Bischoffshausen
“Nun
folg’ mir aus dem Tale
Zu all’ den Bergeshöhn,
Wo altersgrau Ruinen,
Wo Schlösser schimmernd stehn!
(Karl Duval.)
wischen Witzenhausen und Münden
durchfließt die sonst durch schroffe Berge eingeengte Werra ein breites,
lachendes Tal mit fruchtbaren Feldern, saftigen Wiesen und wohlhabenden
Dörfern, umrahmt von ragenden Bergen mit prächtigen Wäldern. Auf dem linken
Ufer dehnt sich der Kaufunger Wald mit seinen schroffen Hängen und einsamen
Forsten, während auf der anderen Seite die Witzenhäuser Stadforst, das Leinholz
und das Große Holz den Fluß begleiten. Zwischen Bergen und Feldern liegt
unterhalb Witzenhausens das etwa 200 Einwohner zählende Dorf Bischhausen. Es
wird überragt von dem zwischen der Landstraße und der Eisenbahn auf einem Hügel
gelegenen Rittergute Bischoffshausen, dem Stammsitz der gleichnamigen Familie.
Dicht dabei erhebt sich auch die kleine Kirche, ein Zeichen, daß wir hier den
Kern der ganzen Ansiedlung zu suchen haben. Heute wandert man auf fester Straße
dahin, und am steilen Hange des Badensteines sucht sich das Bahngleis seinen
Weg. Der Wanderer dagegen, der im Mittelalter von Allendorf nach Münden zog,
sah sich bei Bischhausen gezwungen, rechts abzubiegen, um über Albshausen das
Tal der Werra bei Gertenbach wieder zu erreichen. Zwischen dem Badenstein und
dem Flusse versperrte nämlich ein Gewirre von Werraarmen und -Inseln (Werdern)
den Weg. Ist es nicht ganz natürlich, daß sich an diesem für den Verkehr
wichtigen und gegen Wasser und Sumpf des Tales durch die Anhöhe geschützten
Platze schon in früher Zeit ein Dorf befand? Und zu dem Dorfe gesellte sich
dann später die Burg, von der aus das Tal und die erwähnte Straße zu
beherrschen waren.