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Auch ausserhalb der Mauern von Ulm stoesst man, wie bereits erwaehnt,
besonders in Oberschwaben, schon sehr frueh auf recht zahlreiche Traeger
des Namens Renz oder Rentz, Rantz, Ranzo usw. Wenn auch kein Zusammenhang
mit ihnen und unserer Familie zu erweisen ist, so ist ihre Auffuehrung,
soweit sie bekannt sind, doch von Interesse.
1. 1108 Ranzo miles de Nivferon (Rantz von Neufra) - Das Wappen
der Rantz von Neufra war ein Steinbock (s.Alberti S. 613). Die Rantz von
Neufra sind nicht zu verwechseln mit dem Rittergeschlecht *von Neufrach*
bei Ueberlingen, welches ein anderes Wappen fuehrt und bei welchem der
Name Rantz nie vorkommt. (Vergleiche Wuerttembergische Geschichtsquellen
IV, 1861, S.7).
2. 1171 Ranzo von Neufra in Marchtaler Annalen (Oberamtsbeschreibung
von Riedlingen von 1827, S.212).
3. 1227 Ranzo de Niverun, Buerge bei einer Schenkung an die
Schwestern in Altheim (Wuertt. Urkundenbuch III, 1871, S. 209).
4. 1227 Burchardus filius Ranzen (Ranzonis).
5. 1255 Burcardi militis dicti Ranzin quedam prata, genannt
bei der Schenkung von Guetern der Grafen Vehringen bei Riedlingen an das
Kloster Heiligkreuztal (W.Urk.B.V. 1889, S.117).
6. 1270 Ranzo ist Zinsmann in Weingarten.
7. 1271 Ranzo de Niverun in Kreuztaler Urkunden (Oberamtsbeschreibung
Riedlingen von 1827).
8. 1273 Otto dictus Ranzo in Ertingen.
9. 1273 Burchardus sacerdos dictus Ranze in Villingen (Fuerstenberg.Urk.Buch,I,S.483).
10. Otto dictus Ranze (Ablati), Zeuge bei einem von Ertingen datierten
Verkauf des Deutsch-Ordens-Komturs an den Abt von Salem (Wuertt.Urk.Buch
VII, 1900, S.259).
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11. 1274 Berchtoldus dictus Ranze in Salem.
12. 1275 Rantzo quidam, sacerdos de Villingen, in Liber deximationis
cleri Constantiensis pro popal (Fuerstenberg.Urk. Buch V,Nr.197).
13. 1276 Ulricus Raze (Ablath), Zeuge mit mehreren Grafen bei
einer von Ravensburg datierten Schenkung Heranns von Schmalegg an Salem
(Wuertt.Urk.Buch VII,S.446/47 und FUerstenberg.Urk.Buch V,,,,S.205). Ulrich
Raze als Ravensburger Buerger bezeichnet (Hafner, Geschichte von Ravensburg).
14. 1277 Conradus Razo, Zeuge in einem von Saulgau datierten
Baindter Schekungsbrief (Archival des Klosters Baindt im Dioezesan-Archiv
f. Schwaben).
15. 1278 R. dictus Reze, Zeuge in einer von Esslingen datierten
Schenkung des Bertoldus nobilis de Mulusen (bei Cannstatt) an das Kloster
Bebenhausen, nomine civium in Ezzelingen (Mone Zeitschrift IX,S.330, Bebenhauser
Urkunden).
16. 1280 Burchart Rance, Herr Zeuge in Villingen (wie vor S.475
und Fuerstenberg.Urk.Buch I,S.551).
17. 1291 Ranzo dictus Bachritter in Oberschwaben.
18. 1291 Heinricus dictus Ranze in Konstanz (Salemer Urkunden).
19. 1300 Der Brueder Renz Wiesen in Esslingen (Esslinger Urk.Buch
I. Bd., S.169).
20. 1303 Ritter Berchtold Rensch in Esslingen.
21. 1306 Renz von Moehringen Besitzer von 4 Morgen und des R'
Hofstatt in Esslingen (Essl.Urk.Buch I. Bd., S. 169).
22. Ebo (Eberhard) dictus Rantze verkauft (datiert von Mengen) Besitzungen
in Uttkofen an Salem, verschreibt dafuer seiner Ehefrau Engilburgis Gueter
im Dorf Ninfron (Neufra). (Salemer Urkunden).
23. 1312, 3. April, Ebe Ranz und sein Bruder Franze verlangen
*Anlaite* auf das Gut zu Ostrach, das Frau Berta von Rosenowe
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dem Kloster Salem gegeben hat (datiert von Riedlingen).
(Salemer Urkunden).
24. 1312, 7. August, derselbe verzichtet gegen salem auf alle
Ansprueche an das Gut Ostrach seiner Ahnfrau Bertha von Rosenowe (Salemer
Urkunden). Bertha, Witwe des Ebo de Rosenowe, machte 1278 dem Kloster Salem
eine Schenkung (Mone Zeitschrift IV, S.248).
25. 1313, Der Bauer Ebe Ranz in Jettkofen, Kreis Saulgau, heisst
Ebe dictus Rantze.
26. 1333 Buerger Benz Renz in Mengen.
27. 1333 Albrecht von Blankenstein verkauft an das Reutlinger
Spital die Kirche in Wanneweiler (Wannweil OA. Reutlingen) mit ihren Guetern
und Rechten, dabei ein Hof zu Kusterdingen, *den da Renze buwet* (Mitteilung
des Pfarrers Caspart in Dusslingen).
28. 1339 Rentz der Suter verkauft Besitzungen in Esslingen (Essl.Urk.Buch
I.Bd., S.340).
29. 1344 Rentz der Brotbaecker von Pliensau (bei Esslingen)
Buerge bei einem Verkauf in Esslingen (Essl. Urk.Buch I, S. 390) und Pfleger
(ebd. S.404).
30. 1344 Bentz Rentz Zeuge in Sigmaringen (Wuertt.Viertelj.
Hefte 1885, S.57) - Diese Biberacher Ranz hatten ein Wappen mit einem Sparren,
Spitze nach oben, beiderseits mit einer Rose besteckt (s.Alberti S. 613).
-
31. 1345 Rantz in Biberach (Lutz, Beitraege zur Geschichte von
Biberach 1876, S.57) - Diese Biberacher Ranz hatten ein Wappen mit einem
Sparren, Spitze nach oben, beiderseits mit einer Rose besteckt (s.Alberti
S. 613). -
32. 1346 Hermann Ratz (mit dem Siegel der Rantz von Neufra) *getruwer
Vogt der Anna, Herrn Rudolfs sael. von Ramensberg Ritter wilant etliche
Husvrowe* (Salemer Urkunden).
33. 1349 Des Rantzen Haus in Esslingen (Essl.Urk.Buch I, S.455).
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34. 1349 Rentz von Ringingen in Hohenzollern.
35. Raentzen des Brotbaeckers sel. Brotbank in Esslingen (Essl.Urk.Buch
I, S.493).
36. 1353 Heinricus dictus Rencze de Pfeullendorf clericus Argentinus
(Fuerstenberg. Urk. Buch V, S.520).
37. 1354 Raentz der Gebuettel, dessen Haus in Esslingen (Essl.
Urk.Buch Bd.I, S.501).
38. 1354 Des Raentzen und der alten Raentzin am Block Hof in
Esslingen (Essl.Urk.Buch Bd.I, S.515).
39. 1358 Bentz Rentz, Buerger zu Mengen (W.V.H. 1883 S.130 und
1885 S.128).
40. 1360 Der Rentz in Esslingen (Essl.Urk.Buch Bd... I, S.577).
41. 1363 Renz in Sigmaringendorf.
42. 1365 Hans Ranz, Buerger zu Biberach (Alberti, S. 613).
43. 1366 Dietrich Rantz, Buerger zu Ravensburg (Hafner, Gesch.
v. Ravensburg, S. 176).
44. 1367 Heintz Rantz von Nufra, Edelknecht im Dienst der Stadt
Freiburg im Breisgau (Original Urkunde mt Siegel im Staedt. Archiv).
45. 1367 Heinrich Rantz, Richter zu Biberach (W.V.H.N.F. VI,
1897). Urk. des Bib. Spitalarchivs Nr. 65 mit Siegel.
46. 1370 Weild Hans Rancz, welchen Herzog Leupold von Oesterreich
sel I M. Gelds *ze nider Meringen (Moehringen OA. Riedlingen) auf dem Gut,
das der parchant bunt fuer X.M. Silber versetzt hatte* (K.K.Haus- und Staatsarchiv
Wien, Cod. suppl. 707 fol.14).
47. 1371 Conrad Rentz (Chuntz von Ulm wird wegen Muenzvergehen
die Stadt Augsburg verboten (Achtbuch der Stadt Augsburg im dortigen Stadtarchiv).
48. 1383 Rentzlin, der Mesmer von Pfaeffingen.
49. 1384 Ruf Rentz von Riedlingen.
50. 1401 Renz als Richter in Vaihingen.
51. 1406 Margarete Renz von Biberach.
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52. Nach der Schillergenealogie von Stadtpfarrer Dr. Maier
Pfullingen wird im Lgerbuch des Stiftes Beutelsbach ein Auberlen Rentz
erwaehnt, dessen Nachfrahren Taufpaten der Ahnen von Friedrich Schiller
waren, und zwar Jerg Rentzen uxor bei den Kindern von Jakob Schiller in
Gross-Heppach von 1583-1612; ferner Hans Eberhard Rentz. Vogts von Schorndorf
Stiefsohn bei Hans Schiller, geb. 23.1.1624, als Pate bei seinen 15 Kindern.
Den aeltesten Wohnsitz hatten die Schiller in Grunbach, und dort wird dem
Hans Schiller und seiner Ehefrau Anna ein Kind Johannes am 6.2.1558 und
am 14.1.1563 ein Jerrius, am 1.12.1560 Margarete getauft, wobei Ulrich
Renz Alt Taufpate ist, in dessen Haus bald darauf Kaspar Schiller einzieht.
Spaeter, 1593-1608, ist Martin Rentzen uxor als Taufpate genannt. Die Schiller
lebten von 1610 - 1688 in Neustadt a. Kocher (W.V.f.L.XIV, 1905).
53. 1450 lernen wir Peter Renz von Biberach und
54. 1455 Johann Renz von Heggbach und Hans Renz von Burgrieden
kennen.
55. 1475 ist Martin Renz von Wiesensteig Rektor der Universitaet
Heidelberg.
56. 1477/78 studieren Jakob und Ludovikus Renz von Horb in Tuebingen,
1508 wird Ludovikus zum Magister creiert.
57. 1477 ist Albrecht Renz in Rottweil und
58. 1488 Hans Renz zu Dettingen genannt.
59. 1519 wird Jeorgius Renz von Waiblingen Magister.
60. 1611, 2. Okt., stirbt Dr.med. Georg Renz in Stuttgart an
der Pest.
61. 1609 ist Christoph Renz in Offenburg.
62. 1729 der Apotheker Abel Rentz von Isny in Ravensburg.
63. Albrecht Renz von Rottweil ist Kunstmaler in Solothurn und erhaelt
den Auftrag zur Ausmalung des Hochaltars im Freibuerger Muenster (Breisgau);
er stirbt aber 1778, bevor er den Auftrag ausfuehren konnte.
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Kehren wir nun nach diesen Abschweifungen zur eigenen Familie zurueck
und ueberblicken dabei gleichzeitig das Gesamtergebnis der Forschung. Es
treten dabei immer wieder unverkennbare Parallelen und Zusammenhaenge mit
der geschichtlichen Entwicklung zu Tage. Urkundlich treten die ersten Renz,
Rentz, Razo um 1237 und den folgenden Jahren in Ulm auf. Cunradus als erster,
ein zweiter Renz, Ranzones II, im Jahre 1244, und 1265 erscheint Hainricus
als Magister und frater. Dabei sehen wir sie zunaechst als Zeugen und Siegler
bei Kaeufen, Verkaeufen und Stiftungen. Sie mussten also auch schon laengere
Zeit ansaessig gewesen sein, und zwar zahlreicher, als es uns die Urkunden
verkuenden. Die Stelung als Magister capulanus verraet uns eine fuer die
damalige Zeit recht hervorgehobene Stellung. Sie treten als v.i. = viri
imperii auf, d.h. als reichsfreie Maenner, welche dem hoehreren Buergerstand
angehoerten und zu den sogenannten Ehrbaren zaehlten. Die folgenden Urkunden
aus dem 14. Jahrhundert sind inhaltlich hauptsaechlich nicht mehr Dokumente,
in denen die Rentz als Zeugen mitwirken, sondern Kauf- und Verkaufbriefe,
durch die sie ihren Grundbesitz mehrten und aenderten; der Cunrat Korntiur
kauft 1339 von Rentz, Steter von Schwaighofen und Buerger zu Ulm, ein Gut.
Der Tucher Hans Rentz kauft im Jahr 1364, sein Sohn Fritz, der Tucher,
im Jahr 1366 ein Waldstuck bei Schweikhofen, das er nach einigen Monaten
wieder vorteilhaft abstoesst. Derselbe Fritz tritt in den
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Jahren 1377,1378,1391 als Kaeufer von Waldstuecken, Wiesen
und Hoefen in der Naehe von Ulm auf. Im Jahre 1394 sind es drei Brueder
Conrad, Hans und Lienhard, die ihren Besitz vermehren, waehrend ein anderer
Conrad 1393 seinen Hof in Offenhausen verkauft. 1395 lernen wir den Sohn
Hans des Tuchers Fritz kennen, der dann 1398 als Stadtrechner erscheint,
waehrend Hanns d.J., Conrads sel. Sohn 1406 Haeuser auf dem gruenen Hof
kauft, welchen Besitz er im Jahre 1420 noch vermehrt. Hans d.A. und sein
Sohn Hans d.J. ergaenzen ihren Grundbesitz durdh weitere Kaeufe in den
Jahren 1414,1416 und 1417. Sie sind nicht immer genau auseinanderzuhalten,
trotz des Zusatzes der Aeltere, der Junegere; es muessen zur selben Zeit
neben einem aelteren bereits zwei juengere Hans gelebt haben, wobei der
eine von Hans dem Aelteren, der andere von Conrad Rentz abstammt und beide
als Ahnen den Tucher Fritz und Hans Rentz haben. Sie gehoerten der Marner
Zunft an udn besassen grosses Ansehen; sie nahmen einflussreichen und massgebenden
Anteil am Handel und Wandel und am oeffentlichen Geschehen der Stadt. Wir
gehen dabei nicht fehl, wenn wir sie unter den Ulmer Grosshaendlern suchen
und dort einreihen. Die guenstige Entwicklung ihrer Besitzverhaeltnisse
zeigt uns ihren Aufstieg zu Wohlstand und Reichtum, von dem sie aber auch
wieder einen Teil fuer wohltaetige Zwecke und Stiftungen verwenden; Vermaechtnis
eines Baumgartens und des gesamten Nachlasses der Agnes Rentz vom 6. April
1376 an das Fundelhaus, Stiftungen des Hans Rentz d.J. vom Jahr 1421 an
die Dreifaltigkeitskirche und an das Prdigerkloster, des Cunrat Rentz und
Frau Agathe an das Predigerkloster vom Jahr 1428, des Hanns Rentz und Kinder
an dasselbe Kloster vom Jahre 1443, der Elisabeth Oetin, Witwe des Hanns
Rentz des Aelteren, vom 30. August 1432, derselben Elisabeth Rentz geb.
Oetin, Hansen Rentzen des Alten Witwe ueber einen Altar in Unserer Lieben
Frauenkirche vom 13. Maerz 1489 usw. Man darf dabei wohl
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nicht annehmen, dass die Masse der frommen Stiftungen, nicht
nur der Renzen, sondern der Ulmer ueberhaupt, nur den Zweck hatte, mit
diesen Leistungen die Maengel des inneren Lebens vor Gott ausgleichen zu
wollen, sondern dass diese Spenden und Stiftungen einem tiefen religiosen
Beduerfnis entsprangen, wenn wir uns auch bewusst sind, dass mit der Zunahme
des aeusseren Wohlstandes auch die Lust, Ausgelassenheit und Ausschweifung
Formen angenommen haben, die zu einem behoerdlichen Einschreiten gefuehrt
haben. Wir lesen unter den vielerlei Gesetzen und Vorschriften, die in
dem sogenannten Roten Buch gesammelt waren und alljaehrlich
am Schwoermontag verlesen wurden, Vorschriften, die nicht nur die oeffentliche
Ordnung aufrecht erhalten sollten, sondern die sich auch auf Hoffart und
Unmaessigkeit, auf Mode und Kleidung bei Maennern und Frauen bis in die
kleinste Kleinigkeit bezogen.
Ueber den in den Renzschen Familien herrschenden Wohlstand gibt uns
auch das Steuerbuch vom Jahr 1427 die interessante Auskunft, dass Hans
Rentz der Alt auf dem gruenen Hof mit 40 Pf. 10 Sch., Hans Rentz auf dem
gruenen Hof mit 8 Pf. 9 Sch. und Hans Rentz in der Mailand-Hirschgasse
mit 30 Pf. 5 Sch. als unter den Hoechstbesteuerten aufgefuehrt sind. Der
schon mehrfach erwaehnte Fabri -uebrigens ein geborener Zuericher (Schmid)-
sagt in der angezogenen Abhandlung bei der Beschreibung der Marner Zunft,
dass in dieser auch alte Geschlechter, z.B. die Renzen und einst die Leschabrand
und die Lebzelter waren. Und an anderer Stelle sagt er, dass *die Familie
der Renzen so ehrbar ist, dass sie auch als Genossen der Dritten und der
Adeligen angesehen wurde; durch eheliche und verwandschaftliche Verbindungen
war sie mit den ersten und aeltesten Geschlechtern Ehinger, Krafft, Roth
und mit landstaendischen Adelsfamilien (von Embs) in nahe Beziehungen gekommen
und hatte dadurch auch den Zutritt ins Patriziat erlangt. Zum Unterschied
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von den anderen Adeligen fuehrte sie ein ziemlich bedeutendes
Wappen.* (S.117)
Georgii sagt in seinen biographisch-genealogischen Blaettern: *Eine
alte, zum Patriziat der Reichsstadt Ulm gehoerige Familie, die im Jahr
1488 zum ersten Mal im Verzeichnis der 38 angesehensten Patrizierfamilien
der Reichsstadt Ulm erscheint.* Weiteres ueber das Ulmer Wappen siehe unter
b S. 79 das Renzsche Patrizierwappen.
Mit dem Ausgang des 14. Jahrhunderts ehen wir die Renz auch in oeffentlichen
Aemtern, die sie von da ab staendig bekleiden. Sie sitzen sowohl im Kleinen
wie im Grossen Rat ab 1406, sind taetig als Richter ab 1426, sowie als
Pfleger des Spitals, des Muensters, als Herrschaftspfleger und Voegte von
Grafschaften. Es sind in der Hauptsache zwei grosse und angesehene Familien,
die sich aus den Urkkunden herausschaelen, die des Hans Rentz und die des
Conrad Rentz, beide von Fritz und Hans Rentz, den Tuchern, abstammend.
Der letztere hatte einen Sohn Hans, der in erster Ehe mit Ursula Krafft,
in zweiter Ehe mit Ursula Rehm (1474) -eine Tochter des Bernhard Rehm und
der Ursula von Schreckenstein- verheiratet war, beide alten Ulmer Geschlechtern
entstammend. Dieser ist auch ueber seine Tochter Magdalena, verheiratet
mit Ludwig Rottengatter, ein Urahne des schwaebischen Dichters Wilhelm
Hauff. Von Hans Rentz sind im Stadtarchiv Ulm noch zwei sehr schoene Siegel
aus den Jahren 1414 und 1443 aufbewahrt. Ein Bruder der genannten Magdalene,
Sohn des Hans Rentz d.J., verheiratet it Osanna Rottengatter, ist Cunrat
Rentz d.J., der mit seinem Schwager Ludwig 1487 eine Handelsgesellschaft
hat. Der uns von den Kaeufen auf dem gruenen Hof her bekannte Hans Rentz
ist der Sohn des Conrad Rent, der als Bruder des Hanns und des Lienhard
bei Grundstuecksverkaeufen in den Jahren 1393 und 1394 vorkommt und von
Fritz Rentz dem Tucher abstammt. Ein zweiter Sohn dieses Conrad ist Martin,
der uns in den Urkunden 1429 und im Steuerbuch
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1425 und 1426 begegnet, sowie in er Stiftungsurkunde vom
Jahr 1428 des Cunrat Rentz und seiner Frau Agathe mit den Geschwistern
Ottilie und Anna, verheiratet mit Itel Krafft, sowie Margarete, verheiratet
mit Wilhelm von Embs. Er wird nochmals als Traeger beim Verkauf eines Kirchensatzes
mit seiner Schwester Margarete in der Urkunde vom 28. Juli 1445 genannt
(an das Ulmer Hospital). Hans der Juengere auf dem gruenen Hoft hat als
Nachkommen Sebastian Rentz (II), der uns erstmalig in einer Urkunde vom
Jahr 1495 vorgestellt wird. Er verheiratet sich am 19. August 1495 mit
Elisabeth Ehinger, Tochter des Martin Ehinger sel. Zu dieser Hochzeit laedt
der Vater Hans den Grafen Joerg ein und bittet gleichzeitig den Herzog
Eberhard von Wirtemberg und andere Grafen und Herren um Wildpret fuer die
Hochzeit (nach der im Fuerstlich Fuerstenbergischen Archiv in Donaueschingen
aufbewahrten Urkunde). Da der erste, aeltere Sebastian Renz (I) aber bereits
1478 als Student in Tuebingen erscheint und 1491 ein Sebastian als Sohn
des Conrad Rentz genannt ist, ergibt sich hier, dass zur selben Zeit bereits
zwei, wenn nicht drei Sebastian Rentz aus der gleichen Sippe vorhanden
waren. Der aeltere derselben ist 1508 Mitglied des Rats und Lehensherr
des Renz-Altars bei den Dominikanern. Sein Ahnherr ist Hans Rentz. In den
Jahren 1512,1516,1520,1521,1524/25,1526 und 1528 verwaltet derselbe Sebastian
Rentz das Richteramt und in den Jahren 1510,11,13 und 14 ist Sebastian
Pfarrkirchenbaupfleger. Nach weiteren Urkuknden ist er auch 1512 Herrsachaftspfleger
gewesen. Wenn dies also immer derselbe Sebastian war, dann befand er sich
in einer hoechst angesehenen Stellung. Nach den Urkunden des Stadtarchivs
Ulm war ein Sebastian Renz Zunftmeister der Kramerzunft in den Jahren 1516,19,20,23
und 24, und auf dem Staedtetag 1522 in Esslingen waren Ulm, Isny und auch
Giengen a.Br. durch Ulrich Neidhartt und Sebastian Renz vertreten;
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auch in den Jahren 1522 bis 1524 war Sebastian Renz wieder
Vertreter seiner Vaterstadt, u.a. in einer Deputation an den Herzog Wilhelm
von Bayern, welcher die drei Buergermeister Weyprecht, Lucas Ehinger, Heinrich
Kraft, ferner Sebastian Renz, Claus Gregk, Joerg Fingerlin, Vincenz Glaser
und Mathei Loupin angehoerten (Roth von Schreckenstein, Biograph. Studie
ueber Hieronimus Roth von Schreckenstein, S.23). Als Pfleger der Renzschen
Pfruende wird 1520 Sebastian Renz genannt, ebenfalls im Jahre 1529, dabei
gleichzeitig Lehensherr der Gutbrodpfruende auf dem St. Wendelinsaltar
der Allerheiligenkirche in Ulm, was daraus schliessen laesst, ass zwischen
den Rentz und den vielleicht inzwischen ausgestorbenen Gutbrod in Ulm gewisse
familienrechtliche Beziehungen bestanden haben. Sehr wahrscheinlich handelt
es sich bei diesen Sebastian, wie schon angedeutet, um zwei wohl nahe Verwandte,
er eine der Sohn des Hans und der andere der Sohn des Conrad Renz, also
zwei Vettern, von denen der letatere 1478 in Tuebingen studierte und wohl
auch derselbe ist, der die oben genannten Stellen im Rat und als Pfleger
verwaltete oder zumindest einen Teil derselben, und der die Stadt bei aussenpolitischen
Tagungen wiederholt vertreten hat.
Sebastian Rentz hinterliess 4 Soehne und 3 Toechter, von denen bekannt
sind:
1. Friedrich, geb. ..., lebte in Augsburg, gest. in Nancy um 1546;
2. Ambrosius in Augsburg, gest. ebda. 1565; seine Nachkommen sind in
der Augsburger Linie (II.) weiterbehandelt;
3. Sebastian zu Ulm;
4. Hans von Ulm, geb. 1499, gest. 8. Sept. 1575;
5. Elisabeth, verheiratet mit Jacob Schoenstetter, JUD;
6. Anna, verheiratet mit N. Lieber,
Hans von Ulm war 2x verheiratet:
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I. mit N. Zehender von Memmingen,
II. 19. Dez. 1552 mit Anna Millerin, gest. 4. Juli 1555.
Er hinterliess an Kindern:
1. Regina, geb. ,,,, gest. 1. Sept. 1580, war verheiratet mit Michael
Mair, B.Mz.., gestorben 1596;
2, Hieronymys, war Landrichter und Pflegeverwalter der Grafschaft Haag
und verheiratet sich in 1. Ehe mit Brigitte Blauerin, in 2. Ehe mit Barbara
Westauerin am 21. Jan. 1572, gest. am 25. Aug. 1579;
3. Anna, ist ledig gestorben.
Der Landrichter Hiernonymus hinterliess an Kindern:
1. Hieronymus, gest. 1575, war verheiratet in 1. Ehe mit Katharina Britmerin,
in 2. Ehe mit Klara von Lerchenfeld;
2. Johann Sebastian, verheiratet mit Sidonie Badenbeckerin;
3. Justine Marie, verheiratet mit Christopf Rehlinger von Haltenberg,
geb. 15. Mai 1609, gest. 21. Okt. 1633 und hinterliess 1 Tochter, quae
fuit soror uxoris Ferdinandi Ducis Bavariae;
4. Johann Ambrosius
Sebastians Vorfahren sind Hans d.J., 1443. 1495 verheiratet mit Ursula
Krafft, in 2. Ehe mit Ursula Rehm, Hans, gest. 1443, verheiratet mit Ursula
Streichin und Fritz Rentz, Tucher zu Ulm, gest. 1395.
Der zweite grosse Namenstraeger Sebastian ist uns erstmalig 1517 als
Kartenmaler Sebastian Rentz (II) genannt, der ausgedehnte Reisen in alle
bekannten Weltteile (Asien und Afrika) unternimmt. Wir besitzen leider
keine authentische Sicherheit, wie dieser Kartenmaler in die Reihe der
grossen und maechtigen Handelshaeuser einzugliedern ist, doch wissen wir
ja schon, dass Ulm auch Handelsmetropole fuer die Herstellung und den Vertrieb
von Spielkarten war und dass dies zu jener Zeit eine sehr wichtige Handeslware
darstellte. (Auch ein Erasmus Renz war Kartenmaler, in seiner Jugend Reitknecht
der Herren von Welser, hinterliess 8000 fl. Vermoegen) So ist wohl mit
Recht und viel
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Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass Sebastian ein derartiges
Handeslhaus innehatte und die in Frage kommenden Absatzmaerkte besuchte.
Ihn mit dem vorgenannten Sebastian I, dem Sohn von Hans Rentz, dem Stammvater
der Augsburger Familie, zu identifizieren, spricht die Ueberlegung entgegen,
dass dieser Sebastian um die besagte Zeit schon in vorgeschrittenem Alter
stand und sicher nicht mehr die koerperliche Frische fuer solche in damaliger
Zeit zweifellos sehr anstrengenden Weltreisen besass.
So hat die Annahme groessere Wahrscheinlichkeit fuer sich, dass der
*Amerikafarher* Sebastian III bereits der Sohn Sebastians II oder ein Vetter
desselben ist. Wir spueren aber auch hier schon einen Stillstand, wenn
nicht schon Rueckgang, in der Wirtschaftsbluete Ulms, wenn Sebastian und
seine Ulmer Landsleute in die Dienste des Augsburger Handelshauses Welser
traten und keiner der Ulmer Handeslherren die Gelegenheit wahrnahm, in
den neu entdeckten Ueberseelaendern Besitzungen zu erwerben, um diese neuen
gewinnbringenden und zukunftsreichen Handelswege in die Hand zu bekommen
oder mindestens massgeblich daran beteiligt zu sein: fuer Handelsherren,
die bisher eine Weltmachtstellung besassen, reiche Kenntnisse und Erfahrungen
hatten und denen Weitblick und Wagemut sicher nicht abzusprechen waren,
doch wahrlich kein zu grosser Schritt! Und man fragt sich weiter: Zeichnet
sich nicht auch hierin der allmaehliche Niedergang des Ulmer Handelsplatzes
ab, den das noch weiter aufsteigende nahe Augsburg immer mehr ueberfluegelt?
Ist es, u.a. dem immer groesser gewordenen Einfluss der buergerlichen Zuenfte
im Rat der Stadt zuzuschreiben, dass die Grossen des Handels, den alten
Patriziergeschlechtern entstammend, es an Wagemut und Entschlusskraft fehlen
liessen, obwohl noch genuegend unternehmungsllustige und einsatzfreudige
Ulmer Soehne da waren, die fuer solche Unternehmen wohl geeignet gewesen
waeren?
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Sebastian Renz III hatte jedenfalls seine Heimatstadt verlassen
und war in die Dienste der Augsburger Welser getreten. In deren Auftrage
machte er viele Reisen nach den in den verschiedenen Erdteilen errichteten
Faktoreien. Die Welser hatten im Jahre 1528 von der spanischen Krone die
karibische Kueste erworben und ihr den Namen Venezuela (=Klein-Venedig)
gegeben. Schon vorher hatte Welser eine Faktorei in St. Domingo auf der
Insel Hispaniola (spaeter Haiti), die der mit Sebastian verwandte Ambrosius
Ehinger,, ebenfalls ein Ulmer, verwaltete. Sebastian loeste nun 1528 Ehinger
in St. Domingo ab, der als Gouverneur nach Venezuela weiterzog. An den
Entdeckungsfahrten auf dem Festland war zwar Sebastian nicht beteiligt,
hatte aber massgebenden Anteil an der Erschliessung des Kontinents. 1529
wird er von Nikol. Federmann, ebenfalls ein Ulmer Buerger, besucht, den
er fuer seine Weiterreise nach Venezuela und waehrend seines dortigen Aufenthaltes
mit allem Noetigen versah. Im Jahre 1532 kehrte er mit Federmann, der Feldhauptmann
in Venezuela war, in die Heimat zurueck, landete am 15. Juni 1532 in Sevilla,
reich beladen mit Schaetzen und ueber 70 000 Dukaten in Gold und Perlen.
Ueber Lyon reisend, kam er am 31. August 1532 in Augsburg an, liess sich
aber wieder in Ulm nieder, wo er bald darauf starb. (Federmann: Indianische
Historia).
Es ist aber bedauerlich zu sehen, wie Zwietracht und Uneinigkeit und
mangellnde Unterstuetzung durch die Heimat schliesslich auch das Welsersche
Unternehmen zum Scheitern brachten.
Alb. Wyermann berichtet ueber *Die Seefahrer Ambros Dalfinger, Nikolaus
Federmann und Sebastian Rentz von Ulm* in der Zeitschrift *Der Armenfreund*
von Schuhkraft, Jahrgang 1820, Nr. 125, Dr. K. Kunzinger in *Antheil der
Deutschen an der Entdeckung von Suedamerika*, Stuttgart 1857; daraus sei
folgendes entnommen:
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Nachdem der in spanische Dienste getretene genuesische Seefahrer
Christoph Colombo im Jahre 1492 die westindischen Inseln Guanahani (S.
Salvador), Cuba und Haiti (Hispaniola) entdeckt und an der Suedkueste der
letztgenannten 1504 die spanische Stadt San Domingo, deren Name dann auf
die ganze Insel ueberging, gegruendet hatte, entstanden dort auch Ansiedlungen
anderer Nationen. Der reiche Patrizier Bartholomaeus Welser von Augsburg
errichtete eine Handelsfaktorei auf San Domingo und ernannte den Sebastian
Rentz von Ulm zum Vorstand derselben (inder Zeit 1520-1525). Weyermann
nennt denselben *Gouverneur*, welchen Titel er spaeter gefuehrt haben mag,
da die Kolonien der verschiedenen Nationalitaeten ihre besonderen Zivil-Gouverneure
hatten.
Als der Spanier Ferdinand Cortez, von Cuba ausgehend, 1519 Mexiko entdeckt
hatte und sich die Anzeichen vom Vorhandensein grosser Laendermassen westlich
und suedlich der westindischen Inseln mehrten, erbat sich Barth. Welser
von Kaiser Karl V. die Erlaubnis, eine Expedition auf eigene Kosten zu
Entdeckungsreisen nach dem Sueden von Amerika aussenden zu duerften. Im
Jahr 1528 wurde zu Madrid der Vertrag abgeschlossen, welcher einerseits
die Hoheitsrechte der Krone Spaniens, andererseits die Eigentumsrechte
des Unternehmers in den neuentdeckten Laendern festsetzte.
Sofort liess Welser durch seinen Agenten in Sevilla, Ulrich Ehinger
von Ulm, die Expedition ausruesten, bestehend in 3 Segelschiffen, mit 400
Mann und 80 Pferden an Bord. Ambros Dalfinger (Ehinger) von Ulm wurde zum
Fuehrer derselben ernannt und Sebastian Rentz auf San Domingo angewiesen,
die Expedition von dort aus nach Kraeften zu unterstuetzen.
Dalfinger fuhr in demselben Jahr (1528) aus dem andalusischen Hafen
San Lucar ab, entdeckte nach fast dreimonatigen Fahrten die Nordkkueste
von Suedamerika, landete bei Coro und gruendete
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dort auf einer Felseninsel eine befestigte Stadt, welche
er wegen der Aehnlichkeit der Lage *Klein-Venedig*, spanisch Venezuela
nannte. Hierauf trat er am 3. September 1529 einen Zug tief in das Innere
des Landes an.
Da sehr lange keine Nachrichten mehr von ihm -auch nicht ueber seine
Landung- nach Europa gelanten, besorgte der Welsersche Agent zu Sevilla,
Ulrich Ehinger, es moechte Dalfinger ein Unfall zugestossen sein, und ruestete,
um ihn aufzusuchen, ein weiteres Schiff aus, mit 123 Soldaten und 24 deutschen
Bergleuten bemannt. Dasselbe, gefuehrt von Nikolaus Federmann von Ulm,
fuhr am 2. Oktober 1529 aus dem Hafen San Lucar ab und kam nach einer abenteuerlichen
Fahrt im Dezember in San Domingo an. Dort wurde Federmann von Sebastian
Rentz empfangen und mit weiterer Mannschaft, 10 Pferden und allem noetigen
Schiffsbedarf versehen. Auch gab Rentz den Agenten Georg Ehinger zur Begleitung
mit. Nach 14 taegiger Fahrt segelte Federmann nach SUeden ab, aber es gelang
ihm nicht sogleich, Venezuela aufzufinden oder Nachrichten von Dalfinger
zu erlangen. Er kehrte im Janur 1530 nach S. Domingo zurueck, und erst
bei einer zweiten Fahrt erreichte er endlich am 8. Maerz Coro. Zwei Monate
spaeter traf dort auich der verschollen geglaubte Dalfinger von seinem
Entdeckungszug wieder ein und begab sich dann fuer seine Person fuer kurze
Zeit nach S. Domingo zu Sebastian Rentz zur Berichterstattung.
Schon im Herbst 1530 fuehrten sowohl Dalfinger wie Federmann neue Expeditionen
in das Innere des Landes. Jener zog suedwestlich, dieser suedoestlich.
Federmann kehrte nach einem Zug voll Abenteuer und Gefahren, ganz aehnlich
denen, welche die beruehmten Spanier Cortez in Mexiko 1519021 und Pizarro
in Peru 1530 bestanden hatten, am 17. Maerz 1531 nach Venezuela zurueck.
Im Dezember begab er sich fieberkrank nach S. Domingo, erwartete dort die
Rueckkunft des auf einer Seereise befindlichen
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Sebastian Rentz und fuhr mit diesem am 7. April 1532 nach
Europa zurueck. Sie entgegen gluecklich den auflauernden maurischen Seeraeubern
und gelangten mit einem Schatz an Gold und Perlen im Wert von 70 000 Dukaten
nach Sevilla. Von da reisten sie an das Hoflager der Kaiserin zu Medina
del campo, dann ueber Toulouse und Lyon nach Augsburg, wo sie am 31. August
1532 bei ihrem Prinzipal Welser eintrafen. Weniger gluecklich als Federmann
war Dalfinger auf seinem Zug nach Neu-Granada. Er wurde in einem Gefecht
mit den Indianern durch einen Pfeilschuss am Halse verwundet, musste umkehren
und starb 1532 in Coro an seiner Wunde.
Die Zuege seiner Nachfolger, des Georg Hohemut von Speyer, des Nik.
Federmann, der nach seiner Wiedergenesung erneut nach Venezuela ging, und
des Philipp von Hutten sind in der erwaehnten Schrift von Klunzinger ausfuehrlich
nach den besten Quellen geschildert. Philipp von Hutton und sein Lieutenant
Barth. Welser Sohn wurden 1546 von dem Spanier Juan de Caravajal hinterlistig
ueberfallen und ermordet, und als dann weiter die Intrigen, Anklagen und
Prozesse der spanischen Gouverneure gegen die deutsche Verwaltung sich
immer mehr steigerten und unertraeglich wurden, trat Welser seine Besitzung
im Jahre 1555 gegen eine Geldentschaedigung an die spanische Krone ab,
die ohnehin schon seither das Oberhoheitsrecht ausgebuebt hatte, ohne von
anderer Seite daran gehindert worden zu sein.
Aus dem Jahre 1495 ist noch zu berichten, dass ein Sebastian ein Waldstueck
bei Breitingen erworben hatte, das nach ihm *Baestlesrenzholz* hiess, ein
Name, aus dem schliesslich Pestilenzholz wurde. Im Jahre 1525 wird der
Pfarrhelfer im Muenster Christoph Renz wegen ungebuehrlichen Benehmens
abgesetzt und zwei Jahre spaeter wird dem Prediger und Dominikanermoench
Bernhard Renz wegen Anstoessigkeit das Predigen untersagt.
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Er wird 1527 Lector in Gmuend und zieht 1531 mit allen Moenchen
des Klosters von Ulm weg. Ebenfalls im Jahre 1525 geben die Sebastian und
Hans Renz ihr Buergerrecht in Ulm auf; moeglicherweise handelt es sich
um die beiden Soehne des aelteren Sebastian. Wieder ein Sebastian Renz
muss sich mit drei anderen Buergern vor dem Rat der Stadt verantworten
wegen zu langen Ausbleibens: *er sei im vergangenen Jahr nur der sterbenden
Laeuften wegen (nicht der Religion wegen, wie vermutlich der Verdacht war)
mit mehreren anderen Buergern weggezogen und habe sich also in Lauingen
aufgehalten, aber vor 14 Tagen wieder hieherbegeben.*
Im Jahr 1544 heiratet Sebastian Renz die Barbara Roth von Schreckenstein
aus dem alten Ulmer Patriziergeschlecht, das in diesen Jahren in den Adelstand
erhoben wurde. Wahrscheinlich ist es derselbe Sebastian, der 1549 als Herrschaftspfleger
auftritt.
In den Stiftungsakten der Stadt Ulm finden wir einen Lehensvertrag
von 1430, Donnerstag nach Sankt Michelstag, ueber einen Hof als Zehenden
und Soeld des Bauern Bubbert, den Hans Renz von Ulm erhaelt. Nach dem Lehensvertrag
von 1521, den Sebastian Rentzen, des Hannsen Renntzen selig Sohn mit dem
Grafen Friedrich von Helfenstein abschliesst, erhalet Sebastian den Hof
und Zehenden zu Jungingen und die Soeld daselbst, *so vordem ein Zehendstadel
gewest und daraus solche Soeld mit des Lehensherr Bewilligung gemacht worden
ist*, als Lehen; Bauer ist Hanns Jung. Und schliesslich erhaelt Hans Renz
von Ulm fuer sich und als Traeger von wegen Friedrich, Sebastian und Ambrosius
der Renzen zu Ulm seine Gebrueder, den Hof und Zehenden zu Jungingen, die
Adam Berg innehat und die Soeld daselbst, das vormals ein Zehentstadel
war. Im Februar 1544 erfolgt dann die Lehensaufkukendigung dieser Lehen
und ihr
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Verkauf an die Brueder Fugger durch die Gebrueder Renz im
Zusammenhang mit dem Gesamtverkauf der ulmischen Gueter.
Mit dem Verkauf dieser Renzschen Gueter zu Offenhausen, Breitingen,
Jungingen, Lehr, Thalfingen, Oettingen und Holzheim, den die 4 Soehne Sebastians
I im Jahre 1544 mit anderen Burgstallen, Bannen, Hoefen, Haeusern, Gaerten,
Zinsen, Lehen usw. und allen Zubehoerden um 15 000 rheinische Gulden durchfuehren,
scheint aber auch die Renzsche Bluetezeit ueberschritten und die ganze
Familie im Aussterben begriffen zu sein. Auch die Stadt Ulm machte ja um
diese Zeit ihre wirtschaftlichen Krisenjahre durch. Dazu kamen die Glaubenskaempfe,
die die Buergerschaft in zwei Parteien spalteten. Wenn auch bei der Abstimmung
1530 der groesste Teil der Renzen lutherisch blieb und nur ein kleiner
Teil fuer die Rueckkehr zum alten Glauben war, so verursachte dies doch
eine Trennung. Dazu kam der Umstand, dass die immer groesser werdenden
Familien besonders in der Zeit der Krise nicht mehr den noetigen Naehrboden
hatten und dies viele, besonders der juengeren Generationen, zwang, sich
auswaerts neue Lebensmoeglichkeiten zu suchen. Durch den von Kaiser Karl
durchgefuehrten Verfassungsbruch verloren auch die Renzen an Ansehen und
Vermoegen, umsomehr als sie sich dem Vorgehen der 17 Patrizierfamilien
nicht angeschlossen hatten, die eine Bittschrift an den Kaiser um Bestaetigung
ihrer alten Stadtadelsrechte gerichtet hatten.
Von den aus Ulm abgewanderten Renzen schaelen sich drei Hauptlinien
heraus, die Augsburger, die Waiblinger und
die Wiesensteiger Linie, die wir im folgenden noch kennen
lernen werden.
Natuerlich gab es auch in Ulm neben diesen vemoegenden Familien in
angesehener Stellung auch solche in einfachen Verhaeltnissen und unteren
Stellungen, und sie werden wohl aller Vermutung nach in der Ueberzahl den
anderen Renzen gegenueber gewesen
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sein. Auch Fabri drueckt sich in diesem Sinne aus, wenn
er sagt, dass es solche Renzen zahlreich in untergeordneter Stellung in
Ulm und anderen Orten Schwabens gegeben habe. In den Urkunden finden wir
schon 1375 Renz den Vischer, der wegen Irrung des Gotteshauses angeklagt
war; dann wieder 1430 den Kontordiener Claus Renz, 1484 den Goldschmiedlehrlling
Ludwig Renz und 1490 den Sattler Jakob Renz. Wenn die Urkundenschoepfung
hierin etwas duerfitg ist, so duerfen wir uns darueber nicht wundern, denn
es wird auch damals schon so gewesen sein, dass man mit Behoerden und Kanzleien
moeglichst wenig zu tun haben wollte. Und zu kaufen oder verkaufen hatte
der kleine Mann ja nichts als das, was er zu seines Lebens Notdurft gebrauchte.
Andererseits ist auch bekannt, dass die Zunftgesetze sehr streng waren
und Uebertretungen auch fuer heutige Zeit ungewoehnlich hart bestraft wurden,
dass aber andererseits solche Uebertretungen nicht an der Tagesordnung
waren, sondern jeder bestrebt war, sein Leben in ruhigen und geordneten
Bahnen zu wissen. Es ist auch durchaus moeglich und sogar warhscheinlich,
dass einzelne Glieder dieser in untergeordneten Verhaeltnissen lebenden
Renzen ploetzlich auftauchen und es aus eigener Kraft und zaeher Arbeit
so weit bringen, dass sie aus den engen und einfachen Verhaeltnissen sich
befreien, es fuer sich, ihre Familie und Nachkommen zu Wohlstand und Ansehen
bringen.
Wir sehen dies an zwei Beispielen des Pfarrers Christoph Renz, der
ein Sohn eines einfachen Webers war. Ebenso der Weber Hans Jakob Renz,
Sohn des Thomas Renz, verheiratet mit Anna Brenkerin, Tochter des Martin
Brenker. Aus der Ehe stammen 6 Toechter, Anna Magdalena 1618, Beata 1619,
Anna Maria 1620, Ursula 1621, Katharina 1623, Anna 1629 und 4 Soehne, Georg
20.8.1624, Abel 17.8.1626, Hans Jakob 27.10.1627, Samuel 10.5.1633. Abel
ging 1647 nach Strassburg, um Theologie zu studieren. Zur Erlangung eines
Stipendiums
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von den Pfarrkirchenbaupflegern sollte er 1648 nach Ulm
reisen, um sich dort examinieren zu lassen. Die damaligen unruhigen Zeiten
erlaubten aber die Reise nicht; daher beauftragte das Amt den Prof. M.
Georg Bach in Strassburg, solches zu uebernehmen. Abel kehrte 1650 nachhause
und erhielt 1651 den Ruf als Prediger und Lehrer der lateinischen Schule
zu Isny. Die Kirchenpflege erteilte ihm jedoch erst nach laengeren Verhandlungen
mit Isny die Erlaubnis, dem Rufe zu folgen. Er wurde dann dort 1656 auch
Eherichter, stiftete an Kirche und Schule viel Gutes und hat sich insbesondere
auch um die Stadtbibliothek sehr verdient gemacht. Zwei seiner Schriften
sind noch erhalten: 1. Judicis a Theologis Maguntinis in judicio aequitatis
inqu;ititatis illote expostulatione depulsa. 4. Argent 1650; 2. Gottesfuerchtiger
Regent und Untertan, eine Schwoerpredigt von Ulm 1658. Am 5. August 1651
vermaehlte er sich in Ulm mit Anna Maria Deckinger, Tochter des Kaiserlichen
Notars Johann Deckinger, die aber schon am 15. Oktober 1658 in Isny gestorben
ist. (A. Qeyermann, Nachr. von Gelehrten und Kuenstlern, Ulm 1829, S.417).
Zum zweitenmale vermaehlte er sich am 11. April 1659 in Isny mit Barbara
Glockengiesser. Aus erster Ehe stammt ein Sohn Paul Friedrich, der ebenfalls
Pfarrer in Isny wurde; aus zweiter Ehe sind die Kinder: Abel, Georg Christoph,
Anna Regine und Anna Katharine, geb. 18.10.1671. Abel, geb. Isny 7.4.1665,
wurde Handelsmann und spaeter Buergermeister in Tuebingen, wo er am 4.
Mai 1735 gestorben ist. Georg Christopf war Materialist, heiratete am 25.
Februar 1685 in Ulm die Anna Barbara Kechelerin, Tochter des Bernhard Kecheler
von Ulm. Aus der Ehe sind 5 Kinder entsprossen: Anna Marie (18.5.1690),
Elisabetha (20.5.1690), Christianus (22.8.1691), Anna Katherine (14.3.1693)
und Maria Magdalena (11.12.1694). Anna Regine heiratete als dritte Ehefrau
am 20. Trinitatis 1687 Siegfried Konrad Wennemann, geb. 1633,
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Vogt in Biesigheim. Und schliesslich Anna Katharine, geb.
am 18.10.1671, heiratete in Isny am 22.6.1697 den Pfarrer Johann Wolfgang
Majer; eine Tochter aus dieser Ehe vermaehlte sich 1727 mit dem Kaufmann
Joh. Paul Speidel in Tuebingen.
Die Frau Anna Barbara scheint nach der Geburt des 5. Kindes gestorben
zu sein. Zum zweitenmal vermaehlte der Witwer sich in Isny im September
1695 mit Maria Barbara Suessin, Tochter des Johann Suesser sel., Spezerei,
Kramer und Handelsmann in Isny.
Der Ulmaer Maler Martin Schaffner fuehrt in den Jahren 1520-1528 den
Hochaltar im Muenster aus: er selbst mit Konrad Renz sind Testamentvollstrecker
dieser Stiftung, die der mit der Familie noch verwandte Lucas Hufz gemacht
hat. Auf einem anderen Gemaelde Schaffners aus dem Jahre 1510, die Hoellenfahrt
Christi darstellend, (Nationalgalerie Stuttgart), ist das Renzsche Wappen
angebracht.
Der obengenannte Christoph Renz, ebenfalls Sohn eines Ulmer Webers,
studiert 1732 in Wittenberg Theologie, wurde 1738 Pfarrer in Thalheim bei
Heilbronn und starb 1754. Er hinterliess eine Schrift: De argumentis pro
peregrinis idiomati sermonis novi frederis graeco affectis. 4. Wittenberg
1733. Ein Sohn von ihm, Tobias Michael Renz, geb. 11.1.1743 ist Not.Caes.Publ.
und Frucht-Accisor in Ulm, gest. 6.9.1822.
Aus den Jahren 1561-1680 fuehren die Ulmer Kirchenbuecher, Hochzeitsbuecher
usw. insgesamt 127 Renzfamilien auf mit 545 Kindern; in derselben Zeit
sind 66 Eheschliessungen und 82 Sterbefaelle verzeichnet.
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Seit wann die Renzen in Ulm das Wappen fuehren, ist nicht bekannt. Fabri
beschreibt es wie folgt:
*Ihr Schild hat naemlich ein silberndes Feld oder Flaeche, auf der
ein roter Panther gesehen wird, der grimmig aufgerichtet, mit zum Zerreissen
ausgestreckten Pranken und aufgerissenem Rachen einen nackten Menschen
verschlungen zu haben sehint, der, wie ein zweiter Jonas, aus dem Leib
des Tieres heraufkommend, in den Rachen heraufsteigt und eine blosse Hand
samt dem Arm durch die Zaehne des Rachens gleichsam hilfeflehend herausstreckt.*
In seiner spaeteren Form war das Wappen, das von den Ulmer Patriziern
gefuehrt wurde, etwas erweitert. Es war gevierteilt und mit Helm und Helmdecke
geziert. Im ersten und vierten Felde (weiss) ist der aufgerichtete, rechts
gewendete Oberleib eines roten Wolfes, in dessen Rachen ein menschlicher
Arm in natuerlichen Farben steckt; im zweiten und dritten roten Felde ein
von links nach rechts niedergehender weisser Schraegbalken (Strasse). Der
rechts gewendete Helm trug als Helmzier das Wappenbild des 1. und 4. Feldes.
Die Helmdecke war rot und weiss. Das Bild des 2. und 3. Feldes deutet auf
eine Allianz (eheliche oder verwandschaftliche Verbindung) mit einem anderen
Geschlecht. In ulm fuehrte die Familie Krafft auf rotem Feld einen goldenen
Schraegbalken im Wappen. Es ist moeglich, dass nach Abschluss einer Ehe
oder Erbschaft die Aufnahme dieses Wappens in das Rentzsche an die Bedingung
einer sogenannten Minderung (Silber statt Gold) geknuepft war. Wahrscheinlicher
ist jedoch, dass die Farben in den vier Feldern des Rentzschen Wappens
nicht rot und weiss, sondern schwaebisch, also rot und Gold waren. Die
Farbenbezeichnung in den verschiedenen Wappen durch scharaffierte Linien
usw. wurde erst 1637 durch Wilson de la Combiere
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eingefuehrt. Da die alten Wappen in Siegeln und Signaturen
keine Farben zeigten, herrschte grosse Unsicherheit bei der spaeteren Ermittlung
der Farben. Siebmacher z.B. bezeichnet die Helmdecken des Rentzschen Wappens
entgegen der heraldischen Uebung als rot, weiss und gelb, waehrend in den
Wappenfeldern nur die Farben rot und weiss genannt werden.
Auch der Augsburger Familienzweig fuehrte (nach Siebenmachers Wappenbuch
vom Jahre 1609, S.215) dasselbe Wappen und dieselben Farben wie der Ulmer
Hauptstamm, jedoch zur Unterscheidung nach links gewendet, d.h. im 1. und
4. roten Feld den links niedergehenden weissen Schraegbalken, im 2. und
3. Feld den links gewendeten roten Oberleib einer Tiergestalt mit einer
schnabelartigen Schnauze eines Drachens (statt eines Wolfes), aus der ein
menschlicher Arm herausragt. Dieser Drachenkooopf mag vielleicht auch beim
Ulmer Stamm das urspruengliche und richtige Bild gewesen sein (vgl. das
Seigelwappen des Hans Renz vom Jahre 1414, S. 65). Durch schlecht gestochene
Wappensiegel und undeutliche Abdruecke sind viele Missverstaendnisse und
undeutliche Wappenbilder entstanden. Der Arm mit Hand und funf Fingern
mag aus einem Feuerstrom mit fuenf Flammenspitzen entstanden sein. Derartige
flammenspeiende Tiere waren in der damaligen Heraldik sehr beliebt.
Das Ulmer Wappen befindet sich indem Wappenbuch der oeffentlichen Bibliothek
in Stuttgart und auch auf einem der frueheren Deutsch-Ordens-Kirche in
Ulm gehoerenden Bilde des beruehmten Ulmer Meisters Martin Schaffer, das
die Hoellenfahrt darstellt (gemalt 1510) und die Wappen der Stifter enthaelt.
Das Gemaelde ist neben drei anderen desselben Meisters im Besitze des Altertumsvereins
Stuttgart.
Das Patrizierwappen ist mit den Ulmer und Augsburger Stammfamilien
erloschen und nicht auf die Wiesensteiger Linie uebergegangen. Wenn, was
ja auffaellig ist, zwischen diesem und
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dem spaeter verliehenden kaiserlichen Wappen keinerlei Beziehung
besteht, so koennte man annehmen, dass die Wiesensteiger Renz-Sippe von
den Ulmer Renzen nicht deszendiert oder dass das Ulmer Wappen von den weggezogenen
und aus der Ulmer Gemeinschaft ausgeschiedenen Familien nicht mehr im Brauche,
ja moeglicherweise ganz in Vergessenheit geraten war. Umsomehr sind daher
Ludwig und die Brueder Ulrich und Ludwig Rentz als die Gruender und Stammvaeter
eines neuen Geschlechts anzusehen.
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