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Ingeborg Brigitte Gastel Lloyd

Kleine Tübinger Stadtchronik

zusammengestellt von Wilfried Setzler
 

Erste Besiedlung

Seit ca. 12.000 v. Chr.
Mittelsteinzeit: Früheste Spuren vorgeschichtlicher
Besiedlung in und um Tübingen. Vereinzelte
Artefakte auf dem Spitzberg.

Seit ca. 4000 v. Chr.
Einzelne Funde aus der Jungsteinzeit wiederum auf
dem Spitzberg. Bandkeramische Siedlungsreste
östlich des Ammerhofs.

1800 - 800 v. Chr.
Bronze- und Urnenfelderzeit. Fund eines
Randleistenbeils unterhalb des Stauwehrs im
Neckar. Brandgrab in der Südstadt östlich der
Steinlach, Funde im Geigerle und Burgholz.

800 - 5. Jh.
Aus der Hallstattzeit belegen mehrere
 Grabhügelfelder Siedlungen im heutigen
Stadtgebiet: Hallstattstraße, Waldhäuser-Ost
("Römergräber"), Lustnau.

Römer und Alamannen

Um 85 n. Chr.
Errichtung des Neckarlimes. Während in
Rottenburg einer der bedeutendsten römischen Orte
entsteht, sind für Tübingen die Funde aus
Römischer Zeit recht gering. Eine Römerstraße
(Verbindung Rottenburg-Köngen) zog auf dem
linken Ammerufer durchs heutige Stadtgebiet.

6./7. Jh. n. Chr.
Wie der Ortsname durch seine Endung "ingen"
belegt, gehört Tübingen zu den alemannischen
Siedlungen, die ihren Namen von einem
Personennamen ableiten: Tuwo, Tubo, Tuo oder
Tugo. Ein alemannischer Reihengräberfriedhof
befindet sich mit Grabbeigaben aus der ersten
Hälfte des 7. Jh. im Bereich der heutigen
Münzgasse Reitersiegel des Pfalzgrafen Hugo von
Tübingen, auf dessen Schild das Tübinger Wappen
erkennbar ist.

7. Jh.
Christianisierung: Grabungen in einem
alemannischen Friedhof des 7. Jh. in Derendingen
auf der Bernhalde brachten Goldblattkreuze als
Grabschmuck zu Tage.

Die Pfalzgrafen von Tübingen

1078
Erste schriftliche Nennung Tübingens als König
Heinrich IV. die Burg Hohentübingen belagerte.

Um 1081/87
Die Brüder Hugo und Heinrich, sowie deren
Nachkommen nennen sich von nun an Grafen von
Tübingen nach dem Ort und der Burg Tübingen,
die im Mittelpunkt ihres Einflußbereiches lagen,
der damals vom Nagoldgau bis zur Alb und zum
Donauraum reichte. Die Entwicklung Tübingens ist
für die nächsten Jahrhunderte eng mit dem Aufstieg
und Niedergang dieser Grafenfamilie verbunden.

1146
Hugo von Tübingen wird in einer Urkunde König
Konrad III. Pfalzgraf genannt. Amt und Würde des
Pfalzgrafen (Stellvertreter des Herzogs)
unterstreichen die hervorragende Stellung der
Grafen von Tübingen in der Stauferzeit.

Um 1150
Im Kloster Reichenbach werden erstmals Abgaben
notiert, die in "Tübinger Pfennigen gezahlt werden
mußten. Von nun an mehren sich die Belege, daß
der Tübinger Pfennig im Herrschaftsbereich der
Tübinger Grafen im Umlauf war und als
Verrechnungseinheit diente, bis er Ende des 13. Jh.
zunehmend vom Heller verdrängt wurde.

1180
Ein Siegel des Pfalzgrafen Hugo zeigt als Wappen
die dreilatzige Gerichts- und Lehensfahne, die auch
(rot auf goldenem Grund) zum Wappen der Stadt
Tübingen wurde. Noch heute tragen dieses
Wappen, wenngleich mit verschiedenen Farben,
als Zeichen ihrer ehemaligen Zugehörigkeit zur
Familie der Grafen von Tübingen zahlreiche Städte
(Herrenberg, Böblingen, Feldkirch, Tettnang)
ebenso wie das österreichische Bundesland
Vorarlberg oder das Fürstentum Liechtenstein.

1191
Erstmals werden Tübinger Kaufleute genannt.
Beweis für das Vorhandensein eines Marktes.

1231
Tübingen wird erstmals als "civitas" (Stadt)
bezeichnet.

1280
Stadtbrand bei dem ungefähr 150 Häuser
abbrannten. Rascher Wiederaufbau. Die Stadt
erreicht etwa den Umfang, den sie bis ins 19. Jh.
hatte. Zu jener Zeit dürfte auch der Bau des für das
Handwerk, Feuerlöschwesen und die
Stadtreinigung wichtigen Ammerkanals vollendet
gewesen sein.

1301
Die in den vergangenen Generationen rasch
verarmenden Pfalzgrafen verpfänden ihre
namengebende Stadt an das von ihnen gegründete
Kloster Bebenhausen. Wenngleich Pfalzgraf
Gottfried schon l302 das Pfand wieder einlöste,
waren die nächsten Jahrzehnte von neuen
Verpfändungen gekennzeichnet.

1303
Erstmals verwendet die Stadt ein Siegel, das nicht
mehr den regierenden Grafen nennt, sondern
selbstbewußt lautet: Sigillum civium de Tuwingen
(Siegel der Bürger von Tübingen statt Siegel der
Bürger des Grafen von Tübingen).

1335
Die Bürger von Tübingen übernehmen 3000 Pfund
Heller Schulden der Pfalzgrafen und erhalten dafür
alle Einnahmen der Stadtherren in Tübingen für 9
Jahre; zudem das Recht den Schultheißen selbst zu
wählen. Dabei werden erstmals auch Juden
genannt, an deren Wohngebiet noch heute die
Judengasse erinnert.

1342
Die Pfalzgrafen verkaufen ihre Stadt Tübingen
bzw. ihre dortigen Rechte, Nutzungen und
Einkünfte an Graf Ulrich von Württemberg.

1388
Aufzeichnung des Stadtrechts.

Um 1435
Bau des zunächst zweistöckigen Rathauses am
Markt, das vielerlei Um- und Anbauten erlebte:
1508 ein drittes Geschoß, 1511 eine astronomische
Uhr, 1598 den bekrönenden Ziergiebel. Die heutige
Fassadenmalerei ist von 1876.

1470
Neubaubeginn der Stiftskirche. Bauzeit etwa 20
Jahre. Hervorragende Ausstattung: Glasfenster im
Chor von Peter Hemmel von Andlau (um 1480),
Lettner, spätgotisches Chorgestühl (um 1490) reich
verzierter Taufstein (1497), spätgotische
Steinkanzel (1509), Altar des Dürer-Schülers
Hans Schäufelein (um 1520).

Gründung der Universität

1477
Gründung der Universität durch Graf Eberhard im
Bart. Das bis heute die Stadt prägende Ereignis.
Bei der Eröffnung im Herbst 1477 tragen sich etwa
300 Studenten in die Univer sitätsmatrikel ein.
Zahlreiche Gelehrte von abendländischem Rang
sorgten schon in den ersten Jahrzehnten für den
"Flor" der Universi tät: Die Theologen Biel und
Summenhart, die Humanisten Vergenhans
(Naukler) und Reuchlin, der Astronom und
Mathematiker Stöffler, der Jurist Prenninger
(Uranius), der junge Magister Melanchthon.

1482 - 89
Bau einer steinernen Brücke über den Neckar.

1495
Die Grafschaft Württemberg wird vom Kaiser zum
"Unteilbaren" Herzogtum erhoben. Tübingen ist
nach Stuttgart zweite Residenz.

1498
Der erste Buchdruck in Tübingen. In der Folgezeit
entwickelt sich Tübingen zur Verlagsstadt.

1514
Tübinger Vertrag. Als Gegenleistung für die vor
allem von Tübingen gewährte Unterstützung bei
der Niederschlagung eines Aufstandes im
Herzogtum ringt die württembergische Ehrbarkeit
(Städtische Oberschicht) dem Herzog einen
Vertrag ab, in dem erstmals im Festlandeuropa
Grund- und Menschenrechte verzeichnet sind. Der
Tübinger Vertrag gilt als "magna charta"
Württembergs. Auf ihn bezieht sich noch Ludwig
Uhland im 19. Jh. beim Verfassungskampf ums
"gute alte Recht".

1519
Herzog Ulrich wird vertrieben, Württemberg
kommt unter österreichische Regierung.

1534
Rückeroberung Württembergs durch den
protestantisch gesonnenen Herzog Ulrich.
Einführung der Reformation in Tübingen.
Probleme gab es vor allem mit der Universität.
Kanzler Ambrosius Widmann floh ins
österreichische Rottenburg. Neue Professoren
wurden berufen, darunter der berühmte Botaniker
Leonhard Fuchs, nach dem später die Fuchsie
benannt wurde.

1537
Überführung des 1496 verstorbenen Herzogs
Eberhard im Bart nach Tübingen in den Chor der
Stiftskirche, der zur Grablege der
württembergischen Fürsten wird (bis 1593).

1547
Im ehemaligen Augustinerkloster wird das
herzogliche Stipendium eingerichtet. Seitdem ist
das "Evangelische Stift", Wohn- und Studienanstalt
für rund 150 Theologiestudenten, neben der
Universität mitbestimmend für den weltweiten
geistesgeschichtlichen Ruf der Stadt.

1567- 86
Wirkte Primus Truber, Reformator der Slowenen,
Begründer der slowenischen Schriftsprache, als
Pfarrer in Derendingen.

1577
Der Tübinger Universitätskanzler Jakob Andreä
einigt die zerstrittenen Lutheraner auf eine
verbindliche dogmatische "Concordienformel"

1588 - 92
Bau des Collegium illustre, einer Ritterakademie.
Für Jahrzehnte die bedeutendste Ausbildungsstätte
des protestantischen Adels.

1589
Johannes Kepler beginnt sein Studium im Ev. Stift,
bleibt bis 1594 in Tübingen.

1606
Das äußere Schloßportal nähert sich seiner
Vollendung. Seit 1594 wurden die Außenanlagen
verstärkt und mit Bastionen versehen.

30jähriger Krieg

1618 - 48
Im Dreißigjährigen Krieg erlitten Stadt und
Universität schwere Verluste. 1634 wurde die
Stadt von kaiserlichen Truppen besetzt, das Schloß
übergeben. Die Pest forderte viele Opfer. 1638
waren die Schweden in Tübingen, danach wieder
bayrische Truppen. 1647 sprengten französische
Truppen den Südostturm des Schlosses.

1623
Professor Wilhelm Schickhard erfindet die erste
mechanische Rechenmaschine der Welt.

1688
Joh. Osiander rettet die Stadt vor Plünderung und
Einäscherung durch die Franzosen.

1694
Professor Rudolf Jakob Camerarius entdeckt die
Geschlechtlichkeit der Pflanzen.

1722
Der Tübinger Cotta-Verlag wird Hof- und
Kanzlei-Buchdruckerei. 1787 übernimmt Johann
Friedrich Cotta die Firma, er wird zum Verleger
der deutschen Klassiker.

1777
Klassizistischer Umbau der alten Aula.

1789
Großer Stadtbrand, bei dem 64 Gebäude nördl. der
Stiftskirche in Asche sanken (Neue Straße).

1790/91
Gleichzeitig studieren im Ev. Stift, im selben
Zimmer Hegel, Hölderlin und Schelling.

19. Jahrhundert

1803
Umbau der Burse zur ersten Klinik in Tübingen.

1805
Vor dem Lustnauer Tor wird ein Botanischer
Garten angelegt.

1807
Der kranke Hölderlin findet Aufnahme bei der
Familie Zimmer im "Turm", wo er l843 stirbt.

1816 Im Weilheimer Kneiple wird der
"Allgemeine Tübinger Burschenverein"
konstituiert. Die Innenpolitik Württembergs ist von
nun an bis 1870 mitgeprägt von den
Auseinandersetzungen zwischen der Staatsgewalt
und den studentischen Verbindungen, die die
nationale Einigung anstrebten.

1817
Verlegung der Kath.-theol. Fakultät aus Ellwangen
nach Tübingen. Errichtung eines Konvikts im
Gebäude der ehemaligen Ritterakademie
(Wilhelmsstift).

1829-31
Abbruch der Stadttore und großer Teile der Mauer.
Der Raumbedarf der Universität und der sich
vermehrenden Bevölkerung führt von nun an zum
Ausbau der Ammer- und NeckarVorstadt. Ein
sichtbares Zeichen setzt 1845 die Einweihung der
Neuen Aula.

1831
Im sogenannten "Gôgenaufstand" zogen etwa 60
Handwerksburschen und Weingärtner als Protest
gegen Polizeiwillkür durch die Stadt und sangen
das Schiller'sche Räuberlied. Ähnlich wie im
"Brotkrawall" von 1847 schlugen studentische
Sicherheitswachen den Aufstand nieder.

1833
Ludwig Uhland legt seine Professur nieder.

1848/49
Vier Tübinger sind als Abgeordnete in der
Frankfurter Paulskirche.

1861
Tübingen erhält Anschluß ans Eisenbahnnetz.

1875
die im 19 Jh. ansteigende Einwohnerzahl erreicht
erstmals die 10.000er- Grenze

1885
Mit dem Durchbruch der Mühlstraße werden
Neckar- und Ammervorstadt direkt miteinander
verbunden.

1891
Gründung des Bürger- und Verkehrsvereins, der
seit 1898 die Tübinger Blätter herausgibt.

20. Jahrhundert

1904
Erstmals werden Studentinnen offiziell zum
Studium zugelassen.

1916
Ein Bombenangriff fordert im Bereich Hirschgasse
sieben Tote.

1933
Machtübernahme durch die Nationalsozialisten.
Gleichschaltung der Universität, Auflösung von
Verbindungen und Vereinen.

1934
Eingemeindung von Derendingen und Lustnau

1938
Die Tübinger Synagoge an der Gartenstraße, 1882
eingeweiht, wurde von SA- und SS-Männern in der
Nacht vom 9. zum 10. November zerstört. Damit
erreichte die Verfolgung der jüdischen Mitbürger
ihren ersten Höhepunkt. In den Jahren 194l und
1942 wurden die jüdischen Bürger, die nicht
zwischen 1933 und 194l emigrieren konnten, in
Konzentrationslager verschleppt und ermordet, nur
zwei überlebten. Ein Gedenkstein auf dem
jüdischen Friedhof nennt die Namen von 14
ermordeten Juden.

1939
Tübingen hat über 30000 Einwohner.

1945
Luftangriffe fordern 36 Todesopfer. Im Zweiten
Weltkrieg waren 1219 Gefallene und 505
Vermißte zu beklagen. Tübingen wird Sitz des
französischen Generalgouverneurs. Als erste
Universität Deutschlands kann sie den
Studienbetrieb zum Wintersemester wieder auf
nehmen.

1947-52
Tübingen ist Hauptstadt des Landes
Württemberg-Hohenzollern, Sitz der
Landesregierung. Der Landtag tagt in Bebenhausen.

1954
Erstmals sind 5000 Studenten immatrikuliert; 1962
wurde die Zahl 10 000, 1973 15 000, 1980 20 000

1957/60
Bebauungsplan und Erschließung "Wanne,
Morgenstelle, Herbstenhof"

1959
Städtepartnerschaft mit der Schweizer Stadt
Monthey wird besiegelt. Weitere folgen: 1960
Aix-en Provence (Frankreich), 1965 Ann Arbor
(USA), 1969 Grafschaft Durham (England), 1973
Aigle (Schweiz), 1984 Perugia (Italien), 1989
Petrosawodsk (Rußland).

1965
Tübingen wird in Anerkennung der vielseitigen
und beispielhaften Aktivitäten auf dem Gebiet der
internationalen Verständigung als dritte deutsche
Stadt durch den Europarat mit dem Europapreis
ausgezeichnet.

1968/69
Studentenunruhen

1971
Eingliederung von Bühl, Hagelloch, Hirschau,
Kilchberg, Pfrondorf, Unterjesingen, Weilheim.
Tübingen zählt nun über 70.000 Einwohner. 1974
folgt die Eingliederung von Bebenhausen.

1979
Fertigstellung des Schloßbergtunnels

1981
Einladung und Besuch ehemaliger jüdischer
Mitbürger in Tübingen.
 

Die Gründung der Universität vor mehr als 500 Jahren (1477)
gehört zu den wichtigsten Daten in der Stadtgeschichte


 
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