6. Kurt Ulrich, geb. ebda. 30.10. 1880, war Professor am Agrikultur-Ministerium in Guatemala;
7. Hildegard Marie Pauline, geb. 8.1.1882.

Aus der zweiten Ehe, die er nach dem Tod seiner ersten Frau am 26.9.1882 mit Dorothea Eugenie Kröning ein gegangen ist, geb. Essen-Ruhr 13.9.1856, Tochter des Ferdinand Kroening, Postmeister aus Pommern, und der Adelheid von Untzer aus Bochum, stammt ein Sohn:

8. Hans Karl, geb. 22.8.1883.
Weiteres ist über diese Nachkommen nicht bekannt.

                  S C H L U S S W O R T

Wenn ich damit unsere Familiengeschichte beschließe, so will das keineswegs sagen, daß sie auch zu Ende ist. Das wäre schon deshalb nicht möglich, weil wir selbst noch mit vielen Gliedern mitten drin stehen und unsere Bausteine zur Formung der Geschichte liefern; erst wenn sich einmal das Auge des letzten Namensträgers geschlossen haben wird, laßt sich auch das Schlußwort zu unserer Geschichte finden. - Aber auch so, und das wird dem aufmerksamen Leser nicht entgangen sein - gibt es da und dort noch Lücken und vielleicht auch Unstimmigkeiten: Wir haben die große und weitverzweigte Wiesensteiger Linie zusammengefaßt und dargestellt; wir haben auch, soweit unsere heutige Forschung reicht, diese unsere Linie zum alten Ulmer Haus in Beziehung gebracht. - Es gibt aber noch sehr viele Namensträger, allein in unserer engeren Heimat, die ich in der vorliegenden Abhandlung noch beiseite lassen mußte, weil ihre Zugehörigkeit zu unserer Sippe noch nicht geklärt werden konnte. Manche Familien, die ihrerseits auf mehrere Generationen zurückblicken, bleiben im 18. Jahrhundert hängen, manche, die darüber hinwegkommen, verlieren sich im Dunkel der Zeit während und nach dem Dreißigjährigen Kriege. Und die vielen, welche die heimatliche Scholle verlassen und sich hier und dort und noch weiter draußen eine neue Heimat gesucht und auch gefunden haben, auch sie tauchen unter und verschwinden aus unserem Gesichtskreis; sie gelten als verzogen oder ausgewandert. Und oft ist es ein blinder Zufall, der den Anschluß der am neuen Platz auftauchenden und sich breit machenden Familie an den alten Stamm wieder finden läßt. Das sollte uns ermuntern, in solchen Fällen nicht müde zu werden, sondern ihnen unsere ganze Aufmerksamkeit zu widmen.
Aber auch in den dargestellten Familien mögen da und dort dürftige Schilderung oder lückenhafte Angaben zu rügen sein. Das liegt aber nicht am Unvermögen oder Nichtwollen, vielmehr daran, daß das mir zur Verfügung stehende Material zu einer breiteren und erschöpfenderen Gestaltung nicht gereicht hat. Viele wertvolle Unterlagen sind mir auch in der Folge des hinter uns liegenden Krieges verloren gegangen.
So bitte ich um Nachsicht, wenn ich, wollte ich nicht in Phantasterei geraten, nur einzelne Lebensdaten bringen konnte. Ich bin aber jederzeit für alle Anregungen und Ergänzungen recht dankbar, auch für etwaige Richtigstellungen bei Irrtümern oder Fehlern, die unterlaufen sein sollten, obwohl ich solche mit großem Fleisse zu verhindern suchte.
Heute soll. nun das Buch einem weiteren Kreise zugänglich gemacht werden und soll aus der engen Atmosphäre meiner Klause hinausgehen. Ich finde darin eine besondere Ehrung für unsern Wiesensteiger Stammvater Ludwig,der vor nunmehr 500 Jahren das Licht der Welt erblickte, so daß nun ein halbes Jahr tausend, und wenn man die Ulmer Zeit dazu rechnet, 800 Jahre Renzenfamilie auf uns blicken! Der Zweck des Buches ist aber voll erreicht, wenn der eine oder der andere unter den Lesern zu einer beschaulichen Musestunde sich zurückzieht und Rückschau hält, nicht um zurückzublicken und stehen zu bleiben, sondern um damit neue Kraft zu schöpfen für die Zukunft, um das Feuer am eigenen Herd anglimmen zu lassen und in dieser Rueckschau zu erkennen, wie und warum alles so geworden ist und werden mußte; er wird dann auch hieraus den richtigen Weg vorwärts für sich und seine Nachkommen erkennen können

Den Ahnen zum Gedächtnis,
den Enkeln zum Vermächtnis!

Abgeschlossen Dezember 1947
Schwäb. Hall, Weihnachten 1948

Ernst Renz

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