B ü c k e b u r g
Ins Mausoleum
kommen nur die engsten Freunde der Familie
Im Schloss laufen letzte
Vorbereitungen zur Beisetzung von Fürst Philipp-Ernst
Bückeburg
(thm).
Alle Hände voll zu tun haben in diesen Tagen die fürstliche
Familie und
die Hofkammer. Die Beisetzung des am 28. August verstorbenen
Fürsten
PhilippErnst zu Schaumburg-Lippe am kommenden Montag, 8. September,
steht unmittelbar bevor.
Seit vergangenem
Mittwoch ist das Schloss teilweise, das Mausoleum ganz
für den sonst üblichen Besucherverkehr gesperrt. Insbesondere
die
Begräbnisstätte selbst und der große Festsaal des
Schlosses werden für
die anstehende Zeremonie hergerichtet. Bedienstete der Hofkammer, vom
Fürstenhaus beauftragte Firmen, aber auch zahlreiche freiwillige
Helfer
leisten von frühmorgens bis tief in die Nacht Unglaubliches. Das
von
der fürstlichen Familie seit langem geschätzte
Restaurationsteam des
Luisenhofs bereitet sich auf hunderte zu verköstigende Gäste
vor. Ein
Unternehmen aus Holland liefert die Bestuhlung, damit im Mausoleum
über
500 Trauergäste Platz finden. Die Bückeburger Gärtnerei
Schulz sorgt
für ein denkwürdiges und dem Rahmen angemessenes
floristisches Dekor.
Zutritt zu der
Trauerfeier im Mausoleum werden ausschließlich vom
Fürstenhaus geladene Gäste erhalten. Die Anteil nehmende
Öffentlichkeit
kann den festlichen Akt dennoch verfolgen, wenn auch nur mittelbar: Er
wird über eine Lautsprecheranlage nach draußen auf die
Mausoleumswiese
übertragen (siehe Kasten). Die Zeremonie beginnt, nachdem sich
alle
Gäste bis 14.45 Uhr in der Begräbnisstätte versammelt
haben werden, um
15 Uhr. Das Fürstenhaus hat als die Feierlichkeit tragende Musik
das
„Adagio for strings“ von Samuel Barber, zwei Passagen aus der Kantate
„Aus der Tiefe rufe ich Herzen Dir“ von Johann Sebastian Bach, das „Ave
verum“ von Wolfgang Amadeus Mozart sowie das „Cantus in memoriam
Benjamin Britten“ des zeitgenössischen lettischen Komponisten Arvo
Pärt
ausgewählt.
Aufgeführt werden
diese Werke, sofern es um die orchestralen Teile
geht, von Mitgliedern des Niedersächsischen Staatsorchesters
Hannover.
Den Gesang übernimmt zum einen der Knabenchor Hannover. Als
Gesangssolistin wird Caroline Stein – sie trat schon in der „Met“ auf –
die Zeremonie mit ihrer Stimme bereichern.
Die Predigt zur
Beisetzung hält Jürgen Johannesdotter, der
Landesbischof der Evangelisch Lutherischen Schaumburg-Lippischen
Landeskirche. Thomas Krage,Pastor der Evangelisch Reformierten
Kirchengemeinde, hält die Lesungen.
Die Zeremonie im Mausoleum
endet mit der Beisetzung des verstorbenen
Fürsten Philipp Ernst. Ein Novum dabei: Der Fürst wird auf
seinen
ausdrücklichen Wunsch hin nicht – wie seine Vorfahren aus dem
letzten
Jahrhundert – in der Gruft des Mausoleums seine letzte Ruhe finden.
„Wir möchten alle an die frische Luft“, ist man sich in der
fürstlichen
Familie einig. So wird der Verstorbene in einem abgeschirmten Areal
neben dem Mausoleum seine letzte Ruhe finden. Dort ist bereits am
gestrigen Freitag der bereits vor 20 Jahren verstorbene älteste
Sohn
des Fürsten Philipp-Ernst, Erbprinz Georg Wilhelm, in aller Stille
und
ohne Öffentlichkeit beigesetzt worden.
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