|
|
| Prinz Poldis schlauer
Geburtstags-Coup |
von Michael Graeter
|
|
|
 |
Grosser
Prominenten-Auftrieb in einem Hotel am Tegernsee, wo der Cousin des
Herzog Franz von Bayern seinen 60. ohne viel Kosten prunkvoll feiert.
Die eigens eingeladene Presse, die ihm huldigen soll, steht eingesperrt
im "Streichelzoo". |
|
|
|
München -
Geheimer Weltwirtschaftsgipfel am Tegernsee? Lauern militante
Globalisierungs-Gegner hinter dem "Bräustüberl"? Weit
gefehlt. Prinz Leopold von Bayern, Cousin von Herzog Franz
von Bayern (wäre heute König), feiert nur
Geburtstag. Seiner Wichtigkeit voll bewusst lässt der Primus der
adalbertinisichen Sippe der Wittelsbacher 320 laufende Meter
Polizeisperrgitter aufstellen, um in einem Hotel am See seinen 60.
(selbst-)"sicher" zu zelebrieren.
Der sympathische, aber auch bekannt sparsame Edelmann ( in Tracht mit
Hawaii-Blumenkranz) hätte das runde Wiegenfest auch still - den
Wohnrechten auf Schloss Neuschwanstein oder Schloss Hohenschwangau
entsprechend - durchführen können, aber er dachte sich
spitzbübisch wie er nun mal ist eine Fest-Patentlösung aus,
die seinen Geldbeutel gar nicht strapaziert. Die Rezeptur: Man nehme
ein befreundetes Königspaar, Carl Gustaf und Silvia von
Schweden nebst hübschen Töchtern, Prinzessin Victoria
und Prinzessin Madeleine, sowie Sohn Prinz Carl Philip,
mixe den Schlagzeilen-Garanten Prinz Ernst August von Hannover
und seine Frau Prinzessin Caroline dazu, und gebe das Ganze in
ein neues Hotel, das noch nicht so richtig in Schwung gekommen ist und
PR in den Medien braucht wie der Teufel die Seele. Poldis
ökonomische Rechnung geht auf und ihm gelingt eine Granaten-Party,
die das Fest zum 70. Geburtstag von Prinz Hans Georg von
Hohenzollern arm aussehen lässt.
Es gibt keinen roten Teppich und die zehn auf Hochglanz gewienerten
"7er"-Limousinen von Nürnbergs BMW-Statthalter Schröder
können wegen der Gitter-Orgie nicht vorfahren. Die Zaungäste,
die anderswo wie gerade bei der Wittgenstein-Hochzeit im
italienischen Bolgheri, wo die Kents, Lady Gabriella Windsor,
Stahlbaron-Nachfahre Heinrich Thyssen, Fürstin Gloria
von Thurn und Taxis mit Schwester Maya und Sohn Fürst
Albert sowie Italiens Wein-Großindustrielle dabei waren, ohne
Kordel oder Absperrung geziemenden Abstand hielten, stehen am
malerischen Tegernsee hinter Eisengittern, die lückenlos die ganze
See-Straße säumen. Die eigens eingeladenen Journalisten,
Fotografen und Kameraleute, die über das Ereignis berichten
sollen, werden Streichelzoo-gerecht in einem Käfig gehalten.
Bildreporter müssen zunächst die langen Objektive auspacken.
Die gegängelte Presse bleibt allerdings nicht lange allein. Aus
den Cocktail-Pulks gegenüber lösen sich die ersten Gäste
und statten dem Medien-Ghetto einen Besuch ab. Den Anfang macht die
muntere Gräfin Gunilla Bismarck. In hautengen Hosenanzug,
der sogar die Oder-Neiße-Linie deutlich macht, legt sie eine
mehrminütige Foto-Session hin und wird dabei auch noch von ihrem
Dauer-Spezi Luis Ortiz mit seiner "Digi" fotografiert. Die
Zuschauer jubeln.
Wie wild klicken die Kameras, als sich die komplette schwedische
Königsfamilie zum Open-Air-Casting stellt. Die Königin im
Edel-Dirndl, Victoria im roten Hosenanzug aus Pekingseide. Der
Medien-Rummel wird noch übertroffen, als sich Ernst August und
Caroline, überaus gut gelaunt und kommunitativ, zum lässigen
Pflicht-Foto mit Poldi stellen, während im Hintergrund der
Industrie-Manager Wolfgang Reitzle sein Errol-Flynn-Lächeln
aufsetzt und Ehefrau Nina Ruge sich fest bei ihm einhakt, als
sei Sturm zu erwarten. Später erscheint Serien-Held Fritz
Wepper (seine Tochter Sophie ist besonders hübsch
geworden) und Neo-Pin-up-Girl Uschi Glas. Prinz Alexander
zu Schaumburg-Lippe, der sich wegen ein bisschen viel Flick-Flack
seiner Angebetenen Jette Joop noch immer nicht ganz sicher ist,
bleibt mit ihr in entfernter Cocktail-Deckung am Hoteleingang.
Mit einer zweispännigen Kutsche lässt sich
Porzellan-Industrieller Wendelin von Boch (Sohn Oliver
heiratet nächste Woche seine Sandkasten-Liebe Dina) mit
Frau Brigitte und Tochter (im krawattenbreiten Mini mit
Cowboy-Stiefeln) ankarren. Die in die Heidenheimer
Maschinenbau-Konzern-Familie eingeheiratete Frau Biggi Schuler-Voith,
die bei Regen immer das Problem hat, Wasser in die Nase zu bekommen,
tippelt durch die Gittergasse wie eine Friedenstaube mit Ringerl am
Fuß und toppt mit ihrer blasierten Blaßheit die bekannt
weißhäutige Schauspielerin Sunnyi Melles, die gerade
am Münchner Residenztheater gefeiert wird. Deshalb kommt nur
Ehemann Prinz Peter zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, zu Jubilar
Leopold von Bayern, der - wie Peter engen Kontakt zur Theaterwelt -
früher mal nicht ganz selbstlos die Leinwandgröße Sonja
Kirchberger förderte. Hinter Schuler-Voith erscheint
Wollsiegel-Erbe und F.K.Flick-Freund Conrad Schloesser mit
indischer Gemahlin und Prinzessin Elisabeth in Bayern, Tochter
des Herzogs, der am Tegernsee regiert, zeigt erstmals offiziell ihren
Freund Daniel ten Berger vor. Dann erscheint das neue Paar
Münchens: der graumelierte Herrenausstatter Harry Lindmeyer
und Uschi Glas's Designerin Gabriele Blachnik.
Nachdem der gefeierte Bayern-Prinz auch die Bierfirma übers
Mikrophon gelobt hat, die ihn unterstützte, bittet Leopold zum
Festessen (Geeiste Gurkensuppe, Zander, Kalbsfilet, Beeren mit Eis).
Carl Gustaf ("I'm the king of Schweden") hält die lustigste Rede,
Prinz Hansi von Hohenzollern spricht auch, hat aber nicht seinen besten
Tag. Nachdem Weppers Worte verklungen sind, geht Poldis Sohn, Prinz
Manuel, ans Mikrophon und bringt eine köstliche
Einschätzung über seinen Vater. Manuel ist mit seiner
Freundin Prinzessin Anna zu Sayn-Wittgenstein-Sayn da.
Riesenstimmung herrscht inzwischen an allen Tischen und nach dem
Dessert wird heftig getanzt. Die sonst so unternehmungslustige
Rennfahrer-Clique Joachim Winkelhock, Alfred Heger und
der Rock-Hudson-schöne Alex Burgstaller, die nur nur einen
guten Meter vom Tisch der schönen Schweden-Happen ( die
Prinzessinnnen wohnen beide in einem Hotelzimmer) sitzt, entpuppt sich
als Tanzmuffel, "Rocky" klagt über Muskelkater. Die Nacht in
Tracht (Bekleidungs-Wunsch von Poldi) dauert von 18 Uhr bis 6.30 Uhr -
da geht Poldi ins Bett. König und Königin bleiben erstaunlich
lang und tanzen bis vier Uhr früh. Prinz Peter zu
Sayn-Wittgenstein-Sayn führt Silvia sehr lange über das
Parkett und erklärt stolz:" Ich habe die Königin zum swingen
gebracht." Auch Prinz Carl Philip, auf Anhieb Liebling der Frauen,
prüft die Marktlage. Ernst August tanzt gar nicht und raucht
Kette. Prinz Franz von Auersperg macht seinen Schein als
Baggerfahrer bei Prinzessin Caroline (im weiß-blau-roten Dirndl)
und Mick Flick amüsiert sich, obwohl er allein gekommen ist.
Ohne Zweifel schauen Fritz Wepper, der ebenfalls eifrig tanzt, und
Franzl Burda am tiefsten in den Weinkeller. Kurz vor Sonnenaufgang
hätte ein Sprengstoff-Hund in den Toiletten
Bewusstseinstörungen bekommen.
Die meisten Bayern-Gäste wohnen im Hotel, so auch die Königs,
die in der "Royal Suite" abgestiegen sind, die 2400 Euro pro Nacht
gekostet hätte. Anhand der Quartiere ist bei manchem der aktuelle
Stand der Ehe-Beziehung zu erkennen. Erbprinz Karl Friedrich und Erbprinzessin
Alexandra von Hohenzollern schlafen, so sieht es die Hotelliste vor,
in zwei Einzelzimmern, Raucher. Ein ähnliches Los teilen Graf
Maximilian und Gräfin Barbara Bismarck. Auch sie
schlummern in zwei Einzelzimmern, allerdings Nichtraucher. Krupp-Erbe Eckbert
von Bohlen und Halbach übernachtet mit Freundin Prinzessin
Desiree von Hohenzollern in einem Doppelzimmer, Nichtraucher, und
Polit-Graf Calle Bismarck ist ohne seine Frau Celia an den
Tegernsee gereist und zählt zu den ersten beim Brunch anderntags,
zudem auch Prinz Leopold trotz "kurzer Nacht" pünktlich anwesend
ist. Da sind die Prinzessinnen Victoria und Madeleine schon längst
wieder über alle Berge. Sie waren von der Cote d' Azur zu Poldis
Geburtstag gekommen, wo sie Ferien gemacht hatten. "Leider war der
Fotografen-Rummel zu groß", stöhnte die schwedische
Thronfolgerin. Zum Brunch bringen einige Gäste ihre Hunde aus den
Zimmern. Die langbeinige Tochter von Gräfin Schnecke
Stauffenberg überrascht mit einem kleinen Schwein, das sie an
der Leine führt.
Gesichtet: Prinz Eduard und Prinzessin Corinna von Anhalt,Prinz
Adalbert von Bayern und Hoheit Sandra, Herzog Max und Herzogin
Elisabeth in Bayern, Flugzeug-Erbe Conrado Dornier mit Frau Martine,
Lager-Lord Viktor Erdmann mit Frau Sandra, Bleistift-Graf
Anton Faber-Castell mit Clan, Großaktionär Muck Flick
mit Frau Corinne und Schwiegereltern Axel Müller
(Hersteller von "Vivil") mit Frau Corry, TV-Lady Petra
Schürmann, Fürst Heinrich und Fürstin
Milana zu Fürstenberg, Regisseur und Restaurant-Besitzer Roger
Fritz mit Lebensgefährtin Margit Friedrich,
BMW-Sprecher Richard Gaul mit Frau, Edelfeder Sibylle Zehle,
Freizeit-Genießer Fitz Haberl mit Frau Ute, Prinz
Peter und Prinzessin Uschi zu Hohenlohe, Prinz Ferfried
("Pfaff") und Prinzessin Maja von Hohenzollern, Udo-Jürgens-SohnJohnny
mit exotischer Frau Haja, Verleger Prof. Dr. Hubert Burda
und seine Frau Maria Furtwängler, Groß-Gastronom Roland
Kuffler und Frau Doris ("Buick"), Star-Architekt Senator Peter
Lanz mit Frau Fürstin Inge Wrede, Monaco-Konsul Alexander
Liegl mit Frau Isabel, Backpulver-Krösus Dr. August
Oetker mit Frau und Sohn Alexander, Graf Christoph
Preysing, Herz-Chirurg Prof. Dr. Bruno Reichart ( badete
vorher im See und lief herzhaft ungeniert im Bademantel am
Presse-Gitter vorbei) mit Frau Elke, Bonvivant Gunter Sachs
mit Familien-Clan, Unternehmer Christoph Schoeller mit Frau Andrea
und Tochter Milana, Maler Klaus-Peter Lackner mit Frau Maja,
Auktionator Graf Heinrich von Spreti, Hotelier Jolo Mayr("Marina"
am Starnberger See) mit Frau Anne, Hofjuwelier Max Heiden
mit dunkelhaariger Fast-Ehefrau, Juwelen-Prinzessin Elisabeth
Sachsen-Weimar, Innenarchitekt Heino Stamm mit Frau Christina,
Buchautor Rudi Schröck ( schreibt über Fürstin
Gloria) mit Frau, Journalistin Ulrike Reisch, Graf Hans Veit
und Henriette zu Toerring-Jettenbach,
Großunternehmer-Witwe Bambi Burda, Jörg Bronner
("Ninoflex") und Ex-Minister Georg von Waldenfels sowie Bayerns
Jeunesse dore mit besonders vielen hübschen Mädchen. Schneewittchen
ist nicht dabei. |
|
|