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                c) Die Spaltung des Ulmer Hautpstammes

                      1. Ursachen

    Aus dem Bisherigen ergibt sich, dass von einer strengen genealogischen Datstellung des Ulmer Hauptstammes der Familie Rentz nicht gesprochen werden kann. Wir kennen einzelne Namentraeger der Familie und vermoegen anhand der Urkkunden uns ein Bild ueber ihr Leben, ihr Wirken und ihre Schicksale zu machen. Wie sich aber das Erbe vom Vater auf den Sohn uebertragen hat, erfahren wir nur in Einzelfaellen. Auch ueber die von Ulm weggezogenen Familien oder Einzelmitglieder ist uns zunaechst noch wenig bekannt. Sie tauchen ploetzlich an einem neuen Ort auf, werden dort sesshaft und gruenden neue Familienzweige. Es lassen sich auch die Gruende, die die einzelnen zum Wegzug von Ulm bewogen haben, nicht eindeutig festlegen. Der kurze Streifgang durch die Geschichte von Ulm im vorigen Kapitel gibt uns aber viele Hinweise.
    Die ersten Abkoemmlinge der Ulmer Familien finden wir ausserhalb Ulms bereits Ende des 15. Jahrhunderts, also zu einer Zeit, als die wirtschaftliche Bluete der Stadt ihren Hohepunkt bereits ueberschritten hatte. Neben den schon dargelegten Gruenden haben auch die um die Jahrhundertwende einsetzenden
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    Glaubenskaempfe in vielen Familien, so auch in den Renzschen, Zwiespalt und Trennung verursacht, wie sich aus den Ulmer Abstimmungslisten ergibt. Es ist aber dabei wenig wahrschienlich, dass das Festhalten am alten Glauben ein Grund fuer den Wegzug war; die meisten Familien hatten sich ja fuer den protestantischen Glauben ausgesprochen.
    Ausser den schon erwaehnten Hans und Ambros in Augsburg (1499 und 1538) treffen wir zu Beginn des 16. Jahrhunderts den Magister Ludwig Rentz in Horb (1502), den Amtmann Johann Rentz in Kuppenheim, Baden (1505), den Schultheiss Georg Rentz in Goeppingen, Georg Rentz in Waiblingen und Magister Ludwig Renz in Wiesensteig. Die beidne letzteren und die Augsburger gruenden an ihren Wohnorten neue Familienstaemme, von denen sich der Wiesensteiger besonders stark entwickelte und sich im Laufe der Zeit in viele Zweige spaltete. Die meisten der zur Zeit lebenden Familien fuehren auf den Wiesensteiger Stamm zurueck, sind zum grossen Teil stark angewachsen und haben sich in allen Berufszweigen wieder empor gearbeitet.

                    II. Die Augsburger Linie

    Um die Wende des 15. Jahrhunderts treten in Augsburg die Rentzen auf. Sie entstammen in der Regel den alten Ulmer Familien. Die Gruende zu ihrem Wegzug von Ulm sind nicht genau bekannt; sie moegen in den schon eroerterten Darlegungen liegen. Zum Teil werden es engere Beziehungen zu den grossen Handelshaeusern der Fugger und Welser gewesen sein, die sie veranlassten, ihren Wohnsitz nach Augsburg zu verlegen. Bestimmt war das bei dem schon erwaehnten Sebastian Rentz III,
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    dem Amerikafahrer und Sohn des Sebastian Rentz II und der Elisabeth Ehinger der Fall. Er kehrte, wie wir wissen, im Jahr 1532 von seiner Amerikareise zurueck nach Augsburg, liess sich aber spaeter endgueltig wieder in Ulm nieder.
    Von den 4 Soehnen des Sebastin hatten sich zwei in Augsburg niedergelassen. Sie hatten dort das Buergerrecht erworben und erlangten auch dort, zum Teil durch Einheiraten, den Zutritt zu den Geschlechtern, so dass Custodis die Rentzen als *die zwoelfft von den Geschlechtern der Mehrergesellschaft* auffuehrt. Diese beiden Soehne und ihre Nachkommen gruendeten in Augsburg eigene groessere Handelshaueser, zum Teil waren sie im Dienst der Welser und der Fugger als Handeslherren und graefliche Raete taetig. Zwei der Nachkommen, Wilhelm 1597 und Ferdinand 1713, hinterliessen namhafte Stiftungen fuer Findelkinder und fuer Theologiestudierende. Die Linie, der auch zwei bedeutende Pfarrer angehoerten, scheint aber im Laufe des 18. Jahrhunderts zum Erloeschen gekommen zu sein.
    Ueber die beiden Brueder Sebastians, Friedrich und Ambrosius, ist folgendes bekannt:

    1a. Friedrich Rentz (I), geb. ..., gest. zu Nancy 1546; er lebte als Kaufmann in Augsburg und war verheiratet mit Susanne Pfister, einer Tochter des Wolfgang Pfister und der Ursula Herwarth, gest. 21. Feb. 1543. Kinder siehe IIa.
    1b. Ambrosius Rentz, geb. ..., gest. 26. Aug. 1565, lebte in Augsburg und hatte sich am 27.6.1541 mit Regina Walther verheiratet, geb. 1513, gest. 15.4.1578, einer Tochter des Lukas Walther und der Apollonia Muelich. Er war ab 1564 im Grossen Rat in Augsburg.

    IIa. Die Kinder des Friedrich Rentz (I) sind:

    1. Sebastian Rentz, 1531-1602; war dritter Administrator der Stiftungsgueter;
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    2.Friedrich (II), geb. 1537, war Handelsherr in Augsburg und Gruender eines Grosshandelsgeschaeftes. Er hatte sich am 15.9.1567 mit Anna Meutingin verheiratet (1550-5.2.1627), einer Tochter des Sebastian Meuting, *der letzten dieser Patricii*. Er ist in Augsburg am 8.1.1623 gestorben, war von 1602 bis zum Tode vierter Verwalter der Renzschen Stiftungsgueter. Kinder siehe IIIa;
    3. Susanna, 1539-23.5.1607, heiratete am 21.11.1558 Johann Kreler von Landsberg, gest. 20.9.1605;
    4. Maria 1542-10.8.1592, war mit Heinrich Herwarth (Hoerward) von Landsberg verheiratet (1520-28.7.1583). Heinrich war 1548-1563 im Stadtgericht und seit 1568 im Rat der Stadt Augsburg.

    IIb. Ambrosius Rentz hatte an Kinder:

    1. Wilhelm, geb. ..., gest. 9.5.1622, heiratete am 13.11.1583 Maria Magdalena Bechler (gest. 11.12.1607), Tochter des Heinrich Bechler. Er machte im Auftrage der Welser wiederholt Reisen nach Spanien (Barcelona) zum Besuch der dortigen Safranmaerkte. Er war koeniglich spanischer Agent und als solcher geadelt. 1597 stiftete er dem Augsburger Findelhaus 4000 Gulden (Stiftungsbrief vom 4.12.1597). Kinder siehe IIIb;
    2. Peter war Handelsherr in Madrid und verheiratet mit N. Polsterin und hinterliess einen Sohn: Johann Ambrosius, der Resident und General-Consistor in spanischen Diensten der Infantin Herzogin Margarete von arma am Hofe Karls V. zu Bruessel war. Gest. 1643;
    3. Hans Jakob; 1561 Student in Ingoldstadt, 1571: J.U.Dr. in Sienna;
    4. David;
    5. Ursula, verheiratet 22.9.1567 mit Dr.Jur. Phil. Laux von Aichstedt;
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    6. Regina, verheiratet 17.10.1580 mit Christian Ott zu Venedig, der am 22.3.1605 gestorben ist;
    7. Benedikt, verheiratet I....., II. mit Jakobine Schaefflin von Muenchen.

    IIIa. Die Kinder des Friedrich Rentz (II):

    1. Susanna, geb. 1568, gest. 1616, verh. mit Bartholomaeus Frey von Nuernberg;
    2. Felicitas, geb. 1537, gest. 1600,, verh. in 1. Ehe am 22.4.1596 mit Johann Velin, gest. 1602, 2. Ehe mit Christoph Kuerssner;
    3. Friedrich (III), geb. 1575, gest. 8.1.1630. Er studierte Jura in Jena und Leipzig, war Doktor beider Rechte und graeflicher Rat bei den Grafen Fugger, ausserdem 6. Administrator der Stiftungsgueter. Er hatte sich am 28.2.1616 mit Jakobine Zorzi von Vicenca verheiratet, der Witwe des Apothekers Barthol. Rollenboetz; sie starb am 17.2.1627; Kinder siehe II;
    4. Anna Maria, gest. 1579, war mit Georg Anwandter von Kempten verheiratet (Pfarrer);
    5. Regina, verh. mit Hans Wiard; die weiteren Kinder:
    6. Daniel;
    7. Christoph;
    8. Johann;
    9. Jeremias;
    10. Anna Maria;
    11. Wolfgang Bartholomaeus, sind alle frueh gestorben.

    IIIb. Wilhelm Rentz hinterliess:

    1. Wilhelm, war 1648-1649 8. Besitzer der Stiftungsgueter;
    2. Hans Friedrich, quem genuit Pater Saragossiae in Aragonia cum coelibe quadam Johanna Garcia;
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    3. Maria Magdalena, verh. sich am 28.4.1608 mit Hans Rehlinger von Haltenberg, der am 15.11.1654 gestorben ist; sie selbst starb am 28.6.1650;
    4. Sophia, heiratete am 20.2.1612 den Steuereinnehmer Wolfang Langenmantel, mit dem doppelten R, wurde am 20.8.1637 Witwe und starb am 28.11.1649.

    IV. Friedrich Rentz (III) hatte an Kinder:

    1. Friedrich (IV), war 1618 in Augsburg geboren und ebenda gestorben am 23.2.1670. Studierte Jura in Basel, war Doktor beider Rechte (JUD), Syndikus in Kempten und Ratskonsulent in Augsburg. Als Syndikus war er 1664 auf dem Reichstag zu Regensburg; 9. Besitzer der Renzschen Stiftungsgueter. Er hatte sich am 4.9.1651 mit Anna Justina von Stetten (15.5.1623 - 12.12.1667) verheiratet, Tochter des Lukas von Stetten und der Anna Justina Bernhardin; er liegt in der Meutingerschen Familiengruft in der Kirche Sankt Anna in Augsburg begraben. Kinder siehe V.
    2. Anna Maria, ist jung gestorben;
    3. Jacobine, war verheiratet mit Johann Andreas Schmid aus Eutin (Holstein).

    V. Friedrich Rentz (IV) hatte 6 Kinder:

    1. Anna Regina, verh. in 1. Ehe am 12.6.1682 mit Gabriel Jenich, in 2. Ehe am 1.9.1696 mit Hier. Thomas, JUD, der am 22.1.1716 gestorben ist;
    2. Anna Justina, heiratete am 3.12.1673 Johann Philipp Jenisch; sie wird am 26.11.1677 Witwe und heiratet in 2. Ehe am 6.1.1682 Johann Georg Peirlin, in 3. Ehe Johann Cramer und in 4. Ehe Michael von Garben (gest. 15.12.1715);
    3. Jacobine, geb. 1655, heiratete 16.5.1684 Johann Georg Mertz und ist 1698 gestorben;
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    4. Friedrich (V), ist ledig in Venedig gestorben;
    5. Johann Baptiasta, geb. am 14.10.1658; er studierte in Jena und Leipzig Theologie und war Pfarrer (1686 Diakon bei den Barfuessern, 1687 bei Sankt Anna, 1691 Pfarrer bei St. Jakob, 1695 bei St. Ulrich und schliesslich Pastor bei St. Anna. Er ist gestorben am 17.11.1722. Am 12. Januar 1687 heiratete er in 1. Ehe Anna Catherina von Raiser (1659-13.5.1705), Tochter des Pastors Dr.theol. Anton Raiser zu Hamburg und der Regina Heriditzin; sie ist am 13.5.1705 gestorben, in 2. Ehe heiratete er am 27.8.1705 Maria Philippine Kueselin, Tochter des Kupferstechers Mich. Kueselin und der Dorothea Muellerin. Kinder siehe VIa;
    6. Ferdinand, geb. in Augsburg 17.6.1660. Er war Kaufmann und Jubilierer (Juwelier) ebenda und hinterliess eine Stiftung zugunsten von wuerdigen evangelischen Theologiestudierenden (Urk. vom 3.11.1713 und 27.2.1719). Am 25.3.1690 heiratete er die Witwe Sibulla Clara Spatz, geb. 13.1.1670, eine Tochter des Salzschreibers und Reg.-Rats Abraham Spatz und der Maria Schultzin, Witwe des Handelsherrn Johann Christoph Dummer in Regensburg; er hinterliess 8 Kinder, siehe VIb;


    VIa. Die Kinder des Johann Baptist Rentz sind:
    Aus 1. Ehe:

    1. Johann, gest. als Kind;
    2. Friedrich VI, geb. 24.4.1689. Er ging mit 15 Jahren nach Jena und anschliessend nach Leipzig zum Studium der Theologie, kehrte 1711 wieder zurueck, war Diakon in der Grafschaft Hohenlohe, 1714 in Adolz- und Herbsthausen, 1716 in der Barfuesserkirche zu Augsburg, 1718 an der Heil. Kreuzkirche; 1735 hatte er das Pastorat an dieser Kirche. Er heiratete in 1. Ehe am 11.6.1713 Anna Sabine Schiffler (Schifflin), Tochter des Mag. Diak. Raimund Sch. an der Kirche zu St. Annen und der Regine Lotter, geb. 1697, gest. 25.4.1716 und in 2. Ehe am 23.8.1716
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    mit Magdalena Katharina Biermann, Tochter des Apothekers Johann Biermann und der Mrgareta Heiss (Heissin) in Adolzhausen und ist am 22. Juli 1744 gestorben. Auch hat er zwei gedruckte Predigten hinterlassen ueber Eb.X.5,32 und 35, die er am 14.6. und 3.8.1732 vor einem gedoppelten Transport salzburgischer Emigranten im sogenannten Schiessgraben ausser der Stadt gehalten hat. Er liegt in der Sakristei seiner Pfarrkirche begraben. Die Kinder, die er hinterliess, siehe VII;
    3. Johann Gottlieb, geb. 1691, verh. 5.7.1723 mit Katharina von Stetten verwitwete Cramer;
    4. Regina Katharina, verh. 16.4.1712 mit Albr. Ludwig Jak. Harder, Diakon in Augsburg, Pfarrer im Hohenlohischen (hat in Jena und Leipzig studiert), geb. Waldenburg 8.3.1687,, gest. Augsburg 14.7.1740;
    5. Anna Justina, ist als Kind gestorben, ebenso
    6. Maria Jakobina;
    7. Maria Sibylle und
    8. Johann Baptist;
    9. Gottfried Christian, geb. 1700, gest. 1706;

    Aus 2. Ehe:

    10. Johann Baptista, geb. 1711, gest. als Kind;
    11. Maria Philippina, geb. 1714, verheiratet 1. Okt. 1730 mit August Christian Martin, Maler in Oberranstadt;
    12. Johann Christoph, geb. 1716 und als Kind gestorben.

    VIb. Die Nachkommen des Ferdinand Rentz sind:

    1. Johann Michael, geb. 1691, gest. 11.11.1761,
    2. Sibylla Clara, heiratete am 5.1.1716 Johann Andreas Knoller;
    3. Anna Justina, geb. 27.5.1695, heiratete am 7.10.1715 Melchior Langenmantel;
    4. Anna Regina und
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    5. Maria Anna, als Kinder gestorben;
    6. David Ferdinand, gest. zu Genf 1722;
    7. Euphrosine, als Kind gestorben;
    8. Anna Catherina,,, verh. am 10.8.1721 mit Johann von Stetten dem Juengeren, Stadtschreiber in Augsburg.

    Johann Michael war Braunschweigerischer Resident am koeniglich daenischen Hof zu Kopenhagen. Dort hatte er den groessten Teil seines Vermoegens verloren, er ist in Braunschweig geadelt worden. Nach Augsburg zurueckgekehrt, hatte er Erbstreitigkeiten mit seinen Schaegern Knoller und Stetten. Er besass dort das Haus D 30 von 1736-1753. Er war der 13. Verwalter der Renzschen Stiftungsgueter, die er an seinen Vetter Daniel Friedrich zedierte. Zuletzt lebte er fast ausschliesslich in Ulm, wurde katholisch und starb in ziemlich zerruetteten Verhaeltnissen.
    Daniel Friedrich uebergab als letzter Verwalter der Renzchen Gueter diese an die Ulmer Kirchenbaupflege. Aus diesem Anlass soll er eine ausfuehrliche Familienurkunde verfasst haben, die letztmals im Besitze der Tochter des Renovators Wilhelm Ferdinand Renz in Pfullingen gewesen sein soll.
    Bei diesen Stiftungsguetern handelt es sich um die vor Einfuehrung der Reformation getaetigten frommen Stiftungen an die Ulmer Kirchen und Kloester, die, nachdem die Reformation eingefuehrt war, von den Stiftern bzw. deren Nachkommen verwaltet wurden, bis sie bei Aussterbeen des Mannsstammes nach Ratsbeschluss der Ulmer Kirchenbaupflege zufielen.

    VII. Die Kinder Friedrichs VI :

    1. Jakobine Katharine, geb. 1717, verh. Augsburg, 15.5.1741 mit Joh. Christian Leopold, Kunstverleger ebda.;
    2. Anna Regina, geb. 1720, verh. in 1. Ehe 1746 mit Johann Georg Menzel, Golduhrgehaeusemacher, gest. um 1749; in 2. Ehe August 1750 mit Johann Andreas Pfeffer, Kupferstecher;
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    3. Maria Margarethe, geb. 1722, als Kind gestorben;
    4. Magdalena Sibylle, als Kind gestorben;
    5. Sabina, gest. 1757, verh. 1746 mit N. Stemmler, Silberarbeiter, gest. 1755;
    6. Johanna;
    7. Maria Friederike, verh. in 1. Ehe vor 1755 mit N. Liebel von Nuernberg, in 2. Ehe mit N.N. von Cleve;
    8. Daniel Friedrich, geb. Augsburg 24.4.1733, gest. Ravensburg 1769, Apotheker und letzter Verwalter der Renzschen Stiftungsgueter, die laut Ulmer Ratsprotokoll vom 23.8.1769 nach dem Aussterben des Mannesstammes an die Ulmer Pfarrkirchenbaupflege fielen. Er war verheiratet in Ravensburg am 2.6.1766 mit Christine Renz, Tochter des Apothekers Abel Renz, die ebda. in 2. Ehe am 14.8.1769 Johann Paul Hutter heiratete;
    9. Dorothea, verh. mit Esjas Sahler, Goldarbeiter;
    10. Elisabeth, verh. mit N. Bock, Stadteinlasser.

    Der in Bad Mergentheim wohnende 1946 verstorbene Archivrat Dr. Gustav Adolf Renz fuehrt seine Familie auf einen in Oberschwaben ansaessigen, von Augsburg-Ulm zugewanderten Stamm zurueck wie folgt, ausweislich der Saulgauer Kirchenbuecher:

    1. Michael Rentz, geb. um 1590, gest. Januar 1654, war Bauer in Wilfertsweiler und dort verheiratet mit Maria Stueckhin, gest. 1620;
    2. Johannes Rentz, Bauer ebda., geb. 4.11.1616, gest. 7.6.1686, verh. mit Anna Gnappin vom Hunsrueck;
    3. Georg Rentz, Bauer ebda., geb. 10.4.1655, gest. 14.1.1710 in Bondorf, war verh. mit Catharina Blonin, gest.1707;
    4. Christian Rentz, Kraemer und Ratsherr in Saulgau, geb. 18.1.1682, gest. 1746, verh. am 20.4.1713 mit Salomaea Rosenstiehlin;
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    5. Anton Rentz, Sattlermeister in Winterstetten-Stadt, geb. um 1725, gest. 15.3.1782, heiratete am 8.5.1740 die Agathe Schwarz;
    6. Franz Anton Rentz, Sattlermeister ebda., gegb. 12.4.1749, gest. 25.1.1829, war ebda. am 28.8.1770 verh. mit Gertraudis Greissinger von Uttenweiler, geb. 17.3.1750, gest. 5.9.1793;
    7. Aloysius Renz, Chirurg und Besitzer der Krone in Wurzach, geb. 31.5.1781, gest. 1.9.1832, studierte in Freiburg im Breisgau und verheiratet sich mit Salomeae Cleophaea Hoedle aus Endingen, geb. 16.8.1782, gest. ?
    Aus dieser Ehe stammen:

    8a. Gustav Adolf I Renz, geb. in Heisterkirch am 27.4.1807, gest. Oberdischingen, 30.10.1881. Er studierte Medizin und war praktischer Arzt in Oberdischingen und Leibarzt des Grafen von Castell. Er war weit ueber die Staette seines Wirkens hinaus bekannt und beliebt. Sein Leben ist in dem Buch *Der Doktor von Dischingen*, verfasst von Archivrat Dr. Renz, niedergelegt. Er hatte sich mit Luise Friederike Klein aus Boeblingen und der Marie Agnes Woehrle, am 4.10.1831 vermaehlt; sie ist dort geboren am 11.3.1806 , gest. 12.10.1871. Er hinterliess 2 Soehne (9. und 2.)

    8b. Eine Tochter des Aloysius Renz, Karoline, ist geb. 1804 und ledig gestorben (in Oberdischingen, Familiengrab, begraben) am 13.10.1840;

    9. Der aeltere Sohn Gustav Adolfs I, Gustav Adolf II, war geb. in Wurzach 4.7.1832, gest. in Ravensburg am 4.4.1905. War verheiratet in 1. Ehe mit Luise Georgine Bridel, geb. 1836 in der Schweiz, gest. 15.3.1857 in Oberdischingen. Die Ehe blieb kinderlos. Am 6.9.1869 heiratete er zum zweitenmal Auguste Perrot, geb. am 12.9.1842 in Ravensburg, gest. Stuttgart (Marienstift) 3.12.1914, Tochter des Philipp Perrot, Eisenhaendler, Ratsherr und spaeterer Schrannenmeister in Biberach a. Riss.
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    Aus dieser Ehe stammen ein Sohn und zwei Toechter (siehe unten). Gustav Adolf war erst Apotheker und uebernahm dann spaeter das Jordanbad bei Biberach in Besitz. Die beiden Toechter sind Emma, verh. Schur, gest. auf der Insel Reichenau im Bodensee, und Paula, verh. und verw. Lang, die auf der Insel Reichenau lebt. Der Sohn
    10. Gustav Adolf Renz III, geb. in Jordansbad 26.7.1862, war nach abgelegtem Studium Schriftleiter, widmete sich spaeter dem Archivwesen und war Archivar Dr. in Bad Mergentheim. Er ist gest. am 2.7.1946 und im Familiengrab in Oberdischingen beigesetzt. Am 25.10.1887 hatte er sich in Biberach vermaehlt mit Kath. Marie Beck, Tochter des Fuertl. Thurn und Taxischen Rentkammerdirektors Maurios Beck in Obermarchtal, Donau, geb. 19.9.1865, gefallen durch Luftangriff auf Heilbronn am 4.12.1944. Nach Scheidung der Ehe 1912/13 heiratete er in 2. Ehe am 2.12.1913 Klara Herkt, geb. 5.5.1870, aus Grosswockern in Mecklenburg, gest. Bad Mergentheim 11.7.1942, beigesetzt in Oberdischingen; diese Ehe blieb kinderlos. Aus der ersten Ehe stammen die Kinder:
    Alexander Friedrich Maximilian, geb. in Regensburg 20.9.1888, Schriftleiter in Heilbronn, wo er durch Luftangriffe seine Habe verloren hat; lebt unverheiratet in Weinsberg;
    Friedrich Maurios, geb. 1889, gest. 1890 auf Gut Schrammelhof bei Regensburg;
    Maria Aglaia Adrienne (genannt Ada), geb. 23.7.1891 auf Gut Schrammelhof, lebt in Oberndorf.
    Der zweite Sohn von Gustav Adolf Renz (I), Wilhelm Theodor von Renz, geb.in Oberdischingen am 10.1.1834, gest. in Wildbad am 29.12.1896, studierte Medizin, war anschliessend praktischer Arzt in Oberdischingen, 1862 in Ehingen (Donau) und erhielt 1866 kurz vor seiner geplanten Uebersiedlung nach Stuttgart eine Berufung als leitender Arzt in Thermalbads Wildbad als Nachfolger
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    des Dr. Burkhardt. Er hat sich um den neuzeitlichen Ausbau des Bades grosse Verdienste erworben und vor allem die wissenschaftliche Untersuchung des Wildbader Thermalwassers, seiner Zusammensetzung und seiner Wirkung auf Krankheiten des Nervensystems und den Rheumatismus durchgefuehrt und sich an der Erforschung der Trichinose massgebend beteiligt; er genoss weit ueber das Land hinaus einen angesehenen Namen. Fuer seine grossen Verdienste wurden ihm neben vielen ehrenden Auszeichnungen vom Koenig von Wuerttemberg der Personaladel und der Geheim Hofrat Titel verliehen. Sein Gesundheitsszustand (Zuckerkrankheit) zwang ihn, sich im Jahre 1890 zur Ruhe zu setzen. Er ist in Wildbad am 29.12.1896 gestorben.
    Er hatte sich am 16.8.1859 in Tevrin (Schweiz) vermaehlt mit Fanny Luise Karoline Bridel, geb. Biel, geb. 29.5.1839, gest. Blaubeuren 12.11.1906, Tochter des Jean Andre Louis Bridel, Fabrikherrn in Biel, geb. ebda. 31.12.1794, gest. ebda. 20.7.1849 und der Julie geb. Liomin, geb. in Sonvillier (Kanton Bern) 28.5.1802, gest. 10.1.1893 in Biel.
    Seine Nachkommen sind:

    1. Johanna, geb. Oberdischingen 31.7.1860, gest. Blaubeuren 25.10.1938, hatte sich in Wildbad am 14.2.1884 vermaehlt mit Kurt Waechter, Dr.med. und prakt. Arzt in Wildbad, geb. Blaubeuren 17.7.1850, gest. in Wildbad 27.5.1894. Aus der Ehe entsprossen 2 Kinder:

      a) Karl Waechter, Bankangestellter in Stuttgart, geb. in Ulm 4.12.1884, gest. zu Cannstatt am 22.10.1918 als Lazarettkrankenwaerter;
      b) Johanna Waechter, geb. in Ulm 13.4.1886 ohne Beruf, lebt in Blaubeuren;

    2. Maria Renz, geb. Oberdischingen 20.9.1861, gest. Winnenden 23.10.1926, hatte sich in Wildbad am 14.2.1884 vermaehlt mit dem Fabrikdirektor Theodor Waechter in Blaubeuren, geb. ebda. 8.6.1854, gest. ebda. 22.3.1912. Aus dieser Ehe stammen:
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    a) Theodor, Dr.phil., Oberstudiendirektor in Heilbronn, geb. Blaubeuren 8.12.1884, vermaehlt 11.7.1916 in Maulbronn mit Amalie Burrer, geb. ebda. 26.4.1896, Tochter des Albert Burrer, Steinbruchbesitzers und Hofsteinmetzmeisters ebda. Von seinen Kindern sind drei in frueher Jugend gestorben, das vierte Kind, Dietrich Waechter, geb. 7.8.1923 in Ulm, studierte Elektrotechnik und ist als Leutnant in Afrika am 8.4.1943 gefallen;
    b) Eduard Waechter, geb. in Blaubeuren 8.7.1886, Bleichbeamter ebda., lebt dort im Ruhestand;

    3. Luise Renz, geb. in Ehingen, 12.11.1863, ist am 21.3.1941 in Blaubeuren gestorben;
    4. Karl Renz, geb. in Wildbad 30.1.1869, gest. in Ravensburg 24.7.1930, war Dr.med. und prakt. Arzt in Ravensburg, hatte sich dort am 24.9.1900 mit Thekla Berger verheiratet, geb. Immenstadt 14.8.1875, gest. Ravensburg 28.4.1940, Tochter des Anton Berger, Besitzers des Sennerbades ebda. Ihre Tochter Thekla, geb. ebda. 13.1.1909 vermaehlte sich ebda. am 17,7,1933 mit Walther Buder, Inhaber eine Photo- und Radiogeschaefts ebda., geb. ebda. 11.4.1903, seit 3.11.1944 vermisst auf dem westlichen Kriegsschauplatz. Er hinterlaesst eine Tochter, Marga, geb. Ravensburg 3.9.1935;
    5. Hans Renz, geb. Wildbad 22.11.1883, gest. 19.3.1933 in Weissenau, ohne Beruf.

    Einer alten Familientradition zufolge stammt die Familie von Augsburg. Sie kam von dort nach Ulm, von wo sie des alten Glaubens wegen weg- und nach Saulgau verzogen ist. Ein ukundlicher Nachweis hierueber ist nicht aufzufinden; doch fuehrt die Familie heute noch aufgrund einer alten Ueberlieferung das Ulmisch-Augsburgische Wappen mit dem aufgerichteten Wolf und dem menschlichen Arm in der Schnauze. Hiernach zu schliessen waere die Familie von den Augsburger Patriziern herzuleiten.
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                    III. Die Waiblinger Linie

    Georg Rentz (Jeorgius), geb. zwischen 1490 und 1500 in Waiblingen, studierte in Tuebingen Medizin und wurde dort im Juli 1519 zum Magister kreiert. Er war dann Physikus in Pforzheim und Leibarzt des Markgrafen Carl II. von Baden, der ihn 1556 einer Kommission zur Ausarbeitung einer neuen Kirchenordnung nach der Lehre Martin Luthers beiordnete. Seine Familie behielt in Waiblingen Heimatrecht. Er war verheiratet mit Anna Margarethe Hohenloch, einer Tochter des Conrad Hohenloch und der Margarete Vogler, beide in Waiblingen; er ist in Pforzheim am 14.11.1561 gestorben. Seine Kinder sind:

    1. Margarethe, verheiratet in 1. Ehe mit Johannes Winter, genannt Meng, in 2. Ehe mit Jos. Ulrich Mummi, Wirt im oberen Bad in Liebenzell;
    2. Dorothea, verh. mit Georg Loeblin in Liebenzell;
    3. Catharina, verhl. mit Ulrich Kraemer dem Juengeren, Buergermeister in Waiblingen, der am 12.9.1617 gestorben ist;
    4. Anna, verh. in 1. Ehe mit Sebastian Noccer, Seidenstricker, in 2. Ehe mit Jakob Kuehhorn in Waiblingen;
    5. Samuel, geb. Waiblingen 1539, war verh. mit Sophie Zweifel und 30 Jahre lang Pfleger in dem nahe gelegenen Kloster Adelberg. Gestorben in Waiblingen 8.5.1594, 56 Jahre alt. Sein Sohn:

      Georg Rentz, geb. in Waiblingen am 23.10.1564, folgte ihm als Stifspfleger nach von 1600-1613, starb aber bereits mit 49 Jahren am 26.1.1613. Er hatte sich am 8. Juli 1597 in Stuttgart mit Margarete Stickel, Tochter des Landschreibers Erhard Stickel in Stuttgart, verheiratet. Seine Kinder sind:

          1. Johann Erhard (siehe unten);
          2. Magdalene;
          3. Sibille, geb. 28.7.1601, gest. 1623, verh. 1623 mit Erhard Sebastian Grueneisen, Vogt in Goeppingen.

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    Johann Erhard Renz, geb. in Waiblingen am 25.2.1599, gest. 1635 war Adelberger Pfleger in Goeppingen und Vogt in Schorndorf, verheiratet in Goeppingen am 5.12.1625 mit Anna Margarete, geb. Schorndorf 14.7.1606, Tochter des Melchior Reinhardt, Buergermeisters in Schorndorf. Seine Kinder sind:

    1. Anna Margarete, geb. 18.12.1627, gest. 2.3.1653, verh. in Schrondorf am 3.2.1647 als dritte Frau mit Joh. Ulrich Schweikher, Vogt in Nagold, Stadtschreiber in Stuttgart, geb. in Kirchheim bei Munderkinden 3.2.1597; gest. 14.2.1671;
    2. Joh. Erhard, Kuechenmeister in Esslingen, verh. mit Anna Maria, Tochter des Joh. von Molsdorf, genannt Weller, Pfarrer in Esslingen; deren Kinder sind:

      a) Rudolf;
      b) Regine Martha, verh. Stuttgart 5.9.1682 mit Joh. Conr. Wurster, Diakon in Mundelsheim;
      c) Helene;

    3. Ursula Christine, geb. in Goeppingen am 9.3.1629, gest. in Schorndorf am 6.5.1652, verh. mit Friedrich Schiebinger von Schnaitheim, Zollwart in Schorndorf;
    4. Marie Elise, verh. Schorndorf 4.6.1667 mit Georg Ludwig von Klein, Oberrat-Sekretaer, spaeter Rentkammer-Expeditionsrat in Stuttgart. Aus der Ehe sind 4 Kinder entsprossen.

    Mit Georg Rentz dem Aelteren lebte noch ein Joseph Rentz in Waiblingen, wahrscheinlich ein Bruder oder der Vater von ihm. Seine Frau war eine geborene Schoenwalther, die Nichte (Schwestertochter) des Dekans Roemer, der zur Unterstuetzung von Soehnen seiner Schwestern eine Stiftung hinterlassen hat. Joseph hatte 1551 bei den Verhandlungen ueber die Stiftung mitgewirkt.
    Joseph hatte einen Sohn und fuenf Toechter, von denen aber keine Nachrichten ueberkommen sind.
    Die genaue Stammverwandschaft dieser Waiblinger Linie mit dem Ulmer Hauptstamm ist noch nicht bekannt.
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    Stammen Sie vom Zirkus Renz ab? Diese Frage wird oft beim Erklingen unseres Familiennamens gestellt. Obwohl die genaue Herkunft dieser einst weltbekannten Familie nicht bekannt ist, sei doch kurz folgendes darueber gesagt:

    Am 18.5.1815 wurde dem Seiltaenzerehepaar Cornelius Renz und der Christine geb. Bischoff von Pforzheim auf der Durchreise in Boennigheim OA. Heilbronn ein Sohn geboren, der am 21. Mai auf den Namen Ernst Jakob getauft wurde. Der Vater, katholischer Konfession, war von Untergrumbach gebuertig, die Mutter evangelisch von Pforzheim. Cornelius, wie auch dessen Vater, fuehrte im wuerttembergisch-badischen Unterland ein Wanderleben kleiner Zirkus- und Seiltaenzerleute. Seine Herkunft wir dvon Joh. Eberhard Renz abgeleitet, der am 31.1.1708 in Weinsberg nach einem wilden Wander- und Vagabundenleben starb. Dessen Grossvater war der Stadtschreiber Vollmar Renz in Weinsberg. Nach einer anderen Darstellung waere Cornelius ein Nachfahre der wuerttembergisch-badischen Thelogenfamilie des Abel Renz, der als Pfarrer in Thalheim bei Heilbronn im Alter von 46 Jahren gestorben ist und einen Sohn Christoph hinterliess, der ebenfalls Theologe war (?) (vergleiche mit Christoph Renz, Sohn eines Ulmer Webers) Beide Darstellungen koennen aber heute noch nicht als authentisch gelten.

    Ernst hatte noch 8 Geschwister: Cornelius, Christoph, Kaethe, Leonhard, Robert (geb. 1809), Franz (1812), Mathilde (1813), Adolf (1820). Sie blieben alle dem Artistenberuf treu und waren (oder deren Kinder) zum Teil spaeter in dem grossen Zirkusunternehmen taetig.
    Ernsts Laufbahn fuehrte nach einer sehr harten Jugend in rastlosem, zaehem und zielbewusstem Schaffen in einer unerhoert steilen Kurve nach oben und endete in dem weltberuehmten Zirkunsunternehmen Renz, das unter seiner Leitung vielfach ganz neue Wege auf dem Gebiet der Zirkus-Artistik beschritten Seite 98
    hat. Die Schicksale des Zirkusdirektors Renz sind allzu bekannt, als dass sie hier wiederholt werden sollten. Sie sind in dem trefflichen Buch von A.H. Kober: *Zirkus Renz* anschaulich geschildert; in ihm ist der Seiltaenzerbub und Zirkusdirektor, der weder lesen noch rechnen und nur die 4 Buchstaben: r, e, n und z schreiben kann und an seinem 70. Geburtstag zum Kgl. Preuss. Kommissionsrat ernannt wurde (nach Empfang dieser Auszeichnung liess Ernst das gesamte Artistenpersonal in der Manege antreten und hielt folgende Ansprache: *Seine Majestaet haben die Gnade gehabt, mich zum Kommissionsrat zu ernennen; er mich so anredet, fliegt!*), als ein echter, zaeher, draufgaengerischer auch auch dickkoepfiger Renz dargestellt. Neben dem Riesenzirkusunternehmen, das er auf die Beine gestellt hatte, konnte er nach seinem Tode ein Vermoegen von 16 Millionen an seine Kinder, Neffen und Nichten verteilen lassen.
    Ernst Renz hatte sich in Nordhausem am 6.12.1842 mit der Zirkusreiterin Antonetta Aelmans, geb. 1818 in Dordrecht (Holland) vermaehlt. Aus der Ehe entsprossen die Kinder:

    1. Franz Renz, geb. Nordhausen 7.1.1846, gest. Hamburg 6.7.1901, heiratete 1871 Auguste Dittrich, geb. 1850, gest. Berlin 24.9.90; in 2. Ehe war er mit der Primaballerina Alwine Winkelmann verheiratet. An Kindern hinterliess er: Oskar, Erna, Franz und Wally;
    2. Amanda, geb. August 1848; sie heiratete den Schul- und Kunstreiter Walter Julius Hager, gest. 7.6.1888. Kinder sind: Clotilde, die an einen Hedrrn von Saucken,spaeter mit dem Grafen Luckert verheiratet war, Otto, geb. 1867, gest. 1889, Georg, geb. 1876 und Helga, geb. 1878;
    3. und 4. Die Zwillinge Ernst und Adolf, geb. 15.3.1851.
    Letzterer hatte die Kuensterlin Siecke geheiratet; ob Nachkommen vorhanden sind, ist nicht bekannt. Ernst hatte die Zirkuskuenstlerin
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    Oceana Spratte, geb. 1856 in Dubuque (Java) geheiratet und an Nachkommen: Oceana, geb. 1874 und Ernst, geb. 1875. Er selbst starb in Davos (Schweiz) am 11.3.1881.
    5. Antoinette, geb. 1861; sie heiratete den Grosskaufmann Kuehn(?).
    Der aeltere Bruder Ernst Jakobs, Cornelius, hatte an Kinder: Leonhard, geb. 1839, der eine geb. Godefroy zur Frau nahm; Ernestine, geb. 1840, verh. mit Heinrich Herzog, und Robert, der sich mit Therese Stark verheiratete, die als Therese Renz allgemein bekannt war. Christophs Kinder waren Francois, geb. 1838, und Kaetchen, geb. 1840, letztere, ebenfalls eine bekannte Renzsche Zirkusfigur, ehratete 1860 den Kunstreiter Louis Godefroy.
    Alle diese sind dem Artistenberuf und dem Zirkus Renz treu geblieben und haben mit zu dem Weltruf des Unternehmens beigetragen.
    Ernst Jakob starb an den Folgen einer Influenza am 4.4.1892 in Berlin, seine Frau folgte ihm im Dezember 1896. Trotz der internationalen Groesse des Zirkus Renz konnte der Sohn Franz, ebenfalls Kgl. Pr. Kommissionsrat, das Unternehmen nur noch wenige Jahre halten. Am 31.7.1897 hatte der Zirkus Renz aufgehoert. Der Enkel Ernst machte zwar einen neuen Zirkus Renz auf, musste ihn aber schon nach 2 Jahren, 1899, in Bruessel liquidieren.

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