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113,115
Vorbemerkung:
Die einzelnen Failienmitglieder (Ahnentraeger) sind in die jeweilige
Generation eingeordnet, der sie angehoeren. Jede Generation traegt eine
laufende Ordnungsnummer, beginnend mit 1. Diese Ordnungszahl ist fett gedruckt.
Innerhalb der Generationen sind die Ahnentraeger aller Familien und Zweige
laufend durchnumeriert. Die Zahl steht neben der Generationszahl durch
einen Punkt getrennt, z.B.: 7.5. Die Nachkommen der einzelnen Ahnen sind
in sich nach dem Alter numeriert. Johann Konrad Renz erscheint also beispielsweise
unter der Nummer 11.2, sein zweiter Sohn als Nr. 2, in der
Beschreibung unter der Nummer 12.4.
Zur besseren Unterscheidung sind die Stammhalter, die die Familie weiterfuehren,
also maennliche Nachkommen haben, mit einem o vor dem Namen gekennzeichnet.
Aeltere Amts- und Berufsbezeichnungen, die heute nicht mehr gelaeufig sind,
treten vielfach auf. So ist z.B. der Keller, auch Amtskeller,
der landesfuerstliche Kameralbeamte (Domaenenverwalter), Aufseher der Magazine,
Keller, usw., der Vogt (Vocatus) oder Amtmann der landesfuerstlichen
Regierungs- und Polizeibeamte einer Stadt, Burg oder eines Bezirks. Kastenpfleger,
Kastenkeller sind beamtete Verwalter des Kirchenkastens, d.h. des Kirchenguts
und seiner Einkuenfte, dem heutigen Kirchenpfleger entsprechend. Aehnlich
der Geistliche
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Verwalter: ein von der geistlichen Behoerde eingesetzter
Verwalter kirchlicher Gueter und Stiftungen.
Der Stadtschreiber (auch Amts- oder Landschreiber): der Notar
der spaeteren Zeit. Der Hofmeister: ein Polizeibeamter der Klostergueter.
Der Pfleger: ein Verwaltungsbeamter der Klostergueter. Pfleger
waren auch die Verwaltungsbeamten anderer Anstalten wie z.B. Hospitaeler,
Stifte, usw.
Erster Abschnitt
Der Hauptstamm bis zu seiner ersten Teilung durch
die Soehne Ulrichs (II)
a) Ludwig u n d s
e i n e N a c h k o m m e n
Die Wiesensteiger Linie, als der bedeutendste Ast des Ulmer Stammes,
tritt zum erstenmale mit Beginn des 16. Jahrhunderts in Erscheinung mit
Ludwig (I) ist um 1450 geboren in Ulm, wo auch zunaechst sein Wohnsitz
war. Er hat sich jedoch spaeter in Wiesensteig niedergelassen. Nach dem
im Jahre 1770 bearbeiteten Stammbaum wird er sowohl in Ulm als auch in
Wiesensteig aufgefuehrt; er war von Ulm weggezogen, ohne dort sein Buergerrecht
aufgegeben zu haben. In den Jahren 1497/1513 wird er als Buerger, Richter
und graeflicher Helfensteinscher Vogt und Kastenkeller in Wiesensteig genannt.
Wir wissen ueber seine weiteren Lebensverhaeltnisse, Familie usw., nur
sehr wenig. Seine Frau Wallburga, gestorben in Wiesensteig zwischen Januar
und Juli 1513, gebar ihm drei Soehne und zwei Toechter. Es sind uns
aber nur die Soehne bekannt, und zwar:
1. Ludwig (II;
2. Ulrich (I), geb. zwischen 1480 und 1490;
3. Johannes (I).
Ausser dem Ludwig Renz von Wiesensteig ist noch ein zweiter,
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von Wiesensteig nachgewiesen. Er wurde an der Universitaet Heidelberg
am October 17, 1454 immatrikuliert, July 10, 1456 bacc. Artium in via moderna,
March 7, 1458 Magister pro licencia in artibus, 1463 Mag. Pro magisteria
in via modern., 1467 decanus, 1471 decanus II medicinae baccal. Wurde 5x
Rektor der Universitaet in den Jahren 1475,1480,1486,1493 und 1500. Eine
zeitlang wirkte er als Canonicus zu St. Paul in Worms, seit dem Jahre 1475
als Professor der Medizin an der Heidelberger Universitaet und starb im
May 1503 als Lehrer der Universitaet.
Die Herkunft Martins ist nicht sicher nachgewiesen. In den Matrikeln
der Universitaet Heidelberg ist er als von Wiesensteig nachgewiesen, und
es ist sehr wahrscheinlich, dass er auch dort zur Welt kam. Die jungen
Leute, die sich dem Studium widmen wollten, erhielten in dem dortigen Chorherrenstift
ihre Vorbereitung. Natuerlich fanden auch angehende Baccalauri aus der
naehernen Umgebung (Ulm) Aufnahme in den Stift (vgl. Urkunden zur Geschichte
der Universitaet Tuebingen, ebda. 1877).
Von den Kindern des Richters Ludwig (I) ist verhaeltnismaessig wenig
bekannt. Er hinterliess 2 Toechter und 3 Soehne, von denen 2 Ludwig (II)
und Ulrich (I) in kaiserliche Dienste traten. Es war die Zeit, in welcher
Kaiser Maximilian I., durch seine ersten Erfolge in dem Kriege gegen Ungarn
im Jahre 1495 ermutigt, die ersten Landsknechtsheere durch Aufgebot von
kriegslustigen und kriegsgeuebten Leuten aus dem Lande aufstellte. Sie
traten an die Stelle der oft sehr unzuverlaessigen und wenig tuechtigen
Mannen des Lehensadels. In den Jahren 1505-1507 stellte der in der Geschichte
bekannte schwaebische Kriegsobrist Georg von Frundsberg die ersten Faehnlein
und Regimenter deutscher Landsknechte fuer den kaiserlichen Dienst auf.
Sie dienten hauptsaechlich zur Aufrechterhaltung des im Jahre 1495 proklamierten
Landfriedens im Inneren des Reiches und zur Bekaempfung der aeusseren Feinde
des Reiches, insbesondere der Franzosen im Westen des Reiches und in Oberitalien.
Die schwaebischen Landsknechte haben sich bei diesen Kriegsfahrten immer
durch ihre kuehnen Taten, durch ihren Mut und ihre Tapferkeit ausgezeichnet.
Unter ihnen befanden sich auch die "Gebrueder Ludwig und Ulrich, die
Rentzen" als Kriegshauptleute, denen Kaiser Maximilian I. durch Dekret
vom July 13, 1513 einen kaiserlichen Wappenbrief fuer sich und ihre Nachkommen
wegen ihrer dem Kaiser und Reich geleisteten treuen und nuetzlichen Dienste
verlieh. Dieser Wappen- und Adelsbrief wird eingehender im folgenden Abschnitt
c ausgefuehrt.
1. o Ludwig (II), Geburtsjahr unbekannt, gestorben 1514, s.2.1;
2. o Ulrich (I), geboren zwischen 1480 und 1490, gestorben 1547, s.2.2;
3. o Johannes (Hans) (I), s.2.3.
sein Geburtsjahr um 1470. Er war kaiserlicher Kriegshauptmann und erhielt
zusammen mit seinem Bruder Ulrich durch kaiserl. Dekret vom July 13, 1513
den Adels- und Wappenbrief (s. Anhang). Nach einer Ueberlieferung ist er
Kommandant von Olmuetz gewesen und in einem Treffen der Reichsarmee 1514
gefallen. Seine Frau ist unbekannt. Seine Kinder sind:
1. Ludwig (III), geb. ca. 1490. Er wurde am June 18, 1504 an der Universitaet
Tuebingen immatrikuliert; 1507 mag.art. und war spaeter Pfarrer in Zainingen
suedw. Wiesensteig. Er ist unverheiratet gestorben;
Seiten 120, 121
2. o Konrad, Doktor und Kanzler in Dillingen, s.3.1;
3. o Johannes (II), s.3.2;
4. Anna, verheiratet an Amtmann Wilhelm Gundelfinger in Nellingen,
den spaeteren Vogt und geistl. Verwalter des Kolsters Adelberg bei Schorndorf
(1536-1541). Ein Sohn, Wilhelm war Vogt in Heiningen, 1578 in Neufra und
1584 Obervogt des Grafen von Helfenstein;
5. Agnes, verheiratet an Wendel Sailer von Weinsberg, der spaeter Forstmeister
bei den Grafen von Helfenstein war. Eine Tochter von Agnes, Margarete,
ist an den Sohn des Buergermeisters Hengstlin in Ehingen verheiratet.
geboren zwischen 1480 und 1490. War erst Kriegshauptmann unter Frundsberg
und erhielt fuer seine guten Dienste mit seinem Bruder Ludwig zusammen
den kaiserlichen Adels- und Wappenbrief. Nach Beendigung der Kriegsdienste
kehrte er nach Wiesensteig zurueck und wurde dort Richter. Er wird 1532
als Spitalmeister, Richter und Buerger genannt. Er war verheiratet mit
Agathe Dorsch (Doersin) und ist im Jahre 1547 in der Karwoche (April 3-7)
gestorben. Seine Frau starb 1559 nach Ostern. Er hinterliess einen Sohn
geboren um 1470. Er studierte in Heidelberg die Rechte, immatrikulierte
March 16, 1486, bacc. Artium viae modernae Jan. 14, 1488 und war 1505 Amtmann
und Schultheiss in Kuppenheim bei Rastatt. Er hatte 2 Kinder:
1. Apollonia, hat sich nach Biehl oder Buehl (Offenburg) verheiratet;
2. Anna, verheiratet mit Ulrich Bolz oder Bolzach in Kirchheim u. Teck.
Sie hatte 3 Soehne, Tobias, der Doktor wurde, Martin und Ulrich. Weitere
Nachrichten fehlen.
studierte 1512 in Tuebingen, war 1515 Magister J.U.Dr. und wurde bischoeflich
augsburgischer Kanzler in dem damals oesterreichischem Dillingen/Donau
unterhalb Ulm. Er war zweimal verheiratet, die erste Frau, Anna, war die
Tochter des Damian Gienger von Ulm und der Ursula Schuetz von Raitnau,
die zweite, aus Tuebingen, ist unbekannt. Er stiftete im Jahre 1547 einen
wertvollen silbernen, innen vergoldeten, 1 Fuss hohen Pokal mit der Bestimmung,
dass dieser den Wappenbrief in sich aufnehmen, bei Familienfesten benutzt
werden und sich in der Familie durch die jeweiligen Stammaeltesten (Seniores)
fortvererben sollte. (S. Anhang Nr. 12.)
Er hatte 2 Toechter: Barbara, verh. mit Johannes (Christoph) Necker
zu Dillingen, und Dorothea, verh. mit dem Kaiserlichen Kanzler Johann Baptist
Weber, der 1568 geadelt wurde.
geboren ungefaehr 1496, Oct. 1, 1516 immatrikuliert in Tuebingen, lebte
in Wiesensteig als Gutsbesitzer. Sonst ist nichts naeheres ueber ihn bekannt.
Er hinterliess 4 Kinder, und zwar:
1. Ludwig (IV), geb.?, gest. Ellwangen, March 11, 1576, war Dr.jur.,
Kanzler des Stifts Ellwangen, Rat des Kardinals Otto, Bischof von Augsburg,
seit etwa 1561 Kanzler. Er war verheiratet mit Margarethe Neckher, die
ihm einen Sohn Ludwig gebar, der Moench wurde und 1569-1605
Abt in Deggingen war und dort am Jan. 15, 1605 gestorben ist. In zweiter
Ehe hatte sie sich mit Georg Beuter vermaehlt,
Seiten 122,123
JU Dr. Bischoefl. Augsburgischer Kanzler in Dillingen, dem
Sitz des Bischofs; sie wird am Feb. 22, 1586 als Witwe genannt;
2. Georg, Keller und Schultheiss (Buergermeister) in Ellwangen; ist
dort etwa 1566 kinderlos gestorben.;
3. Agathe; sie war verheiratet mit Dr.jur. Leopold Dick in Speyer, kaiserlicher
Prokurator beim Reichskammergericht (nach einer Mitteilung des Reg.Praes.
von Renz in Ellwangen befand sich das Grabmal Ludwigs IV und seiner Frau
Margarete im Kreuzgang des Klosters in Ellwangen (jetzt Kreisregierung);
es wurde gelegentlich einer Restauration der Kapelle entfernt). Er erhielt
von Kaiser Karl V. am Aug. 26, 1532 das Palatinat nebst dem rittermaessigen
Reichsadelstand, das ihm am March 10, 1566 von Kaiser Maximilian II. bestaetigt
wurde;
4. Margarethe, verheiratet an einen Landschreiber in Dillingen. Weitere
Nachrichten von der Familie fehlen.
b) Ulrich u n d s
e i n e N a c h k o m m e n
der einzige Sohn des 1547 verstorbenen Ulrich (I), war geboren in Wiesensteig
im Jahre 1506. Er verheiratete sich 1528 mit Anna Auphrosina Moegenhardt,
geb. 1509, gest. March 1, 1586, einer Tochter des Vogts Peter Moegenhardt
in Blaubeuren und der Anna Beck, Tochter des Bechtold Beck, geb. 1485.
Noch zu Lebzeiten seines Vaters zog er nach Weinsberg und wurde dort 1536
Amtskeller, Fuerstl. Wuerttbg. Vogt und Geistlicher Verwalter in einer
Person. Weinsberg wurde im Jahre 1520 von den Oesterreichern besetzt und
im Verlauf der Bauernkriege am May 21, 1525 von dem Truchsess von Waldburg
eingenommen und niedergebrannt. Nachdem Herzog Ulrich von Wuerttemberg
sein Land wiedererobert und seinen Einzug gehalten hatte, erhielt Weinsberg
1534 sein Stadtrecht wieder zurueck. Ulrich Renz hat sich um die schwer
heimgesuchte Stadt grosse Verdienste erworben, und im Jahre 1542 uebernahm
er noch das Amt eines Pflegers des Stiftes Oberstenfeld bei Gross-Bottwar.
Er behielt diese Aemter bis zum Jahr 1552, uebernahm aber noch im Jahr
1568 die Hofmeisterstelle des Klosters Lichtenstern bei Weinsberg, die
er bis 1585 innehatte. Zwei Handschriften Ulrichs vom Kloster Lichtenstern
sind verwahrt im Stuttgarter Archiv:
1. ueber einen Streit zwischen Graf Ludwig von Loewenstein mit Weinsberger
Buergern am Montag nach Kiliani 1531.
2. August 19, 1564 an den Amtmann des adeligen Stiftes Oberstenfeld.
ULRICH IST EIN URAHNE DES SCHWAEBISCHEN DICHTERS HOELDERLIN.
Er ist hochgeachter und geehrt am 19.9.1585 gestorben; seine Frau am
1.3.1586. Ihr gemeinsames Grabmal befindet sich noch jetzt am Chor der
Stadtklirche zu Weinsberg. Es traegt das Rentzsche Lilien- und das Moegenhardtsche
Wappen (Wolf mit Brezel) mit der Inschrift: ANO CHRO. 1.5.8.5. DE 19.
SEPT. STARB DER ERNHAFFT UND FUERNEHM ULRICH RENTZ ALTER KELLER ALHIE UND
GEWESNER HOFMEISTER ZUM LICHTENSTERN SEINES ALTERS .79.JAR UND DEN 1. MARTIJ
.ANO .86. STARB DIE ERBAR UND TUGENSAM EUPHROSINA MOEGENHARTIN. SEIN EHELICHE
HAUSFRAUW. IRES ALTERS .77. JAR. HABE BEIEINANDER IN DER EHE GELEBT .58.
JAR DENEN GOTT UND UNS ALE EIN FROELICHE UFFERSTENDNUS VERLEIEN
WOELE AME.
Ausser dem oben erwaehnten Grabmal des Ulrich Rentz befinden sich in
Weinsberg ebenfalls an der Schlosskirche noch weitere Grabsteine und -tafeln
verstorbener Renzscher Familienangehoeriger, und zwar dem Alter nach geordnet:
Seiten 124,125
1. Sara Rentz geb. Schaffer, gest. Jan 2, 1573, Ehefrau
des Georg Rentz, Kellers zu Weinsberg, s.S.129;
2. Agathe Rentz, geb. Lutzin, Ehefrau des Vollmar Rents, gest. Feb 2,
1598, an der westl. Stadtmauer, s.S.150;
3. May 24,1606, "der ehrenhafte und fuernehm Martin Rentz, Buerger
zu Weinsberg, seines Alters 40 Jahr". Von den drei angebrachten
Wappen ist das mittlere das Renzsche, die beiden andern sind unbekannt.
Die Inschrift steht ueber der des Buergermeisters Hermann Weinmar, gest.
Feb. 4, 1589, und deutet auf die nahe Verwandschaft der beiden Geschlechter
hin. S. auch S. 133; an der westlichen Stadtmauer;
4. Vollmar Rentz, Stadtschreiber in Weinsberg, gest. July 15, 1617;
an der Suedostseite des Chors, s.S. 150;
5. Ursula Rentz, Tochter des Alex. Bauhoff, 1596-1617 Stadtpfarrer zu
Weinsberg, geb. 1545; Ehefrau des Joh. Georg Rentz, Enkel von Ulrich Rentz,
im Chor; s.S. 134;
6. Agnes Margarete Rentzin, Ehefrau des G. Daniel Weng, Amtmann zu Michelfeld,
geb. zu Boenningen March 26, 1692, Stadtmauer; s.S. 248;
7. "Joh. Eberhard Renz, Stadt- und Amtschreiber zu Weinsberg,
geb. Jan. 31, 1708 zu Gemmingen im Kraichgau, verwaltete sein Amt als ein
Knecht Christi in aller Treue und Anwendung 25 Jahr, gieng in Frieden ein
wie Simeon alt und lebenssatt den July 5, 1786, nachdem er gelebt hatte
78 Jahr 5 Monat 5 Tag. Gott der HERR bewahre deine Gebeine und lass deren
keine verloren gehen. Dies Denkmal der Liebe stiftete ihm seine treue geliebte
gleihfromme, nun neben ihm liegende Gattin Frau Louisa Sibylle Sophie,
geb. Harpprechtin. Sie erblickte das Licht dieser Welt zu Wetzlar, den
March 21, 1711. Sie durchlebte mit ihm eine zwar kinderlose aber christlich
vergnuegte Ehe von 50 Jahren weniger 6 Tagen. Folgte ihm nach durch einen
seligen Tod, den Jan. 22, 1787 in einem ruhmvollen Alter von 75 Jahren
11 Monaten. Nun bist auch Du zujm Frieden kommen und ruhest in Deiner Kammer,
Lieber Pilgrim! Geh hin und folg im Glauben nach, Gott fuehr dich gleiche
Bahn, so tief hinab, so steil hinan! Amen."
Unten sind 2 Wappen, das Renzsche und das Harpprechtsche: ein Schild
durch einen Sparren in 3 Felder geteilt, in jedem ein Stern; auf dem Helm
besternte Fluegel. Der Anfang der Inschrift lautet: "Das Gedaechtniss
der Gerechten bleibet im Segen! Auch hier ruhet ein Wanderer, die volle
Hoffnung der Gerechten, der rechtschaffene Mann" usw. An der westlichen
Stadtmauer, s.S. 250.
Aus der Ehe Ulrichs sind 14 Kinder entsprossen:
1. o Heinrich, geb. Aug. 10, 1529, s. 4.2,
S.139;
2. Christine, verh. an Georg Bechstein;
3. o Ulrich (III), geb. 1532, s.4.3, S.148;
4. Regina Apollonia, ist ledig gestorben;
5. Jakob, als Kind gestorben;
6. o Georg (I), geb. 1535, s. 4.4, S.129;
7. David, geb. 1536 oder 1538, lebte in Rappoltsweiler bei Kolmar und
war mit Maria Kleinkraemer von Buehl verheiratet. Er ist kinderlos gestorben
am Sept. 18, 1638;
8. o Vollmar, geb. Oct. 18, 1539, s. 4.5,
S.150;
9. Euphrosine, verheiratet mit dem Magister Wendel Wedeslin (Weselin?)
in Beilstein, nordoestlich Marbach;
10. o Peter, geb. 1541, s.4.6, S. 152;
11. Barbara, als Kind gestorben;
12. Dorothea, ledig gestorben;
13. Barbara, geb. um 1545, gest. Nov. 12, 1606 in Weinsberg. Sie war
3x verheiratet. In erster Ehe mit Caspar Klein, Vogt in Pfeddelbach, gest.
1579, in zweiter Ehe, Weinsberg
Seiten 126,127
1580 mit Jakob Oettinger von Weinsberg, gest. Ebda. 1583,
und in dritter Ehe mit Georg Renz von Weinsberg (wahrscheinlich der Vetter,
Sohn von Johannes Renz). S. Unter 3.3);
14. o Christoph, geb. 1556, s. 4.7, S.176.
Mit den Kindern Ulrichs verzweigt sich die Familie in 6 grosse Aeste,
von denen die meisten bis in die heutige Zeit hineinreichen.
c) Das Familienwappen
u n d e t w a s u e b e r W
a p p e n k u n d e a l l g e m e i n
In dem Anhang ist eine Abschrift des Wappenbriefes vom July 13, 1513
wiedergegeben. Das Wappen sollte nach der Beschreibung des Briefes auf
rotem Schild eine goldene Lilie enthalten, ueber dem Schild einen Helm
mit roter und goldener Helmdecke und zwei in rot und gold wechselnden Bueffelhoernern
und zwischen diesen wieder eine goldene Lilie. --Nach dem inmitten des
Briefes gemalten Wappenbild stand der Helm gerade auf dem Schild, hatte
blaue Tinktur und rotes Futter, ein offenes, durch goldene Spangen in drei
Ringe abgeteiltes Visier. Das offene Visier deutete die Turnierfaehigkeit,
d.i. Adelsrecht an, was uebrigens auch im Text des Briefes durch die zugestandene
Fuehrung des Wappens "in Streiten, Kaempfen, Gestechen und Panieren"
usw. ausgedrueckt war. Um den Hals des Helmes hing das sogenante Kleinod:
ein goldenes Medaillon an goldener Kette. Die Helmdecke war innen gelb
(gold) und aussen rot, nach dem Geschmack der damaligen Zeit in blaetterfoermigen
Arabesken gewunden und ausgezackt, welche zu beiden Seiten des Schildes
herabfielen. Von den die Helmzier bildenden, die goldene Lilie einschliessenden
Bueffelhoernern war beim heraldisch rechtsstehenden die untere Haelfte
golden, die obere rot, beim linkstehenden umgekehrt.
In dem auf Ansuchen von Albrecht Konrad Friedrich Renz (geb. Sept. 11,
1757, s.M11) erneuerten Adelsdiplom vom Oct. 4, 1783 steht der Helm, heraldisch
gesehen, rechts gewendet auf dem Schild, das Visier hat vier Ringe und
die Krone einen breiten Reif mit aufgesetzten Blaettern und Spitzen, jene
wie dieser mit bunten Edelsteinen und Perlen geschmueckt. Der Farbwechsel
der Bueffelhoerner ist dem von 1513 entgegengesetzt, sonst ist alles uebereinstimmend.
Die Lilie war ein bei vielen Patriziergeschlechtern (besonders von Augsburg
und Nuernberg) geliebtes Wappenbild. Sie kam dabei in verschiedenen Farben
und Zusammensetzungen vor; so z.B. in Augsburg bei den Familien Welser,
Fugger, Wittel, Jenisch, Oestreicher, in Nuernberg bei den Familien Fuehrer,
Baumgartner, Ritter, Volkamer, Muetzel, Stromer, usw. Auch in allen reichsstaedtischen
Wappen von Ulm befand sich eine Lilie neben dem Halse des Reichsadlers,
welcher einen weiss und schwarz quergeteilten Brustschild trug.
Der Wappenbrief -auch der vom July 13, 1513-- verlieh dem Besitzer durch
seinen Inhalt alle damaligen Ehren- und Vorzugsrechte des Adels und damit
den Adel selbst, bei kaiserlichen Wappenbriefen den Reichsadel. Wenn die
Empfaenger der Wappenbriefe und ihre Nachkommen das Woertchen "von"
nicht vor ihren Namen setzten, so entsprach das einer damaligen Sitte.
Als es dann Anfang des 18. Jahrhunderts gebraeuchlich wurde, konnte dies
unbeanstandet geschehen, wie aus einem Reskript der grossherzoglich darmstaedtischen
Archivdirektion hervorgeht.
Unter den Eigenshaften, durch welcheLudwig und Ulrich "vor Seiner
kaiserlichen Majestaet beruhmbt" wurden, wird zuvorderts die Ehrbarkeit
genannt. Dies war ein Praedikat, welches damals nur frei geborenen Edeleuten,
besonders den staedtischen Adelsklassen, beigelegt wurde. Ludwig und Ulrich
gehoerten bei Erlangung des Wappenbriefes als Angehoerige eines Patriziergeschlechtes
Seiten 128,129
der Reichsstadt Ulm bereits zum staedtischen Adel. Durch
den kaiserlichen Wappenbrief erlangten sie daher Stand und Rechte der Reichritterschaft.
Als Grund fuer die Verleihung des Wappenbriefes sind in den Urkunden
nur die "dem Kaiser und Reich geleisteten getreuen und nuetlzlichen
Dienste" angegeben. Es steht dabei aber ausser Zweifel, dass damit
die dem Kaiser geleisteten Kriegsdienste gemeint sind. Maximilian hatte
im Jahre 1477 die einzige Tochter Karls des Kuehnen, Maria, geheiratet
und damit das so wichtige Burgunderland an das Haus Habsburg gebracht.
Es ist daher naheliegend, dass diese wichtigen geschichtlichen Ereignisse
auch die Burgunderlilie als wesentlichen Bestandteil mit in das Wappen
gebracht haben.
Zweiter Abschnitt
Die Familie nach der ersten Teilung des Hauptstammes
durch die Soehne Ulrichs
Er war als dritter Sohn Ulrichs (II), S.125, 1535 in Weinsberg geboren,
pflanzte das Geschlecht for und uebernahm seines Vaters Amt in Weinsberg
als Keller und Amtmann. Er war verheiratet in erster Ehe mit Sara Schaffer
(geb. 1539, gest.1.2.1573), in zweiter Ehe in Weinsberg 24.11.1577 mit
Catharina Hofsaess, Tochter des Vogts Johann Jakob Hofsaess von Murrhardt,
gest. in Weinsberg am 10.6.1594. In dritter Ehe, 1.7.1595, war er mit Susanne,
verwitwete Voelin (Velin) von Kirchheim am Neckar verheiratet. Er ist in
Weinsberg am 10.6.1605 gestorben. Von seiner ersten Frau ist noch eine
Grabinschrift vorhanden, die sich am linken Pfeiler der linken Eingangstuer
zur Schlosskirche in Weinsberg als Bronzetafel befindet. Sie lautet: *Auf
den zweiten Januarii A 73 starb die erbar und erenreich Fraw Sara Georg
Rentzen, derzeit Kellers zu Weinsberg eheliche Havsfraw. Ihres Geschlechts
war vom Vatter ein Schafferin und der Mutter ein Schlamppin deren Seel
Gott
Seiten 130,131
Gnad Und war ires Alters 34 Jar gebar 6 Kinder mit Namen:
2 Georgen, Ulrich, Bartholomaeus, Martin und Hans Jakob.*
Georg ist ein Urahne von Wilhelm Hauff, und zwar ueber einen Sohn Georg,
dessen Tochter Barbara in zweiter Ehe am 20.10.1639 den Theologen Prof.
Joh. Ulrich Pregizer geheiratet hat (s.auch S.132).
Georgs Kinder sind:
1. Georg, frueh gestorben;
2. o Ulrich (IV), geb. um 1561, s.5.3;
3. o Georg (II), geb. 1563, s.5.4;
4. Bartholomaeus, als Kind gestorben;
5. o Martin, geb. um 1566, s.5.5;
6. Hans Jakob, geb. 28.10.1572;
7. Elisabeth, geb. 27.10.1580, heiratete 1603 den Organisten Johann
Lautensack von Oehringen.
war geboren um 1561 in Weinsberg, 15.8.1579 auf der Universitaet Heidelberg
immatrikuliert,1592 Magister, dann Amtmann und Stiftskonsulent in Oberstenfeld,
dem beruehmten adeligen Damenstift bei Gross-Bottwar. Spaeter war er Buergermeister
in Brackenheim. Verheiratet war er mit Anna Jaeger, Tochter des Buergermeisters
Johann Christ. Jaeger in Goeppingen.
Seine Kinder sind:
1. Ursula, verheiratet mit Johann Jakob Ziegler;
2. Johann Christoph, geb. 3.10.1589, war 1612 Diakon in Herrenberg;
3. Anna Maria, geb. 8.4.1587 in Goeppingen, verheiratet Nuertingen,
17.4.1610 mit Magister Joh. Ulrich Wolfarth, Pfarrer in Horkheim, geb.
Cannstatt 23.9.1582, gest. 1626;
4. o Johann Georg (I), geb. 9.5.1588 in Goeppingen, s.6.4,
S. 134;
5. Johann Ulrich, geb. 1589 in Oberstenfeld, gest. in Weinsberg an
der Pest im Alter von 46 Jahren am 20.9.1635. Er war 1624 Diakon in Moeckmuehl,
1627 Mag. Pfarrer in Eberstadt bei Weinsberg. Am 17.6.1624 vermaehlte er
sich in Weinsberg mit Johanna Maria Werlin, geb. Neuenbuerg 29.9.1597,
gest. Heilbronn 20.9.1634, Tochter des Stadtschreibers Samuel Werlin sel.
in Neuenbuerg und der Elisabeth Goehring, die in zweiter Ehe den Keller
Georg Meisser in Weinsberg heiratete.
Von ihren Kindern:
1. Samuel, geb. 1625, gest. in Weinsberg an der Pest am 10.9.1635,
2. Joerg Ulrich, getauft Moeckmuehl 31.1.1626,
3. Hans Joerg (Georg), geb. Eberstadt 10.12.1629, gest. Weinsberg 29.8.1635
an der Pest,
4. einer 1630 geborenen Tochter, die in Weinsberg im August 1635 an
der Pest gestorben ist,
5. Joh. Ulrich, geb. Eberstadt 25.12.1631,
6. Philipp Ulrich, geb. Eberstadt 11.3.1634,
sind also drei in dem Pestjahr 1635 gestorben mit dem Vater Johann
Ulrich selbst.
6. o Johann Philipp, s.6.6;
7. Euphrosine, geb. 7.1.1574, heiratete Hans Braedlin von Boennigheim.
geb. in Weinsberg 1563, gest. in Stuttgart an der Pest am 19.10.1611,,
dort begraben nach dem Stuttgarter Totenbuch (Dr. Greorgii Rintz). Er studierte
Medizin in Tuebingen, auch Philosopphie, war 1597 Physikus in Kirchheim
u. Teck und Boll und 1611 herzoglicher Leibmedicus in Stuttgart. Am 15.2.1597
vermaehlte er sich in Nuertingen mit Anna Muetschelin (Mitscheler), geb.
ebda.
Seiten 132,133
22.1.1578, gest. 5.11.1632, einer Tochter
des Vogts Balthasar Mitschelin ebda. und der Elisabeth Brastberger. Sie
hat sich in zweiter Ehe am 8.11.1614 in Kirchheim u. Teck mit Dr. med.
und Professor Hafenreffer in Tuebingen verheiratet.
Ihre Kinder sind:
1. Georg Balthasar, geb. Kirchheim u. Teck 22.9.1598, gest. nach
1632; war Dr. med. und Stadtphysikus in Kirchheim und hatte am 16.6.1629
in Stuttgart Eleonore Faut (Vaut, Voyt), Tochter des Kirchenratsregistrators
Hieron. Faut, geheiratet;
2. Anna Elisabeth, geb. ebda. 10.11.1599, gest. 1646,
verm. Tuebingen 2.7.1623 (21. Trin.) mit Joh. Georg Behr
(Baer), fuerstl. wuertt. Hofgerichtsassessor, Gerichtsverwandter und Kastenpfleger
in Tuebingen, geb. Wildberg 2.12.1599, gest. Tuebingen 2.9.1675.
Eltern: Georg Baer, Buergermeister in Wildberg, Stiftspfleger von 1590-1620,
geb. um1560, gest. Wildberg 16.9. 1621, und Reg. Marie Magd. Huengerlin,
Tochter von Gg. Huengerlin, Geh. Rat und Konsist.-Dir., und der Reg. Dreher.
Sie hatten zwei Soehne und eine Tochter;
3. Ulrich, geb. ebda. 24.2.1602, gest. vor 1632;
4. Johann Ludwig, geb. ebda. 23.3.1606, gest. ebda. vor 1608;
5. Johann Ludwig, geb. ebda. 22.7.1608, gest. vor 1632;
6. Maria Barbara, geb. ebda. 29.7.1610, gest. Tuebingen 19.8.1687,
verm. I. mit Joh. Kasp. Beutel, Keller zu Abstadt, dann zu Loewenstein
(Loewensteinsch. Vogt), gest. 18.11. 1637; II. Tuebingen, 29.10.1639
mit Joh. Ulrich Pregizer (dem juengeren), Professor der Philosophie
und Rektor der Universitaet Tuebingen, geb. ebda. 10.7.1611, gest.
ebda. 27.5.1672. Aus der Ehe stammen 3 Kinder, Joh. Ulrich, wuertt. Oberrat,
Hofgerichts - Assessor, bedeutender Geschichtsschreiber, Anna Tabitha,
verh. mit Andr. Fromann JUD, Professor in Tuebingen, und Anna Elisabeth,
verh. mit dem Prof. JUD Gabriel Schweder in Tuebingen. Maria Barbara ist
mit ihrem zweiten Gatten Ahne (Oberurgrossmutter) von Wilhelm Hauff und
Ludwig Uhland.
Ein siebentes Kind (Georg Balthasar?) scheint auch frueh verstorben
zu sein, so dass bei Georgs Tod nur noch drei seiner Kinder am Leben waren.
geboren 1566, war Buergermeister in Weinsberg. Gest. am 24.5.1606*.
(nicht der in Georgii, Wuertt. Dienerbuch, S. 523 genannte Martin Rentz,
der zwischen 1544 und 1550 Vogt und geistl.. Verwalter zu Rosenfeld war,
demnach aelter als obiger Martin.) Er hatte sich am 16.8.1591 verheiratet
mit Barbara, Witwe des Buergermeisters German Weinmar, einer Tochter des
Michel Oetinger von Sindringen. Sie heiratete 27.2.1609 in dritter Ehe
Martin Sturm (1551-23.6.1611). Weinmars erste Frau, Margarete, war
Patin bei Euphrosine des Vollmar Renz Martins Grabstein, der an der Schlosskirche
in Weinsberg noch vorhanden ist, zeigt in der Mitte von drei das Renzsche
Wappen, es befindet sich ueber dem des Buergermeisters Germ. Weinmar, was
auf die nahe Verwandtschaft beider Familien hinweist.
Ihre Kinder sind:
1. Sara, geb. Weinsberg 6.1.1593, gest. ebda. 30.4.1633, war
verh. mit Hans Reyscher von Markgroeningen;
2. Johann Jakob (nicht im Weinsberger Taufbuch aufgefuehrt,
obwohl Eltern von 1591 bis 1618 als Paten auftreten. Vielleicht eine Verwechslung
mit dem Sohn Johann Jakob von Peter Renz.)
3. Martin, war Chirurg in Moeckmuehl, ist aber frueh gestorben
4. Drei weitere Soehne sind ebenfalls frueh gestorben.
Seiten 134,135
geb. am 9.5.1588 in Göppingen, gest. Neuenstadt a. d. L. 24.11.1626
an der Pest; studierte Theologie, wurde 1611 Diakonus in Freudenstadt,
1612-1619 in Herrenberg und ab 1620 Spezial, Stadtpfarrer und Dekan in
Neuenstadt an der Linde. Er verheiratete sich mit Ursula Bauhof, geb. am
26.4. 1593 in Münster bei Cannstatt, Tochter des Jakob Bauhof, geb. Cannstatt
um 1557, zuletzt Stadtpfarrer in Backnang, und der Euphrosine Aulber, einer
Tochter des württembergischen Reformators Aulber in Reutlingen. Sein Grabmal
in Weinsberg an der Schloßkirche ist noch vorhanden (S. 124)
Kinder:
1. Hans Jörg, geb. 1.4.1621, gest. an der Pest am 6.9.1635;
2. o Johann Konrad (I), geb. 28.8.1622, s.7.6;
3. o Johann Jakob, geb. Neuenstadt, 26.11.1625. s. 7.7;
4. Euphrosine starb als Kind.:
5. Anna Maria, verheiratet mit dem Geiger und Stadtmusikus Johannes
Schmid von Ulm.
Geburtsjahr ist unbekannt, gest. Bönnigheim vor März 1656. Er war erst
Stadtschreiber in Neuenstadt a. d. Linde von 1618 bis 1629, bis 1635 Stadtschreiber
in Weinsberg, dann gräfl. Trautmannsdorfer Verwalter in Bönnigheim s. w.
Heilbronn und ab 1652 freiherrl. Liebensteinscher Amtmann in Bönnigheim.
Er war laut einer Bescheinigung vom 11.3.1656 Besitzer des Familienpokals.
Er verheiratete sich im November 1618 mit Anna Barbara Jäger, Tochter des
Stadtschreibers Jägerin Neuenstadt, und am 28.6.1641 in Bönnigheim zum
zweitenmal mit Cordula Elisabeth Bohall, geb. Stuttgart 22.9. 1611. Die
erste Frau gebar ihm 4 Kinder, die alle im frühen Kindesalter starben;
die zweite Frau schenkte ihm ebenfalls vier Kinder, über die aber nichts
näheres bekannt ist. Die Namen der Kinder sind:
Aus erster Ehe:
1. Philipp Ulrich, geb. 27.4.1627, gest. 28.5.1627;
2. Joh. Philipp, geb. 19.2.1630. gest. 17.2.1632;
3. Phil. Justus, geb. 1628, gest. 21.7.1635 an der Pest;
4. Anna Dorothea, geb. 24.3., gest. 28.4.1635.
Aus zweiter Ehe:
5. Phil. Christoph, geb. Bönnigheim 13.12.1644;
6. Christian Ulrich, geb. ebda. 6.2.1647;
7. Friedrich Benjamin, geb. ebda. 16.3.1649;
8. Elisabeth Constantia, geb. ebda. 7.11.1652;
ist am 28.8.1622 (n. a. 11.8.1623) in Neuenstadt a. L. geboren. Er war
erst Amtmann und Burgvogt in Hohenstein im Dienst des Herrn von Lersner.
Am 28.9.1664 herzogl. württ. Hofmeister des Klosters Rechentshofen* bei
Vaihingen. Er ist
Seiten 136,137
dort gestorben am 31.12.1693. Am 4.11. 1656 verheiratete
er sich in Groß-Ingersheim mit Anna Barbara Sieber, geb. in Stuttgart 13.2.1640,
gest. Klein-Sachsenheim 20.8.1714, Tochter des Bürgermeisters und Wirts
Jakob Sieber von Groß-Sachsenheim, in Groß-Sachsenheirn, geb. 13.2.1620,
gest. 20.7.1682, und der Agnes, geb. Imlin, geb. Sersheim, 26.12.1620,
verh. Leonberg 19.2.1639, gest. Sersheim 4.11.1678.
Aus der Ehe stammen 12 Kinder:
1. Johann Jakob, geb. Hohenstein 28.8.1657; er ist als Kind gestorben;
2. o Philipp Konrad, geb. ebda. 3. 2. 1660, s.8.3,
s.S.178;
3. o Johann Konrad (II), geb. ebda. 7. 12.1661, s.8.4,s.
S.248;
4. o Wolfgang Friedrich, geb. ebda. 6.2.1664, s..8.5,
s. S.261;
5. o Georg Christoph, geb. Rechentshofen 12.1.166, s.8.6,
s.S.268;
6. Tobias Albrecht, geb. ebda. September 1667, gest. 16.3.1669;
7. Anna Regina, geb. 16. 1.1670 (19.1.1672 n. Faber), gest.1736, verheiratet
am 9.7.1689 in Rechentshofen mit dem Pfleger des Klosters Maulbronn Georg
Bernhard Ruoff zu Wiernsheim b. Mühlacker;
8. o Günther Albrecht (1), geb. 17.2.1673, s. 8.7;
s. S. 287;
9. Johann Melchior, geb. Rechentshofen 6.2.1675, gest. 1737, war Schultheiß
und Kuefer in Hohenhaslach (bis 1737), vorher 1702-1714 in Groß-Sachsenheim,
dann in Klein-Sachsenheim. Im Jahr 1701 verheiratete er sich in Hohenhaslach
mit Anna Margarete Hauber, gest. nach 1716, Tochter des Pfarrers Joh. Eberh.
Hauber ebda. und der Marie Marg. Ruoff. Hauber war später (1725-1729) Praelat
in Anhausen. In zweiter Ehe war er mit seiner Schwägerin Anna Marg. Ruoff
von Bönnigheim verheiratet. Die Kinder sind:
1. Maria Euphrosine, geb. Groß-Sachsenheim 8.9.1702, gest. ebda. 5.6.1709;
2. Margareta Barbara, geb. ebda. 2.6.1705;
3. Johann Eberhard (II), geb. ebda. 9.4.1707, gest. vor ,774, war Richter,
Heiligen- und Kastenpfleger in Hohenhaslach und hatte sich ebda. verheiratet
am 3.5.1735 mit Anna Marg. Gutjahr, geb. in Ensingen, gest. in Hohenhaslach
1.7.1780. Aus der Ehe stammt eine Tochter Magdalena Elisabetha (Katharina),
geb. Hohenhaslach 10.10.1757;
4. Maria Euphrosine, geb. ebda. 23.5.1710;
5. Johann Konrad, geb. ebda. 18.6.1713;
6. Anna Margarethe, geb. Hohenhaslach 10.7.1720, verm. um 1740
mit Michael Schill, Müller in Klein-Sachsenheim; dessen zweite Frau
wurde am 23.9.1745 Marie Agnes Essich, Tochter des Schultheißen
Essich ebda;
10. Anna Catherina, geb. ebda. 20.4.1677, verheiratet 27.8.1690 mit
Magister Georg Adam Daniel Grisinger, Pfarrer in Ober-Rixingen (Enz) und
Kürnbach (geb. 7. 11.1671, gest. 1. 11. 1715);
11. Johann Eberhard (I), geb. ebda. 20.10.1679; war 1719 Amtsschreiber
in Tübingen, dort am 24.9.1753 gestorben. Heiratete am ... 1719 Catharina
Hedwig Hoppe, Tochter des Stadtsekretärs Thomas Hoppe aus Wolgast (Pommern)
.Nachkommen sind nicht bekannt;
12. Anna (Maria?) Barbara, geb. ebda. 14.5.1681, gest. 1687.
Mit Johann Konrads Söhnen spaltet sich der Stamm wieder und bildet fünf
weitere Linien, von denen drei sich bis in die heutige Zeit erhalten haben.
* Der mit einer eigenen Markung versehene Weiler Rechentshofen
bei Hohenhaslach OA. Vaihingen a. Enz, auf einer freien Anhöhe gelegen,
ist ein im Jahre 1240 gegründetes Frauenkloster, das erst unter gräfl.
Vaihingenscher, dann unter wuerttembergischer Schirmvogtei stand und in
dem die Grafen vor Vaihingen ihr Erbbegräbnis hatten. Durch die Reformation
ging das Kloster ein, in welchem jedoch bis zum Jahre 1543 noch einige
Nonnen vorhanden waren. In den kirchenrätlichen Zeiten wurden die Einkünfte
von einem unter dem Oberamtmann von Vaihingen stehenden Klosterhofmeister
verwaltet. Von dem Kloster, das in den Besitz der kgl. Hofdomänenkamnner
(zu Freudenthal gehörig) überging, ist noch die Klosterkirche vorhanden,
die jetzt in einen Fruchtkasten umgewandelt ist, ebenso das nun als Wirtschaftsgebäude
dienende Klostergebäude. Die Meierei betreibt eine ausgedehnte Vieh- und
Landwirtschaft, sowie einen namhaften Obstbau.
geb. Neuenstadt 26.11.1625, gest. Bönnigheim 23.5.1689, heiratete ebda.
am 8.2.1665 Kath. Neuffer, Tochter des Ambrosius Neuffer und der Agnes
N... ebda. Seite 138
Von den Kindern:
1. Johann Georg (III) getauft Bönnigheim 12.5. 1665, gest. ebda. 10.
5.1729, war Bürger und Weingärtner, verh. mit Anna Marg. Majer;
deren Kinder sind:
a) Maria Elisabeth, geb. 7.12.1702, gest. 1.11.1708;
b) Sophie Dorothea, geb. 6.4.1704, gest. 17.4.1704;
c) Anna Marg., geb. 7.6.1705;
d) Joh. Wilhelm, getauft Bönnigheim 5.4.1711, war Schneider ebda. und
verheiratet mit Barb. Marie Sichler von Kirchheim am Neckar;e) Maria Katharina,
getauft ebda. 22.3.1707, ledig gest.;
2. Johann Ludwig, getauft ebda. 12.5.1666, gest. ebda. 30.5.1666;
3. Johann Jakob (IIJ), getauft ebda. 24. 5.1667, gest. ebda. 6.5.1729,
Schneider ebda. verh. ebda. 17.5. 1695 mit Sara Helfrich, get. ebda.
9.2.1649, Tochter des Hans Jakob Helfrich get. Bürger und Ratsverwandter
ebda. und der Barbara N... Ihre Kinder sind:
a) Anna Marg., getauft ebda. 5.7. 1696,
b) Johann Konrad, getauft ebda. 28.4.1698, früh gest.,
c) Johann Konrad, geb. 1702, gest. mit 71/2 Jahren am 9. 8.1709,
d) Johann Jakob, getauft ebda. 7.8.1708, gest. ebda.31.5.1714;
4. Johann Theodor, getauft ebda. 12.3.1669, gest. ebda. 24. 2.1686;
5. Maria Katharina, getauft ebda. 26.10. 1671;
6. Maria Barbara, getauft ebda. 5.4.1674;
7. Johann Jakob, getauft ebda. 4.5.1677, gest. ebda.
23.7.1690;
ist Weiteres nicht bekannt.
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