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Christiane von Salm-Salm
(ex-spouse of Prinz Ludwig zu Salm-Salm)
Wer zuletzt lacht ...
Seit sie auch noch zur Mediafrau 2001 gekürt wurde, versteht der
resolute VIVA-Chef Dieter Gorny die Welt endgültig nicht mehr. Das
von ihm belächelte "Rock-Prinzeßchen, das netto mit brutto
verwechselt", hat nicht nur MTV wieder zur Nummer 1 unter den
Musiksendern gemacht und kürzlich mit dem Wechsel in die
Führungsetage von tm3 einen der spektakulärsten Job-Deals des
Jahres vollzogen. Nein, sie hat auch alle Spötter lachend hinter
sich gelassen. Sie, das ist Prinzessin Christiane zu Salm-Salm.
In den 80ern hatten viele weibliche Teenager dieselben Voraussetzungen,
die erfolgreichste TV-Managerin des deutschsprachigen Raumes zu werden,
wie das Mädchen Christiane Hansen: Durchschnittliche
Schülerin, "Klassenclown", Abitur mit Notendurchschnitt 2 und
einen eher unauffälligen Namen. Ansässig
in einer anonymen Großstadt, in ihrem Fall Mainz. Jetzt, 15 Jahre
später, gerade 34, ist aus Christiane Hansen eine Prinzessin zu
Salm-Salm geworden, sie darf sich über einen Echo samt dem Titel
Mediafrau 2001 und den bereits zweiten Top-Job in der
TV-Management-Oberliga (kolportiertes Jahresgehalt DM 700.000) freuen.
Nachdem diese Geschichte definitiv kein Märchen ist, stellt sich
natürlich die Frage: Wie kam`s?
Die Lehre zur Verlagskauffrau beim S. Fischer Verlag kann es nicht
gewesen sein. Denn die absolviert sie schließlich nicht im
Hinblick auf etwaige Karrierepläne, sondern weil sie "schon immer
ein Bücherwurm war". Zugegeben ein bißchen familiär
vorgeprägt, weil der Vater ja selbst Inhaber eines
Fachverlages(Anm: Hansenverlag) ist. Das Praktikum in New York? Das
BWL-Studium? Der Aufenthalt in Harvard, den sie bereits nach einem
halben Jahr "für einen Mann in den ich verknallt war" abbricht, um
fortan in München zu leben und zu studieren? Gute Voraussetzungen
vielleicht, aber wohl kaum ausschlaggebende Gründe. Für den
Vater übrigens nicht einmal ersteres. Ihm fällt zu
München beim besten Willen nur "wandern" und "Partys" ein und so
streicht er dem Töchterchen kurzerhand den monatlichen Scheck, den
sie bis dato zur Unterstützung erhalten hatte. Worauf die sich
dann in Supermärkten, Joghurts anpreisend, wiederfindet. Der erste
Job nach dem Studium? Fehlanzeige. Christiane unterrichtet ostdeutsche
Umschulungsklassen in Organisation und Marketing. Des Rätsels
Lösung zur Mega-Karriere scheint der Jobwechsel 1993 zur Ufa zu
sein. Dort arbeitet sie als Assistentin von Manager Bernd Schiphorst,
zu dieser Zeit Geschäftsführer von Vox, meistert zusammen mit
ihm Krise und Umstrukturierungen und legt so den Grundstein dafür,
die erste und bis dato einzige weibliche Senderchefin Deutschlands zu
werden. Zugute kommt ihr dabei vor allem ihre Fröhlichkeit und
daß es kaum Situationen gibt, die sie aus dem Konzept bringen.
Charme und Köpfchen: Christiane zu Slam-Slam ist eine
Geschöftsfrau für alle Fälle und frischer Wind für
die Privaten: nachdem sie dem Musiksender MTV aus der Kriese half und
ihn wieder zum Markführer hochkatapultierte, soll Christiane zu
Slam-Slam nun auch dem Nischensender TM3 aud die Sprünge
helfen.
1994 holt Wolf Bauer Christiane zu Ufa Grundy TV. Der private
Höhenflug folgt auf dem Fuß. Ein echter Prinz wird zu ihrem
Herzbuben: Columbia Tristar-Chef Ludwig Prinz zu Salm-Salm - ihm gibt
sie ihr Jawort. Später
baut die so zur Prinzessin mutierte für die RTL-Seifenoper Gute
Zeiten, schlechte Zeiten das Merchandising-Geschäft auf und hat
eine zündende Idee:Musikbands als Teil der Spielhandlung. Davor
hatte man nur mit Büchern und Wandkalendern gearbeitet. Gleich die
erste Band, just friends, schafft den
Sprung in die Charts und Christiane zu Salm-Salm den zu MTV. Als
Geschäftsführerin von MTV Central Europe (Deutschland,
Östereich und Schweiz) soll sie den krisengebeutelten Musiksender,
der in der Sehergunst seit Jahren deutlich hinter VIVA liegt, wieder
auf die Gewinnerstraße führen. Spötter, wie VIVA-Chef
Dieter Gorny, lassen nicht lange auf sich warten "Eine junge Frau, die
auch noch alle gängigen Klischees bedient, blond ist, lange Beine
hat, das war das gefundene Fressen". Salm-Salm hat aber keine Zeit sich
zu ärgern, sie analysiert lieber beinhart und deckt Fehler auf.
Denn nicht alleine die Verschlüsselung hatte MTV Seher gekostet,
nein auch die meist vom amerikanischen Muttersender in englischer
Sprache
übernommenen Formate waren nicht gut angekommen. Beruflich wie
persönlich schicksalhaft dann das Jahr 2000: Christiane zu
Salm-Salms Ehe mit dem 13 Jahre älteren Prinzen ist am Ende. "Nach
4 ½ Jahren Ehe habe man sich getrennt - auf Probe und in aller
Freundschaft", ließ man damals ausrichten. Beruflich hingegen
erlebt sie einen Höhenflug: MTV ist dank des von ihr entworfenen
Regionalisierungskonzepts mit 4,54 Millionen Sehern täglich wieder
zum Marktführer und zu "einem Platz, an dem Popkultur lebt wie
nirgends sonst" geworden. Die Bosse in London schicken eine Kiste
Champagner, die Prinzessin aber seilt sich ab. Solo - in Richtung der
nächsten Herausforderung, der Führungsetage von tm13. Dem
Nischensender, der
vor 5 Jahren als Frauensender gestartet war, sich später als
Fußballsender versuchte, aber sich mit beidem nicht erfolgreich
etablieren konnte. "Das schöne für mich ist, daß es bei
tm3 nichts mehr zu verlieren gibt, nur mehr zu gewinnen". Wohl wahr,
doch das scheint schwieriger zu sein, als gedacht. Denn in Zahlen
gesehen waren es im Juli 2001 - bereits unter Salm-Salms Führung -
durchschnittlich nicht mehr als 10.000 Zuschauer oder etwa 0,4%, die
tm3 einschalteten - eine nahezu unterirdische Quote. In etwa einem
halben Jahr, so hofft Salm-Salm, sollte ihre Strategie eines
"Mitmachsenders" aber den ersehnten Erfolg bringen. "Es lässt sich
erkennen, daß Fernsehen immer mehr zu einem Gebrauchsgegenstand
wird. Die Leute kaufen ein, sie wollen spielen, Reisen buchen. Wir
besinnen uns rück auf die alte Tante TV und verbinden die mit dem
Instrument, das von jeher in jedem Haushalt steht: dem Telefon."
Daß noch ein großes Stück Überzeugungs- und
Imagearbeit vor ihr liegt, ist ihr dabei durchaus bewusst. So
ließ einer der momentan noch Unbelehrbaren, Profi-Blödler
Stefan Raab, ihr beispielsweise jüngst folgendes zum Thema
ausrichten "Mein Tip an Frau zu Salm-Salm, die Franz Beckenbauer von
tm3. Es wäre doch eine nette Geste, alle Zuschauer zu einer
großen Sommerparty einzuladen. Ein Grillplatz für 5-7 Leute
wird sich schon irgendwo finden!" Aber noch ist ja nicht aller Tage
Abend. Und mit Spöttern kann die glamouröse TV-Managerin
umgehen, wie man spätestens seit
der Causa Dieter Gorny weiß. Es liegt also durchaus im Bereich
des Möglichen, daß Stefan Raab bald ebenso
kopfschüttelnd vor einem Erfolg der Prinzessin zu Salm-Salm steht,
wie kürzlich der VIVA-Chef

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